Archiv der Kategorie: Formosa Oolong Tea 台灣烏龍茶

Satie und Buddhas Hand

Liebe Frau Chou

Mein Name ist Julian,und ich bin 13 Jahre alt.
Ich war im Mai in ihrem Laden,und habe dort einen Buddhas Hand A Li Shan Oolong
gekauft.Ich habe eine Yixing Kanne und probierte oft diesen Tee zuzubereiten,
doch bei aller Mühe die ich mir gab,ich nahm sehr heisses Wasser,liess
die Blätter unterschiedlich lange in der Kanne,mal schüttete ich den yi pao qu di
weg,mal trank ich ihn,aber nie gelang es mir diesen Tee befriedigend
zuzubereiten.Nun ist mir dieser Tee fast ausgegangen,und ich probierte
es heute noch mal,das Ergebnis war das gleiche,aber bei einem Schluck
schmeckte ich für einen Augenblick etwas wunderbar blumiges köstliches,
aber ehe ich mich versah,war es wieder verflogen,und ich schmeckte es nie
wieder.Vieleicht können sie als Expertin mir sagen wie ich diesen Tee
richtig zubereiten kann.
Ich danke für jede Antwort.

Vor zwei Jahren bekam ich ein Geschenk von Miriam, ein CD von Satie. Ich hörte das CD einmal und legte wieder weg. Diese Musik war für mich zu langsam, wie eine Art von Background-Musik. Uninteressant für meine damalige Lebenslage. Ich wollte Aktions und Leidenschaft. Diese Pause zwischen den Töne bleibt in meinem Gedächtnis, verwirrend und zugleich fesselnd. Aber ich war nicht bereit ihn anzuerkennen.
Zwei Jahren später, viele Dinge sind vergangen und viele Veränderung finden im Hintergrund statt. Vor kürzen tauchte das CD wieder auf und auf einmal wurde ich wach.

Es sind die Pausen, die mich an etwas erinnern. Eine Pause zwischen Denken und Denken, zwischen Rennen und Rennen und zwischen Zweifeln und Angst, Eine neue Einfachheit wollte Satie ankündigen. Eine Einfachheit von Pause zwischen den Tönen.
Die Pause, die Leere und das zwischen den Zeilen sind vielversprechend als die gesprochenen Wörter!

Buddhas Hand ist mein Lieblingstee. Er verkörpert diese Pause. Ein Reset-Taste, ein Versprechen, dass alles zum Null-Punkt zurückkehren kann. Ein Nullpunkt zwischen Aktionen und Denken, eine Verortung von Hier und Jetzt. Was nun…
Julian ist erst 13 Jahre alt. Neulich kam Tim, ein 15järhiger. Was macht der Tee mit einem? Ich beobachte die Menschen kommen und gehen, die von einer unbeschreiblichen Kraft geführt werden und hier zusammen kommen. Was macht der Tee mit einem?
Wie bin ich denn hier gekommen?
Wo gehe ich dann hin?
Sabine kam am Freitag. Sie übersiedelt sehr bald nach Texas. Sie sagte mir, dass sie erst in der Donnerstagnacht das Link zwischen mir und dem Blog verstanden hat. Wir plauderten und plauderten als ob wir uns schon lange kennen würden. Wir entdeckten in uns den gleichen Weg zum Herzen. Sie ist kurz vor Aufbruch und freut sich. Denn wo das Herz will, ist das Leben im Fluss. Wenn das Leben im Fluss ist, kommen die Dingen von sich alleine. Denn wir wissen, wir können die Verantwortung für uns selbst übernehmen, wir sind in der Lage, selbst aufzufangen und viel Freude zu haben an die Schönheit der einfachen Dinge. Beim Abschied sagte ich zu ihr, dass sie ein Geschenk für mich sei. Sie sagte, dass sie nie wusste, was der Tee ausser den Blätter noch sein kann und dies hat sie sehr viel an mir zu verdanken. Sie gab mir ihre Telefon und freut sich mich nach meinem Rückkehr noch einmal wiederzusehen, bei einem Bier oder Kaffee – sagte sie – eben nicht immer Tee.
Als ich heute das Email von Julian erhielt, dachte ich an Gleichzeitigkeit. Vielleicht ist das, was einem 13järigen beschäftigt, nichts anders das, was mich beschäftigt. Lieber Julian, ich werde in der Ruhe ein Email an Dich schreiben, wie Du mit diesem Tee besser klar kommst. Vielleicht ist Deine Yixing-Kanne schon zu stark von dem vorherigen Tee gefärbt. Vielleicht muss Du eine andere, möglicherweise eine neue für diesen Tee, der anders ist als Deine vorherige Erfahrungen anschaffen. Aber du muss es nicht.

