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Hongshui Oolong

Seit 1984 wird traditioneller Oolong auch als Hongshui Oolong bezeichnet. Hong bedeutet rot. Hong Shui bedeutet rötlichen Aufguss. Selbstverständlich ist der Aufguss nicht rot. Aber seit der Hochlandsoolong in den 80er Jahren den Trend des Marktes bestimmt, und die Farbe des Aufgusses vom Hochlandsoolong eher hell-gelb erscheint, ist die Farbe von traditionellen Oolongs eher rot.

Aufgrund der aufwendigen Prozesses verschwindet der traditionelle Oolong immer mehr aus dem Markt. Ausserdem bietet der Trend jungen Pflückgut zu nehmen keine Voraussetzung eines Traditionellen Oolongs. Denn nur aus reifen ausgewachsenen Pflückgut die aufwendigen Prozesse aushalten können. Die beiden Entwicklungen macht einen jungen Teeliebhaber schwer, Dongding zu verstehen. Wo könnte man heute noch den alten Geschmack eines guten Dongding finden? Wie sieht der Dong Ding Berg heute aus?

Atong sagte, dass Hongshui Oolong bei diesem Porzess Da Lang, besonders schwer und mehr Zeit zu nehmen.

In der Erinnerung schmeckte der Dongding Oolong ähnlich wie der Muzha Tieguanyin meines Grossvaters. Stark fermentierte Note erinnert man an den reifen Früchte im Südtaiwan. Honigsüss und kaum adstringierend. Schwere Röstung schenkt den Tee Vielschichtigkeit und bietet Voraussetzung von mehreren Aufgüssen.

Als ich in diesem Frühling in Taiwan war, als das Militär-Manöver von unserem Nachbar tobte, besuchte ich meinem Lehrer. Es gibt nichts Besseres als gemeinsam Tee zu trinken, während die Welt laut schreit. Atong zeigte mir diesen schönen Hongshui Oolong aus Organic Sijichun von Mingjian, gemacht von seinem „verrückten“ Schüler, der als Ski Lehrer in Korea und Japan arbeitet und mit all seinem Verdienst, Tee widmet. „Ein schwerer Weg ist oft ein wichtiger Weg. Wenn man nicht ein bisschen verrückt ist, schafft man es nicht auf diesen Weg zu gehen.“ scherzte Atong. Ich fand, dass er sich selbst meinte.

Der feine Sijichun ist aus dem 2022 Winter. Bereits halbes Jahr alt. Fruchtig wie Steinfrucht – ein bisschen Lychee, ein bisschen Longgang und ein bisschen Pfirsich. Honigsüss, geschmeidig und vollmundig. Der Tee versetzt einen sofort auf einer Insel, wo Sonne scheint, Früchte reifen von sich allein und der frische Wind weht manchmal aus dem Osten.

Während ich den Tee beschreibe, fliegt mein Gedanke durch die Zeit Tunnel ins April. Durch meine Arbeit in Shui Tang bekommt mein Leben eine Chance, anders zu gestalten wie ich vorher gelebt habe. Aber wie lange möchte ich noch so weiter machen? Die Arbeit ist schwer. Man arbeitet mit sich selbst, mit Menschen, die mit Dir und zu Dir kommen und mit dem Geld, die eine Energie ist, die verstanden werden will. Eine schwere Arbeit, die einen Platz braucht, aber andere Dinge nicht verdrängen darf. Aber, bin ich bereit für eine neue Veränderung, für einen ganz anderen Ort oder für etwas ganz anders im Leben? Ja. Ich möchte bejahen können, wenn es so weit ist. Als ich in Hualian war, die Wellen aus dem Pazifik betrachtet, verstand ich, dass wir als Mensch nicht frei leben können wie ein Feder. Es gibt viele wichtige Dinge und wichtige Menschen in unserem Leben, die einfach etwas in uns wiegen. Die Frage ist nicht, sie wegzuwerfen, sondern einen Ort finden, um sie richtig zu platzieren. Ansonsten werden sie immer schwerer und so schwer, dass sie unsere Flügel drücken. Ich möchte noch fliegen können.

