https://metis.ethz.ch/weisheitsthemen-und-weisheitspraktiken-podcasts/
Euch wünsche ich viel Freude beim Zuhören!
Und hier englische Transkription!
https://metis.ethz.ch/wp-content/uploads/2023/04/GongFuCha_EN_TS.pdf
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Nach paar Monaten besuchte ich wieder Freundin Lijiao – die Keramikerin von Yankuang Schule. Sie wollte mich eigentlich zum japanischen Essen einladen. Ich habe aber die einfache Strassenküche mit Nudelsuppe und kleinen Gerichten bevorzugt. Ganz nah zum Leben der einfachen Menschen zu essen macht mir immer Freude, wenn ich in Taiwan reise. Üppiges Essen macht meinen Körper eher zu schaffen.
Lijiao erzählte mir von ihrer Abhandlung für ihr Studium. Das Thema ist Gneiss. Gneiss ist ein sehr verbreitetes Gestein am Pazifik auf der Insel, wo man leicht zugänglich bekommt. Sie möchte gerne ihre Werke demnächst mit Granitic gneiss widmen. Mit Hand formt sie verschiedene Tässchen aus Porzellan oder Ton und testet verschiedenen Zusammensetzung um Rezepturen zu entwickeln. Ich fragte sie, weshalb sie immer aus den Natursteinen die Werke gestaltet. Ist es nicht zu unkontrollierbar? Warum wollte sie nicht reine Stoffe aus dem Handel kaufen, damit sie das Ergebnis kontrollieren kann? Sie lachte und sagte, „die Unberechenbarkeit ist genau das Interessante für mich.“ Der Weg zu der eigenen Rezeptur ist der Weg.
Sie zeigte mir ihre Versuche und auch neue Werke. Im Moment schätzt sie die Glasur Celadon, die sie mit verschiedenen Gestein und Aschen mischt. Für sie schmeckt der feine duftende Oolong am besten aus Celadon Tassen. Aber nur Celadon allein ist für sie manchmal nicht interessant. So probiert sie die Mischung von Celadon in verschiedener Proportion von Aschen und Mineralien. „Aber das Wichtigste ist der Kern-Ton des Gefässes. Das macht das Fundament von Geschmack.“
Wir hatten sehr viel auszutauschen über den Tee, wie man Gongfucha jetzt in Taiwan immer mehr theatralisch inszeniert und immer mehr luxuriös feminin zelebriert. Sie bat mich ein Buch auf Chinesisch zu verfassen. Denn meine Ansichten fehlen in Taiwan. Auch die Lage Taiwans und die Hoffnung von Frieden in dieser Welt beschäftigten uns am diesen Nachmittag.
Während ich den Text schreibe, fliegen zwei Tauben zu mir. Vor meinem Computer spazieren sie gemütlich. Sie sind vielleicht Symbol von Muße und Kreativität. Vielleicht die ersehnten Friedenstauben!

Awaiysilum webt Tücher wie eine Geschichte-Erzählerin, die manchmal eine Vorstellung schildert, manchmal ihre eigene Geschichte zu einem Lied singt. Ich bat sie ein Teetisch Tuch für mich zu weben. Ein Tuch für Tee in einem fremden Land, wo Tee Wurzel einschlagen sollte. Woher kommt der Tee? Woher kommt der Mensch, der den Tee nach Zürich mitbringt?
Sie sagte, dass ihr Volk zuerst am Meer lebte. Wegen der besonderen geopolitischen Lage wurde das Schicksal der Menschen schlagartig für immer verändert. Sie musste den Platz machen für die koloniale Herrschaft und nahmen alles was sie hatten in die Bergen zogen. Immer weiter, immer Höhe, bis sie das Zentrum der Gebirge erreichten. Sie vergessen heute, woher sie kommen. Nur aus alten gewobenen Kleidung, worauf die Muscheln angenäht sind, ahnen sie wo ihre Vorfahren herkamen.

Das Mitte ist rot gewoben. Es symbolisiert die Spuren des Sediq Volkes und die Farbe braun deutet die prächtigen Bergen zentrales Taiwans. Die blaue Farbe symbolisiert die Strömung der wilden Flüssen, die Bergen schneiden und aufwärts in die Ozean fließen.
Sie fragte mich, ob ich inspiriert sei? Ja. Ich würde eine Zhuni Kanne nehmen. Ry Tassen von Meister Hsu. Ein Chahai aus Treibholz Ofen von Hualien. Und einen feinen gelagerten Lishan 2009 Huangjingui, er duftet nach Taiwan: fruchtig wie Ananas, Pfirsich und Longgan!





