Archiv für den Tag 05/08/2008

Insel Werd

„Vor dem Wendepunkt deines Lebens wirst Du einem Labyrinth begegnen.“ Sagte G. ein Tag vor meinem Geburtstag und fuhr mich auf die Insel Werd. Insel Wird im Bodensee, noch nie gehört. Es war das geheime Geschenk für mich und sollte mir viel Licht schenken.

Insel werd

Insel Wird zwischen Eschenz und Stein am Rhein, zwischen Bodensee und dem Rhein, ist das wahre Refugium von Franziskaner Mönch. Kirche und Geistige finden vor dem gemeinen Volk ein stück des irdischen Refugium im abgeschiedenen Ort, während die meisten Menschen sich in Ruhm und Macht stürzten und ihr städtische Pracht zur Schau zu stellen. Wie wäre es ohne Einkaufstrasse für eine schicke Dame und ein vornehmes prominentes Paar?

Besucher waren ruhig, die Ente am Badeplatz waren ruhig und der Streit um Schattenplatz blieb aus. Ein spezieller Ort, der Menschen einfach beruhigt. Ein Labyrinth aus Rasen und Kies wartete auf mich. „Nimm Dir Zeit!“ Sollte ich mich wagen ins Labyrinth zu gehen, oder nicht? Komme ich überhaupt raus? Ich höre andere Besucher klatschten, „Man muss auf den gleichen Weg wieder rauskommen. Nicht die Rasen überspringen!“ Das heißt klar Text: „Halte an dem Regel!“ Ich halt nie gerne an den Regel, damit man ein Machtspiel manipulieren kann. Ich halte die Regel, die Klarheit schafft, nicht die Konvention. Als ein neugieriger Mensch würde ich dieses Labyrinth sicher nicht verpassen. Unbeschwert und richtig naive fühlte ich mich wie ein Kind und schritt ins Labyrinth. Meine Schritte waren leicht und schnell. Nur das Geräusch der Kies hörte ich. Zweifellos glaubte ich an meine Ankunft und Ausgang. Zweifellos wurde ich immer ruhiger. Plötzlich hörte ich das Plauschen des Wassers im Zentrum des Labyrinths – das Symbol der Ankunft. Leise, präzise und kontinuierlich. Das Wasser sprudelte und sprudelte. Das Wasser platschen im Wasser war die Orientierung für Menschen mitten im Labyrinth. Der Pfade fuhr mich zu jeder Richtung, zu jedem Knick und zu jedem Ecke. Mal schattig, Mal mit Weitblick und manchmal nur mühselig. Nach 15 Minuten war ich wieder draußen. „Das geht aber schnell.“ „Ja, ich möchte wieder hier her kommen. Nächtest Mal möchte ich einfach direkt zur Quelle gehen, ohne den Umweg.“ „Ohne die Regal einzuhalten.“ „Dann weiß ich, wie es geht, wenn man einen Quantensprung macht, ohne das Lebenslabyrinth irreführen zu lassen.“

Unweit von meiner Wohnung liegt die Haltestelle Werd. Werdstrasse und Werdgässchen waren alltägliche Begegnung im meinen Alltag. Trotzdem war das Wort Werd unbedeutend. Werd, auf altdeutsch, die Bezeichnung für Insel. Was sollte denn die Begegnung mit der Insel Werd (Insel) und dem Labyrinth zu bedeuten?

Als ich zu Hause ankam, entschied ich mich das Leben aufzuräumen, das Labyrinth um mich  zu betrachten. Wie komme ich ohne Labyrinth aus, einen Quantensprung zur Essenz des Lebens zu kommen? Damit meine Herzenswünsche klarer zu Wort kommen, ohne im Labyrinth verschwinden zu müssen?

Dinge, die mich plagen, mache ich ein Kreuz. Dinge, die nicht einfach loslassen werden können, frage ich mich warum. Dinge, die sich nicht weiter entwickeln und in Sackgasse stecken, gebe ich eine Frist und lass das Universum entscheiden, oder streiche ich einfach weg. Tees, die mir nicht schmecken und in meinem Schrank irreführend stehen, kippe ich einfach weg. Ein Refugium, eine Insel gestalte ich mir, klar und frei. Frei für einen Neuanfang. Eine Geburtstagsentscheidung.