Das gleiche ist wie dieser Hongshui Oolong in meinem Herzen. Ihn mit Menschen zu teilen, damit wir ihn gemeinsam tragen, damit der Geschmack erinnert wird durch unsere Zunge. Das Weitertragen eines schweren Geschmacks ist eine schwere Aufgabe, die das Leben wieder Sinn gibt. In dem kommenden Oolong Seminar werden wir den Hongshui Oolong degustieren, mit dem Dongding Surprise, der nach diesem Prinzip produziert wird.

Vielleicht wird man mich fragen, was ist ein Hong Oolong? Und was ist mit der neuen Erfindung von Bai Oolong von Atong?

Teetisch, der Geschichte von Insel Formosa erzählt

Awaiysilum webt Tücher wie eine Geschichte-Erzählerin, die manchmal eine Vorstellung schildert, manchmal ihre eigene Geschichte zu einem Lied singt. Ich bat sie ein Teetisch Tuch für mich zu weben. Ein Tuch für Tee in einem fremden Land, wo Tee Wurzel einschlagen sollte. Woher kommt der Tee? Woher kommt der Mensch, der den Tee nach Zürich mitbringt?

Sie sagte, dass ihr Volk zuerst am Meer lebte. Wegen der besonderen geopolitischen Lage wurde das Schicksal der Menschen schlagartig für immer verändert. Sie musste den Platz machen für die koloniale Herrschaft und nahmen alles was sie hatten in die Bergen zogen. Immer weiter, immer Höhe, bis sie das Zentrum der Gebirge erreichten. Sie vergessen heute, woher sie kommen. Nur aus alten gewobenen Kleidung, worauf die Muscheln angenäht sind, ahnen sie wo ihre Vorfahren herkamen.

Die Geschichte von Insel Formosa

Das Mitte ist rot gewoben. Es symbolisiert die Spuren des Sediq Volkes und die Farbe braun deutet die prächtigen Bergen zentrales Taiwans. Die blaue Farbe symbolisiert die Strömung der wilden Flüssen, die Bergen schneiden und aufwärts in die Ozean fließen.

Sie fragte mich, ob ich inspiriert sei? Ja. Ich würde eine Zhuni Kanne nehmen. Ry Tassen von Meister Hsu. Ein Chahai aus Treibholz Ofen von Hualien. Und einen feinen gelagerten Lishan 2009 Huangjingui, er duftet nach Taiwan: fruchtig wie Ananas, Pfirsich und Longgan!

Hafen von Taipei, wo der Tee einst in die Welt losfuhr.

Degustation mit Atong 2022!

Mein Lehrer Atong erzählte mir oft, wie schwierig einen guten Yancha (Felsentee) zu bekommen. Er war sehr enttäuscht von seiner Reise nach Wuyishan vor paar Jahren!

Seit 2020 Januar war ich nicht nach Taiwan geflogen wegen der langen Quarantäne Regelung Taiwans. Jetzt bin ich wieder in Taiwan, bei meinem Lehrer und habe viele Materialien inzwischen gesammelt. Ich möchte gerne weiter lernen über Tee!

Er sagte, Dahongpao ist ein Name eines Waren geworden, anstatt einen bestimmten Tee zu sein. Ich sagte, ja ähnlich wie unser Tieguanyin und Dongding Oolong.

Wir haben in diesem Nachmittag ungefähr 20 verschiedene Tees degustiert. Er staunte über die gute Qualität von Yancha 2022, die ich eingeschaltet habe.

Als erstes haben wir Yünüfeng Dahongpao degustiert. Er lobte den guten Geschmack des Tees, aber zweifelte an die Angabe des Ortes. Er lachte, wir wissen nie. Aber dieser Yünüfeng Dahongpao sei einer der seit langen nicht mehr gefundenen guten Yanchas! Der harmonische süße Geschmack ist selten bei dem heutigen Felsentee.

