Archiv der Kategorie: Der Teeweg

Gras oder Tee?

Ich sah den 21järigen jungen Mann vor mir, der Kunst studieren will und nach Kreativität und Ideen sucht.
Er fragte mich, „kannst Du mir sagen, ob der Tee besser ist als Gras?“
Er findet immer seine Kreativität wenn er Gras raucht.
Ich schüttelte meinen Kopf.
„Kannst Du mir beweisen, dass der Tee das ähnliche kann als der Gras?“
„Wie so? Du kannst ja weiter Gras rauchen.“
„Aber was bringt einem wenn man Tee trinkt?“
„Durch das Tee Trinken öffnet sich vielleicht ein Tor zu innerem Brunnen. Vielleicht.“
Ich goss noch einmal den Oolong aus Dongding Berg, der auf der Zunge die mineralischen Erdton hinterlässt. „Diese innere Brunnen oder Quelle ist wie sprudelnde Kraftzentrum, das unerschöpflich aus Dir spritzt.“
Wozu Gras? Du wirst immer wieder auf dem gleichen Punkt kommen, wie geht es weiter ohne es.
„Kannst Du mir es zeigen? Ich will unbedingt diesen Brunnen sehen, bevor ich mich darauf einlasse.“
Ich lachte und antwortete es mit einem Schalk, „Ich empfehle Dir weiter Gras zu rauchen. Der Weg der zu inneren Brunnen führt ist zu steinig und mühsam. Gras zu rauchen ist viel einfacher. Mache es weiter.“
Er guckte mich mit zwiespältigem Blick. Er würde versuchen, sagte er.
Ist Tee eine bessere Droge als Gras?
Zumindest behauptete Paul. Er fügte hinzu, es ist allerdings nicht billiger.

Teeschüler sein

Ein starker Schüler, der eine Befreiung im Tee erleben und suchen will, braucht einen starken Lehrer.
Michel sagte mir einmal: ein starker Lehrer freut sich über einen starken Schüler, der ihn herausfordert.
Es sei ähnlich wie ein Pfeilschiessen.
Zwei Pfeilen treffen sich in der Mitte des Weges. Der Meister und der Schüler verbeugen sich gegenseitig.
Ein schwacher Schüler braucht Bestätigung und Lob. Damit er sein Verhaltensmuster ein Asyl findet.
Ein starker Schüler will an die Grenze getrieben werden. Er will Entwicklungen.

Ulrich sagte einmal:
Beobachte wie der so genannte Lehrer, wie er mit seinen Menschen in seiner Nähe umgeht. Wenn er einen Partner hat, wie geht er mit einem Partner um?
Wenn er Schüler hat, wie geht er mit seinen Schüler um?

Und vielleicht auch fragen, wie geht der so genannte Meister mit sich selbst um.

Wie findet ein Meister seinen Schüler?

Es gibt viele Angebote auf dem Markt.
Du kannst bezahlen und bekommt am Ende der Veranstaltung Deine Zertifikat.
Vor sechs Jahren bat ich meinen Teelehrer Atong um eine Zertifikat, dass ich ganz stolz in Shui Tang aufhängen kann.
Atong antwortet ganz schlicht: „Wie viele Zertifikate brauchst Du? Ich drücke Dir alles.“
Jetzt hängt das Bild von Meeresgöttin Masu in Shui Tang anstatt eine Zertifikat. Ein Buddhas auf dem Schrank anstatt einem Meisterbrief.