So sanft wie die Erinnerung

Einmal im Monat treffen sich paar Teefreunde in Shui Tang, um Tee zu degustieren und Notiz zu schreiben. Heute wurde der Tie Guanyin das Thema.
Muzha Tie Guanyin – wie oft habe ich ihn schon getrunken? Seit meiner Kindheit kenne ich diesen Tee, den von meinem Grossvater in der Dunkelheit still getrunken wurde. Diesen Tee stellen wir gegenüber den herrlichen blumigen erfrischenden Anxi Tie Guanyin.
Der Muzha Tie Guanyin wirkte dagegen ruhig, zurückhaltend und erdig. Ein Geschmack, den mein Grossvater vor 30 Jahren gut fand und heute wenige Resonanz findet. Reonanz findet er nur bei den Menschen, die diese Zurückhaltung schätzen. Trotzdem bin ich überzeugt, dass dieser Geschmack der Geschmack ist, der bleibt. Egal wie die Welt sich ändern. Denn er ruft in mir emotionale Bilder hervor, die für immer für mich etwas bedeuten.
Als mein Zenlehrer Michel noch lebte, erzählte er mir gerne von Schönheit seines Lebens. Er malte mir oft ein Bild von vollkommenem Glück. Er kam aus Bergen Wallis und als Kind sass er gerne neben seinem Grossvater beim Abendsonne. Den Sonneuntergang mit dem Grossvater zu erleben und den herrlichen Blick auf Genfer See zu geniessen. Wortlos und zufrieden war es. Gemeinsam trotzdem jeder für sich alleine. Es war diese Ruhe und Zufriedenheit, was er als das höchste Glück ausmalte. Es berührte mich sehr und lernte diese Ruhe und Frieden zwischen Menschen zu schätzen.
Dieser Muzha Tie Guanyin versetzte mich in die Zeit, als Michel es mit mir teilte. Ich spürte wie Ruhe und Frieden in mir ausdehnt und den wunderbaren Abendsonne, die auf mich schien.
Heute waren Stefan und Stefan zu Besuch. Er kennt zufällig auch Michel und praktizierte auch Zazen. Er hat Mühe mit meinem Ausdrück, wenn ich sage, dass die Einsamkeit eine sehr wichtige Erfahrung sei. Einsamkeit wird in unserer Gesellschaft als etwas Negatives ettiketiert. Aber es ist einfach so, dass man nicht alles mit anderen teilen kann und will. Es gibt viele Ecken in meinem inneren Garten, wo nur mir gehört. Je weiter man auf einem bestimmten Weg schreitet, desto schwierig wird es mit anderen Menschen zu teilen. Dann bleibt nur das Moment unter dem Abendsonne, ein Stück Soledad von Piazolla zu hören, einen Muzha Tie Guanyin zu trinken. Worte werden überflüssig. Die Leere mit anderen Menschen zu teilen, wenn man welche hat.

Der Duft gegen den Abend

Der Duft gegen den Abend

Ein Tee wie die Abendsonne.
Eine Blüte wie der Abend duftet.
Am einen Abend roch ich den leisen Duft eines Abend und erinnerte mich an den Gegenwart. Nicht mein Leben wie das Zeitgefühl am Abend zu sein, sondern die Gesellschaft, in der ich lebe bereits am Abend angekommen ist.

