Herbstlich ll

碧雲天,黃葉地,秋色連波,波上寒煙翠。 

Bi Yun Tian ( der blaue Himmel), Huang Ye Di ( gelbe gefärbte Blätter fallen auf den Boden), Qiu Se Lian Bo ( das ruhige Wasser reflektiert die herbstliche Landschaft ), Bo Shang Han Yan Cui (auf das Wasser schwebt leichte Nebel)

Gegen 11:30 standen plötzlich eine Klasse von ganz kleinen Kinder mit Lehrern vor unserem Schaufenster. Eine Lehrerin erklärte den Kindern, dass Shui Tang ein japanisches Teegeschäft sei und die Japaner so kleine hübsche Teetasse verwende.

Ich musste schmunzeln. Doch kam ich nach vorne ohne aufzudrängen.

„Darf ich etwas erklären?“

Die Lehrerin bewilligte mich.

„Ich möchte nicht korrigieren, sondern nur ergänzen.“ Ich formulierte vorsichtig,“ das ist ein Teehaus von der chinesischen Teekultur. China war im 7. Jahrhundert eine grossartige Kulturnation. Japaner schickte buddhistische Mönche und Studenten nach China um die Kultur zu lernen. Sie brachten Tatami, Sashimi, Kalligraphie, Buddhismus und Tee nach Japan.“

Die Augen von den kleinen und grossen Menschen wurden gross.

„Wisst ihr warum man aus kleinen Tassen Tee trinkt?“

Die Augen schauten zu mir.

„Wenn man hungern und leiden muss wie viele Menschen heute auf der Flucht, dann ist man froh, satt zu essen. Wenn man aber in einem Wohlstand lebt, wie wir in der Schweiz, ist es nicht mehr wichtig satt zu werden. Wir können uns eine Frage stellen, was ist das Wichtigste im Leben. Die alten Chinesen fragten sich auch und verstanden Tee aus Genuss zu trinken anstat um Durst zu löschen.“

Die Köpfe fingen an die nicken.

„Also wir trinken Tee um zu geniessen anstatt satt zu werden.“

Die Lehrer bedanken sich, während die Kinder unbeirrt mich anstarren. Ich spürte so viel Neugierde und Faszination. Natürlich verstehen sie nur so viel wie sie können. Aber in dieser herbstliche Stimmung scheint alles so gefärbt von menschenliebend Wärme und zarter Hoffnung. 

Die Früchte fallen weil sie reif sind. Die Samen sehe ich in diesen kleinen Gesichtern mit grossen Augen. Es wird keimen in baldigen Frühling. 

Bevor der vielversprechende Frühling kommt, kommt noch Weihnachten… Und ich bestaune weiter die schönen herbstlichen Schaufenster.

Ich mag besonders die Schatten von den reifen laternenfrucht aus Japan. Die Schattierung erinnert mich an den Nebel der den Wald verschleiert. 

   

2015 Teeseminar Oolong mit einem Schwerpunkt von Dongding

Am 15. November findet ein Teeseminar Oolong mit einem Schwerpunkt Dongding statt.

Warum Dong Ding? Verdient dieser Oolong so viele Aufmerksamkeit?

Er verdient eine Widmung, weil er etwas präsentiert. Etwas Urprüngliches und typisch Taiwanesisches.

Dongding ist ein sehr traditioneller Teeanbaugebiet Taiwans. Der Name von diesem Berg Dongding ist heute der Begriff von Formosa Oolong. Dongding Oolong ist so populär, dass der meisten eben nicht aus diesem Berg stammen!

Der originale Dong Ding kommt nur aus drei Döfer: Yong Long, Zhang Ya und Feng Huang (Phönix). Der häufig zu kaufende Dongding kommt von überall. Die drei Dörfer liegen ca. 700 über den Meeresspiegel (Dorf Feng Huang 800 Meter) und haben eisenhaltigen Boden.