Javorka war so begeistert von meinem Bericht über Awaiysilum von Sediq Volk und bat mir einen Schal zu weben zu beauftragen. Ich schickte Away ein Foto von der jungen schönen Javorka und Away freute sich sehr über das Vertrauen.
Sie erzählte mir gestern von ihren Gedanke über den Schal, als ich die Aufträge abgeholt habe.
„ Für Javorka habe ich den Schal gewoben. Sie ist aus Serbien, ein Land, das ich nicht kannte. Ich studierte ihr Bild und ihren Teetisch, den sie gemacht hat. Ich war begeistert von ihrem Frische und Freude am Leben – wie ein sprudelnder Fontain. Ich wähle die Merinowolle und Alpaka aus mit natürlichen Rohstoffen gefärbter Quelle aus und mit schlichten Technik den Schal zu weben, um eine Vielschichtigkeit zu verleihen. Zwischen den Wollen verwende ich Baumwolle, um gewisse Dissonanz zu erzeugen, um visuelle Vielfalt zu gestalten. Dies ist eine Offenbarung von jugendlichen Vibration und Fest. Als ich daran arbeitete, fühlte ich mich auf einmal auch so junge wie Javorka. Durch das Weben erlebte ich noch einmal meine Jugend – eine schöne lebendige Zeit. Das war wie ein Wunder.“
Der Schal von diesen Pink-lila-Ton ist hauptsächlich von Covhenilleschildlaus.



Yi Xiang 遺香
Von Liu Rong. Duanni. Original Yixing Künstler Kanne. 140 ml.
Gibt es eine Verbindung zwischen Musik und Tee?
Von wo erklingt der Klang? Nichts. Die Stille.
Von wo fängt die Bewegung an? Nichts. Die Stille.
Stille verbindet Teeritual und Musik. Der Klang erklingt der Stilleund verflüchtigt in die Stille, falls der Musiker aufhört Energie einzusetzen, kehrt der Klang in die Stille zurück. Das Teeritual vergeht in die Stille, falls die Bewegung nicht standgehalten wird. Sie haben keinen Bestandteil in dieser Welt. Sie sind vergänglich. Sie entstehen aus Nichts und vergehen zu nichts. So ist die Musik, so ist das Teeritual, so ist das Leben.
Die Stille ist der Rahmen eines Teerituals und oft auch ein untrennbarer Bestandteil davon. Der Gastgeber leitet seine Bewegung aus der Stille, integriert die Stille immer wieder in seine Bewegung und führt sie allmählich wieder zur Stille. Das ist eine große Kunst, die Stille mit Bewegung zu unterbrechen und sie gleichzeitig zur Bewegung des Rituals zu entwickeln. Und hoffentlich unser Herzen durch die Stille alltäglich „leerer“ werden, um Frieden zu empfangen.
Der Ursprung des Friedensteekonzerts ist der Schock, der mich am 24. Februar 2022 traf, als über Nacht die friedliche Welt nicht mehr zurückkehrte. Was könnte ich tun, um diese Angst und diesen Kummer als wertvolle Energie zu transformieren?
Ich möchte etwas Schönes gestalten. Ich möchte die Schönheit zurück in die Herzen bringen derer, die sie sehen können, und dort die Saat des Friedens pflanzen.
Diese Idee wurde von vielen Menschen unterstützt. Danke an die Schüler, die sich die Zeit zum Üben genommen haben, an Lingying Hsieh für die taiwanesischen Köstlichkeiten, an Pichin und Fabian, an Chocolatier Rimann für die Tee-Trüffel-Pralinen und an Universum für den Segen.
Die Karten waren vor einem Monat ausverkauft. 80 Karten für zwei Teekonzert, mit einer Warteliste.
Wir haben keine besondere Dekoration, das alte Stadtgebäude hat seinen eigenen Charme und spricht für sich selbst.
Jede Charen- Gastgeber hat in seine, Herzen seinen eigenen Garten. Er bringt das Reichtum seines Gartens auf den Teetisch zum Ausdruck, und teile es mit anderen, ohne Absicht.
Diese Gruppe von Europäern, die versuchen, MoonKuchen und Toriyaki (Tongluoshao auf Taiwanesisch) aufzuwärmen, wissen nichts über sie, lieben sie aber sehr. Meine Freundin Yingling sagt immer, dass die Schweizer keinen Taiwanesische Kuchen mögen. Nein, das tun sie nicht, es ist alles weg! Wenn sie in Shui Tang einen Kurs geben möchte, wird er bestimmt voll.
Meine Aufgabe ist es, mich um meine eigenen Text zu kümmern. Die Schüler kümmern sich um sich selbst. Die Musiker arbeiten hart für sich selbst. Das alles geschieht in einem natürlichen Fluss.
Der Erlös der Konzerte wurde an eine ukrainische Schule in Zürich gespendet. Als der Konzert zu Ende war, wischten sich einige von ihnen die Tränen ab, einige blieben einfach, und einige fragten mich: „Wann gibt es wieder einen Teekonzert?“
Sogar die Charen, die dabei waren, waren traurig: Warum gibt es immer einen Abschied? Warum immer vergänglich? So ist es mit der Musik, so ist es mit dem Tee, so ist es mit dem Leben.
Ich bin nur ein gewöhnlicher Mensch und besitzt keine große Macht, um die Welt zu verändern. Ich kann mich nur in der Stille um die Menschen um mich herum kümmern. Wenn ich den Menschen die tiefe Schönheit vermitteln kann, dann wird diese ästhetische Erfahrungen die Stille wieder ins Herzen von Menschen bringen. Sie werden wieder den wahren Frieden empfangen und mit ihm leben.