Dann lobte er ebenfalls den wilden Zhangping Shuixian Hongcha, den wir gegen Ende degustiert haben. Für ihn ist dieser Hongcha ausgezeichnet gelungen.

Zum Schluss haben wir noch zwei Muster von Dayuling degustiert. Sehr enttäuschend. Ein Muster erzählte sofort von mangelten Welken und kurzer Fermentation. Der andere Muster, der mir eigentlich nicht so schlecht einfällt, zeigte nach der Abkühlung den ähnlichen Fehler. Eine schwierige Sache mit Dayuling! Der teure Preis entspricht nicht der Qualität. Will man unbedingt einen Dayuling trinken, will man unbedingt einen Dayuling verkaufen?

Zwei Dayuling Muster

Wir wollen doch guten Tee trinken, anstatt dem schlecht fermentierten Oolong. Atong hat den einen Qilai Guifei 2018-2019 aus seinem Zimmer geholt. Ich habe diesen Tee nicht gekannt! „Warum hast Du mir so einen schönen Tee nicht gezeigt?„ Er schaute unschuldig zu mir, „Wirklich? Wie kann das sein?“ Es gibt immer etwas zu entdecken und zu freuen in deinem Schatzkammer.

Schneeberge, Tee und Fünffarbige Vögel 五色鳥

Taiwaner Bartvogel weit bei Tongcao Tetrapanax

Der 1. August ist der Schweizer nationale Feiertag, der Gründungstag. 1. August ist in Taiwan der Ureinwohner Tag.

Meine Vorfahren kamen vor ca. 180 Jahren nach Taiwan. Vor ihnen war Taiwan bewohnt. Die Wahrheit der Taiwaner Geschichte ist, dass Taiwan eine uralte Insel, wo Menschen, die nichts mit chinesischen Völker zu tun haben, seit tausenden Jahren leben. Durch die chinesischen Einwanderer wie meine Vorfahren und japanische Besatzung wurden die Ureinwohner diskriminiert, stigmatisiert und vertreiben. Sie zogen sich zurück in die Bergen.

Mit Ureinwohner habe ich nicht viel zu tun, nur wegen meiner soziologischen Feldforschung über die Ureinwohner als Bauarbeiter in dem informellen wirtschaftlichen Sektor und im Osttaiwan über die Christianisierung Osttaiwans Begegnungen erlebte. Diese Erinnerung kam hoch, während ich in der Quarantäne den Xueshan Gaoshan trank. Der Körper bleibt in der Stadt. Das Gedanke hat Flügel.

Entlang dem Schneeberg- Regionen (Xueshan Shanmai) wachsen uralten subtropischen Bäumen gruppiert unter dem freien Himmel. Durch den touristischen Forderungen werden Länderei von Ureinwohner verkauft – teilweise betrogen, teilweise durch strukturellen Probleme. Selten gelingen sie ihr Land zu bewahren.

Es gibt aber immer mehr Menschen, die in der Konfrontation mit modernen Welt nachdenklich werden. Sie wollen, ihr Land wieder so zu bewirtschaften wie Ihr Vorfahren. Erde verträgliche Bewirtschaftung. Das Land so zu bewirtschaften, wie die Erde verträgt, nicht mehr.

Als ich als Studentin noch aktiv bei der Protest Bewegung war, lernte ich christliche Priester von Ureinwohner auf der Straße kennen. Sie leben zwar die christliche Spiritualität, bleiben allerdings ihrer alten Tradition treu. Sie erhalten Nahrung von der modernen Welt, fanden aber den Weg zu ihrem Ursprung. Sie kehren zurück zu ihrem Heimat, vermittelt den Menschen die Bedeutung der Liebe zur Erde in einem von Raubbau geprägten Wirtschaftsform ( es hat nichts mit Kapitalismus zu tun, sondern Gier).

