Darjeeling Makaibari Silver Tips

Vor Durst habe ich reichlich Sake getrunken;

    unter dem Krischbaum liegend –

Wundervolle Träume.                     Ryokan

Vor Durst trank ich den Darjeeling, anstatt Sake und erhielt dabei wundervolle Träume.

Darjeeling ist in diesem Blog ein Fremdwort. Nicht, dass ich etwas gegen den indischen Tee hätte, sondern weil ich bis jetzt keinen richtigen Darjeeling für mich fand. Dieser typische Darjeelinggeruch, der für mich eher eine erfolglose Fermentation bedeutet, stoßt mich eher ab. Das so genannte Frische erinnert mich nur an Heu.

Am letzten Tag im Jahr 2007 bevor ich weiter nach Bern reiste, besuchte ich Thomas in seinem verlassenen Teegärtli in Burgdorf. Er brachte mich zu dem Teegärtli, der seinen letzten Tag bereits hatte und leer verlassen aussah. „Überlege Dir Mal richtig, bevor Du einen Laden aufmachst! Du hast nur mit dem Früchtekunde zu tun und Deine Präsenz wird nicht belohnt. Aber Du wirst gebunden wie ein Hund an der Leine.“ Schwer und Wehmutig warnte er mir, als er das Licht im Teegärtli einschaltete.

Leere Dose, halbgefüllte Früchteteeflasche und einsame Teekanne standen noch auf dem Regal. Er erzählte mir, wie schwer es war, diesen Entschluss durchzusetzen. Ich sagte ihm, dass ich es verstehe, wie es ist, selber allein vor einem Projekt zu stehen. Aber, Tee bringt doch immer einen Energie-Wechsel, wenn wir mit Weggefährte zusammen trafen und eine Tasse teilen. Er seufzte, hier im Emmental ist er wohl ziemlich allein und einsam. 

Trotz allem, für diese Stunde, in dem wir uns trafen, möchte er in diesem Teegärtli noch eine gute Tasse Tee für mich zubereiten. Eine Tasse Silver Tips aus Makaibari Garten! Ein Darjeeling… Eigentlich lieber nicht. Aber ich sagte nichts. Wer weiss, warum gerade jetzt eine Tasse Darjeeling, dachte ich. Ich folgte dem kosmischen Regal und liess den Tee geschehen.

Doch ein Wolke stieg. Ich sah dem Jungle. Noch keine Blume, noch keine Früchte. Nur der frische Wind aus dem Nebel im Jungle. Die Tasse gold, die Farbe Sunshine und der Geschmack geschmeidig wie Seide. Was für eine schöne Überraschung am Ende 2007! Ich spürte eine tiefe Dankbarkeit. Als die Tasse leicht erkaltete, duftet es nach Blumenwiese. Was für einen Traum? Bin ich in dem Traum oder der Traum in mir?

DarjeelingJungle von dem Makaibari Teegarten

Thomas gab mir eine Tüte von diesem zauberhaften Darjeeling. Dieser Tee hat meine Vorstellung von Darjeeling grundlegend verändert! Wie ein Frosch im Brunnen, der endlich die anderen Teile des Himmels außerhalb dem Brunnen gesehen hat, sprang ich weiter zu meiner nächsten Station. Glücklich, unbeschwert und aufgeklärt.

Nachtrag: Thomas Grimm beschäftigt sich weiter mit dem Tee. Man kann mittels Internetseite seine Tees bestellen oder mit ihm kontaktieren. So ein kreativer Mensch wie er, ist eher ein Tee-Designer als ein Tee-Verkäufer. Ich hoffe, dass wir in Europa so ein Tee-Talent nicht aus unseren Augen verlieren!