Fabian kreiert vier verschiedene Praline für Shui Tangs Teekonzert!
Vier verschiedene feinen Tee: Pomelo Jinxuan Organic, Matcha Organic Uji, Yiwu Gushu Puer 2010 und Dianhong Needle Organic!
Essbare Kunst.
Yihong und Xian leben am Pazifik, unweit von der Mündung des Liwu-Flusses an die Pazifik.
Yihongs Vater war Elektriker. Er war über 20 Jahren Elektriker. Mit seiner Frau hatten sie ein gutes funktionierendes Geschäft in Hualien. Eines Tages wollte seine Frau nicht mehr die Managerin eines Elektrikers sein. Sie wollte Töpferin werden. Er dachte, okay, es ist die Zeit für ihn, sie zu folgen. Sie gingen zusammen zum Töpfer-Meistern. Dort lernten sie Holzofen Stil kennen. Sie entschieden sich sofort zu dieser Herstellungsmethode. Seine Frau ist so talentiert, dass sie seine Lehrerin wurde und ist sehr streng zu ihm. Dadurch insistiert er zwei separate Atelier, damit er seine Selbstständigkeit bewahren kann.
Als ich dort war, waren seine Hunde unglaublich laut und frech. Die Katzen tanzen überall. Jedes Mal, wenn ich Richtung seiner Atelier ging, musste er seine Hunden mit seinem Körper „einsperren“, damit ich in der Ruhe gehen konnte. Er scherzte, seine Hunde beschützen ihn vor den „Schläger“ seiner Frau.
Wie kam er auf die Idee, das Schlamm aus dem Liwu-Fluss zu nehmen und Treibholz mit zu feuern? Er sagte, er spielt sehr gerne mit der Erde und Holz. Er zeigte mir die Stühle, die er selbst baute. Spielen, ausprobieren und etwas aus dem Scheitern mitzunehmen. Er möchte Menschen erzählen, als Töpfer erzählt man Geschichte von dem Heimat, als Töpfer singt man Lieder aus der Erde und als Töpfer lebt man als Kind in dieser Welt.
Wie schmeckt eine Liwu-Fluss-Tasse? Ich habe drei Versuche gemacht. Drei Male mit drei verschiedene Tasse von dieser Serie. Jeweils mit Lo, Senhaos Tianmu Öltropfen Schale, Lijiaos Yankuang Tasse und Porzellan. Zwei Male schmeckt das Wasser von der Liwu-Fluss-Serien salzig! Ich schmecke das Meer!! Salzig und zugleich süss, feine lebendige Textur. Von Lo, Senhao schmeckt das Wasser oder Tee (Oriental Beauty) sehr süss, dichte (intensiv) Textur und breite Geschmacksnuance. Der Tee-Geschmack ist deutlich. Lijiaos Yankuang Tasse schmeckt das Wasser oder Tee (Oriental Beauty) wie immer süss, aber mit einer ausgeprägten Mineralität. Der Tee-Geschmack ist präsent, aber unter dem Einfluss von der Mineralität. Das Wasser schmeckt im Porzellan im Vergleich mit anderen Gefässen „schmal“ und neutral. Der Tee in Porzellan eher deutlich herb und „dünn“.


Unglaublich, was für Erlebnisse durch verschiedene Gefäss mit verschiedenen Tonerden und Glasur zum Ausdruck gebracht werden können! Ein wahres ganzheitliches ästhetisches Erlebnis.