Sie verzichten auf Raubbau, sie lernen, wirtschaftliche Pflanzen wie Tee und Pfirsich so anzubauen wie die Weisheit ihrer Vorfahren Gaga – gemeinsam existieren, gemeinsam wachsen und gemeinsam haben.

Die Erde ist für diese Menschen wie ein Schatzkammer. Jeder kann hier etwas nehmen und zurückgeben. Kein Raubbau. Die Erde erholt sich. Der Mensch kann immer wieder das Reichtum miteinander teilen. Neben der wirtschaftlichen Agrarprodukte müssen sie ihre traditionellen Nahrungsmittel anbauen, ihre Bäume anpflanzen, so dass die dazugehörigen Tieren und Insekten bleiben. Zum Beispiel die fünffarbige Vögel. Sie bleiben bei Xueshan, weil sie das Pflanzen 通草Tongcai lieben. Tongcao ist das Material für das Papier, bevor Papierindustrie kam.

Wenn das Land üppig wächst, kommen die Menschen gerne und sie sehen, dass eine andere Lebensweise funktionieren kann, ohne Raubbau und Muskelspiel.

So schmeckt der Tee aus Xueshan. Sanftmütig, duftend nach Blumen und frischen Früchte. Seidige Textur. Eine Harmonie zwischen Himmel und Erde. Er zählt mir seine Geschichte. Zuerst wollte ich ihn nach dem Name von dem Volk Atayal nennen – aber ich finde es zu heuchlerisch. Außer diesem Tee habe ich sonst keine Beziehung zu diesem Volk.

Ich erinnere mich leise, wie man mir von verschiedenen Tabus erzählte, als ich dort aufhielt. Die Tabus sind, um die Beziehung zwischen Menschen und Tieren zu regeln. Man geht bei Abenddämmerung nicht an den Flüssen und in den Wald, weil die Tiere zu dieser Uhrzeit am Flüssen und bestimmten Orten verweilen. Das ist keine Aberglaube, sondern eine Abmachung zwischen Lebewesen.

In unser Welt herrscht Lieferketten und Energie Krise. Unsere billige Energie aus Russland ist auf Kosten von Lebensraum von Nenzen. Ebenfalls ein Normandenvolk, Ureinwohner von Polarkreis. Sie wandern mit ihren Tieren, damit die Erde sich regenerieren können. Vielleicht durch die Krisen müssen wir Gas in Deutschland selbst befördern, in der Schweiz Windräder ausstellen. So haben wir die Verschmutzung und Konsequenz der Energie Förderung vor eigenem Haustür. So sehen wir vielleicht, wie grün wir leben. So lernen wir vielleicht dass Gaga – Weisheit von Atalya die Orientierung sein sollte für unsere Zukunft.

Am 01. August ist der Ureinwohner Tag. Am diesen Tag trank ich einen Xueshan Gashan und wünsche mir, dass wir mehr „Gaga“ leben.

Grün und gesund?

https://www.tagesanzeiger.ch/der-wirkmechanismus-von-gruentee-ist-ganz-anders-als-gedacht-161255459031

Ist das Konsum von Grüntee gesund?

Bestimmt. Inwiefern gesund?

„Grüntee gilt aufgrund des hohen Gehalts an Antioxidantien als gesund und lebensverlängernd. ETH-Forschende zeigen nun auf, dass diese Inhaltsstoffe anders wirken als bisher angenommen. Grüntee ist gesund, bestätigen sie, aber in zu hoher Konzentration toxisch.

Seine lebensverlängernde Wirkung verdankt der Grüntee nach landläufiger Meinung den darin enthaltenen Katechinen namens ECG und EGCG. Die beiden Substanzen gehören in die Gruppe der Polyphenole. Sie werden als Antioxidantien betrachtet, die im Körper oxidativem Stress durch aggressive Sauerstoffradikale entgegenwirken respektive vorbeugen. Sauerstoffradikale entstehen unter anderem im Stoffwechsel, etwa bei der Energieproduktion in den Kraftwerken der Zellen, den Mitochondrien.

