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Verwelkte Blumen – Pflaumenkult der chinesischen Ästhetik III

Fortsetzung zu Beiträge über Pflaumenkult in der chinesischen Ästhetik.

Ich habe nicht vergessen, den Beitrag über die Verschiebung von Pflaumenblüte in der japanischen Ästhetik zu schreiben. Die konkurierende Beziehung zwischen Pflaumenblüte und Kirschblüte widerspiegelt der Beziehung zwischen China und Japan.

Identität entsteht aus der Notwendigkeit der Unterscheidung von den Anderen. Das Ich wird durch das Anderen definiert. Das Ich mit einem Wir zu erweitern und mit einem Symbol zu von WIR zu suggerieren gehört zur bestimmen politischen Rhetorik. In Taiwan war es Pflaumenblüte, was der im Bürgerkrieg gegen Mao verlorene Republik ein wenig Selbstvertrauen suggerieren sollte. In Japan ist Kirschblüte seit dem 9. Jh. das nationale Symbol. Und China fungiert als der „wichtigste“ Andere in der japanischen Geschichte.

Fast alle so genannte japanische Kulturgüter, die wir heute so bewundern, wurzeln in China. Die chinesische Kultur war als einen nahrhaften Boden verstanden und konnte der eigenen Entwicklung Japans vorantreiben. Und in diesen Entwicklungsprozessen wird das Japanische formuliert.

Kein Wunder galt die Pflaumenblüte in alten Japan als die Blüte der Liebe, der Frühling und Treu. Und Pflaumenblüte bewundern war einer der wichtigsten Tätigkeit des Hofes im 7-8 Jahrhundert, weil genau diese Blumen-Party in Liuchao-Periode Chinas (3.Jh-6. Jh.) Manyoshu ist DAS Gedichtsammlung Japans (4.-8- Jahrhundert) umfasst 4496 Gedichte. Loblieder für Pflaumenblüte waren 118 Stücke, während nur 44 Gedichte für Kirschblüte geschrieben wurden.

Trotzdem gab es in der japanischen Gesellschaft bereits Menschen, die aus einfachen Schichten stammen und Kirschblüte lobten und dichten – während die Oberschicht noch Poesie für Pflaumenblüte schrieben. Vielleicht war es auch eine Protest-Bewegung gegenüber die Dominanz der herrschenden Kultur.

Das erste Hanami von Kirschblüte im japanischen Hof war 813. Aber der Kronprinz und seine Gefolgschaft trugen immer noch das Haarschmuck aus Pflaumenblüte in Feier. Eine sichtbare Veränderung sieht man erst durch die Popularität der eigenständigen japanischen Malerei, die sich aus dem chinesischen Vorbild emanzipiert. Gleichzeitig hörte der Entsandt von Studenten nach China im Lauf 894 auf. Kirschbäume wurden immer öfters erwähnt und angepflanzt. Im 12. Jh. wurden vier verschiedenen Bäume auf dem Fussballplatz im Hof angepflanzt: Kirsch, Weiden, Kiefer und Ahorn. Pflaumenbaum wurde nicht erwähnt.

Trotzdem war China immer noch das Vorbild. Gedichte auf Chinesisch zu schreiben (ohne chinesische Grammatik), chinesische Texte und Güter wurden immer noch weiter adaptiert. Erst in der Edo-Zeit (17. Jh) fragte ein Botaniker Kaibara Ekiken (1630-1714) fragte in Nagasaki einen Chinese, ob es in China Kirschbaum gibt. Der Chinese antwortete auf die Frage mit Nein. Somit gründete Ekiken in seiner Abhandlung die Besonderheit von Kirschpflanzen in Japan – es sei wirklich NUR japanisch. In der Tat gibt es in vielen Ländern auch in China Kirschbäumen. Die Kult Kirschblüte als das typische Japanische ist nicht mehr aufzuhalten.