Wie vital kann ein Tee sein, wenn er aus einem Garten, der zum ersten Mal geerntet wird? Atong scherzt und bezeichnet so einen Tee als Jungfrau-Tee. Meine Gäste lachen immer sehr verlegen, wenn ich das Wort „Jungfrau“ ausspreche. Warum lachen sie denn so? Ist Jungfrau etwas Seltsames hier? Oder spricht man von Sex nicht aus, weil es bereits zu dominant ist? Auch wenn das Wort Jungfrau etwas Verlegenes auslöst, löst dieser Jungfrau-Jinxuan trotzdem Neugiere aus. Wie schmeckt denn eigentlich ein Jungfrau-Tee?
Für Atong und Teebauer Taiwans bedeutet dieser Jungfrau-Tee, nicht etwas, was unerfahren und unschuldig ist. Es ist vielmehr das – was das erste Mal kennezeichnet!
Das erste Mal die Welt zu blicken können wir uns leider nie erinnern, aber wir können uns wohl noch sehr gut erinnern, das erste Mal…
Frisch, blumig und anmutig lächeln die Teeblätter in der Tassen. Alle sind verzaubert von der Unbeschwerheit dieses Tees! Eine Woche lang stand immer dieser Tee auf meinen Teetisch und verführt meine Gäste mit ihrem Charme. Was für ein frischer Wind? Was für eine Schönheit! Der Tee ist wie die Mut selbst, als wir viele neue Dinge des Lebens zum ersten Mal beginnen. Plötzlich sah ich mich selbst im Flur der Universität und ich musste das erste Referat im Seminar halten. Nervös, unerfahren und mutig… Mutig lief ich in den Raum, mutig redete ich das erste deutsche Wort und mutig geht das Leben weiter bei den Fremden. „So ein zarter Tee.“ seufzt jemand. Zart? Ich kenne den Tee inzwischen besser. Er ist nicht nur zart. „Dieser Tee ist powervoll, hat Aggresion und zäh.“ lächelte ich. Seine Vitalität und Kraft verbergen sich hinter dem süssen zarten Duftmantel – wie eine junge Frau, die einmal beschloss, aufs anderen Ufer zu gehen. Und diese junge Seele hat jeder in Herzen.
Bevor diese Regentagen kamen, fuhr ich nach Seleger Moor. Ich mag nicht Mittag, unternehme selten irgendetwas gegen den Mittag. Morgens bin ich zu faul und zu passiv. Der Abend und die Nacht sind die besten Uhrzeiten für meine Unternehmung. Gegen Abend waren sehr wenige Menschen wie ich erwartete in Seleger Moor. Die Vögeln und Tiere beginnen wie ich sich zu bewegen. Es ist die beste Uhrzeit, auf etwas vorzubereiten, weil die ungewisse Nacht sich nährt. Laut, scheinbar fröhlich und ganz beschäftigt hörte ich Biene summen, Vögeln klatschen und Tierchen suchen. Ich realisierte, dass sie bewusst sind, die Akktivitäten am Abend so zu gestalten, um ihren Tag entsprechend zu beenden.
Es war ein Abend im Mai. Rhodedenrom und Azaleen blühten auf den Höhepunkt. In alte China war diese Blume ein Symbol der Traurigkeit. Auf diesen Hügel hinter Zürich sind diese Blumen mehr als eine Ansammlung von Poesie. Anmutige Farbe, zwarte Blüte und der Duft, der mich beim Flanieren immer wieder rief, erzählen uns eine Welt voller Schönheit. Unter dem grossen Eichen, neben den blühenden Strauchen spürte ich eine Brise, der im Duft wehte. Ich drehte mich zu dem Wind, sah in den Dämmerung herrlichen gelben Blüten. Unter dem Abendsonne roch der süsse Duft immer distanzierter und wahrscheinlicher. Wahreinlicher – der Duft ist nur wage zu verorten. „Es ist Abend“ dachte ich und es ist der Duft von über Holzkohle gerösteten Lishan. Das ist ein Tee am Abend, den ich alleine hier trinken würde. Nicht diese Mut, nicht diese Vitalität und nicht diese Zartheit des Jungfrau-Jinxuans, die mich jetzt bewegen würde, sondern diese Wahrscheinlichkeit des Abends – etwas Uneindeutiges und Distanziertes. Es sind vieles vergangen und die Zeit ist gekommen, Abstand zu nehmen. Die Vögeln und Tieren wissen, was sie am Abend tun, und wir? Machen wir es weiter so mit uns bis es nicht mehr weiter geht?
Eigentlich geht es schon lange nicht mehr so weiter.

