Archiv für den Monat Mai 2009

Unser Unterrichtsort in der Reise

MykonozDas Cafe Mykonoz… eine sehr wichtige Adresse!

Bus Der wichtige Ort vom Teeunterricht – unser Bus.

Yixiangcun Die Langnasen gingen zum Unterricht

Oriental Beauty Die kostbare einmalige Oriental Beauty Stunde!

arbeitende langnase Der allerwichtigeste Ort: Amings Teewerkstatt. Aming hat ein riesen Glück, da er eine Superfrau hat! Sie arbeitet, kocht, putzt und sorgt für allen! Das Werkstatt ist immer voller Leute, immer sauber und immer einladend!

Noch mehr Reisebilder

Dank Cordula und Christian habe ich noch mehr Bilder von unserer Reise erhalten!

Christian auf dem Blumenmarkt zwischen den Blumen… Du hast schön, lieber Christian…

Cordula Wie schön! Cordula im Tee…

Busfahrt unsere Gruppe im Bus in Taipei

reisebus Unsere Reisebus… immer im Essenverteilen. Ich habe nach dieser Reise 3 Kgs zugenommen… meine Mutter verteilte gerade etwas…

Christof und Menglin Menglin quälte Christof? Nein! Er war krank! Sie machte gerade eine Ohrmassage! Was man als Reiseleiterin alles kann!

Mami Meine Mutter war 5 Tage mit uns unterwegs. Sie hat immer privaten Essstäbchen und waschte sie nach dem Essen. Sie kaufte für die Gruppe stets Kleinigkeiten wie Eis, Bambus-Reisknödel etc. Sie schaute nicht nur für mich, sondern auch für andere allein Reisende wie Christof und Markus. Eine richtige Mami!

Ml Bei dem Schwarztee-Fabrik stand ich vor vielen Schilder, wo überall der Formosa Tea schon anwesen war. Ich hoffe, irgendwann steht auch Zürich darauf!

 

Der kuriose Fall von Alishan Hochland 1999

Eine Uhr, die rückwärts läuft, landet mit der Zeit in Friedhof.

Eine Verbindung, die von einem bestimmten Muster belastet wird, bricht im Lauf der Zeit ab.

Eine Beziehung, die das tiefe Herzen berührt, wird durch die Zeit alt.

Wie ist denn es, wenn eine Uhr rückwärts laufen würde?

Wie ist es, wenn wir zum zweiten Mal Chance hätte, die Dinge neu zu erleben?

Wie ist es, wenn wir alt geboren und immer jünger werden?

Manchmal haben wir das Gefühl, jemanden bei der ersten Begegnung bereits gekannt zu haben. Die Zeit und Raum spielen gar keine Rolle. Manchmal haben wir das Gefühl, wenn wir es noch einmal erleben würden, würden wir vieles anders machen. Die Zeit und der Raum beschränken stets den Rahmen unsere Handlungen. Wir sind anscheinend nicht unser eigener Herr. Der eigene Herr für das Leben.

Als der Alishan 1969 einmal im Februar degustiert wurde, wurde ich „enttäuscht“ von der Reaktion der Anwesenden. Die Anwesenden waren vom großen Name in ihrem Bereich und waren enttäuscht von diesem fast 40 Jahre alten Tee. Sie sagten, er zerfällt. Ein Tee, der seinen Höhepunkt erreicht und nun zerfällt. Zerfall. Er schmeckte nur nach duftendem Holz. Verholzt. Alt und gelagert. Sie achteten nicht auf die Geschmeidigkeit die durch die Zeit gewann, nicht auf die Energie dieses Tees, die den Körper aufwärmte. Ein Tee, der zu alt ist.

 

Vor Kürzen trank ich mit Lehrer Aton in Taipei einen Alishan 1999, bevor die Reisegruppe eintraf. Ich erkannte den anderen, der zerfällt, in ihn. Ich erkannte ihn in seiner Leichtigkeit, die die Zeit übersteht, seine Vielschichtigkeit, die zeitlos ist und seine klare Sprache, die die Zeit überdauert. Einerseits fruchtig reif, Duft nach den unter der Sonne getrockneten Zwetschgen; andererseits blumig nach zarten Frühlingsorchideen. Klar, unverklemmt und unverschwommen. „Das ist es.“ Sagte Aton zu mir. Ich nickte meinen Kopf. Ein Tee, den wir in Shui Tang einführen werden. Als ein Einstieg für Teeliebhaber in die Reise mit der Zeit…

Dieser 10jährige Alishan im Vergleich mit Alishan 1969 versetzt mich ins Kino von Benjamin Button. Indem ich ihn (1999) trank, erinnerte er mich an dem 1969. Benjamin wurde alt geboren und erlebte sein Leben immer jünger. Während die anderen hinfälliger wurden, wurde er immer kräftiger und lebendiger. Was ist die Zeit für Menschen? Was ist das Zeitlose im Leben? Gibt es wirklich, was die Zeit unbedeutend macht?

