Archiv der Kategorie: Teatoys – Teekeramik

Müßige Wolken 閑雲-1。 Duanni Kanne von Yin Min

Duanni Kanne, 180 ml Fassung, Original Zisha Yixing. Künstlerin Yin Min

Frage dem Wind – Zur Teekanne von Wu Licheng

Frage den wehenden Wind – 那吹著的風

Welches Blatt 問問它,下次

Sollte bei nächsten Sturm runterfallen? 那一片葉子該離去

Jie fragte mich was ich auf dieser Jiangpo-Ni-Kanne 降坡泥 (in nächsten Beitrag möchte ich über diese Tonart schreiben) von Wu Licheng 吳利成 geschrieben haben möchte. Ich dachte an einem Gedicht.

Als Simon mich mit Begeisterung nach dieser Kanne fragte, fragte ich ihm, ob ich ein Gedicht für ihn aussuchen darf. Ein Gedicht, das in meinem Auge zu ihm passen würde. Spontan dachte ich an dieses Haiku. Ein Hauch von Zen. Eine Handvoll Schönheit. Im Herbst.

Was uns als Betrachter zuerst anspricht, ist meistens die Formsprache eines Objektes. Wu Licheng ist ein junger Kunstler, auch wenn er nicht mehr so jung ist, der zuerst die Tradition als Vorbild für seine Werke nimmt. Diese Kanne ist inspiriert von der berühmten Form aus späten Qing Dynastie. Ursprünglich war diese Form von denen geschätzten Kanne aus späten Ming Dynastie. Wie kommen Teekannen aus Ming nach Japan? Einerseits war die Kultur von Ming ( Dynastie in China) als die hohe Kultur betrachtet wurde und eine sehr hohe Stellung in Japan genießt. Andererseits kamen die Kannen nach Japan als die Gelehrten und Mönche vor dem Einmarsch des Qing Herrschaft nach Japan flohen und mitbrachten.

Die Ming-Kult galt in Japan als schlicht, elegant und ursprünglich. Schlicht deutet auf die einfache Form. Die Eleganz entsteht aus Ehrlichkeit anstatt gewollte Perfektion. Ursprünglichkeit erinnert uns stets an den Anfängergeist. In der Meiji Zeit suchten die Menschen neben dem wirtschaftlichen Aufschwung nach dem ästhetischen geistigen Leben. Es kam zu einer ImportWelle von JuLun Zhu Kanne aus Yixing.

JuLun Zhu sei eigentlich die Form von Gorinto, eine Art wie Gartenlampion neben dem Grabstelle oder Tempeln. Es sollte Erde, Wasser, Feuer, Wind und Leerheit symbolisieren. Die häufig runde Form von JuLun kommt wohl aus diesen Symbolen. Der runde Körper bedeutet Wasser, der Deckel das Feuer, der Knopf sollte Wind und Leerheit andeuten. Das Wichtigste ist hier bei dem Gongfucha Spiel das Stück Teeschiff aus Holz unter der Kanne zu stellen. Es sollte die Erde darstellen. Warum Holz? Warum nicht Keramik? Wegen Ästhetik! Keramik auf Keramik klingt es zu hart, wenn wir Tee spielen.

Die Form von diesem Schnabel heißt „Pao Guan Form“, übersetzt bedeutet Kanonen. Dieser Kanonen-Schnabel hilft dem Aufguss fließend und nicht zögerlich zu geschehen, das sollte der Ausdruck von Schlichtheit darstellen. JuLun Zhu Kannen sind eher klein als großzügig.

Die Betonung von Anfängergeist druckt sich dadurch aus, dass JuLun Zhu Kannen „Ent-Künstlichkeit“ hervorhebt. Der Künstler spart die Korrektur. Er muss jede Handlung so konzentrieren, dass die Kanne aus einem Zug – wie der Wind weht, fertig gestellt werden muss anstatt ständiger Korrektur. Ich hoffe, ich kann es verständlich erklären. Diese Einstellung ist essentiell in der chinesischen Ästhetik. Auch wenn es manchmal „unvollständig“, „unvollendet“ oder „unperfekt“ aussehen. Darum liebe ich die Keramik von dem Cousin von Atong, die Werke von ihm sind Ausdruck dieser Ästhetik!