Korkussen unter dem Schnee

Der meiste Jinxuan (eine Oolongsorte) ist nicht von Bedeutung. Er ist bloß ein moderner Formosa oolong.
Die meisten Tage im Leben vergehen bedeutungslos, in den wir nichts vom Anfang und Ende wissen. Die meisten Gespräche verlaufen belanglos, indem bloss Vermutungen und Vorstellung reproduziert werden. Außer wenn sie etwas Neues darstellen. zum Beispiel das erste Mal, jemanden zu begegnen, oder zum ersten Mal ein Muster zu brechen.  Oder in dem nichts Außergewöhnliches  etwas Liebvollste zu erkennen?
Als ich wieder im Büro an der Xinsheng (das neue Leben) nanlu – das Atongs Buero eintrat, bekam ich eine Tasse seltenem Geschmack. „was kann wohl das sein?“ fragte ich so hilfslos. Atong sagte, dass er mir ein Kyosaku ( ein Zenschlag) mit einem Kochlöffel geben sollte. Die anderen gringsten. Ein Jungfrau Wuyi, sagten sie. Diese Jungfrau Wuyi aus den ersten Schnitt der jung Wuyi- Busch. Jungfräulichkeit? Ich schmecke hinter dieser Roestung die Vieldeutigkeit und die Möglichkeit dieses Tees und entschied die ganze Partie zu kaufen und zu lagern. Aber es gibt auch noch ein „Jungmann-Jinxuan“ verraten die Anwesenden.
Wenn unsere Mutter nicht krank wäre, wäre ich nicht auf der Insel. Wenn sie nicht krank wäre, hätten wir alle in dieser Familie das Leben so bequem wie möglich weiter geführt. Und ich als eine abwesende Tochter zugleich eine abwesende Schwester hätte so weiter fehlen können. 
In den Tagen hatte ich nie eine gute Nacht. Alle sind beschäftigt, Männer arbeiten wie gewöhnt weiter und Frauen konzentrieren sich um die Kranke Mutter. Nicht dass mein Herz kalt ist, aber ich fühlte mich in solche Rolle recht absurd. Vier Menschen drehen sich jeden Tag um eine Person. Liebe ist keine Verlust der eigenen Identität. Obwohl ich zu Hause war, waren wir nur nebenaneinder da.
Natürlich habe ich diesen Jinxuan nicht erkannt. Frühlingshaft! Blumenwiese pur. Geschmückt mit dem frischen Tau. Ich hätte das Gefühl ich sähe ein Gletscher unter der zarten Sonnenschein, und neben diesem Eis blühen gerade die ersten Krokusse! Das Bild versetzte mich in einer gefährlichen Abenteuer in einem Frühling als wir geirrt zwischen Schneedecke und zerstörten Wanderwege fast verloren gingen. Ich gab einfach nicht auf, glaubte an einen Ausweg, der Weg das Eis bricht. Dort zwischen schmelzenden Schneedecken blühten die schönsten Krokussen meines Lebens.
Unser alte Vater fuhr mich zum Flughafen. In seinem alten großen Mercedes sagte er, dass er seit dem Tag dieses Auto nur noch ganz selten fuhr. Wir brachen in der Dunkelheit auf. Ich vergaß meinen Scluessel. Wir kehrten noch einmal zurück. Ich vergaß wieder mein iPad, wir kehrten zum zweiten Mal. Dann fing er an mich zu schimpfen und zweifelte daran, wie ich überhaupt allein überlebe. Dann schwiegen wir. Die Autobahn schien unendlich lang zu sein. Eine Ruhe, ein Brise glückliches Gefühl und das ganz einfache Zusammensein füllten den Raum. Er begann irgendwann über seine Sorgen zu erzählen, über jedes Familienmitglied. Das Leben ist so vergänglich, weinte er fast. Ich bat ihm nicht über Zukunft zu denken. Das Denken an Zukunft macht uns immer Angst. Step bei Step gehen wir immer weiter. 
Er machte sich Sorgen wegen meinem Gepäck und insistierte unbedingt noch zu warten. Dann wollte ich plötzlich etwas tun damit die wenige Momenten, inden ich mit dem Vater allein waren, noch länger werden können. Wir liefen auf den falschen Pfad und landeten plötzlich bei Burgerking. Als es mir klar wurde, dass es spät für seinen Augen sein könnte, war es schon spät. Wir liefen zu Passkontrolle.  An diesen Ort standen immer meine ganze Familie seit 20 Jahren um Abschied von mir zu nehmen. Ich drehte mich um, aber nicht wirklich. Er lief paar Schritte weiter und stand dort, wo er schon immer stand – früher mit meiner Mutter und winkte zu mir – wie er es immer tut.