Als ich bei Michel Zazen praktizierte, sagte er oft, dass ein Meister keinen Schüler sucht. Es entsteht von sich alleine.
Nicht, dass ein Meister jemanden zu seinem Schüler ernannt, sondern der Schüler einen Lehrer zu seinem Meister macht. Wenn er sein Vertrauen schenken und ihm gegenüber sein Wesen offenbaren kann.
Viele Leute suchen im Leben stets nach einem Meister.
Meiste Menschen glauben, dass sie keinen brauchen.
Ich habe wirklich nicht viel überlegt.
Einerseits bin ich ein Kopfmensch. Andererseits folge ich mein Herz.
Meine Beziehung zu meinen Lehrern hat sich so ergeben. Dafür bin ich SEHR dankbar.
Es war mir klar. Dass ich sehr viel lese, aber sehr wenig umsetze. Dass ich sehr viel über Tee rede, aber sehr wenig Tee lebe.
Deswegen wollte ich einen Lehrer haben und bin dankbar, dass er mich tadelt, kritisiert und konfrontiert. Natürlich ist es in jenem Moment nicht angenehm, aber mein Leben hat davon profitiert. Meine Lehrer haben dafür viel Energie verloren und aufgewendet. Das kann ich nicht mit Geld wieder gut machen. Michel ist mit 63 gestorben.
Auch wenn er schon gestorben ist, lebt er immer noch in meiner Nähe. Er sagte, das Geschäft führen ist wie Zazenpraxis. Im Hier und Jetzt, ohne Kategorien. Wie setzt man es um, wenn es an einem Tag keine Kunde kommt und die Kasse leer ist? Wie setzt Du es um, wenn ein Kunde glaubt, dass er alles machen kann, weil er Geld hat?

Shui Tang ist der Ort ohne Illusion.
Am Ende des Tages muss die Kasse stimmen.
Wo hat die Menschlichkeit einen Platz? Wie füge ich Liebe und Autorität zusammen? Wie schmiede ich Konzentration und Gelassenheit zu einer Einheit?
Ich bin nicht Tee. Ich bin vergänglich und provisorisch.

Tee geht weiter. Ein Teebaum kann zwei Tausendjahren leben.
Der Baum lacht wahrscheinlich über das intellektuelle Geschwätz von uns im Wonne der winterlichen Sonne.

Wie findet ein Schüler seinen Meister?

Lieber Herr K.,
vielen Dank für das herzliche Email.
Ich weiss nicht, wie Schüler und Meister zusammen finden.
Ich kann Ihnen nur erzählen, wie ich meinen Meister gefunden habe.
Ich habe ihn beobachtet und dann ihn vertraut. Auch wenn er mich immer wieder abgewiesen und konfrontiert hat.
Ulrich Haas ist mein Lehrer – würde ich behaupten. Auch wenn ich technisch nicht viel bei ihm gelernt habe.
Aber er ist nicht in meiner Nähe. Das macht nichts. Ich fahre gerne zu ihm und nehme das mit, was ich mitnehmen kann. Ausserdem ich will nicht nur seine Technik lernen – das kann man auch von Youtube.
Ich lerne die Art, wie er denkt, wie er über Tee reflektiert und was er lebt. Das nehme ich für mein Leben mit, egal wo ich bin.
Habe ich Ihr Email beantwortet?
Ihnen wünsche ich ein schönes Schaf-Jahr,
Menglin

Am 14.02.15

Sehr verehrte Frau Chou,

ich habe eine „einfache“ Frage:
Wie findet ein Schüler seinen Meister?
Oder
Wie finden Schüler und Meister zusammen?
Nicht nur im übertragenen, sondern auch konkret im praktischen Sinn.
Teeliebhaber, -kenner und -meister gibt es nicht überall wie Sand am Meer. Häufig gibt es große örtliche Distanzen.

Gerne möchte ich Tee lernen. Aber nicht nur autodidaktisch, über Bücher, Blogs, Videos, selbst probieren .. Ich möchte auf meinem Weg gerne auch belehrt, geführt, begleitet werden.

Also: Wie finden Schüler und Meister zusammen?
Herzlichen Dank für Ihre Zeit, die Sie sich vielleicht nehmen möchten.
Herzlichen Dank für Ihre Blätter vom Teeweg
Mit freundlichen Grüßen
K.