Forschende um Michael Ristow, Professor für Energiestoffwechsel am Departement Gesundheitswissenschaften der ETH Zürich, haben zusammen mit Kollegen der Universität Jena den Wirkmechanismus der Katechine im Fadenwurm (Caenorhabditis elegans) unter die Lupe genommen. Und sie kommen zu einem anderen, paradox erscheinenden Ergebnis: Die Katechine aus dem Grüntee unterdrücken oxidativen Stress nicht, sondern sie fördern ihn.

Ab einer gewissen Konzentration wird es toxisch

Doch auch das ist gesund: Denn nach der kurzzeitigen Erhöhung des oxidativen Stresses wird die Abwehrfähigkeit der Zellen gesteigert. Das ist mit einer Impfung vergleichbar. Die Stärkung der Abwehr erfolgt allerdings nicht durch das Immunsystem, sondern durch die Aktivierung von Genen, welche bestimmte Enzyme wie die Superoxid-​Dismutase (SOD) und die Catalase (CTL) hervorbringen. Diese Enzyme inaktivieren in den Fadenwürmern die freien Sauerstoffradikale, sind also quasi körpereigene Antioxidantien.

Denselben Mechanismus hat Ristow bereits 2009 für Sport und eine kalorienarme Ernährung nachgewiesen: Auch sie erhöhen kurzfristig den oxidativen Stress und verbessern dadurch die Abwehrmechanismen im Körper. Grüntee, Sport und ein bisschen weniger essen als nötig machten demnach fit und förderten ein langes Leben, behauptet der Forscher.

Er rät freilich davon ab, Grüntee-Extrakte oder -Konzentrate zu sich zu nehmen: «Ab einer gewissen Konzentration wird es toxisch», sagt er. Hochdosierte Katechine hemmten die Mitochondrien so stark, dass dies zum Zelltod führe, was insbesondere in der Leber gefährlich werden könne. Wer diese Polyphenole in zu hohen Dosen zu sich nehme, riskiere Schäden an Organen.“

Für mich ist ein mäßiger Konsum von allen Lebensmitteln gesundheitsfördernd. Wann ist es zu viel mag in der Wissenschaft messbar sein. Noch besser wäre dass wir eine gesunde Beziehung zum unseren Körper pflegen können. Immerhin ist jeder Körper anders. Zuhören, was er braucht. (Zum Beispiel- ich bin kein Grüntee Liebhaber, ihn bekomme ich nicht.)

Sternhimmel

Sternhimmel in HeHuan Shan!

Fotografiert von Lin Minglun

Durch das Foto kann man sich vorstellen wie die Tianmu Glasur entstanden ist! Dazu noch eine Tasse Oolong von HeHuan Shan! Man fühlt sich wie zu einem anderen Raum versetzt, vereint mit dem Universum und versunken in der Milchstraße!

Tianmu Schale von Lo Senhao

Neues Leben, Dongpian

Shanzhu musste 2018 ins Gefängnis gehen. Bevor er ging, machte er einen wunderschönen Alishan Dongpian. Ein Tee zwischen zwei Saisons. Ein Tee, der heisst- der Tee, der nicht weiss, was ein Frühling ist.

Nun ist er wieder in der freien Welt. Noch lebt er in Alishan und pflegt Kontakt zu meinem Lehrer. Er weiss, was für Tee mein Lehrer sucht und wer sein Freund ist. Als ich den neuen Dongpian erhielt, roch ich die trockenen Blätter und zog meine Augenbrauen zusammen. So ein „warmer“ Dongpian! Ganz anders als ich kannte! Und der brilianten Xuepian – Schneeflocken – kühl, elegant, floral und nektarsüss! Was für eine „Grazie“! Neben ihm schien der Dongpian zu gewöhnlich.

