Archiv der Kategorie: Gongfu Cha (Kungfu Cha) 工夫茶

Bo He Tang 2016

Endlich kam ich mit den neusten Pu Er Muster in Zürich an. Man muss nur Teefreunde warten, um gemeinsam eine Tasse zu teilen. Manchmal ist es besser allein zu geniessen, oft ist es schöner, miteinander zu teilen.

Ich schätze Bo He Tang. Vor allem wenn ich mich nicht verstanden fühle, wenn es draussen regnet, wenn es kalt und grau ist. Dann habe ich eine Tasse mit kräftigen zugleich süssen Tau aus den hohen Himmel. 

So hoch sehen die Teebäumen von Bo He Tang aus!


Es sind Gao Gan Cha Shu, hochstämmige Teebäumen.

So hoch hinauf und so breit – wie lang muss ein Baum wachsen bis er so einen Umfang bekommt? Ich betrachte die Fotos von Yu mit Respekt.


Auf dem blauen Schild steht die Warnung: Bo He Tang heissen Sie willkommen. Ohne Führung ist der Eintritt verboten!


Auf diesem Schild steht die rote Warnung: Klettern verboten!

Scheinbar ist der Tee immer bekannter und Bo He Tang ist aus einem unbekannten geheimen Ort ein gerne besuchtes touristisches Ziel geworden!

Wie ist der Bo He Tang 2016? Noch besser als 2015?

Muss die Strategie des Wachstums von Kapitalismus auch bei Pu Er angewendet sein? Muss der 2016 besser sein? 

Ich lachte den Tee an und der Tee mich. In Shui Tang wird er so geschätzt wie er ist. Das Süsse ist präsent, während die Kraft und Herbe des Tees genau so deutlich wirkt. Es ist Bo He Tang, einzigartig und unverwechselbar!

唐草紋 Tang Cao, ein Muster das Kulturen verbindet 

Im Gongfu Cha lernen wir nicht nur Tee zuzubereiten, sondern auch vieles über das Spielzeug um Tee. Eins davon ist das Muster an Keramik oder auf Textilien.

Ich weiss nicht mehr wo ich es gelesen habe, dass das Muster in Keramik Geschichte erzählen. Sie hatten einen Ursprung von kollektivem Gedächtnis, damit die Identität eines Volkes nicht verloren geht. Oft fragte ich mich, wissen wir überhaupt, was das Teatoys uns erzählen wollen? Können wir ewig auf der Ebene bleiben, nur aus Schönheit sie zu bewundern?

In meiner jetzigen Taiwanreise reiste ich extra nach Süden um koreanisches Celadon zu entdecken. Nur lediglich durch das Betrachten von der Schönheit würde ich ruhig und spürte einen tiefen Frieden! Es geht tiefer und es ist mehr. Mehr als bloss Schönheit! Ich hoffe, das was ich diesmal lernte und verstand in die nächsten Gongfu Cha Lektionen weiter fliessen lassen kann!


Dieses japanische Muster findet man im Alltag oder im Tee als Teetuch für Teekanne oder als Unterlage. Der Name dieses Muster heisst Karakusa, in Chinesisch geschrieben heisst es Tang Cao, das Blumenmuster aus der Tang Dynastie.


In chinesischen Kulturkreis ist dieses Blumenmuster sehr beliebt. Dort heisst es Juan Cao Muster, wickelnde Pflanzen Muster. Das Muster setzte sich seit fast zwei Tausendjahren durch in Textilien und in Keramik. Nicht nur innerhalb China ist das populär, sondern auch in Korea und Japan! Dort wird es eben als der Blumenmuster aus Tang Dynastie genannt.


Das obere Bild zeigt ein in blau bemaltem Gaiwan aus der Meiji Zeit und genau das Karakusa Muster von einer bestimmten Interpretation von einer bestimmten Blumen, während das untere Bild ein in negative (Yin) Weise gravierte Celadon Schale aus Taiwan Yingge. Beide sind Tang Cao, nur in verschiedener Weisen!

Aber was bedeutet dieses Muster? Kommt es tatsächlich aus China?

Ich studierte weiter. Das Muster existiert bereits seit dritten Jahrhundert in China! Es kam eigentlich aus der Seidenstrasse! Es hiess, es stammt aus Indien. Aber nein, es ist viel älter und viel weiter. Am Ende wusste ich dass es ursprünglich aus Syrien stammte! Syrien! Wiege der Kultur! Dort herrschte Krieg! Dort wird unser kollektives Gedächtnis systematisch zerstört!

Es stach in meinem Herzen als ich es lass. Es ist wahr, dass wir alle viel stärker verbunden sind als wir dachten. Verbunden durch ein Muster!

