Archiv für den Tag 28/02/2007

Teekunst

Yuan Mei, ein berühmter Schriftsteller in der Qing-Dynastie schrieb in seinem Notiz von der kulinarischen Kunst von seiner Abneigung gegen Oolong. Oolong sei für ihn viel zu bitter gewesen und schmeckte nach Medizin! Diese Meinung veränderte sich erst, als er selbst nach Wu-Yi Gebirge reiste. Er entdeckte dort die einzigartige Teekunst, die die sinnlichen Erlebinisse mit Eleganz und Geistigkeit verband. Man genoß zuerst den Duft, dann liess den Auguss auf der Zunge verweilen und langsam im Mund zergehen. Diese neue Entdeckung machte ihn nachdenklich über seine Vorliebe von Lungjing, der ihm inzwischen fast nach nichts mehr schmeckte!

Das ähnliche Erlebnis hatten die meisten Teilnehmer am letzten Samstag in Basel. Wir hatten eine große Tee-Zusammenkunft von 16 Persönen. Alle waren ungeübte Teetrinker. Das Teetrinken, das nicht nur den Aufguss einfach zu schlucken bedeutet, faszinierten alle Anwesend! Den Duft mit einer kleinen „Tassli“ zu schnuppern, den Aufguss aus einer fast „Eierbecher“ zu schmecken und geniessen bereicherten unser Erfahrungshorizont. Das Teetrinken könnte ganz anders sein, als nur Tee schlucken und abwarten. Hinter dem Teetrinken steckt eine Kunst von Lebenserlebnisse!

Viele fragten mich, was für eine Teekanne braucht man eigentlich. Ist Gusseisen-Kanne richtig? Die Antwort ist nein. Diese aus Japan importierte Gusseisen-kanne sieht unglaublich ästhetisch. Für den Zweck, um einen guten Tee zuzubereiten wäre sie fehl am Platz! Gusseisen speichert sehr gut die Wärme, aber könnte viele edelen Tee dadurch überhitzen. Außerdem ist dieses Material für den grünen Tee jedenfalls nicht zu empfehlen, denn der grüne Tee eher kühlere Temepratur benötigt. Wozu brauchen wir Gusseisen-Kanne? In der japanischen Teezeremonie (Temae) benutzen wir sie für das Wasser Kochen…

Gusseisen KanneDie Gusseisen Teekanne Mode ist eigentlich eine europäische Erfindung. Mit dieser Kanne wird das Wasser in der Teezeremonie gekocht – anstatt den Tee darin zuzubereiten!

Ich versuche den Teilnehmern zu klären, dass eine große Teekanne den Geschmack des Tees nicht besonders entfaltet. Sie ist zu groß und benötigt zu viele Teeblätter! Der wirkliche feine Geschmack eines guten Tee kommt nicht zur Geltung! Besser wäre eine kleine Teekanne mit wenig „Kraut“ und kann mehrmals aufgegossen werden! Denn Teetrinken nicht nur um das Tee Schlucken geht, sondern um eine sinnliche Reise mit dem Augen, Nase und Gaumen!