Als ich mit Franco in Shui Tang die Alishan Oolongs degustierte, fand ich die röstlichen Blätterrand des Tees so auffällig anders. Und die Textur in meinem Mund zerfällt unter der Zunge… Ich bekam Zweifel an meine voreilige Meinung über ihn. Und immer mehr fällt mir die grüne Note von Xuepian auf, was mir von einem „Manko“ erzählt, während ich diesen eher rötlichen Aufguss von Dongpian immer mehr interessant fand. Nachdem ich mit Atong telefonierte, wurde es mir einmal klar, dass dieser Dongpian ein Tee von Geduldprobe ist. Und Shanzhu hat durch diesen Tee einen unglaublichen Fortschritt in seinem Handwerk gemacht!

Atong sagte, das Wetter hat mitgemacht. Shanzhu liess die Blätter länger unter der Wintersonne und kühlen Bergluft welken. Anschliessend brauchte er 2 Stunde, um die Teeblätter in Korb schütteln zu lassen – was man normalerweise nur 15-20 Minuten gebraucht hätte. Langsam liess er die lang geschüttelten Blätter ruhen und fermentieren. Der Aufguss bekam eine seidige Eleganz und dichte Textur. Mein Lehrer sagte, man musste solchen Tee fast lagern! Man weiss nicht, ob man wieder so ein Glück hat…

Da Lang – großes Schütteln. Hier hat Shanzhu zwei Stunde gebracht um Teeblätter zu beleben.

Paar Tage später degustierte ich mit Niklas. Der Schneeflocken war immer noch sehr schön. Aber ich bekam andere Augen den Dongpian anzuschauen. Auf einmal verstand ich die Distanz, die Shanzhu in seinem gefangenen Jahren hinterlegt hat. In diesen dichten Textur des Dongpians bildete ich mir ein, eine sanfte dichte Liebe, die über die Gitter hinausläuft, die sich nicht gefangen lässt, zu der Erde, zu dem Land und zu den Menschen und zum Tee fliesst. „Hast Du verstanden, was ich mit dichte Textur meine?“ „Der Aufguss von Xuepian ist dünner als von Dongpian, merkst Du?“ Er lernte und lernte. Auf einmal sagte er mir, „ja, ich glaube, ich habe ihn verstanden.“ Der Aufguss von Xuepian ist grandios, aber leicht zu verstehen, während der Aufguss von Dongpian wie eine Wolke im Mund langsam zergeht.

Ohne Zweifel liebe ich den Xuepian, der mich wunderbar beim Schreiben von meinem Pu Er Teebuch begleitet. Er schenkt mir geistige Funken, einen angenehmen Distanz und Freude zu arbeiten. Aber er sei wegen nicht sehr sonnigen Wetter nicht so gut geworden, wie er hätte sein können!

Atong erzählte mir, dass Shanzhu vom Garten zum Garten wanderte, und wie er ausgezeichnete Pflückgut finden konnte. Niemand würde so viel Mühe geben wie er um solchen schwierigen Pflückgut zu suchen und zu machen. Und das Wetter hat ihm Glück geschenkt. Bei der 2. Partie von Xuepian, den gerade geröstet wurde, wird uns noch mehr Überraschung bringen! „Der Mensch handelt, und das Universum beobachtet ihn. Der Mensch erntet das, was er säet.“ Sagte Atong. Shanzhu hat nach seiner Gefangenschaft endlich Glück bekommen. Und wir haben das Glück wunderbare Tees aus Alishan zu geniessen!

Glück mit den Wetter

2020 haben Oolong Teeliebhaber in Shui Tang Glück. Selten haben wir einen Hochland Tieguanyin. Noch nie habe ich von einem Schneeflocken aus Alishan gehört.

Der Grund warum wir solchen hochwertigen Tee haben, hängt es mit dem Glück zusammen. Das gute Wetter bei der Produktion zu haben, ist wie ein Glücksspiel! Dank dem guten Wetter konnte man den Tieguanyin schön unter der Sonne welken lassen, ausreichend fermentieren lassen. Atong macht seine Handschrift mit seiner Röstung. Ein komplexer Tieguanyin mit ein Bündel von floralen und fruchtigen Komponenten, begleitet von einer Eleganz des Berges!