Der ewige Frühling, Sijichun

Reinhard erzählte mir von seinem neuen Plan, dass er bei seinem nächsten Heimreise einmal seine ganz kleine Tochter auf seinen Schulter auf dem Hügel gehen wollte, wo sein Grossvater ruht. Eigentlich sind wir beide sehr müde, aber wir arbeiten zu gerne und trafen sich noch am Freitagabend zur Arbeitsitzung. Als er mir von diesem Hügel erzählte, sah sein Gesicht einmal anders. Es sei Frieden, sagte er, was er mit seinem Grossvater auf diesen Hügel erlebte. Diesen Frieden bewahrt er sorgfältig in einem kleinen Ecke seines geheimen Garten und gibt ihm unter den Fremden viel Kraft. Und er möchte alleine mit seiner Tochter in diesem Frieden verweilen.
Ich nickte meinen Kopf. Was ist denn das schönste des Zusammenseins? Plaudern, Lachen oder flirten? Ich weiss es nicht. Ich erinnere mich an die Zeit, als ich intensiv Michel (mein verstorbener Zenlehrer) assisterte und ihn vor seinem Tod pflegte. Auch er erzählte mir von den ruhigen Momente als er als Kind neben seinem Grossvater in den Walliser Bergen sass und einfach gemeinsam den Sonneuntergang betrachteten. Es war die schönen Momenten seines Lebens. Ich erinnere mich an Sesshins, an seinem kranken Bett und an unser Spaziergänge. Oft sprachen wir nicht und waren einfach zusammen. In diesem freien geschwiegendem Moment, wo Sprechen selbstverständlich überflüssig wurde, hatte ich das Gefühl, angekommen zu sein. Ich begleitete meinen Lehrer auf seinen Weg zum Tod und ohne etwas zu erwarten. Er starb in dem Frühling vor drei Jahren.
Heute sollten wir Sijichun – der ewige Frühling degustieren.
Sijichun, ein schöner blendenden moderner Oolong. Berauschender Duft nach dem frühlingshaften Maiglöckchen und so markant wie Honig schmeckendes Süsse kennzeichnen seinen Charakter. Diese Eigenschaft macht ihm populär. Wer hätte nicht gerne duftende Blumen und süsses Lächeln?
Zwei Muster wurden vorbereitet. Eins ist recht grün, das andere stärker fermentiert. Der grüne Sijichun, erzeugt unter klimatische Bedingung – niederiges Temperatur, lange Fermentation und Welkenszeit. Frisch, blumig und charmant. Süss wie Marzipan – dicht und intensiv. Er gefielt sofort.
Das andere eindeutig eher traditionell orientierte Muster zeigt mir einen sehr klaren Geschmack, nektarsüss ohne gefällig zu sein. Präsent und zugleich zurückhaltend. Im Mund schmeckte ich unter dem süssen Neklar eine sehr klare Botschaft dieses Tees: in einer sehr kalten Nacht erzeugten Schönheit – distanziert, elegant und schön. Sie hat vieles erlebt und durchgemacht – sie spricht für sich selbst.
Er gefielt auf Anhieb nicht. Für wem ist es denn wichtig?
Ich hatte keinen Zugang zu meinem Grossvater, als er lebte. Für mich war er ein Trottel, der nicht einmal für sein Besitz kämpfte und in der Vergangenheit lebte. Sein Geschmack und der Geschmack von traditionellem Tie Guanyin sind so identisch: alt, fremd und verbraucht. So ein Tie Guanyin ist gerade ein Gegenteil von diesem grünen Sijichun. In meiner Erinnerung sass er immer alleine im dunklen Raum und trank im Schweigen seinen Tie Guanyin. Zu seiner Lebzeit waren wir zwei Fremden in einem Raum. Sein Tod hat mein Leben entscheidend in einer anderen Richtung bewegt. Für ihn war das Nutzlose im Leben das schönste. Für mich war das Leben ein Kampf meiner eigenen Identität. Durch meinen Teeweg komme ich wie geplant näher zu ihm, auch wenn er schon lange vergangen ist. Der Raum hat uns begrenzt, aber die Zeit nicht. Es sieht irgendwie so aus, als wir das Karma reparieren könnten. Ich verehre diesen Tie Guanyin wie ich meinen Grossvater andenke. Es ist ein Tee, der dem moderne Trend nicht entspricht, der altmodisch und selbsttreu ist, und der bleibt.
Tee ist nutzlos. Er gibt nich einmal Kalorien. Wozu trinken wir ihn? Gerade weil er nutzlos ist? Wenn der Frühling ankommt, freue ich mich auf einen einfachen Sijichun. In seinem klaren Aufguss wie Neklar enthält eine Prise Kühle, wie der frische Wind.

Regenbogen

Es war immer ambivalent, den Schritt nach Hause zu gehen. Nach Hause, zu meinen Eltern. Ambivalent, weil die Geborgenheit und Verlangen an diesem Ort selten auseinander zu trennen sind.
Ich habe einen Vater, der Liebe zeigen kann und auch seine Macht. Ich habe eine Mutter, die ihre Liebe mit Liebesentzug manchmal verwechselt. Ueber die Liebe wusste ich nicht zu viel und hatte kaum ein gutes Vorbild. Mühsam lerne ich im Lebensweg meine verschiedene Lektionen.
Meine Liebe zu Tee ist nicht ein Hobby oder eine so genannte Leidenschaft. Meine Liebe zu Tee ist möglicherweise eine Erfahrung von Raum. Tee bietet mir einen Raum. Er ist ein Ort, wo ich immer wieder zurückkehre, um zu vergewissern, wo ich stehe. Ein Ort, der mir hilft, mich selbst zu verorten, bevor ich weiter wandere.
Daniel kam gersten nach einer langen Zeit wieder zu Besuch. Seine Tochter Natascha ist die jüngste von Shui Tang und lernt Tee hier. Am jenen Runde habe ich viele alten Teefreunde bei sich und unüberlegt, fing ich mit Buddhas Hand an. Dany sagte, dass der Buddhas Hand bei ihm niemals so gut ist wie bei mir. Ich lachte, „Du meinst, Du brauchst meine Hand?“ Oder ist es wegen Wasser?
Oder ist es wirklich wegen mir?
Ich kann niemals versprechen, wenn ich diesen Tee aufgiesse. Wie wird er diesmal? Ich erinnere mich an jenem Moment, wie dieser Tee mich verführt, von der Universität abzukommen. Goldene Farbe und herbe Echo beim Abgang. Intensiv und charaktervoll. Der Duft auf der Gaiwandeckel ist warm und süss, wie karamelisierte Zuckerroh aus Süden Taiwans. Oder ist es Marzipan aus den Süden Europas? Der Duft wandelt, wird verwandelt zu einem Regenbogen, er bleibt unfassbar. Genau dieses Unfassbares hat den Intellektuellen-Ich aus dem Konzept gebracht. Es war der Null-Punkt für mich, zu lernen, Demut zu üben.
Wie oft mache ich diesen Buddhas Hand? Wie oft frage ich mich, wo ich gerade stehe?
Gerade jetzt gehe ich wieder nach Hause. Meine Mutter ist gerade in Nepal. Mein Vater schrieb mir drei Emails pro Tag, weil er sich Sorgen macht, weil ich allein einen Tag in Bangkok verbringe, weil er ein Tag länger warten muss.
Buddhas Hand wurde kalt. Der Regenbogen bleibt in Tasse, in mir und wird zu einem Raum. Ich bin dort zu Hause.
Ich möchte meinem Vater einen Regenbogen mitbringen.

