Archiv der Kategorie: Teehaus Shui Tang Zürich水美堂

Im Vergessen gereift

Am einen Adventsonntag trafen wir uns zum Spielen des Gongfu Cha. Das Schwierige von dem Spiel ist häufig der Tee, den man als Zentrum nehmen soll. 

Was für einen Tee soll ich machen? Ein festlicher Tee, der die dunkle Zeit feiert, den schlimmen Stress wegfegt und den Schmerzen von Körper lindert? Ich bereite zwischen den Übungen meinen 7542 aus den 80er Jahren für meine geliebten Teefreunden und wünsche ihnen gute Gesundheit.

Inspiriert von den schönen Stunden packte ich gestern meine Kiste aus.

Auf einmal sah ich so viele für Verschollen geklärte Schätze! Verschollen? Eigentlich nur vergessen!

Vergessen ist eine Kunst. Was wird vergessen? Was trägt man ganzer Zeit?

Ich lachte auf dem Zafuton. So viele Schätze für eine richtige Teaparty! Ich muss eigentlich eine Teaparty bei mir daheim organisieren, damit diese Schätze geplundert werden können.

Einmal diskutierte Serafino mit mir über Tod. Er war traurig und besorgt über das Thema. Ich sagte ihm, er muss sich freuen bei meiner Trauerfeier, weil er sicher sein kann, dass ich glücklich gegangen bin. Es ist ein Trauerfeier. Er jammerte, „Nein, Menglin, spreche nicht davon, dass du stirbst.“

„Aber, mein Serafino, wenn ich tot bin, kannst Du mit Tim ein Plundern-Fest bei meiner Wohnung veranstalten. Weiss du, Du kannst alles verteilen, was ich aufbewahre.“

„Deine Wohnung plundern?“ seine Augen leuchteten.

Plötzlich ist es nicht mehr schlimm, wenn Menglin stirbt.

Für was bewahrt man die Schätze? Oder für was bewahrt man die Wut oder Hass? Oder Freude und Glück? Ich weiss es nicht. Damit sie reifen? 

Wir reifen alle mit den Tees, die wir lieben. Es ist wohl so.

   
   

Facebook von Shui Tang

Ich gebe zu, dass ich kein Freund von Facebook bin. Wirklich nicht. Deswegen betreue ich auch keine Facebook Seite von Shui Tang, sondern Miriam!

Ich danke Miriam und Roger, die mich auf diesen Tee-Weg begleiten, mit Rat und Tat. Shui Tang hat jetzt auch eine eigene Facebook Seite. Falls Ihr Lust und Zeit habt, komme doch vorbei. Euer Like wird Miriam motivieren, weiter für Shui Tang zu posten.

Persönlich habe ich gerne das Schreiben als Medium, um mich auszudrücken und mit Freunden auszutauschen. Dieses Cha Ren Blog ist weiter mein persönliches Blog. Ich erlaube mir etwas zu schreiben, was nichts mit Shui Tang zu tun hat und etwas über mich selbst. In der Tat versuche ich einen Abstand zum Shui Tang zu pflegen, dass ich immer noch Menglin heiße anstatt Shui Tang oder TEE! 

https://www.facebook.com/shuitang.ch/

Du kannst auch diese Seite besuchen, auch wenn Du kein User von diesem Gesichtbuch bist.

Vielen Dank für eure Unterstuetzung!

  

Teehaus Musik in Shui Tang

2013 versuchte ich mit Fabian Müller und Pichin Chien gemeinsam Teehaus Musik zu experimentieren. Zu dem Vollmondfest 2013 spielte Pichin schöne Melodie von Cello zu den alten Gedichten aus dem 9. Jahrhundert Chinas zu dem Thema „Die Fremde“. Gemeint waren die weibliche Figur Hu Ji, die als Fremde, fremde Frauen in einer fremden Stadt ein fremdes Getränk verkauft. Sie war nicht nur der Träger einer fremden Kultur oder Quelle der Dichtkunst, sondern auch Ferment einer Gesellschaft, die sich inspirieren lies und vervielfältigt wurde.

Dieses Stück wurde von Fabian und Pichin aufgenommen. Mit grossen Freude teile ich hier mit Teefreunde. Weitere Stücke für Tee im Europa planen wir gerade und es sprudelt richtig im Garten vom Herzen Zürichs!