Die gewollte Perfektion wird in der chinesischen Ästhetik als „Jiangqi- künstlich unnatürlich“ bezeichnet. Die Natürlichkeit steht stets in der chinesischen Ästhetik im Vordergrund! Eine gelungene Kopie lässt man nicht ahnen, dass es eine Kopie ist. Ein gelungenes Werk nach der traditionellen Vorbild lässt den Betrachter forschen, wo betont der Künstler als Stütze der Tradition; wo zeigt der Künstler seine Ambition seine Individualität zu offenbaren. Das basiert auf das Respekt vor der Tradition! Nicht nachahmen, sondern respektieren. Beliebige Nachahmungen sind respektlos.

„Schnee im Teich“ Celadon von Holzofen. Chen Xuanheng, Taiwan.

Japanischer Ästhet Genpo Oku 奧玄寶 (1836-1897) war ein berühmter Sammler von Yixing Kannen, Chinesischen Kalligraphie und Malerei. Er wurde reich durch Reishandel, Stockfischen und Speiseöl. Er hinterließ der Welt eine wichtige Abhandlung über die Form der Yixing Zisha Kannen. In dieser Abhandlung beschrieb er die Form JuLun Zhu als „ein unentbehrliches Gut. Man kann mit Menschen nicht über Teetrinken reden, wenn sie diese Kanne nicht kennen.“

„Die JuLun Zhu hat verschiedene Ton, Zhuni, Zini, Lipi(Birnenhaut), klein und konzentriert, schlicht und ursprünglich, nicht gestylt und elegant, der Aufguss fließend und rhythmisch. Alle wollen sie!“ Genpo Oku.

具輪一式 Ju Lun I

Ju Lun I

Jun Lun I von Wu Licheng

Aus Jiangpo Ton, Original Yixing 160ml. Gravur von Wang Yaowei 王耀偉

3. Tag art@home: Lijiao Keramik

7 Days of Art@Home
七天,只有藝術。什麼是藝術!?

3. Day

Invited via Roger Fischer
謝謝Roger 的邀請。

每次偷花,總會被Hubert 看到。
前幾天,紫陽花燦爛,心想沾沾那股溫暖。被他說項。
剛剛走過路旁,偷採了自由的蕺草,想起易經,想起去年與妹妹採草藥的模樣,順手帶了它要到我的時空。他又看到了。「妳怎麼成了偷花賊?」
我一直如此啊。給他一個燦爛笑容,算是回答吧。但我,會把偷來的花找到對的花瓶擺到對的地方。
煙雨日子,找來麗嬌的蓋碗,泡上新茶。
麗嬌說,茶碗是七彩彩虹。窗外的彩虹得等到陽光普照,窗內,我望著岩礦茶碗的蟲洞,穿越時空片刻之間吧。
Wenn ich Blumen pflücken gehe, schimpft Hubert nebenan. Er sieht meine Aktion stets aus seinem Fenster. Die Hortensien strahlten einfach verführerisch wunderbar!
Gerade pflückte ich die Schafgaben beim Aussteigen vom Tram. Ich dachte an das YiChing Spiel und an die Zeit mit der Schwester in Einsiedeln. Beim Spaziergang pflückten wir gerne die Schafgarben für unsere Mutter.
Ich wurde wieder von ihm erwischt. „Du klaust.“ ich erwiderte seine Feststellung mit meinem Lächeln. Ich weiß einen richtigen Ort für meine Beutel. Mit viel Liebe und Zuwendung!
Im rieselnden Regen. Mit dem Gaiwan von Lijiao bereitete ich einen Longjing zu.
Sie sagte mir dass diese Gaiwan einen Name von Regenbogen trägt. Und der Charakter von solcher Keramik druckt sich durch die Auseinandersetzung von verschiedenen Schichten der Glasuren aus. So entsteht das Wurmloch auf der Oberfläche.
Der Regenbogen außerhalb dem Fenster wird sich erst beim Sonnenstrahl offenbaren.
Mein innerer Regenbogen kann wohl durchs Wurmloch zeitlos durchdringen


2. Tag Art-Home Hagi Keramik

7 Days of Art@Home
七天,只有藝術。什麼是藝術!?

2. Day

Invited via Roger Fischer
謝謝Roger 的邀請。

荻燒Hagi Keramik

候鳥要走時,游魚不知道如何挽留。
Wenn der Zugvogel weiterzieht, fehlt es dem Fisch schwer ihn aufzuhalten.