Der Tee schmeckt aufgrund von diesen Bodenbeschaffenheit mineralisch und würzig. Durch die gekonnte traditionelle Handwerkkunst gewinnt ein originaler Dongding unverwechselbare blumige und fruchtige Note, der einen auf einer fruchtbaren Berglandschaft versetzt. Aber er ist nicht gefällig. Er bringt den Teeliebhaber auf den Boden und zeigt ihm die Tiefe durch seine Vielschichtigkeit, manchmal direkt lebendig, manchmal zurückhaltend und machmal geschmeidig. Ein Tee ideal für eine Reifung. Die Lagerung bringt noch mehr Volume und Ausdruck, was uns noch mehr bereichert!

Dieser Tee ist anders als die populäre Hochlandsoolong. Es gibt auf diesem alten Anbaugebiet noch viele pflanzliche Vielfalt, wie zum Beispiel Wuyi und Qingxin Da Pang. Diese in Hochland nicht angebauten Pflanzen erzählen uns Geschichte über Entwicklung von Oolong, bevor die Kommerzialisierung und Monokultur eintrafen. 

Die Erdbeben 1999 und die konservative Haltung von den jungen Bauer, dessen Orientierung nach kommerziellen Erfolge bringen den Absturz dieses Tees. Heute steht Dongding Oolong in Taiwan nicht mehr für Qualität, sondern ein Mitläufer des Marktinteresse!

Wir widmen diesen Tee einen ganzen Tag. Degustiert wird fast verschwundene Teesorten nach traditionellen Herstellungsmethode. Ebenfalls sollte die Degustation den Tee zur Sprache bringen, die uns selbst erzählen, was ein richtiger Dong Ding Geschmack sein sollte!

Teeseminar Oolong mit Schwerpunkt von Dongding Berg in Taiwan

Kosten: 150 Sfr. Anmeldung: Direkt im Webshop von Shui Tang.

http://www.shuitang.ch/products/copy-of-teeseminar-ii-oolong-15-november-2015

Ort: Shui Tang an der Spiegelgasse 26, 8001 Zürich

Datum: 10-16 Uhr
  
 

Wilder schwarzer Tee aus Da Xue Shan 大雪山

Aus dem 3000 Meter über den Meeresspiegel entsteht dieser eleganter aromatischer schwarzer Tee. Auch wenn er genetisch wild ist, zeigt uns der Geschmack von einer kultivierte Schönheit von floraler und frischer Figur.

Sehr hoher und dicker Stamm verrät uns das hohe Alter des Baumes und die trockenen Grass erzählt uns von frühen Frühlingsstimmung. Eisenhaltige Erde prägt den mineralischen Geschmack. Die erste Sendung in Shui Tang ist bereits ausverkauft. Wir warten sehnsüchtig nach der vollständigen Ankunft!

Bitte, lieber pöstler, kommen Sie, bitte!

  
    
 

Was soll ich tun? Eine moralische Frage.

Vielen Leute beneiden mich, weil sie dachten, dass ich immer das tue, was ich gerne tue.

Das ist eine reine Illusion. Meine Schweizer Freunde glauben häufig nicht, was ich von mir erlebten Diskriminierung und Frustration erzähle. Für sie ist ihre Welt in Ordnung. Natürlich ist die Schweiz eine ganz tolle Nation. Aber nicht immer heil für einen Ausländer.

Man muss häufig eine Menge zurückstecken. Das Schlimmste ist immer, wenn eigene Schweizer Freunde es nicht versteht, weil sie nie damit Probleme haben. So würde ich immer zu hören bekomme, als ob ich das Problem sei.

Da unser Pöstler für paar Monate krank geschrieben ist, bekommt Shui Tang einen neuen. Seit dem funktioniert alles nicht mehr. Wir warten vergeblich paar Wochen auf Pakete, nur weil die Pakete immer zu falscher Zeit geliefert sind. Die Pakete kommen immer um 8:30, während Shui Tang erst um 11 Uhr offen wie alle meine Nachbaren! Anders als in Deutschland bekommt man nicht gleich eine Benachrichtigung im Briefkasten, sondern paar Tage später einen Brief. Es verzögert den Ablauf! Auch wenn ich den neuen Herr bitte, es bringt nicht. Soll ich tatsächlich mit Schokolade oder Geld kommen um meine Bitte nachzuhelfen?

Bin ich noch in der Schweiz?

Heute entschied ich mich selbst zur Post zu gehen und die drei seit Wochen ausstehenden Pakete abzuholen.