Juan Cao Muster ( Tang Cao oder Karakusa) bedeutet Wiedergeburt. Das Leben und der Tod sind Themen, die alle Menschen konfrontieren. Es ist eine uralte Erinnerung oder Mahnung eines Gottes durch einen Priester oder eine Priesterin, „Lerne aus der Natur! Werde wie die Acanthus, Lotus oder Wein, sie spriessen aus der Erde voller toten Blättern und nahe am Boden. Unbeirrt setzen Sie sich fort!“ 

Nun weiss ich, dass Juan Cao eine Aufforderung an uns hat. Seine Sprache heisst Lebe!

Welchen Tee sollte ich in diesem Gaiwan oder Teeschale zubereiten, der das Leben zum Singen bringt?

Frage an Yu wegen Pu Er 2016

Anschliessend der letzen Beitrag “ wie lernt man Pu Er Gushu?“

„Warum hast Du solche Gegende ausgesucht, die nicht berühmt sind? Hast Du keine Angst, dass die Lektionsedition sich nicht verkaufen lässt?“

Er antwortete, „Der Tee aus Gushu von 曼糯 山 Man Nuo Berg hat Substanz. Man Nuo Berg ist kannst als der schweigsame alte Teeberg. Er ist nicht bekannt für viele Menschen, weil er weit von den berühmten Anbaugebieten liegt. Aber der Tee wächst dort in intakter Natur und sein Geschmack unterscheidet sich deutlich von den Tee aus anderen Regionen! Das hilft uns zu lernen! 革登 Ge Deng gehört zu den sechs alten Teebergen und ist sehr wichtig für Teeliebhaber, die PuEr kennen lernen wollen.“

„Warum willst Du nicht noch 台地 Tai Di Cha ( Tee von Plantage) als Kontrast aufnehmen?“

„Ich will keine Feindschaft von anderen Teehändler bekommen!“ Er lachte.

„Ich verstehe nicht, weshalb Du nicht Exemplare von sechs bekannten Teebergen ( 六大茶山)Liu Da Cha Shan) produzieren und als Set zu verkaufen!?“ Ich fragte mit leichter Enttäuschung. 

„Natürlich will ich es!“ er betonte, „aber ich bin noch zu klein im Moment! Das Kapital für solches Werk ist zu hoch, wenn man es richtig machen möchte, anstatt nur um etwas zu gestalten! Yu Le Shan hat keinen guten Tee mehr. Wenn dann würde ich eine Serie machen mit den fünf bekannten Teeberge!“ Er pausierte kurz, „Im Moment ist es das, was ich verwirklichen kann! Aber ich habe eine Vision.“

Ich bedankte mich für seine Antwort. Ich weiss nicht, ob unsere Teefreunde aus Europa mit ihm einverstanden sind. Mit Mut schrieb ich ihm, „Schritt für Schritt, wenn wir immer mit unseren Anfängergeist in eins sind, werden wir uns begleiten, Du uns, und wir Dich!“

Wie lernt man Pu Er Gushu kennen?

Wir haben uns entschieden Material zu produzieren, um Teeliebhaber zu helfen, die sich für den wahren Geschmack von Pu Er Gushu interessieren.

Es gibt viele Angebote von Pu Er aus alten Bäumen. Wie kann man unabhängig von den Etiketten und Werbung von Verkäufer den richtigen alten Bäumen erkennen? Ganz einfach durch Übung. Übung von alltäglichen Trinken von authentischen Gushu.

Für diesen Zweck ist das Stapel von Gushu 2016 entstanden: es umfasst zwei Regionen. Auswahlkriterium ist der deutliche Unterschied des Geschmacks, reines Gushu, richtige gute Preisleistungsverhältnis!

Aus Menghai: Bu Lang (He Kai),  Ba Da (Zhang Lang),  Meng Wang (Man Nuo).

Aus Mengla: Yiwu(Gaoshan), Yibang ( Man Gong), Deng Ge (Zhi Bang).

Sechs Fladen, je 50g. Preis noch nicht klar wegen Zoll und Porto Kosten. Wer sich dafür interessiert, bitte per Email

Info@shuitang.ch

Das Zuhause von Phönix 

Yu entdeckte neuen Ort und den neuen Tee durch gute Bekanntschaft mit Bauern. Über Bo He Tang lernte er noch sehr unberührten Weiler Feng Huang Wo – das Zuhause von Phönix!

Der Tee schmeckt nach Tabak und Chilli! Ich sehr gespannt! Er versprach mir welchen für Shui Tang zu reservieren!

Ein gewöhnlicher Mensch, ein Teemensch

Mein Lehrer Chen, Huan Tang ist ein Teebauer. Er hat nie sein Bildungsniveau verleugnet. Gerne schimpft er mit groben taiwanischen Worte und manchmal hätte eine Feministin etwas dagegen. Wie komme ich klar mit so einer Person oder so einem Mann?