Der zukünftige Held

Serafino kam zuerst mit seiner Mutter.
Nun kommt er allein.
Ich, über 40.
Er, erst 12.
Ich, ein Ausländer aus fenen Osten.
Er, ein Schweizer aus Kreis 4, bei Primetower.
Dieser kleine Junge kommt immer mit einem schweren Rucksack und beklagt über Rückenschmerzen. Ich streiche kurz seinen Rücken und sagte, „ziehe deinen Bauch und Kien zusammen, Ohren über deinen Schulter wie ein Samurai.“
Samurai ist sein Vorbild und Asien ist im Moment sein Traumland. Ich weiss nicht, ob jeder Junge in dieser Stadt so träumt wie er. Aber Serafino ist besonders. So besonders wie Du und ich.
Er möchte Tee lernen. Und er erzählt gerne. Er erzählt mir was ihn so beschäftigt. Zum Beispiel über die Identität.
Er sagte, dass er Diskrimierung und Beschimpfung in der Schule erlebt, seitdem er öffentlich über seine jüdische Herkunft outet.
„Wie hast Du dann reagiert?“
„Nicht reagieren. Ich bin einfach stil geblieben.“
„Super! Weiss Du, wenn ein Hund Dich beisst, beisst Du den Hund eben auch nicht zurück.“
Er lachte.
„Und Diskrimierung – “ ich versuche ihm zu erklären, “ erleben wir immer im Leben, weil wir anders sind.“
Weil wir anders sind.
Wenn wir unsere Andersartigkeit leben wollen, brauchen wir nicht nur Erkenntnis, sondern auch Mut, anders zu sein.
Serafino fragte mich, warum ich hier nicht kaputte reparierte Schale verkaufen.
„Ich habe gehört, dass eine reparierte Teeschale in Japan sehr wertvoll ist.“
Sein Gesicht war ernst.
„weiss Du, warum wir eine reparierte Teeschale schätzen?“
Er schüttelte seinen Kopf.
„Man schätzt eine Teeschale, weil man eine natürliche Beziehung mit dieser Schale aufgebaut hat. Eine Beziehung, die natürlich entsteht. Deswegen lässt man eine Teeschale reparieren, weil man eine persönliche Beziehung zur Schale aufgebaut hat. Nicht weil man eine reparierte Teeschale schätzt. Verstehst Du?“
Seine Augen funken.
„Eine Teeschale ist schön, weil sie natürlich ist. Eine Freundschaft ist schön, weil sie natürlich entstanden ist. Dinge, die organisch entwickeln, entfaltet eine natürliche Schönheit. Das schätzen wir im Tee. „
„Natürliche Schönheit…“
„Ja, unsere Gesellschaft plädieren von Netzwerk. Aber im Tee pflegen wir natürliche Beziehung zu Teeschalen, zu Menschen und zu Tee. Kannst Du es verstehen?“
Er nickte seinen Kopf.
„Also, so wie Du und ich kennen gelernt haben. Ganz natürlich und braucht Zeit. Verstehst Du?“
„Ja. “ er fragte, „kann ich dann in meinen Zukunftstag von der Schule zu Ihnen kommen?“
„was ist Zukunftstag? Was muss ich machen?“
„Nichts. Ich möchte einfach zu Ihnen kommen anstatt zu meinem Vater oder zu meiner Mutter. Kann ich von 11 Uhr bis zum Abend hier sein?“
„Was machst Du hier?“
„Alles, was Sie wollen.“
„Serafino, wir arbeiten hier. Also, Du kannst putzen, Tee packen und Tassen waschen?“
„ja.“ er lachte.
Sein Vater sei ein Anwalt…
„Aber, das ist Kinderarbeit! Bitte frage Deinen Vater, ob er damit einverstanden ist.“
„ja! er sagte ja.“
Wirklich? O.K. wir werden sehen.
Nun wollte er Tee lernen und sass dort ganz aufrichtig am Tisch.
„Serafino, das Erste, was Du im Tee lernst, ist keine Spuren zu hinterlassen. Kannst Du das?“
„ja. Klar. Wie die Ninja!“
Wow!
Manchmal muss ich doch an die Lehre von Wiedergeburt glauben!
Ich sah sein glückliches Gesicht und spürte eine Wärme durch meinen Körper.
Er ist so jung. Seine Träume werden paar Male neu erfunden. Die schönen Moment am Teetisch können in Fluss seines Lebens untergehen. Aber, ich bin mir sicher, an einem bestimmten Ort, an dem richtigen Moment werden die Düfte des Tees und die aufrichtige Haltung am diesen Teetisch wieder in seinem Körper wach rufen!