Euch wünsche ich viel Freude beim Zuhören. Was für einen Tee würdest Du bei diesen Klängen trinken?

Inspiriert von Oolong

Nico arbeitet als Barkeeper in Zürich, ist Informatik-Student und lernt seit einem Jahr intensiv Tee. Tee, nicht nur Gongfu Cha, auch Cha No Yu.

Inspiriert von Tee und nach dem Dong Ding Seminar versucht er in seinem Blog etwas schönes über Oolong zu schreiben. Euch wünsche ich viel Vergnügen!

http://bartending.ch/oolong-tea/

Wenn Dante zum Tee am 20.12.15

Dante skizzierte im 14. Jahrhundert über seine Vision in drei verschiedene Welten der Erde zu reisen. Hölle, Läuterungsberg (Fegefeuer) und das Paradies. Diese Vorstellung widerspiegelt gleichzeitig das verschiedenen Stadien des Lebens: Krise, einen Ausgang suchend und die Vereinigung mit dem selbst. So sieht sich Dante selbst und seine Aufgabe als Scgreiber. 
„Ich habe Dir vorgelegt, nun musst du speisen,
Denn ich muss meine ganze Sorge wenden,
Auf jenen Stoff, zu dem ich Schreiber gemacht wurde.“ (Par.X, 25-27)
Die Dichtkunst ist ein Werkzeug, ein Gefäss (im Sinne von Jung), ein Weg, mit dem jeder Mensch versucht, seine Probleme zu lösen und zu transformieren. In diesem Prozess bekommt der Mensch Ahnung und Erkenntnisse, wer er ist, was er tut und wie er wird, also eine Individualisierung. Dadurch wird ein Individuum gestärkt, im ganz gewöhnlichen Leben Gegensätze zu vereinen und mit All zu harmonisieren.
Dieses Gefäss und dieser Weg scheint in heutiger verwirrender Zeit noch dringender denn je. Die Radikalisierung des Eigenen und Verteufelung des Anderen haben dieselbe Wurzel, wir könnten es als Identitätskriese nennen und den Verlust vom Individuum deuten.
Auch Tee wird als ein Weg bezeichnet. Dieser Teeweg wird für viele Menschen aus verschiedenen Sprachräumen und über Kulturgrenze hinaus als Möglichkeit gesehen, einen blühenden Garten aus einem so genannten gestressten Alltag – einer vertrockneten Wüste vergleichbar, aufbauen zu können.
Was geschieht auf diesem Teeweg?
Wenn Dante über die Zeitkanal überschreiten würde und ins heutige Zürich käme, wie würde er sich wohl bei einer Tasse Tee sehen oder fühlen? Was würde er wohl zu dichten, beginnen?
Veranstaltung in Shui Tang
„Wenn Dante zum Tee?“
Diskussion und Austausch.
Geleitet von
Brigitte Eggerhttps://www.youtube.com/watch?v=kjnwecpdbDY
Menglin Chou
Sonntag am 20.12. 2015, 16 Uhr

Eintritt frei. Anmeldung jedoch erwünscht.

Dante

Dante Paradiso Canto 27 Illustration Botticelli (no 66)

 

Wenn Dante zum Tee

Am 12.11 war der Zukunfttag der zürcher Schüler.

Noam und Serafino beschlossen in Shui Tang diesen Tag zu verbringen.

Als ich Punkt 11 Uhr die Tür von Shui Tang aufschloss, sturmten die beiden in die Tür!  Mit Lachen und Funken im Gesicht.

Was für eine Zukunft!!

„Was willst Du später werden?“

„Was wolltest Du werden, als Du jung warst?“ fragte Tim mich in einem Interview für seine Matura-Arbeit.

„Präsidentin.“ antwortete ich.

Ich bin Verkäuferin geworden.  Reue? Nein. Das ist das Beste, was mit mir passieren kann. Weil ich etwas gespürt habe, als ich mein Leben verändern wollte, ich habe etwas gespürt wie eine Bestimmung.