8 Gedanken zu „Darjeeling Makaibari Silver Tips

  1. Jörg

    Wow Menglin zum Jahr 2008 lässt du es aber richtig krachen, schwelgst in Champagner und jetzt geniesst du auch noch einen Darjeeling. Ich selbst mag auch die Makaibaris auch wenn ich in letzter Zeit eher in Richtung Gopaldhara. Der hat immer einen ausgeprägten Muskatell Charakter ohne zusehr ins „Grüne“ zu verfallen. Schade nur, dass diese für dich so tolle Erfahrung mit einem traurigen Ereignis der Ladenschließung einhergeht. Ich musste hier in meiner Uni-Stadt Mainz auch mitansehen wie mein Lieblingsteeladen langsam zugrunde geht. Es hat mir echt das Herz zerrissen. Er hatte wirklich ein außergewöhnliches Sortiment mit einer klaren Dominanz hin zu guten japanischen Tees und Utensilien. Allerdings wurde die Außergewöhnlichkeit eben nicht gewürdigt (außer von mir und ein paar wenigen wie z.B. Arno den ich dort kennengelernt hab) die Beutelteefrüchteroibuschweihnachtswinterapfeltraumglücksmomenteliebhaber -Fraktion will eben mehr. Mehr Auswahl an aromatisierten Tees. Mehr Aroma ansich. Mehr Geruch schon bei Betreten des Ladens, so dass man kaum Atem findet. Das ist toll! Man braucht gar kein Tee mehr, man sollte die Aromen in Ampullen direkt verkaufen, eine billige Schwarz- Grün- oder Roibuschteemischung als Basisträger und jeder kann sich seinen eigenen Sch…(atz) zusammenmixen. Sorry, dass ich so gehäßig werde aber ich trauere eben immer noch diesem Laden nach, wo ich reinkam und eben keine typische Aromafahne einatmen musste. Wo ich nach der Uni hingehen konnte, und einfach bei einer guten Tasse Tee erstmal runterkommen konnte.

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  2. Jörg

    Wow Menglin zum Jahr 2008 lässt du es aber richtig krachen, schwelgst in Champagner und jetzt geniesst du auch noch einen Darjeeling. Ich selbst mag auch die Makaibaris auch wenn ich in letzter Zeit eher in Richtung Gopaldhara. Der hat immer einen ausgeprägten Muskatell Charakter ohne zusehr ins „Grüne“ zu verfallen. Schade nur, dass diese für dich so tolle Erfahrung mit einem traurigen Ereignis der Ladenschließung einhergeht. Ich musste hier in meiner Uni-Stadt Mainz auch mitansehen wie mein Lieblingsteeladen langsam zugrunde geht. Es hat mir echt das Herz zerrissen. Er hatte wirklich ein außergewöhnliches Sortiment mit einer klaren Dominanz hin zu guten japanischen Tees und Utensilien. Allerdings wurde die Außergewöhnlichkeit eben nicht gewürdigt (außer von mir und ein paar wenigen wie z.B. Arno den ich dort kennengelernt hab) die Beutelteefrüchteroibuschweihnachtswinterapfeltraumglücksmomenteliebhaber -Fraktion will eben mehr. Mehr Auswahl an aromatisierten Tees. Mehr Aroma ansich. Mehr Geruch schon bei Betreten des Ladens, so dass man kaum Atem findet. Das ist toll! Man braucht gar kein Tee mehr, man sollte die Aromen in Ampullen direkt verkaufen, eine billige Schwarz- Grün- oder Roibuschteemischung als Basisträger und jeder kann sich seinen eigenen Sch…(atz) zusammenmixen. Sorry, dass ich so gehäßig werde aber ich trauere eben immer noch diesem Laden nach, wo ich reinkam und eben keine typische Aromafahne einatmen musste. Wo ich nach der Uni hingehen konnte, und einfach bei einer guten Tasse Tee erstmal runterkommen konnte.

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  3. Suzanne

    Oh weh, das Teegärtli hat zugemacht…? Ich hoffe, bald trotzdem wieder von Thomas zu hören/zu lesen. Was machst Du denn jetzt, Thomas? Ich bin sicher/hoffe, Du liest das hier:

    Lieber Thomas, ich wünsche Dir für 2008 alles erdenklich Gute, viel Glück, Erfolg und Gesundheit, und dass alle Deine Wünsche in Erfüllung gehen!

    Was sind Deine Pläne für dei Zukunft? Lass mal von Dir hören!

    Ich hoffe, wir schaffen dieses Jahr vielleicht wieder ein so schönes Tee-Treffen wie im letzen Jahr…

    Viele liebe Grüße, und bis bald,

    Suzanne

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  4. Menglin

    Was ich allerdings vergass zu schreiben war, dass Thomas weiterhin sein Tee-Designer Tätigkeit weiter macht. Man kann seinen Tee weiterhin in vielen Orten in Burgdorf kaufen und über das Internet.
    Liebe Suzanne, ich hoffe, dass wir Thomas in Feb. evtl im unseren Seminar sehen können.
    Thomas ist ein sehr kreativer Mensch, eher ein Designer als ein einfacher Verkäufer. Burgdorf hat etwas verloren in seiner Ladenschaft.
    Lieber Jörg, ich bin sicher, diese Leidenschaft mit den Aromen ein Spiegel ist von der Sehnsucht der Menschen unserer Gesellschaft nach Farbe und Leichtigkeit, weil sie zu schwer sind… Das lässt sich nicht in kurzer Zeit ändern, solange unsere Gesellschaft keine Alternative anbietet. Andererseits wird es immer eine Gegenbewegung geben, wie Dich, mich und andere Teefreunde in unserem Blog, die sich für Tee interessieren anstatt für die fragilen austauschbaren Aromen. Was sich um Tee handelt, widerspiegelt unserer Gesellschaft – Soziologie Grundkurs I.