In dem Prozess der Stiftung der Identität wird das Typische und Einmalige gesucht. Kirschblüte war eine Projektionsfläche für die Selbstfindung Japans. Der Charakter dieser Blüten liefern die Nahrung für das Nachdenken über die grundlegende Themen eines Individuum wie Geburt und Tod, wie Zerfall und Erneuerung. Darum finden wir so viele Attribute über Kirschblüte, zum Beispiel Blumenpracht als treue Soldaten oder verwelkte Blüten als Tod und später verherrlicht als eine Tugend, für Kaiser und für die Nation zu sterben (Emiko 2014: 213-215).

Kirschblüte verwelken, wenn der Frühling vergeht. Die Menschen werden gebogen weil wir von Ideen und Moral manipuliert werden. Wir werden wohl ein bisschen biegen müssen, um einen Raum zu schaffen, um unser wahres Selbst zu pflegen. Wir werden auch in der Lage sein, diese Kraft als Prüfstein betrachten zu können, wenn wir einen Raum gestalten haben und es als eine Chance sehen. Trotzdem möchte ich nicht diese Kraft sein, Macht auf das Kollektive auszuüben, die ANDEREN zu biegen und noch weniger die Schwerkraft dieser Biegung zu spielen. Mitläufer sind die Schwerkraft dieses Aktes.

Was warten die verwelkten Blumen im Herbst? Den Winter rieche ich bereits. Die leere Blicke der Blumen antworteten nicht. Verwelkte Blumen warten vielleicht auf das Wasser, das sie mitnimmt. Und ich warte auf den Ost Wind, der den Krumen Pflaumenbaum erweckt. Der Wind wird kommen.

About Bizen: Teil 6 „YaoBian“

Wenn Feuer die unglasierte Oberfläche von Gefässen küsst, wenn die Asche im Ofen anfliegt und dann bei einem Gefässen ein Bleibe gefunden hat, entsteht etwas, was man sich vorher nicht genau vorstellen kann! Das Ergebnis bezeichnet man auf chinesisch “ 窯變Yao Bian“ -„Yohen 曜變“ auf Japanisch. Wobei das Yohen auf Japanisch sich oft bei Tianmu Glasur auf den blauen schimmernden Effekt bezieht.

Diese Überraschung bedeutet der große Traum von chinesischen und japanischen Keramikern. Sie beschäftigen sich mit der Frage, „Ist Yao Bian (Yohen) der Zufälligkeit überlassen? Sollte man dem Effekt dem Gott überlassen?“

Auch wenn es zufällig ist, gibt es einen Regel dieser Zufälligkeit. Man fand heraus, dass man durch Rechnen von der Menge des Holzes, das Platzieren von Objekten und das Ahnen von Wetterlage etwas erreichen kann. Das Wissen von dem Route des Feuertanzen und Wetterbedingung geben den Menschen einen großen Raum seine künstlerische Tätigkeit zu gestalten. Manchmal stimmen die Luftfeuchtigkeit und Windrichtung und der Sauerstoff im Ofen ist optimal kontrolliert, dann entstehen solche Zufälle, dass der Ausdruck vom Feuertanz die Intension der Menschen trifft! Der Traum ist erfüllt! Zufall und unzufällig!

About Bizen: Teil 5 Feuertanz

Die Keramik Bizen schätzt man wegen sein scheinbar einfaches Wesen. Die Keramik Bizen scheinen in vielen Augen zuerst als unauffällig gewöhnlich, „natürlich“ und „direkt“. Sie ist natürlich, weil die Oberfläche unglasiert und natürlich belassen ist. Sie ist direkt, weil die natürlich gelassene Oberfläche in der Berührung mit unserer Hände einen direkten Kontakt herstellt, als ob eine Kommunikation sich dort stattfinden würde. In meinen Augen wirken sie sogar „heilsam“. Heilsam, weil sie auf sehr reduzierte Aesthetik wirken und mir stets an einem massiven Feuerprobe erinnert, die oft dem Leben gleicht!

Der Unterschied zu den meisten Keramik liegt daran, dass die Bizen-Keramik aus so genannten „schlechten“ Ton hergestellt ist. Der Ton kommt direkt aus dem Reisfeld, was keine Besonderheit aufweist. Man muss diesen Ton mehrfach bearbeiten: zersetzen lassen, fermentieren lassen und lagern.