Am Schalter wurde ich belehrt, dass man in der Schweiz immer so macht.

Ich weiss, ich sollte nicht zu viel erwarten. Ich bin nur eine unbedeutende Person. Die Tränen kamen beinah runter. Hilflos und verzweifelt. Mir wurde es klar, dass ich eigentlich sehr schwach bin.

Dann zahlte ich Rechnungen mit Postcard für Shui Tang ein.

„Sie zahlen für eine GmbH ein. Gehören Ihnen diese GmbH?“

„Ja. es sieht so aus, nicht wahr?“ Diese Frage bracht mir eine Menge Wut.

„Ich muss Ihren Handelsregisterauszug sehen.“

„Wie Bitte?“ Für eine GmbH einzahlen muss ich einen Handelsregisterauszug dabei haben? Ich spürte nicht mehr Ohnmacht in mir, sondern Wut.

Mit einer ganz kalten Stimme, antwortete ich, „Sind Sie sicher, dass Sie es sehen muss?“ Aus welchen Recht?

Sie schwieg. Dann plötzlich ganz höflich, „Frau Chou, darf ich Ihre Ausweis noch einmal sehen?“

Auf dem Rückweg mit den schweren Paketen war ich voller Emotionen. Das ist nicht das erste Mal, dass es so etwas passiert, aber es wird auch nicht das letzte Mal. Die Situtation für den anders Aussehenden wird mit der aktuellen Entwicklung immer schwieriger. 

Der Täter und der Opfer sind immer im Spiegelbild. Was ist das Wichtigste daraus zu lernen, aus diesem Spiegelbild auszusteigen?

Noch einmal in Ruhe mit dem neuen Pöstler sprechen, notfalls mit Hilfe von Schokoladen etc?

Ihr Tee ist zu teuer!

Nachmittags kam eine Dame, dessen Gesicht mir von Höhe und Tiefe im Leben  erzählte.

Sie war erstaunt über die Preise des grünen Tees, dass 100g ab 26 sfr. kostet.

Dann zeigte ich ihr von unserem Geheimtipp: organischen grüner Tee aus Xue Feng Shan- Schnee Bergen Tee. 100 g um 15 Sfr.

Sie sah es an und sagte “ Ihr Tee ist zu teuer.“

Ich lächelte ihr mit verständnisvollem Blick.

Danach goss ich den „teuren“ Tee auf, frisch und duftend. 

Die erste Frage die auftaucht ist – was ist ein rechtes Verhalten und ein rechter Preis?

Wenn man sich einerseits Frieden wünscht und keine Flüchtlinge unterwegs sehen möchte, ist es nicht zu verleuchgnen dass wir einen fairen Preis bezahlen müssen damit diese Menschen auch dort ein gutes Leben führen können! 

  
Vor Paar Wochen sagte Serafino mir, dass der Grund von Flüchtlingenwellen in der Welt wegen der starken Ausbeutung von wohlstandsländer sei. Ich staunte über seine Klarheit! Sein Mitgefühl war im Gesicht zu sehen. Anderseits beschwerte er sich auch, weil sein Vater von ihm 100 sfr für die Spende an Flüchtlinge verlangte. 

“ Menglin, ich bin nur ein Kind. 100 sfr. Ist sehr viel für ein Kind, nicht wahr?“

Eine sehr klare Aussage! Ich lächelte innerlich und nickte meinen Kopf!

班盆古樹 Ban Pen Gu Shu

Eigentlich habe ich kein richtiges Bild von Ban Pen. Ich dachte immer es gehöre zu Bu Lang Shan!

Nein. Ban Pen ist zwar nur paar Kilometer weit weg von Lao Ban Zhang, gehört aber zu Meng Hun Distrikt. In diesem Jahr bekam ich paar Fladen von Ban Pen Lao Ye! 

Wie würde ich diesen Tee beschreiben? Sanft wie der Himmel von leichten weißen Wolken. Klar wie das Himmlische blau wenn die Sonne strahlt.  Ein Tautropfen für die Momente in Refugium. 

Ich würde diesen Ban Pen Lao Ye als Bürgeleisen bezeichnet! Er bürgelt alle Falten in meinem Gemüt glatt! Man fühlt sich nur gemütlich und glatt.