Die Reise eines zukünftigen Heldes II

Der Held im Gefängnis der gesellschaftlichen Unterdrückung (ich bin nicht sicher, ob er seinen Titel verändert hat. ich fände das Wort „Unterdrückung“ ist zu stark. Es braucht Mut das Wort zu nehmen.)

Es war einmal ein Junge, der nicht reden konnte, alle anderen in seiner Spielgruppe konnten reden, er nicht. Im Alter von 7 konnten alle reden und lesen, er konnte dies lesen. Sein Lehrer hat seine Eltern zum Gespräch aufgefordert und ihnen mitgeteilt, dass ihr Sohn gehen muss, denn er ist langsam, er ist nicht kreativ, er halte die Klasse davon ab sich zu verbessern. Die Eltern schickten ihn arbeiten. Er wurde von jeder Arbeitsstelle gefeuert. Alles was der Junge bis zu seinem 21. Lebensjahr kannte war Fehlschlag. Erfolg kannte er nicht. Doch er ist immer wieder aufgestanden, schlug fehl, aufgestanden, schlug fehl, bis er eines Tages entdeckt hat was er möchte, was ihn inspirierte. Er hatte einen Traum. Für diesen Traum arbeitete er immer bis spät in die Nacht. – Durch diesen Prozess musste er sich nicht mehr fragen; „Was wäre wenn?“ – Dieser Mann ist 1093 mal fehlgeschlagen, und hat nicht aufgehört. Fehlschlag war sein täglich Brot, sein Leben. Er wusste jedoch was er wollte und gab nicht auf bis er seinen Traum erfüllt hat.
Dieser Mann war Thomas Edison, Erfinder der Glühbirne
Ich möchte heute nicht über Thomas Edison an sich sprechen sondern über den Prozess des Erfolges, den er bewältigt hat, den Prozess, dem wir uns ab Tag 1 unseres Lebens widmen.
Wir, damit meine ich euch Mitschüler/innen, die wie ich auf dem Weg des Erwachsenwerdens sind, befinden uns in Mitten, wenn nicht teilweise am Anfang dieses Prozesses. Die Zeit der Absicherung durch die Eltern ist vorbei. Wir müssen selber Entscheide treffen und für diese auch noch gerade stehen. Immer mehr und mehr müssen wir uns die Frage stellen; „Wer bin ich eigentlich?“ – Wenn ihr dies noch nicht tut, dann empfehle ich euch das wärmstens, denn die Zeit läuft.
Zurück zu unserer Frage. Wer bin ich eigentlich? Was ist der Grund meines Daseins? Was möchte ich erreichen? – Sobald ihr euch diese Fragen stellt, werden viele von euch sich ein wenig unwohl fühlen, Witze darüber machen oder sogar einfach versuchen die Frage auszublenden und über euer Mittagessen nachzudenken.