在被人推出去時,迷惘與無知,漫漫一片晦暗不明;形同對比地是,被拉入地狂喜與勇氣。
陶土在手指的推與拉之間,延展成形。在上釉的推與拉之間,豐富多彩。也許,人也是這般。
沒有芝麻開門的咒語,只能等待?當時機成熟時,守窯者卻得不顧一切,敲壞窯口,一探究竟,也坦然接受。
那年,在日本海,天色不明,海風冷冽。手握著荻燒茶碗,琵琶色,井戶狀,溫暖明亮。原來自己也是被守護的。身影延長似海灘那杉樹,平和堅定。

那麼,東風起時,候鳥再來,汝可否留下?杉樹搖曳。

Was ist wenn man nach Außen verschoben wird? Orientierungslos und verloren. Der Himmel wurde dunkel. Was ist wenn man zu einer Geschichte hineingezogen wird? Freude und mutig.
Der Ton wird von Finger geschoben und gezogen. Es wird zu einer Form. Die Glasur zieht ihn und verleiht ihn Vielfalt und Facetten.
Vielleicht geht es den Menschen ähnlich.
Was passiert, wenn der Zauberbruch fehlt, und die Tür sich nicht öffnet?
Aber wenn alles im Ofen bereit ist, muss der Keramiker mit aller Kraft ohne Scheu den Ofenwand zerstören, um die Werke zu betrachten.
In jenem Winter, am japanischen Meer. Der Himmel blass, der Wind blähte. In meiner Hand lag die Hagi Schale. Warm und erhellend! Ach! Die Schale hielt mich im Arm! Der Körper verwandelte sich zu dem Kiefer am Stand, aufrichtig in den Himmel.
Wenn die Brise weht, kommen wieder Zugvögel. Wirst Du hier wohl verweilen? Der Kiefer neigt.

Entfalten „綻放 Zhan Fang“ Zisha Kanne

綻放 „Zhan Fang“ – Entfalten/Blühen Yixing Kanne von Künstlerin An Demin 安德敏

Qinghui Duanni Zisha 青灰鍛泥紫砂茶壺

Pflaumen Kanne von Zhang Feng III

Wenn man nicht genügend lang gelebt hat, kann man praktisch nicht eine Pflaumen-Kanne in diesem ewigen Widerspruch „Alt-Scharf“ und „Kalt-Geschmackvoll“gestalten. Junge Künstler müssen mit Nachahmung anfangen und mit Leben lernen.

Die Kunst ist für einen Yixing-Kannekünstler zu leben. Im Leben sammeln sie die Wahrnehmungen und Empfindungen. Wenn das Wahrgenommene und das Empfundene ineinander fließen können, entsteht das Erkenntnis. Mit diesem Erkenntnis praktiziert Zhang Feng wie die meisten Pionier seiner Kunst. 

Alt, krank und trocken sind die Beschreibung über den Pflaumen-Baumstamm. Sie deuten auf das Unangepasste. Das alte, kranke und vertrocknete sind zugleich dazu da, um die blühende zarten Blüten neben dem Stamm zu erzählen. Der blühende Zweig kommt aus der Luft neben dem rauen Rinde. Ätherisch und entzückend. Er markiert den Widerspruch des Seins. 

Auch der Widerspruch geht vorüber. Zhang Feng lässt den Widerspruch nicht unversöhnlich stehen. Er verbindet das Alte und das Zarte, das Verwelkte und das Wachsende und das Leben und den Tod mit einer Zeitlosigkeit. Eine Kanne Tee getrunken um die Zeit zu vergessen. In dieser Zeitlosigkeit betrachtet der Teemensch, die Blumen blühen und verwelken; die Wolken zusammenziehen oder vorbeiziehen; die Höhe des Lebens und ebenfalls die Krise in der Ungewissheit.

Möge jeder Teeliebhaber seine Pflaumen-Kanne begegnen kann.

Zhang Feng, 1979.

Pflaumenkanne, Mei Hu aus Qinghui Duanni. Original Yixing Zisha.