Ich verehre ihn nicht, aber respektiere. Seine menschliche Züge und seine ehrliche Haltung diese Züge zu leben und zu zeigen gewinnen mein Respekt. Nicht sein Wissen um Tee, sondern seine Haltung zur Welt. Er vermittelt mir einen direkten unverfälschten Zugang zum Tee als ein eigenständiges Wesen,das eine eigene Sprache spricht. Als ich Shui Tang eröffnete, sagte er mir: „Mache aus Tee keine Geheimnisse! Tue die Dinge nicht so verspielt um Tee und Dich zu verschleiern!“ Wenn er Tee zubereitet, bereitet er zu. Ganz einfach und normal.

Mein Weg des Cha No Yu wurde aufgeklärt von der Lehrerin aus Rom Nojiri Sensei. Ich kann mich noch ganz genau erinnern als sie uns den Abschluss Tee in St Ottilien machte. Sie bewegte sich natürlich und ihre Handlung geschmeidig. Hinter diesen scheinbar einfachen Bewegung verbirgt einen tiefen Einblick von Sein! Es handelte sich um eine Schale Tee, nicht mehr.

Eine Schale Tee zuzubereiten sollte nicht länger als 20 Minuten. Aber als Anfänger macht daraus ein riesiges Theater.

Es ist ähnlich wie in Shui Tang zu arbeiten. Es handelt sich um einen guten Tee zu verkaufen. Ganz einfach. Es geht weder um meine Person, noch um das Verkaufen noch um Shui Tang, sondern um Tee.

Als wir am Samstagabend den letzten Kurs abschlossen, bereite ich einen Tee für alle zu. Später sagte Jacob am Tisch: „Es beruhigt mich zu sehen, dass Deine Hände aus zittern können.“ Ich erwiderte ihm ein herzliches Lächeln und sagte, „Manchmal geht es besser, manchmal eben nicht. Es ist nicht schlimm es so wie es ist, zu zeigen. Es ist schlimm, wenn man sich bemüht, es zu verstecken.“

Ich habe wie viele Leute zitternde Hände. Zwischen mir und anderen existiert kein Unterschied. Auch wenn ich paar Schritte mehr gemacht habe auf den Weg, der Tee heißt, pflege ich den Anfänger-Geist. Mit den Kurs von Gongfu Cha lerne ich immer mehr Dinge und bekomme Chance mich zu vertiefen. Neulich entdeckte ich die Schönheit von Textilien Muster auf dem Teetuch und beobachte das Parallele zum Muster im Keramik. Durch Gongfu Cha und in den Teatoys entdecke ich immer mehr die unsichtbare Verbindung zwischen Kulturen und Menschen. Es ist wunderbar ein Teemensch- Cha Ren zu sein!

   

莽枝 Mangzhi ist nicht schlecht, Gedeng ist besser 革登

Ich habe Yu gesehen mit einem mehr als 500 Jahren alten Baum und fragte wo er sich gerade befand?

Er antwortet irgendwo zwischen den Teebäumen oder in irgendeinem Teeberg!

Er war in Mangzhi. Wie ist der Tee dort?

„Nicht schlecht. Der Duft und Geschmack sind aromatisch. Leider nicht anhaltend!“

Also er würde vielleicht Tee aus Gedeng produzieren lassen.

Gedeng? Nicht Dengge? 

 

Yu in Gedeng bei einem alten Teebaum

  
    
 

三峽碧螺春Bi Luo Chun aus Sanxia ist heute eingetroffen!

Wunderschöner Jadegrüner Tee aus Sanxia! Der Bi Luo Chun ist heute in Shui Tang eingetroffen! Dies Jahr hat er uns wirklich warten lassen!

Wie immer verwöhnt er uns mit seinem freundlichen Anmut und lieblichem Frische! Daniel fand einen Zeitfenster und besuchte Shui Tang. Er war der erste, der den Bi Luo Chun verkostete! 

  

蠻磚桃子寨 Vorfreude von Tee aus Pfirsich Dorf

Yu schickte paar Fotos aus Seiner Teereise in Yunnan. Jetzt welche aus Manzhuan Berg, Taozi Pfirsich Dorf!

Der Tee aus diesem Gebiet ist bekannt für seiner unangepassten Wildheit und Verbindung zum Ursprung! Aus natürlichen Mischwald wachsen die Teebäumen hier für viele viele Hundertenjahren! ( Im Foto sehen wir die wilde Yams Pflanzen wachsen einfach dazwischen!)

Als ich zarte lebendige saftiggüne Teeblätter sah, würde ich gerne sofort Wasser kochen,  Yixing Kanne putzen und dann alles beiseite legen, diesen Tee widmen!

Ach, es dauert noch so lange bis der Tee in Zürich ankommt!

