Degustation von Tie guan yin

Degustation von Tie guan yin

Aus meiner letzten Heimreise brachte ich einen besonderen seltenen Hochland Tie Guanyin. Im November 2006 schnitt ich den vakuumierten Beutel und trank mit Kathrin und Gerhard zusammen. Damals fiel er nicht besonders auf und lag seitdem in der Vergessenheit im Schrank. Letzte Woche wurde er wieder fündig, aber ich konnte ihn nicht gleich entziffern, wer er ist. Nach dem Aufguss erinnerte er mich plötzlich an Tie Guanyin – aber eine besondere Note war nicht leicht zu erraten. Leicht, elegant und frisch… Ein Hochlandstee, der ein Tie Guanyin ist!

Heute goss ich zwei Tie Guanyin auf: aus Muzha und aus Hochland.

Die Farbe: der Aufguss von Muzha ist in einer fast Kastanien-Farbe; während der aus Hochland in einer goldenen gelblichen Farbe.

Die aufgegossenen Blätter: Blätter von Muzha sehen olivgrün aus mit einem schönen roten Rand. Sie sind stark, noch eher grollt und im Finger leicht gewellt – wirklich originale Tie Guanyin Baum. Blätter von Hochland: Blätter sehen grüner als die von Muzha aus, jedoch mit dem eindeutigen roten Rand – gelungene Fermentation. Blätter entfalten sich ziemlich gut – wenig geröstet als der andere und ebenfalls gelungen Röstung. Die Blätter fühlen sich ledrig und fleischig – ein wirklicher Hochlandstee! Im Finger spürte ich die Wellen am Blatt – ein wirklicher originaler Tie Guanyin Baum!

Der Aufguss:

Muzhsa Tie Guanyin schmeckte wirklich leicht nach Tabak – süss, voll und aromatisch. Er schmeckte auch nach einer reifen Frucht, aber vollmundig! Eine süsse, volle und eher schwere Art von Oolong, aber eine nach der Tradition verarbeitete hervorragende Tee! Dieser Tie Guanyin eignet sich sehr gut zum Lagern. Man kann ihn Jahr für Jahr probieren und eine Entwicklung feststellen – zugleich wohl auch eine Reise nach innen – wie man sich selbst auch verändert.

Hochland Tie Guanyin brauchte ebenfalls Zeit, um sich zu entfalten. Nach zwei Monaten ruhen kommt er erst zum Ausdruck. Das Phänomen habe ich oft beim vakuumierten Tee festgestellt. Direkt nach der Öffnung schmeckt der Tee fade und launisch. Erst nach paar Tagen, sogar Wochen lernen wir ihn kennen! Der Aufguss schmeckte sanft, mild und lieblich. Er hinterließ ein Hauch von Pfirsich auf dem Gaumen.

Nach einer Stunde trank ich noch einmal die beiden Tees. Sie schmeckten immer noch sehr gut. Einer tränkt mich in einem Bad voller „Tabak“ oder „Wald“; der andere beduftet meinen ganzen Gaumen und Sinnen…

 

Bild rechts: Muzha Tie Guanyin; links Hochland Tie Guanyin.

5 Gedanken zu „Degustation von Tie guan yin

  1. Suzanne

    Oh, ich da habe ich gleich Lust auf einen Tie Guan Yin, wenn ich das lese.

    Heute abend werde ich nochmal den neuartigen TGY ausprobieren… aber ich glaube, meiner hatte keinen rotbraunen Rand (darauf habe ich eigentlich letztes Mal geachtet).

    Das Tabak-Aroma im TGY aus Muzha habe ich auch ganz deutlich gemerkt. Vielleicht mochte Dein Großvater dieses Aroma so gern… da konnte er gleich einen „Schluck rauchen“ – noch dazu ganz gesund! 🙂

    Mein Großvater liebte Zigarren, dem hätte der TGY bestimmt auch geschmeckt!

    Liebe Grüße! Suzanne

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  2. stefan

    aus meiner erfahrung mit dem tee kann ich sagen das ti kwan yin normalerweise nicht nach tabak schmeckt zumindest habe ich noch keinen probiert, der so einen geschmack hat.
    es kommt wahrscheinlich auf die herstellung, zubereitung und lagerung(?!) an.
    man muss dazu sagen das die chinesen scheinbar eine andere vorstellung von dem tee haben als taiwanesen, wo es lediglich die herstellungsweise beschreibt.
    ein wirklich schöner chinesisch originaler ist meiner meinung nach der sog. monkey picked tky (zb. der von grandtea), ich würde den tee als mellow fruchtig und nachhaltig mit einer dezenten nachsüsse beschreiben.

    liebe grüsse

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  3. menglin

    1. Tie Guanyin ist nicht monkey prcked. Es sind Yancha., der diesen schönen Melone-Geschmack haben könnte.
    2. Viele gute Tie Guanyin kommen gar nicht auf dem Mark. Selbst in Taiwan muss man suchen und gute Adresse haben. Kein Wunder, dass Du diesen Tie Guanyin noch nie probiert hast.
    3. Ich verstehe nicht, was Du unter
    „man muss dazu sagen das die chinesen scheinbar eine andere vorstellung von dem tee haben als taiwanesen, wo es lediglich die herstellungsweise beschreibt.“ meinst.
    liebe Grüsse

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  4. stefan

    es kann durchaus sein das ich ständig „falsche“ Tie Guanyins trinke und „Monkey Picked“ keine Tie Guanyin ist abgesehen davon das ich sowieso daran zweifle ob Affen eine gute Ernte abgeben würden 🙂
    3) Ich habe Kwan Yins aus Nantou und welche aus Südchina getrunken aber ich kann sie schlecht vergleichen, beide schmecken mir gut.
    Habe das Gefühl das ein Ti Kwan Yin aus China „originaler“ schmeckt:)

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  5. Menglin

    @ Stefan!
    Den Tie Guanyin aus Nantou, Taiwan als Referenz finde ich auch fraglich.
    Versuche doch den originalen Tie Guanyin aus Muzha und aus dem originalen Tie Guanyinbaum. Das Erlebnis ist bestimmt erfrischend!

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