Der hässliche Tee

Wer will denn schon hässlich sein? Und was bedeutet überhaupt die Hässlichkeit?
Die Vorbilder der chinesischen Kalligraphie habe ich einmal erwähnt, dass sie eigentlich nicht perfekte Exemplare sind, sondern Notizen. Notizen, die im Rausch von Sake oder in höchster Emotion geschrieben wurde, sind voller mit Tinten korrigierten Sätze und asymetrischen Strichen. Wie kann man so etwas überhaupt verehren? Sie sind – mit den perfekten Augen – eigentlich hässlich!

Vor paar Jahren, es ist noch nicht so lange her. Es war 2005, als Atong, mein Teelehrer mit seinen Shuixian Dancong aus dem eigenen Garten mit Stolz zeigte. Ich, als Schülerin, wollte ihn nicht enttäuschen, sparte meine Kommentare und kaufte diesen Tee. Als Jürg mir dann sehr ehrlich zu diesem Tee äusserte: „was für einen Tee mit Elefantenohren!“, war ich nicht überrascht. Ja, er ist schon hässlich, nicht wahr?

Wie kann man Notizen als Vorbild nehmen? Wir wollen doch alle das Beste tun! Wir wollen doch perfekt SEIN – vor allen in Anwesenheit des Anderen.
Su, Dongpo, 蘇東坡 (1037-1101), ein hervorragender Persönlichkeit mit künstlerischen Fähigkeiten, hinterliess uns nicht nur ein Vorbild der Kalligrahpie und zahlreichen Gedichten. Er vermittelt uns auch eine Lebenshaltung. Er verehrte hässliche Steinen. Er sammelte gerne hässliche Steinen, denn sie etwas besonders aufweisen. Für ihn liegt diese Besonderheit eines hässlichen Stein an seine Offenbarung – die Wahrheit des Lebens und die Wirklichkeit des Daseins – Zufall, Transformation und das einfache Sein. Während alle nach Schönheit begehren, ist die Pflege der hässlichen Dinge eine ungewöhnte Lebenshaltung.
Wir verehren Notizen, weil man in einer Notiz einen natürlichen Menschen sehen kann!
Dann ist es doch zu fragen, warum haben wir Mühe die unperfekte Seite von uns preiszugeben? Warum haben wir Mühe mit der Hässlichkeit wie Schmerzen und Druck von Aussen?
Hässlichkeit ist manchmal die Möglichkeit einer einfachen Existenz. Wer will aber überhaupt nur EINFACH-SEIN?
Der Elefanten-Ohren- Shuixian verwandelte sich zu einer unglaublichen Schönheit. Nach paar Jahren, nach der Reifung des Tee und von mir, ist dieser Tee nicht mehr einfach hässlich, sondern auch wirklich einzigartig: reife Früchte und karamelisierten Süsse versetzen mich in einer unbekannten Landschaft. Mein Körper ist nicht mehr begrenzt von dem Raum, sondern er ist beflügelt in der Nacht.
Plötzlich verstand ich, dass das perfekte Sein nichts gemeinsam mit dem perfekten Tun hat. Mein Dasein ist seit meinem Geburt einfach und zugleich perfekt.

Meine Aermel voller Regen

Meine Aermel sind voller Regen. Um mich duftet nach den englischen Rosen.
Oli brachte mir ein wunderbares Rosenbusch, eine Art von englischen Rosen, die nach süssen Träumen duften. Mein erstes Geburtstaggeschenk in diesem Jahr, eigentlich würde ich mir ein Jura-Toaster wünschen, wenn ich gefragt wäre.
Als Löwen-Geschwister teilen wir ähnlichen Muster und Sichtweise. Wir sind Einzelgänger und haben ein Hang zum Sonderbaren.
Er kam vor paar Monaten aus Taiwan, experimentiert in einem erzkonservativen Forschungsinstitut, hat Ueberstunde und arbeitet eigentlich am liebsten mit Pflanzen. Er liebt Orchideen.
Ich auch.
Im Regen beschwerte ich mich und liess ihn alles tragen. Er sagte mir, dass Pflanzen Regen lieben. Sie werden nie im Wasser faulen, wenn das Wasser aus dem Himmel kommt. Sie würde aber faulen, wenn das Wasser aus dem Wasserhahn stammt.
Ich staune! Woher wissen die Pflanzen es? Wasser ist doch nur H two O!