Für mich dient dieser Tee, Taishanghuang aus Yibang eine Chance zu lernen. Ich rief Yu an und fragte ihn, weshalb roch ich diese grasige Note? Er hat ja auch diesen Tee getrunken.
Er sagte, dieser Tee sei zu wertvoll. Man habe Angst, ihn zu verkochen. Darum ist das Kochen zu kurz und die grasige Note wurde nicht genügend präpariert. Diese zu grüne Note könnte man mit einer guten Lagerung kompensieren.
Aber ich konnte ihn nicht lagern. Er löst sich in meiner Kanne auf und bildet einen Teil meiner Teeerfahrung und einen Teil meines Blutes. Der Tee ist nicht verschwunden, nur verwandelt.
Hoffentlich gibt es 2023 wieder solches Glück! Vielleicht kommt Yu wieder nach Deutschland und in die Schweiz und bringt seinen Schatz mit.



Dieser Baum heisst nicht Chawangshu, sondern Taishanghuang. Was bedeutet es? Chawangshu bedeutet, der Königsbaum, wahrscheinlich der älteste stärkeste Baum von dem Wald. Aber dieser Baum ist ca. 1700 Jahre alt. Er ist wohl der Vater des Königsbaums – so denken Menschen im chinesischen Kulturkreis. Also, man nennt ihn, den Baum des Vaters von König, Taishanghuang!
In letzem Frühling, am 21.03 wurde das Recht, den Baum zu pflücken online für drei Minuten ersteigert. Mindest Preis 1000000 RMB. Innerhalb drei Minuten ist das Recht für 2020000 von einem Mann aus Shanghai erhalten. Ca. 275990 Sfr.)
Am Ende war die Ernte für paar Hunderten Grams.
Da der Besitzer keinen Käufer fand, liess er den Tee zum Kugel rollen und verschenkt Teefreunde. Yu erhielt sechs Kugel. Er schenkte mir einen, ca. 7-8 Grams.
Ich wartete und wollte wissen, wer die Nase für so einen aussergewöhnlichen Tee hat. Wen rief der Tee zu Shui Tang? Am Ende war eine spezielle Zusammensetzung von Teefreunde. Der Teetisch war sehr voll. Alle waren berührt und beeindruckt von diesem Tee.
Ich bereite ihn zuerst mit Sun Chaos Yun-Jin Kanne. Qinghui-Duanni Kanne. Der Kugel löste sich erst ab den zweiten Aufguss auf. Der Tee war voller Frischen. Ich roch frischen Kräuter wie Thymian und Petersilie, Gemüse wie Senfgemüse und Pakchoi, und Heublumen. Solche reiche wilde kräuterische Gerüche war für mich sehr neu. Dazwischen doch ich Gräser. Aber es könnte auch ein leichter Fehler sein von zu kurzem Kochen. Trotzdem beeindruckte mich diese wilde energetische Geschmäcke, die ich zum ersten Mal richtig entdeckte. Neben dieser Wildheit spüre ich eine aussergewöhnliche Eleganz und Leichtigkeit. Der Aufguss ist so zart und frisch wie ein Kind, das mit seinen zarten Hände die Erde berühte. Andererseits spüre ich, wie meine Augen hell wurden und der Geist erweckt wurde. Mein Körper bekam einen „Dusche“ und steht aufrichtig.
Was für eine vielschichtige Erlebnisse?
Nach drei Aufgüsse bereitete ich ihn mit Sun Chaos Zini Kanne. Ich möchte wissen, wie er sich dort entfaltet. Die Zini Kanne verleiht den Tee eine Geschmeidigkeit und bodenständige Nuance. Der Tee erreichte seinen Höhepunkt in sechste und siebste Aufgüssen. Er verlor seine vegitare Note nicht, bekam aber mehr Breite und Tiefe. Seine kräftige Aromen gleitete stets sanft und unbeschwert in die Kehle.
Puer aus Yibang ist kennzeichnend für deine zarte anmutige Süße. Auch dieser Tee offenbart diese Seite. Und vieles MEHR!
Immer wieder fingen wir an zu schweigen. Paar Sekunde langes Schweigen kehrten immer wieder zurück. Ich dachte, man habe bestimmt vieles gutes getan, so dass man das Karma hat, diesen Tee zu trinken.
Nach dem Tee wollten wir nicht aufhören. Ich öffnete eine Fladen Mansong Gushu 2018. Der Mansong wirkt so zart und anmutig wie der Wind im Frühling meine Wange küssen würde. Er hat uns „beruhigt“ und den „elektrizierten“ Körper harmonisiert. Trotzdem konnte ich den Mansong nicht richtig widmen. Das Echo von Taishanghuang jodelte noch in mir. Nachdem die Freunde den Raum verlissen, liess ich mich“ ins Echo“ versinken. Die Stille kehrte zurück. Der Baum blieb.
(Hoffentlich gibt es 2023 wieder solche nicht verkaufsfähige Überraschung aus Yunnan!)