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  5. Thomas Grimm

    Liebe Suzanne, Liebe Teefreunde

    Ja, ich musste mein Tee-Einzelhandelsgeschäft in der Burgdorfer Altstadt am 29. Dezember 2007 endgültig schliessen. Irgendwann stellt man sich, trotz aller Liebe und Leidenschaft zu diesem wunderbaren Produkt Tee, die Frage nach dem Sinn und wohin man gehen oder wohin der Weg führt. Trotz einer ganz, ganz treuen Stammkundschaft, sah ich hier mit meinen Tee-Spezialitäten keine Zunkft mehr. Bevor ich aus finanziellen Gründen aufgeben müsste, beschloss ich, diesen Schritt auf freiwilliger Basis zu tun und habe das eben am 29.12.07 auch getan.
    Wie Menglin bereits geschrieben hat, kann man einen Teil meines grossen Sortimentes weiterhin kaufen oder online bestellen. In Zukunft werde ich mich hauptsächlich auf hochqualitative Tees konzentrieren und nur noch eine ganz kleine Auswahl an Aromatisiertem oder Früchten und Kräutern führen. Für mich ist es besonders wichtig, dass der Tee aus Gärten stammt, die ich vorgängig selbst besucht habe einerseits und andererseit, nur von Gärten einkaufe, die nach biologischen und fairtrade Grundsätzen produzieren.
    Das wir hier in Europa biologisch angebaute Tees trinken können, ist die eine Seite der Münze. Was für mich ebenso, wenn nicht wichtiger ist, ist die Tatsache, dass die Menschen, die im Teegarten arbeiten einen gesunden Arbeitsplatz haben. Denn nur wenn ein Garten nach den biologischen Grundsätzen Tee anbaut, ist gewährleistet, dass die MitarbeiterInnen auch ein gesundes Umfeld, worin sie ihre Arbeit verrichten, haben können. Die Vorstellung, dass vorallem in China viele Menschen unter Zwang (Gefangenenlager) in vergifteten Teegärten arbeiten müssen, stimmt mich sehr traurig!
    Ich möchte mich deshalb in Zukunft noch mehr engagieren, dass im Teeanbau auf Fairtrade und die Nachhaltigkeit geachtet und dass der natürliche, harmonische Einklang zwischen Menschen, Tieren und der Natur nicht länger mit Füssen getreten wird!

    Menglin, Deinen Worte (ich hoffe, dass wir in Europa so ein Tee-Talent nicht aus unseren Augen verlieren) machen mich verlegen. Desto mehr man vom Tee weiss, desto mehr weiss man wie wenig man grundsätzlich davon weiss. Ich habe das Gefühl, dass ich nur sehr wenig über Tee weiss. Tee ist ein Lebensweg, eine Lebenssphilosophie, die sich meiner Erfahrung nach nie vollständig entdecken und ergründen lässt.

    Liebe Suzanne, auch ich hoffe, sehr, dass wir uns bald wieder sehen. Schade, dass ein Wiedersehen im 2007 nicht mehr geklappt hat. Du bist jederzeit ganz herzlich bei mir in Burgdorf willkommen! Sonst können wir uns doch einfach mal auf halbem Weg treffen, z.B. in Basel. Was hälst Du von dieser Idee? Auch ich wünsche Dir ein gesundes, glückliches neues Jahr mit vielen gemütlichen Teestunden :-). Also, ich hoffe, bis bald und liebe Grüsse

    Liebe Grüsse an euch alle und bis bald

    Thomas Grimm
    Tee-Designer, Burgdorf

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  6. Suzanne

    Lieber Thomas,

    ich finde Deinen Ansatz toll! Es ist schön, dass Du Dir Deinen Optimismus und Idealismus erhälst – wir können alle viel davon gebrauchen.

    Wir sehen uns auf jeden Fall bald mal bei Menglin, zu einem richtig tollen Tee-Treffen! Ich freue mich schon sehr darauf.

    Viele liebe Grüße und bis bald,

    Suzanne

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