Dank dem Glück haben wir einen Schneeflocken in diesem Winter. Atong sagte mir, wir haben ein Glück mit dem Wetter und mit dem Teemaker! Der Shanzhu ist frisch entlassen aus dem Gefängnis und sucht nach neuen Aufgabe! Nach dem Frost suchte er nach dem Garten, wo ihre Teeblätter nicht geschädigt waren und warten bis sie sich öffnen und weit entwickeln. Dann schien die Sonne und ein wunderbarer Tee ist entstanden!

Glück muss man haben. Wir haben Glück.

Atong checkt gerade die Fermentation. Die Nacht war sehr kalt in Alishan, so dass man die Teeblätter kleiden musste., um die Wärme zu behalten.

Alishan Xuepian – Schneeflocken

Xuepian- Schneeflocken bekomme ich zum ersten Mal. bis jetzt habe ich nur Alishan Dongpian probiert und bin auch bewusst, dass er eine Rarität ist. Als ich diesjährig Schnee-Fotos von Taiwan erhielt, fragte ich meinen Lehrer Atong, ob wir vielleicht Schneeflocken Tee haben!

Xuepian sind Teeernte aus Teeblätter die Frost bekamen. Darum heißen sie Schneeflocken. Richtig gefrorene Blätter sind nicht zu ernten, weil sie kaputt gehen. Der Bauer muss viel Mühe geben, damit die Blätter nicht beschädigt werden. Das Pflückgut ist natürlich klein, weil sie nicht stark wachsen. Dezember und Januar sind eher Winterschlaf Zeit für Teepflanzen. So eine außergewöhnliche Rarität kam endlich vor einer Woche. Mitten im Lock Down, mitten in der letzen Phase meines PuEr Teebuch Projektes.

Während ich den letzten Teils meines Projektes trank ich den Xuepian Alishan. Wie funktioniert es, dass man einen Text über PuEr schreibt und Oolong trinkt?

Ich kann es nicht erklären. Es kam von sich alleine.

Als ich den 雪片 Xuepian sah, dachte ich, wie gut er zu meiner Pflaumenblüte- Zhuni Kanne von Yin Min 尹旻 passt! Yin Min nennt ihre Kanne „清飲 Qing Yin“ – reines ungestörtes Teetrinken. Diese Empfindung überkam mir, als ich den Aufguss in meinem Mund hatte. Rein, schön und klärend. Er duftet nach Neroli Blüten. Oder nach Orchideen. Selbst nach einem Tag konnte ich die Duftnoten in bereits abgekühlter Kanne riechen, der Duft versetzt mich am den Teetisch bei meinem Lehrer. Ach, ich vermisse ihn. Ich kann seit einem Jahr nicht mehr bei ihm Tee lernen, Frage stellen und Schätze zwischen den Teesäcken suchen. Er sagte mir oft, wie ein guter Oolong nach einem Tee noch duften und schmecken sollte. Genau wie dieser Xuepian!

Er ist schön, will einen nicht verführen. Vielmehr klärt der Xuepian meinen Geist. Ich bekam viel Abstand zu meiner Schreibarbeit. Ich war in der Lage meinen Fehler zu entdecken und unklare Logik zu sehen. Zweifelsfrei schmeckt er aromatisch, aber ohne viele bunte Farben zu malen und Tänzer zu veranstalten. Der Tee ist wie die Pflaumenblüten, die im Schatten gelassen duften, im späten Winter unbehindert blühen und im Winde nicht zerfallen. Ein Tee namens Schneeflocken verkündet die baldige Ankunft vom Frühling.

Der Duft von Tanbei Oolong

Atong röstet gerade einen Alishan!
Noch wie in der alten Zeit.

Jedes Jahr röstet mein Lehrer Atong einen Oolong wenn es in Taipei kalt wird. Der Tee duftet in ganzem Raum und später in der Tasse! Ich freue mich jetzt schon über das Moment wenn ich den Duft aus meiner Kanne genießen kann!