Wo wachsen die Orchideen eigentlich? Er sagte, sie wachsen über den Baum oder unter dem Baum. Eigentlich sind sie Einzelgänger und leben ungerne in der Gruppe neben einander.
Die Orchideen bei mir, sind seiner Meinung nach recht gewöhnliche nette Sorte – anspruchslos und schön. Man kann diese Orchideen zusammen auf dem gleichen Fensterbank stellen wie ich es tue. Weil sie eben nicht mehr diese Eigenart haben, allein sein zu wollen. Was meinst er denn damit?
Er war wie ein Doktor, der meine Orchideen untersucht. Er sagte, man muss nicht die Blüten anschauen, man braucht nur die Blätter und Wurzeln anzuschauen, dann weiss man, wie es einem Orchidee geht. Orchidee lügt nicht. Als ich es hörte, war ich sprachlos.

Er fuhr weiter. Er erzählte mir von seinem Orchideen-Fetisch. Er findet zwar meine Orchideen ganz nett, aber es seien nicht sein Fall. Es gäbe in Orchideen auch so etwas wie mit dem Tee – freundlicher lieber Tee, der Trend werden soll und allen Konsumenten gefallen soll. Meine Orchideen seien von solchen. Sie sind schön, nett und fleissig im Blühen, aber besitzen keinen Charakter. Er bevorzugt jene Orchideen, die asymetrischen Blüten zeigen oder dessen Blüten unapart aussehen. Er behauptet solche Orchideen Charaktervoll. Denn sie sind nicht gezüchtet, nicht designiert und nicht „berechenbar“. Er sammelte solche Orchideen um jeden Preis.
Komisch, warum fliegen wir auf das Design-Möbel und Kleider?

Das ist doch genau so wie mit dem Tee! Inzwischen goss ich eine Kanne Tee für uns, einen skurillen Oolong von Atong. Dieser Rougui Dongpian wurde im Dezember 2010 aus dem von Zikaden befallenen fPflückgut gemacht. Er sei so besonders schön und rar. Atong gab ihn mir und ich sollte ihn gerne haben. Ehrlich zugegeben fand ich ihn wie eine Erbsensuppe und verstand ich meinen Lehrer nicht. Aus Respekt vor ihm hebe ich diesen Tee auf. Paar Wochen und Monaten später verwandelt der Tee sich. Aus der Erbsensuppe bekomme ich feine Note von Lindenblütehonig und volle Tasse süsses Blütennektars. Die Note von Erbsensuppe verschwindet und ich erhalte das grosse Respekt meines Lehrers. Woher weiss er, dass aus einer Erbsensuppe Blüten Nektar werden kann?
Ich erinnerte an seine Worte. Er sagte, er habe keine Vorstellung von Pflückgut. Er mache nur aus dem vorhanden Fund das Beste heraus.
Oli versuchte meine Orchideen ein wenig zu „erziehen“. Meine Finger waren nicht so sanft wie seine und riss einen von zwei zu erwartenden Blütenzweige. Meine Enttäuschung war nicht zu übersehen. Er lachte und tröstet mich mit der Weisheit, dass dieser Orchidee nun die Energie für den einzigen Blütezweige einsetzen kann. Orchideen enttäuschen einen nie. Wenn man sie mit Liebe pflegt, wird man mit Pracht belohnt.
Das ist genau so wie mit Tee!

Meine Aermel waren voller Regen. Vielleicht nährt mich das Wasser aus dem hohen Himmel ohne dass ich es wusste. Und vielleicht ist das Wasser aus dem Himmel eben mehr als H two O.