 

„Möchtest Du diesen Alishan noch jünger erleben?“ fragte Aton mich anschließend. Noch jünger? Ich sah ein Schalk im Augen von Aton. Noch jüngerere Alishan, der Nage Nage Cha, den er manchmal versteckt und manchmal doch verkauft. Er weiß manchmal nicht, wie er die Attacke von berührten Teeherzen widerstehen kann, an sie keinen guten Tee zu verkaufen.

Der noch jüngere Alishan 2003 noch fruchtiger, blumiger und frischer. „Er ist so jung!“ Nur im Aussehen? In seinem Wesen ist er reif, er ist klar und übersteht die Zeit. Er wird alt. „Nehme doch all diesen Tee. Lagere ihn, verkaufe ihn langsam. Es ist gut für Dein Geschäft.“ Aton wollte mir helfen, einen Name mit Raritäten und erlesenen Tee im Europa zu behaupten. Er gibt mir sein Schatz, weil ich ihn verstehe. Weil meine Liebe zum Tee ihn berührt. Ist das, was zeitlos ist?

 

Als Benjamin Button Daisy begegnet, wurde es ihm etwas klar. Diese Person verändert sein Leben. Dieser Erkenntnis machte vielleicht sein hinfälliges Leben einen Sinn, denn es nicht mehr in dem gleichen Muster läuft. Der gleiche Muster, sich so zu fühlen und verhalten wie die alten Menschen, die auf Tod warten. Er bekommt Mut.

Mein Leben verlief auch in einem bestimmten Muster. Bis mir durch Tee und durch den so genannten Teeweg eines klar wurde, dass ein Muster mein Leben und meine menschlichen Beziehungen dominierte und dominiert.

Auch wenn man bewusst die Dinge zweite Chance gibt, verlaufen die Dinge nicht immer anders. Yang Dechang versuchte in „Yi Yi“ zu erklären, dass gewisse Muster unser Leben stets dominieren und unseren Versuch zum Scheitern bringen. Wenn wir bewusst wieder in die gleiche Situation zurückkommen, überkommt uns die Unerträglichkeit dieser Wiederholung. Der unglückliche Familievater von Yiyi fährt noch einmal mit seiner Jungendfreundin zusammen auf die Reise. Am Ende steht er fest, dass sie einfach nicht an ihr Schicksal verändern. Es dominiert ein bestimmtes Muster, eine bestimmte Wiederholung, die den zweiten Versuch so unertäglich schmerzhaft machte. Vielleicht weil es nicht einmal wahrgenommen wurde, um durchzubrechen.

 

Es ist bestimmt auch der Grund, warum Elisabeth in Wong Kar Wais „ My Blueberry Nights“ durch das Amerika wandert, um wieder nach New York zurückzukommen. (Wong Kar Wai bezeichnete diesen Film als eine Geschichte von einer Frau, die den weitesten Weg genommen hat, anstatt den kurzen, um den Mann, den sie liebt, wieder zu begegnen.) Sie wusste, dass der Cafe-Besitzer Jeremy auf sie wartete. Aber wenn sie wieder die Tür gleich geöffnet hätte, wäre sie immer noch dieselbe Elisabeth wie gestern gewesen. Sie musste ihr Leben mit Abstand betrachten und reflektieren, was bis jetzt dominierte. Sie musste ihre Schmerzen mit auf den weiten Weg mitnehmen und ihre Geschichte durch Leben des anderen mit neuen Augen sehen.

Alishan BäumenBäumen in Alishan

Ein Baum kann in Alishan fast zwei tausend Jahren alt werden, aber Menschen nicht. Ein Tee, der verholzt, sei zerfallen. Unser Herz wird auch alt und verholzt, wenn es nicht mehr zur Sprache kommt. Selten erleben wir Menschen, die jünger „wirken“ (nicht aussehen – dies kann man mit künstlichen Angriff oder Kosmetik helfen) als sie wirklich sind. Selten erleben wir Menschen, dessen Herzen jünger bleiben als sie tatsächlich sind. Herzen können jung bleiben, wenn sie einmal verstehen, was zeitlos sein kann.