梅壺 Pflaumen Kanne II

Wozu hat Zhang Feng eine Teekanne mit Pflaumenmuster gestaltet?

Ueber Pflaumen als ein kulturelles ästhetisches Symbol in der chinesischen Kultur habe ich bereits vieles geschrieben. Heute möchte ich gerne mehr über die künstlerische Details erzählen.

In der Zisha-Kannenkunst gibt es drei Kategorien: Hua-Qi, Guang-Qi oder Jinwen-Qi. Qi bedeutet hier das Objekt oder das Ding. Jinwen Qi offenbart die Aesthetik der Linien. Guang-Qi. Guang-Qi schätzt man die Proportion des Körpers und Geschmeidigkeit der Oberfläche auf den Hände. Und Hua-Qi, Ein Objekt mit Muster. Warum findet man ein Objekt mit Muster schön?

Diese Frage werde ich sehr oft in Shui Tang gestellt. Viele Klienten mögen Muster auf der Kanne nicht, weil sie angeblich Minimalisten sind.

Wenn man sehr von sich überzeugt, ist es vergebens mit ihnen zu sprechen. Ueber Glauben kann man nicht reden. Man kann höchstens eine Frage höflich zurückstellen, „Sind Sie sicher, dass ein Minimalist Symbole verpönt?“ Wie kann man heute ohne Symbole miteinander kommunizieren? Auch ein Kreis ist ein Symbol.

Der heutige Mensch hat oft eine hohe Meinung von sich selbst. Wenn man einmal in Yunnan war, ist man bereits ein Puer Expert.

Die Linien und die Formen sind zugänglicher im Vergleich mit Symbolen für Menschen aus einer anderen Kultur, zu verstehen. Obwohl wir stets mit Symbolen kommunizieren, verstehen wir oft nicht, was einzelne Symbole in jeweiligem Kontext bedeutet. Weil es schwer zugänglicher ist, ist es einfacher zu ignorieren. Ich gebe zu, ich finde auch nicht immer Zugang zu allen symbolischen Sprache von China und Europa. Aber es fasziniert mich sehr, vor allem unser Psycho kennt keine Grenze und keinen Raum. Im Traum und in der Meditation offenbaren Symbole von der Lebenswelt und leben so in ihren eigenen Rhythmus. Und wenn ich den inneren Weg gehe, das Geschehen um mich und in mir verstehen will, komme ich an der Auseinandersetzung mit Symbolen nicht vorbei.

Pflaumenbaum wurde gerne in der chinesischen Kunst mit „Alt-Scharf“ und „Kalt-Geschmackvoll“ dargestellt. Der von chinesischer Malerei geprägten japanische Maler Rosetsu 長沢芦雪 hat ein ausdrucksstarkes Bild von einem Pflaumenbaum gemalt. Alt, der Stamm fast zerfressen von Insekten, scharf gebogen wächst der Zweig Richtung Himmel. Kalt, farblos wirkt der Baum aufrichtig treu auf der Erde. Ein Geschmack von einem aufrichtigen Menschen!

Das ist die Sprache von einem chinesischen Pflaumenbaum. Ein alter Baum gewinnt durch das lange Leben die Distanz zur phänomenalen Welt. Mit dieser Distanz beobachtet der Baum die Vergänglichkeit und Sentimentalität. So werden die Augen scharfsinnig und kalt mit Geschmack. Unberührt nimmt der Baum Anteil an unser Leben in der Stille. Dieser Widerspruch macht einen Pflaumenbaum liebenswürdig, einem Menschen menschlich und eine Kunst lebendig.

Diese Ästhetik ist gegründet in alter chinesischen Kultur. Alt, das Alte bedeutet nicht das Vergangene oder das Sterbende, sondern das Zeitgefühl über die Zeit. Eine Zeit, die nicht vergänglich ist, die einfach Zeit ist. Dort unterscheidet sich die chinesische Ästhetik zur japanischen Wabi-Sabi. Alles Vergängliche, das bedeutet das Schöne, das Reiche, das Einsame oder das Freie kehren immer wieder zurück zum Null-Punkt – Zeitlosigkeit. Das ist ein Ausdruck zu Ping-Dan – reines Sein.