   
    
    
 

Der Gastgeber und der Gast II

Ich habe diesen Beitrag einwenig korrigiert, um Missverständnisse zu vermeiden. Hier möchte ich Menschen nicht verletzen, die das Selbstgemachte als Persönliches betrachten. Vielmehr möchte ich gerne einen Anstoss geben, zu relfektieren, wie sehr wir unser ICH mit vielen Dingen identifizieren, um das gemeinsame Leben zu verkomplizieren. Der Weg des Tees ist ein Weg, über die Projektion auf das ICH zu reflektieren. Darum auch viele Ideen um das ICH zu „neutralisieren“, indem das SELBSTgemachte im Hintergrund gestellt wird.

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Man macht eine Einladung zum Tee, weil die Blumen im Garten schön blüht (Hanami) oder weil man etwas mit Freunden vorhat. Das Motiv wird nicht klar ausgesprochen aber sichtbar gemacht durch die Atmosphäre – von Auswahl der Teegeschirr oder die Zusammenstellung von Essen. Manchmal weiss man es einfach wegen Vollmond oder Neujahr!

Der Gast sagt zu oder lehnt ab und hat im Prinzip nicht viel zu äussern. Als Gast sagt eine Einladung zu und fügt sich in die Angelegenheit ein. Aber was bringt man mit?

Oh, das ist eine hohe Kunst!

Das einfachste ist Geld mitbringen! Dies ist in der christlichen Welt verpönt, als unmoralisch. Aber in chinesischen oder japanischen Kultur nicht. Das Geld ist neutral, der Gastgeber kann damit machen, was er will, unkompliziert. Man sagt im Europa, Geld zu schenken sei unpersönlich. Wo unpersönlich? Wie viel „Person“ braucht man im Europa? Geht es um etwas beizutragen oder um das ICH zu zelebrieren?

Ich habe als Kind gelernt, wenn man Gäste etwas serviert, immer bescheiden über das was man serviert, zu reden. Man hat drei Tage lang gekocht, aber würde immer behaupten, dass man zu wenig vorbereitet hat. Man versucht das zu kochen, was der Gast vielleicht gerne isst und in die Atmosphäre passt. Man macht eine Einladung, um Gäste ein Freude zu machen.

Was erwartet man von Gästen? Ich werde oft im Europa gefragt. Ich erwarte oft keine Blumen, weil sie bei mir daheim immer sterben. Und die fallende Blätter sind mir eine Last, weil ich ungerne putze. Tim hat es in diesem Jahr gut gemacht, er bringt mir einfach einen fertiggemachten Blumenkasten. Ich brauche nur zu giessen. ( letztes Jahr bracht er mir Samen, die nie ausgepackt wurde.) Umverschämte Weise sage ich meinen Besucher gerne Klartexte wie zum Beispiel Champagner oder Sake. Aber Essen? Würde ich doch niemals von Gästen verlangen. Als Gastgeber bereitet man eben das selbst vor um Gäste zu verwöhnen! Das ist das Pflicht eines Gastgebers. Andererseits nimmt man einfach das Geschenk an, was man bekommt – das ist schwierig, weil man in einem Geschenk recht vieles sieht. Ich bin noch am lernen, so gelassen zu sein.

Was ist das Pflicht eines Gasts? Ich würde behaupten, sich in die Atmosphäre einzufügen. Also was bringt man als Gast? Man bringt eben nicht was, was man da ICH hervorhebt. Man bringt nicht etwas um das ICH wie HomeMade zu betonen! Man verschenkt keine Kalligrahpie wenn man nicht gefragt wird. Man verschenkt keinen Kuchen, wenn man nicht gebeten wird. Aber das ist eben im Europa ganz anders. Man bringt ein Gastgeschenk und betont: ICH habe es gemacht. Als Gast versucht man das ICH nicht im Vordergrund zu stehen. Ebenfalls wie der Gastgeber. Man hängt nicht im öffentlichen Raum eine Kalligraphie, die man selbst geschrieben hat. Ebenfalls auch nicht das eigene Bild im öffentlichen Raum wie Wohnzimmer. Das war die Erziehung, die ich von meinem Elternhaus mitbekommen habe und im Tee wiederfand.

Auf andere Seite ist solche Dinge bei einer vertrauten Beziehung wieder aufgehoben. Oft ist ein Geschenk aus dem Herzen, Kategorien zu bilden ist überflüssig.

Sehr kompliziert? Nein, sehr einfach wenn man nicht das Ego mit einem Geschenk identifiziert. Man spürt ob eine Kommentar aus Herzen kommt oder aus Höflichkeit oder aus verletzen Ego. Eine Einladung ist bloss eine Einladung. Es geht um Herzensangelegenheit. Es gibt keine Fehler. Nur das verletzliche Ego möchte perfekt sein. Da habe ich viel Mitgefühl weil ich auch so ein Ego bei mir habe.