Der normale Ban Pen hat nicht diese Sanftheit, aber eine Klarheit gefüllt von floralen Frische und Tiefe eines wilden Yunnan Waldes!

 

Suche nach guten Tee

Yu zeigte mir paar neue Fotos von seinem neuer Abenteuer – Suche nach neuen Gu Shu!

Entdeckte Gu Shu Area werden immer bekannter, dann teuer.

Zusammenarbeit zwischen Staat und Kapitalisten machen Gushu teuer.

Was uns bleibt, als Teeliehaber, die Gu Shu schützen und schätzen, ist der Weg auf Suche. Noch abseits der Händler. Noch weiter. Noch längerer Weg durch Regenwald.

Der Bo He Tang in diesem Jahr ist unglaublich schön! Auch ein herrlicher Preis! Aber wir können in nächsten Jahr gar nichts mehr bekommen, weil er noch unbezahlbarer wird!

Yu machte sich bereits auf den Weg nach Atong Qing He… 

    
 

Schenken II

Teefreund Helmut schrieb einen Text über das Geschenk als Antwort auf meinen letzten Beitrag über das Thema. Schenken ist ein anthroposophisches Phnänomen und von höchster Kunst!

Ich bin auch am lernen! Mein Lehrer Atong fotografiert die Geschenke die er von Leute erhielt. Warum? Um zu wissen was man möchtest mal zurück schenken kann.

Wir schenken zu Weihnachten oder zum Geburtstag. Kein Problem, mein Sohn Adrian hat schon einen Monat vorher eine Liste mit Wünschen, die schriftlich fixiert und dezidiert, bis auf die genaue Handymodellbezeichnung und den dazu gehörigen Links formuliert wird. Hier besteht das Problem lediglich in der genauen Entscheidung, oder besser in der Reduktion der Wünsche auf ein gesundes Maß. Das setzt wiederum ein geschicktes Verhandeln und Taktieren voraus, es handelt sich schließlich um Wünsche für Geschenke. Damit darf nicht achtlos oder gar respektlos umgegangen werden. Der Wunsch an sich hat erst einmal Gewicht und Kraft. Hier wird auf eine ganz andere Weise das Schenken als das Erfüllen von Wünschen und Sehnsüchten eine große Kunst des Abwägens und Erfreuens und Überraschens.

Schenke ich meinem Hund Pinto einen Markknochen ist die Welt plötzlich voll und ganz in Ordnung. Der Hund ist sofort hier und jetzt für eine ganze Stunde glücklich. Erwartet hat er gar nichts. So ist das Geschenk eine Überraschung und zwar eine überaus gelungene. Das Tier ist glücklich, der Chef ist glücklich. So einfach kann schenken auch sein, Tier und Mensch im Einklang.

Wird man eingeladen zu Essen etwa, oder auf eine Feier, wird die Sache kniffliger.
Ich war letztens zum Jubiläum meiner Goldschmiedefreundin eingeladen. Wir kennen uns lange, früher intensiver, heute weniger vertraut aber eben gut. Was mitbringen, ich war unsicher. Ich dachte an guten Wein oder Cremant. Dann fiel mir dunkel ein, dass es im nahen Umkreis von ihr ein Alkoholproblem gab. Wein ist vielleicht doch nicht ideal. Literatur fiel mangels Vertrautheit aus. Ich entschied mich spontan am selben Tag für Tee. Das mache ich qua Profession höchst ungern, aber es erschien mir die einzig sinnvolle Alternative zu sein. Der geschenkte Matcha von höchster Qualität war genau die richtige Lösung gewesen und fand, schön verpackt, die allerhöchste Wertschätzung.

Das Schenken soll nicht nur den Beschenkten, sondern auch den Schenker erfreuen.
Dieses „Klingen“ und „Zurück-Klingen“, das „sonare“ und re-sonare“ scheint mir die Essenz des Schenkens zu sein. Es ist ein ohne Worte sich Verstehen, ein Aufnehmen, Antizipieren und Zurückgeben.
Resonanz, das scheint mir das Grundprinzip des Schenkens zu sein.