sencha und dongpian煎茶與冬片

Dongpian, eine ganz spezielle Bezeichnung eines Saisons von Formosa Oolong.
Normalerweise fallen die Teebäume nach der Winterernte ins Winterschlaf ein. Manchmal kommt unerwartete warme feuchte Front aus dem Pazifik und warme Sonne kehren in manche Orten Formosas zurück. Tagesüber sonnig und nachts eiskalt. Teebäume werden erweckt und getäuscht. Sie dachten, Frühling sei vor der Tür. Diese Ernte aus getäuschten Teebäume, ist unerwartet und unberechenbar. Diese Ernte heisst Bu Zhi Chun 不知春 – der Tee, der nicht weiss, was Frühling ist.
Bu-Zhi-Chun heisst auch Dongpian – das Blatt des Winters. Er riecht intensiv, aromatisch und schmeckt distanziert elegant.
Wie unterscheidet sich dieser Dongpian mit der Ernte von Winter?
Wir degustieren sie anstatt nur über sie zu reden. Gleichzeitig degustieren wir auch Sencha Unsui (Uji, 2010) und Guzhang Maojian (Hunan China, 2011)
Wir hatten vier verschiedene Tees: Alishan Jinxuan Dongpian 2010 Dezember, Alishan Jinxuan 2010 Winter; Sencha Unsui 2010 und Guzhang Maojian 2011 April.
Jörg sagte, dass der Dongpian Alishan ihm viel besser schmeckt. Ich nickte. Aber was heisst das? Er versuchte seine Empfindung mit Bilder zu erfassen: süsser und stärker.
Ich erwiderte: der Dongpian-Alishan ist für mich tiefer, intensiver und gebündelter; während der Winterernte-Alishan breiter, leichter und schwebend schmeckt und riecht. Wer gerne die Intensivität eines Tees und die eindrücklichen Aromen des Hochlandsoolong erleben will, ist ein Dongpian Alishan nicht zu verpassen. Durch die starke Schwankung der Tagestemperatur werden manchmal Teeblätter geschädigt. Die kalten Nächste begünstigen die Produktion überhaupt nicht. Im Gegenteil, nur erfahrene Teemaker können damit umgehen. Somit ist ein gut gelungener Hochlandsoolong-Dongpian eine wirkliche Rarität!
Ich roch das Süsse an dem Degustationslöffel und befand mich bereits in blühenden Blumenwiesen im Engardin!
Viele Besucher in Shui Tang staunen immer über die Ähnlichkeiten zwischen Sencha und Guzhang Maojian. Ähnlich? wenn wir die beiden Tees paralell degustieren würden, stellen wir zwar die Ähnlichkeiten fest, aber auch die Differenzen.
Sencha öffneten seine Blätter rasch im Aufguss. Wir können keine klare Struktur an Blätter des Senchas feststellen. Wir sahen nur brüchige Blätter. Guzhang Maojian hingegen zeigten uns schöne Blattstrunktur und seine schlanke Form. Wie soll man die Unterschiede zwischen den Geschmäcke beschreiben? Jörg fragte mich, wie?
„Ich würde den Geschmack des Senchas eher wie Grass und gekochte Blätter bezeichnen; während Guzhang Maojian die frische gekochte Erbsen oder Hüselfrüchte.“ Die 6 anderen Augen leuchteten vor mir. Der Geschmack des Senchas erinnert mich an meine Kindheit als ich Hexentrank in unserem Hof des alten Hauses schuf. Meine kindliche Nase roch zermaschte Grass und der Saft von gepressten Wiesenblumen verzauberte mich ins Alice Wunderland.
Ich griff nach dem Guzhang Maojian, Schluck für Schluck, er löschte mein inneres Feuer nach Wissen und Wachsen. Minutenlang spürte ich die Ruhe. Ich bin nicht mehr das träumende Mädchen in dem verlassenen Hofgarten. Ich lebe meinen Traum und weiss, das innere Feuer die treibende Kraft ist, für weitere Träume.
Und zwischendurch brauchen wir alle die Ruhe.

Was ist ein Guifei Cha?

Ich habe bereits über Guifei geschrieben. Aber man fragt mich immer wieder, was für einen Tee dieser komische Name sein sollte!
Wie ist denn dieser Tee entstanden?
Guifei Cha ist entstanden durch die schwere Erdbeben 921 im 1999 (21.09.1999). In dieser Erdbeben wurde die wichtigen Teeanbaugebieten Taiwans schwer betroffen. Das Dorf Dongding erlitt schlimme Zerstörung. Nachdem die Teebauer sich wieder um ihre Teegärten kümmern konnten, stellten sie fest, dass der Garten bereits verwildet wurden und Teebäume wurden verheerenden von Insekten befallen.
In dieser Krise entschlossen viele Teebauer die Ernte trotzdem fortzusetzen und erzeugten den Tee nach der Tradition. So wurde der einstige Fancy Oolong aus dem Dongding Berg wieder erlebbar. Die Ehrgeiz der Teebauer aus den Dörfer Dongdings war natürlich nicht zu verleugnen. Sie benannten ihren Tee als Guifei Cha (Hofdame oder präzise gesagt die erste Nebenfrau des ehemaligen Kaisers – immerhin hochkarätig genug). Somit glaubten sie den Ruf von Oriental Beauty zu übertreffen!
Atongs (mein Teelehrer in Taiwan) eigene Kreation besondere Guifei Cha zu erzeugen bezeichnet er inzwischen als Miyum – Nachklang von Honig. Guifei Cha hat wunderbare Note von Nektar und Honig. Wenn der Guifei besonders gut ist, ist der Nachklang von Honig unglaublich fesselnd!