Dies ist die Wirkung der Komfort-Zone, ein Phänomen, das meinen Thesen zufolge aus Gesellschaftlicher Unterdrückung entsteht also aus Erziehung, aus Angst vor Veränderung, schlussendlich aus Angst vor dem Fehlschlagen. Die Komfortzone ist ein Verhaltenszustand, eine Lebenseinstellung ohne Aussicht auf Veränderung und Risiko. – Nur wenn ihr aus diesem Stadium der Gleichgültigkeit heraustreten könnt, werdet ihr Wachstum und Fortschritt in euch selbst entdecken. Ich selbst bin ein sehr gutes Beispiel des Austretens aus der Komfortzone. Ich breche Regeln die ihr euch selbst aus Angst vorschreibt.
Wie ihr mich alle sicherlich kennt mache ich teilweise Sachen, sei es auf der Sozialen oder Persönlichen Ebene, die ihr euch nie getrauen würdet nachzumachen. Das muss doch ein sehr langweiliges Leben sein, das ihr da lebt. Versteht mich nicht falsch, dies sollte der Punkt für Humor in meiner Rede sein. Sehr aufdringlich, nicht wahr? Gut so.
Ich zitiere Joseph Campbell, ein Us-Amerikanischer Professor aus seinem Werk: Der Heros in tausend Gestalten.
„Jede Seele hat einen inneren Ruf, ein Verlangen des Herzens, die Komfortzone zu verlassen und sich auf ein Abenteuer zu begeben.“
Ja ihr habt recht, es braucht Mut, viel Mut aus dieser Zone raus zu kommen. Ich verrate euch wo ihr an eine gesunde Dosis Mut rankommt. Träumt wie Thomas Edison, träumt wie jedes Kleinkind davon träumt später einmal Astronaut, Feuerwehrmann oder Krankenschwester zu werden. – Der Traum an sich ist die Reise zur Verwirklichung, also habt den Mut umzusetzen was zu tiefst in eurem Herz verborgen liegt, denn dann wird die Illusion des Traumes zur Wirklichkeit werden.
Die Gesellschaft und vor allem die Erziehung spielt eine der grössten Rollen bei der Zerstörung von Träumen. Eltern erziehen ihre Kinder nach den Idealen von denen sie geprägt worden sind. Auf dem Weg des Erwachsenwerdens müssen wir uns ALLE von unseren Eltern emanzipieren. Alles was uns durch die Erziehung beigebracht wurde, wird von uns selbst hinterfragt und neu überprüft. Dieses Verfahren bietet uns dann die Einsicht, dass dieser Weg unser eigener ist und nicht der Weg des Anderen. (der Eltern, der Religion, der Freunde, der Medien)
Zum Schluss fordere ich euch jetzt auf eure Komfortzone zu verlassen. Brecht die Regeln, damit ihr neue Regeln kreieren könnt, die dann wieder von anderen gebrochen werden. Bezwingt eure Angst und befreit euch aus dem Gefängnis, oder bleibt stehen.
Die Hodgetwins, einer meiner Favoriten unter den Youtube-Channels würden jetzt sagen: „ DO WHATEVER THE FUCK YOU WANNA DO!“

Die Reise eines zukünftigen Heldes I

Wir nennen den Tee Dong Ding Surprise.
Dong Ding Ueberraschung?
Weil Dong Ding ist heute ein Oolong, dessen Gesicht immer gesichtsloser wird.
Gesichtslos weil es zu viele Oolongs nach diesen Name genannt werden ohne den Geschmack zu haben. Gesichtslos weil es immer bequemer wird, einen Tee mit einen gekannten Name zu vermarkten. Gesichtslos weil man nicht mehr weiss, wie er schmecken soll!
Versteht ein Junge in der Wohlstandsgesellschaft der Schweiz, was Not und was Verzicht bedeutet? Versteht ein Junge in der durch und durch sexualisierte Perversität unserer Zivilisation noch Erwachsen Werden?

Als im September den Dong Ding Surprise bei Atong entdeckt wurde, staunte ich über die einfache Art des Rollens. Ich fragte ihn, ob dieser Tee von einem alten Teemaker gerollt wurde.
Er nickte seinen Kopf und sagte, dass es auch möglich die letzte Partie von diesem Mann.
Dieser alte Mann gehört zu sterbenden Generation, die verstand aus dem einfachen Erde einen einfachen Tee zu machen. Der Garten, der nach der Erdbeben sich nicht mehr richtig zu wirtschaftlichen Schwung kam und immer nur so viel gepflegt, wie der alte Mann es kann. Aus den beiden Faktoren, dessen Zeit nicht mehr modern ist – ein nicht rechnender Mann und ein schlecht bewirtschafteter Garten, entstehen eine Ueberraschung! Charmante fruchtige Duft und voller Kraft aus der mineralischen Erde des Dongding Berges.
Der Geschmack ist wie es früher war – einzigartig, sagte Atong.
Ich fragte ihn, warum ist dieser Geschmack noch präsent?
Weil die Art wie man einen einzigartigen Tee macht, sich nicht verändert.