In dem Dokufilm über „Kakiemon-Tradition“ sagte der amtierende Meister in einer Schlichheit: „Ich habe nicht gegen meine Bestimmung gekämpft.“  Sein Vater kommentierte über seinen Sohn, „Er muss eine sichere Hand und einen scharfen Blick, wenn er arbeitet. Er zweifelt noch an sich. Es ist reizvoll ein eigenes Werk zu kreieren, aber es ist besser zuerst den Kakiemon-Stil anzueignen…“

Ich verkaufe Tee.  Es ist meine Bestimmung, nicht nur Tee zu machen. Es ist meine Bestimmung, Tee als ein Gefäss zu leben. Ein Gefäss, um mich selbst zu werden, um mit dieser Welt in Kontakt zu treffen und um das materiale und das geistige zu vereinbaren. Das ist ähnlich wie Dante, der in seinem Schaffen versuchte „diejenigen, die in diesem Leben leben, aus dem Elendzustand zu bewegen und sie zu einem Zustand der Freude zu führen.“ In seinem göttlichen Komödie wanderte er in drei Welten. Auf diese Reise wurde er begleitet von drei Fuguren (oder Meister) und konfontiert von verschiedenen Aspekte des Lebens. Beatrice wirkt als die treibende Kraft, es ist die Liebe, die Höhe und Tiefe, Freude und Leiden, Glück und Trauer hervorbringt. Sie ist eben auch die Quelle, die diese starken Emotion und Gefühle verwandelt! Es ist eine Individualisierung des Wanderers, den Dante versuchte zu skizzieren!

„Was wollt Ihr werden?“ Die Jünger in Shui Tang haben ihre eigenen Pläne. Warum kommen sie zum Tee?  Sie wissen oder wissen es nicht, ähnlich wie ich mit Tee angefangen habe. Am Teetisch findet es eine Reise statt, die uns viel Frieden und Zufriedenheit vermittelt. Fast Therapeutisch.

Was geschieht eigentlich dort? Wie können wir diese Teereise mit dem Augen von Dante betrachten? Wohin trägt der Teeschifff uns? Auf den Hohesee, was wir als Leben nennen?

Wenn Dante zum Tee?

Diskussion und Austausch. Brigitte Egger und Menglin Chou führen gemeinsam das Gesprächh.

Ort: Shui Tang an der Spiegelgasse 26, 8001 Zürich

Uhrzeit: 20.12. Sonntag, 16 -18 Uhr

Eintriff frei, Anmeldung erwünscht.

  

   

幽遠 Tiefgründig und weitsichtig 

Ming Dynastie ist ein kultureller Höhpunkt der chinesischen Kultur. In dieser Periode werden nicht nur die schöne Künste zerebriert, sondern auch ästhetische Abhandlung. Die Wechselbeziehung zwischen Kunst und Menschen ist beliebtes Thema des intellektuellen Gespräches. 

Chen, Ji Ru (1585-1645) beschreibt, wie der Mensch sich verändert, wenn er bestimmte Tätigkeit nachgeht. Als erstes beschreibt er Duft: “ Der Duft bringt den Geist in die Tiefe, der Wein erweitert das Bewusstsein, der Stein Sammeln (viele Intellektuelle Chinas sammeln bis heute gerne Steine, deswegen ist es auch beliebt, Tee mit Steinkanne zu geniessen) kutiviert einen guten Geschmack, Musizieren konfrontiert uns die Einsamkeit, der Tee hilft uns loszulassen und bringt Freude, Bambus vermittelt uns ein Hauch von Kühle, der Mond macht das Alleinsein klar…“ Somit wird es klar, wie wichtig der Duft und Räuchern im kulturellen Leben Chins spielt.

Nach einem schönen Räucherstäbchen-Kneten-Abend, wollen wir uns wieder zu einem Duftkugel-Abend treffen?

6. Februar Samstag, in Shui Tang an der Spiegelgasse 26, Duft-Raten-Spiel und Duftkugelkneten!

16:30-18:30 Uhr

Umkostenbeitrag: 20 Sfr.

Anmeldung im Webshop von Shui Tang ( Veranstaltungen – Shui Tang | Liquid Delicacies

http://www.shuitang.ch/blogs/news-und-events)

oder info@shuitang.ch

Duft einfangen 

Unser selbstgemachte Räucherstäbchen sehen sehr individuell aus! Teilweise so perfekt wie Jürg sie machte! Teilweise so improvisiert wie ich es machte! 

Duftende Hölzer wie Sandelholz, Adlerholz oder St. wood mischen wir mit den klebenden Holzpulver zusammen. Dann formen wir kreativ sie zu verschiedenen Formen! 

Es macht so viel Spaß dass wir im Februar einen Duftkugel Kneten Kurs machen werden!