Dieser Ton reisst schnell und fehlt an elastische Fähigkeit. Durch diesen Mangel wurde ein spezielles Verfahren entwickelt. Man nimmt den chinesischen Drachenofen als Vorbild und arbeite mit einer langsamen Anfeuerungsprozess. Der Ofen darf nicht zu schnell angeheizt werden, so dass der Ton sich vollständig mit dem Feuer in einer besonderen Atmosphäre zusammen verschmelzen lassen kann! Der Brennvorgang beträgt zwei Wochen. Es dauert fast weitere zwei Wochen bis man die Werke aus dem Ofen rausnehmen kann.

Diese harte Feuerprobe schafft das einzigartige BIZEN!

Becher bon Masahiro Miyao

About Bizen: 3. Teil Der Geschmack von Erwachsenen

Wie kommt man auf die Idee solche Gefäße aus der Erde als schön zu empfinden?

Die Oberfläche sind uneben. Kann man sie gut putzen? Es ist so rau, dass der schöne Sofatisch Kratze bekommen kann. Es ist braun und grau. Wo ist der Lebensfreude und Farbe fürs Leben?

Wie kann man so etwas als schön empfinden?

Es gab viele Dinge in meiner Kindheit, in der Vieles als selbstverständlich galten. Der farbige Regenbogen als Zeichen von Hoffnung. Das glatte Porzellan als die edler Kultur unserer Tradition. Der feine Geschmack von Eierspeise! Der Tee war für mich der Geschmack eines alten Mannes, der seine Zeit bereits verpasst. Tee, Kaffee und Wein – bitter, zusammenziehend und scharf… sie bedeuten mir den Geschmack eines Erwachsenen. Ein Geschmack von Widerspruch und Schatten. Melancholisch und aufregend. Menschen, die ich liebte und mir aber weh taten, lehren mich den Geschmack des Erwachsenen. Vielschichtig und ganzheitlich – man kann Menschen und Dinge nicht bloß beurteilen und moralisieren.

Keramik von Bizen erinnert mich an den Blick als Erwachsener. Nur wenn man den widersprüchlichen Geschmack von Liebe gut verkostet hat, den Duft von Erfolg widerstanden hat, und den Geruch von Scheitern integriert hat, schätze man den einfachen Geschmack der Erde und erkennt in dem bodenständigen Anblick als Wahrheit des Lebens.

Bizen Keramik oder unglasierte Keramik aus holzigen haben etwas wie der Geschmack des Erwachsenen zu sein!

Erwachsen sein ist nicht mit der Entwicklung von Hormone zu verwechseln. Sondern mit dem Geschmack!

吟松窯 Ginshogama

  
Meine Reise nach Kyushu war bereichernd. Bereichernd auch weil die dortige Regierung ihren Tourismus ankurbeln wollen. Jeder aus Taiwan, der direkt nach Kagoshima reiste, bekommt ca 100 Sfr. geschenkt.

Eigentlich hatte ich keine besondere Interesse nach Kagoshima, ausser meinen Vater ein Gefallen zu machen. Dort genoss ich schöne heisse Quelle – eherlich gesagt, das Quelle-Wasser von dortigen Hotel eher aufgepeppt ist und entdeckte interessante Töpferwaren!

Kurosatsumayaki hat zwei verschiedene Art: weisse und dunkle. Die weisse Variante ist beig und bemalt mit Muster, was mir weniger anspricht. Weil es schnell kitisch wird. Und diese dunkle Variante aus diesem Vulkaninsel, dessen Erde durch und durch schwarz ist, begeistert mich von erstem Augenblick!

Noch interessanter ist, wenn man den Aufguss in solchen Tassen mit dem Aufguss in anderer Tasse vergleicht. Die meisten Menschen gefallen den Aufguss in einer Porzellan oder glasierter Schale, während der Aufguss in dunklen KUROSATSUMAYAKI charaktervoller und intensiver schmeckt – häufig eher herber und erdiger. 

Über dieses Ergebnis war ich recht überrascht und habe viel Freude an experimentieren!