Der Verlauf der Reise eines Junge in die Erwachsenenwelt verändert sich heute. Oder nicht?
Können wir unsere Kinder so brav und komform mit 4G-Geräte oder Songs und Videos oder vielleicht Stars- Managers-Traum halten?
Wie sieht ein Junge sein Leben aus dem bequemen Zone auszutreten? Wie ein Tee aus dem verwilderten Garten mit Zikadenbefall und andere Wildness, oder wie ein Teemaker ohne klimatische Geräte und Steuerung einen richtigen schwarzen Drachen zu kreieren?
Ich war sehr berührt, als Tim mit mir über seinen Vortrag in seiner Schule in Zürich besprochen hat. Hier ist sein Text.
Ein Text von einem 17 jährigen aus der Schweiz.

Siehe den nächsten Beitrag.

Muss eine Teetasse die Farbe des Tees sichtbar werden lassen?

Gestern bekam ich eine Keramikerin zu Besuch, sie fragte mich ob eine Teetasse unbedingt weiß sein sollte.
Weil man ihr oft sagte, dass die Farbe des Tees sichtbar sein soll.
Das stimmt, wenn man gerade einen Tee kennenlernen will. Und wenn man Teesorten degustiert,
Aber im Genuss – da spielt die Farbe des Glasur nur in individuellen Bedeutung.
Ich sagte ihr…
Für Menschen die Tee ernst nimmt mit Bemühung versucht zu verstehen, ist es wichtig alles zu sehen und zu erfassen. Für Menschen, die die Welt ganz materialistisch und ganz ernst betrachtet, will auch unbedingt wissen, ob Maria eine Jungfrau ist, ob Weihnachtsmänner tatsächlich gibt!
Für mich, wenn ich einen Tee genieße, dann freue mich auf eine ästhetische Erfahrung: das Zusammen Spiel zwischen mir, Schale und Tee. Was für Glasur passt am besten zu welchem Tee in welcher Tageszeit? Was für Tee passt am besten zu welcher Laune? Welche Tasse will ich jetzt in meiner Hand gehalten werden?
Das ist kein Regel, sondern ein Spiel!
Komme, wir spielen jetzt ein Teespiel!
Farbe des Tees muss nicht gesehen werden, wir müssen uns gar nicht bemühen, einfach spielen!

Anjas erster Gongfu Cha

Anjas erster Gongfu Cha

Blond, deutschsprechend und aktiv. Das hübsche fremde Mädchen kann auch schon Gongfu Cha spielen. Sie ist nur 5 Jahre alt!
Ist das möglich?
Das ist möglich.
Denn Gongfu Cha ist nicht einer bestimmten Kultur zugeschrieben und für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe reserviert. Es ist eine Erbe der gemeinsamen Menschheit.

Durchlässigkeit, 纖細,透明的人格

Es war eine junge hübsche und sympatische Frau in Shui Tang. Bevor sie kam, rief sie mich an und fragte, ob ich gute Tees hätte für Fotoshoting.
Ich lachte im Telefon und sagte, wenn sie unsicher ist, kann sie gerne zu einem anderen Geschäft gehen.
Woher soll ich wissen, ob mein Tee für ihre Fotos geeignet wäre?
Und wenn sie kommen will, komme doch mit Vertrauen.
Sie kam und war sehr freundlich. Meine Art war sicher sehr verunsichernd, aber doch irgendwie mit einem gewissen Reiz.
Also sie kam zum zweiten Mal und mit einer Kollegin.
Die Kollegin schien recht schnell zu verstehen, worum es in Shui Tang geht und läuft, ließ mich beraten und ging sogar mit Spielzeug aus dem Laden. Sie war allerdings immer noch unsicher und sagte mir, ob ich vielleicht noch einen grünen Tee außer dem den sie unbedingt mitnehmen wollte, empfehlen würde. Ich sagte aus dem Herzen, “ Ihr Wesen ist recht durchlässig. Also ich würde keinen grünen Tee empfehlen.“
Wahrscheinlich war meine Aeusserung recht verwirrend, sie rief mich paar Stunde später noch einmal an.
Es war ein interessanter Tag. Ich lernte einen spannenden Musiker kenne, der am Freitag in Tonhalle spielte. Er kam fast jeden Tag während er in Zürich aufhielt. Wir hatten spannende Gespräche über Musik und das Leben nach dem Tod. Kann man etwas vor anderen Menschen verstecken? Kann man wirklich wissen, was für Zusammenhänge zwischen Menschen, die wir in diesem Welt begegnen?
Sie wollte wissen, ob mein Ausdruck „Durchlässigkeit“ etwas positives oder negatives ist und warum ich ihr Wesen so fassen kann obwohl sie mich nur zweimal getroffen hat.
Durchlässig sein, sei weder gut noch schlecht — ich versuche ihr es zu erklären. Außerdem muss man mir nicht alles glauben, meine Wörter sind keine Wahrheit, sondern bloß meine Gedanke.
Sie sei durchlässig, weil sie eben die Aeusserung des anderen über sie wichtig nimmt.
Durchlässig, weil man leicht beeinflusst wird von Aussen. Anders gesagt, könnte man auch sagen, dass man von den Kritik und Lob manipuliert wird. Das ist an sich keine schlechte Eigenschaft. Man orientiert sich gerne an die Meinungen des anderen. Aber wenn man diese äußerliche Dinge zu nah zu sich platziert, dann verliert man den Kontakt zu eigenem Standpunkt. Man läuft in Gefahr für anderen Menschen zu leben, fremd bestimmt zu handeln, und am Ende fühlt man sich alt, hässlich und verlassen.
Dass ich Menschen anders wahrnehmen, als das Bild, was Menschen mir gerne präsentieren, hängt mit dem Teeweg zusammen. Wenn man den Tee nicht nach dem Name oder Etiketten kauft, nicht nach der Höhe und Tiefe des Teegartens orientiert, sondern nach dem Tee selbst und lernt Tee ZUzuHören! Dann nimmt man natürlich Menschen so wahr, wie sie sind, nicht wie Sie sein wollen!

Wie kann man die „Durchlässigkeit“ ausgleichen?
Muss man das?
Wenn Du Dich dafür interessierst, dann mache doch Gongfu Cha.
In Gongfu Cha lernen wir den eigenen Ausgangspunkt zu finden, zu stärken und zu stabilisieren. Egal was wir tun, kommen wir immer zurück auf dem Ausgangspunkt. Und von Dort fangen wir an unsere Welt zu entdecken und zu strukturieren.
Wir lernen nicht darum zu kümmern, was die anderen über uns denken und sprechen. Wir lernen zu verstehen, was wir über die anderen denken und sprechen. Wir lernen die Menschen um uns in unserem inneren Garten, der im Spiegelbild des Teetisches, zu platzieren – so wie wir uns wohl fühlen. Dann immer wieder im Austausch mit den anderen ein bisschen korrigieren und neu orientieren. Ab und zu die Struktur wieder brechen, neu einordnen.
So lernen wir die Durchlässigkeit von innen aus zu gestalten und auszustrahlen.
Durchlässig sein ist schön, je nach dem, was wir wollen.

Meine ehrliche Wörter: Das, was die anderen über uns denken, ist ihre Freiheit! Kümmere Dich mehr um Dich, wie Du Dich fühlst.
Ich habe keine Interesse, andere Menschen zu manipulieren, wie sie über mich denken. Jeder Mensch ist frei!