班盆古樹 Ban Pen Gu Shu

Eigentlich habe ich kein richtiges Bild von Ban Pen. Ich dachte immer es gehöre zu Bu Lang Shan!

Nein. Ban Pen ist zwar nur paar Kilometer weit weg von Lao Ban Zhang, gehört aber zu Meng Hun Distrikt. In diesem Jahr bekam ich paar Fladen von Ban Pen Lao Ye! 

Wie würde ich diesen Tee beschreiben? Sanft wie der Himmel von leichten weißen Wolken. Klar wie das Himmlische blau wenn die Sonne strahlt.  Ein Tautropfen für die Momente in Refugium. 

Ich würde diesen Ban Pen Lao Ye als Bürgeleisen bezeichnet! Er bürgelt alle Falten in meinem Gemüt glatt! Man fühlt sich nur gemütlich und glatt.

Der normale Ban Pen hat nicht diese Sanftheit, aber eine Klarheit gefüllt von floralen Frische und Tiefe eines wilden Yunnan Waldes!

 

Suche nach guten Tee

Yu zeigte mir paar neue Fotos von seinem neuer Abenteuer – Suche nach neuen Gu Shu!

Entdeckte Gu Shu Area werden immer bekannter, dann teuer.

Zusammenarbeit zwischen Staat und Kapitalisten machen Gushu teuer.

Was uns bleibt, als Teeliehaber, die Gu Shu schützen und schätzen, ist der Weg auf Suche. Noch abseits der Händler. Noch weiter. Noch längerer Weg durch Regenwald.

Der Bo He Tang in diesem Jahr ist unglaublich schön! Auch ein herrlicher Preis! Aber wir können in nächsten Jahr gar nichts mehr bekommen, weil er noch unbezahlbarer wird!

Yu machte sich bereits auf den Weg nach Atong Qing He… 

    
 

Schenken II

Teefreund Helmut schrieb einen Text über das Geschenk als Antwort auf meinen letzten Beitrag über das Thema. Schenken ist ein anthroposophisches Phnänomen und von höchster Kunst!

Ich bin auch am lernen! Mein Lehrer Atong fotografiert die Geschenke die er von Leute erhielt. Warum? Um zu wissen was man möchtest mal zurück schenken kann.

Wir schenken zu Weihnachten oder zum Geburtstag. Kein Problem, mein Sohn Adrian hat schon einen Monat vorher eine Liste mit Wünschen, die schriftlich fixiert und dezidiert, bis auf die genaue Handymodellbezeichnung und den dazu gehörigen Links formuliert wird. Hier besteht das Problem lediglich in der genauen Entscheidung, oder besser in der Reduktion der Wünsche auf ein gesundes Maß. Das setzt wiederum ein geschicktes Verhandeln und Taktieren voraus, es handelt sich schließlich um Wünsche für Geschenke. Damit darf nicht achtlos oder gar respektlos umgegangen werden. Der Wunsch an sich hat erst einmal Gewicht und Kraft. Hier wird auf eine ganz andere Weise das Schenken als das Erfüllen von Wünschen und Sehnsüchten eine große Kunst des Abwägens und Erfreuens und Überraschens.

Schenke ich meinem Hund Pinto einen Markknochen ist die Welt plötzlich voll und ganz in Ordnung. Der Hund ist sofort hier und jetzt für eine ganze Stunde glücklich. Erwartet hat er gar nichts. So ist das Geschenk eine Überraschung und zwar eine überaus gelungene. Das Tier ist glücklich, der Chef ist glücklich. So einfach kann schenken auch sein, Tier und Mensch im Einklang.

Wird man eingeladen zu Essen etwa, oder auf eine Feier, wird die Sache kniffliger.
Ich war letztens zum Jubiläum meiner Goldschmiedefreundin eingeladen. Wir kennen uns lange, früher intensiver, heute weniger vertraut aber eben gut. Was mitbringen, ich war unsicher. Ich dachte an guten Wein oder Cremant. Dann fiel mir dunkel ein, dass es im nahen Umkreis von ihr ein Alkoholproblem gab. Wein ist vielleicht doch nicht ideal. Literatur fiel mangels Vertrautheit aus. Ich entschied mich spontan am selben Tag für Tee. Das mache ich qua Profession höchst ungern, aber es erschien mir die einzig sinnvolle Alternative zu sein. Der geschenkte Matcha von höchster Qualität war genau die richtige Lösung gewesen und fand, schön verpackt, die allerhöchste Wertschätzung.

Das Schenken soll nicht nur den Beschenkten, sondern auch den Schenker erfreuen.
Dieses „Klingen“ und „Zurück-Klingen“, das „sonare“ und re-sonare“ scheint mir die Essenz des Schenkens zu sein. Es ist ein ohne Worte sich Verstehen, ein Aufnehmen, Antizipieren und Zurückgeben.
Resonanz, das scheint mir das Grundprinzip des Schenkens zu sein.

Tage bei Kastanienbäumen 

 Es war ein Geschenk.

Geschenkt wurden die schöpferischen Tage, Ruhe abseits von Handy und Wlan und ein Einblick im Zusammenspiel zwischen Erde und Feuer.

Überall waren Kastanienbäumen. Überall sind steinige Wege. Mit einer Seilbahn sind wir mit aussen verbunden oder getrennt.

Wahrscheinlich waren wir kreativ. Oder wollten wir einfach zu viel?  Viele Gefässe haben wir produziert.

Interessant war es zu beobachten, wie geht eine Person mit ihrer Möglichkeit um und wie sie mit enttäuschendem Ergebnis fertig werden. Kreativ, experimentfreudig oder fleissig sind sogenannte gute Eigenschaft. Aber in Rasa habe ich etwas anders gelernt – mit einem Scheitern zufrieden zu sein.

Was passiert, wenn die Glasur anders scheint, als Du Dir ursprünglich dachte?

Was geschieht, falls Du aus zuviel Wollen, ein Chaos auf Deine Teeschale nach dem Brannd feststeht??

Was machst Du, als ein neu gebranntes Gefäss alt, schmutzig und verraucht aus dem erstickenden Aschen auftaucht? Die Phönix aus Aschen ist nicht immer brilliant.

Ich schätze diese Erfahrungen und bewundere Ranato für seinen meisterhaften Geduld und Mitgefühl für Anfänger. Die Landschaft von herrlichen Bergen, gesellige Stunden unter den hängenden Wein und Begegnung mit dem einzigartigen Raku-Brand schenken mir paar unvergessliche Erinnerungen!! 

Nächtest Jahr werde ich wieder dort sein. Mit Hände und Erde mein inneres Kind zum Spielen zu bringen. Der Weg zwischen den Kastanienbäume führt mich zu einem Ei – vor Geburt eines Kosmos oder eins werden mit allen.

  
    
 

Schenken und das Geschenk 

Helmut bat mir einen Artikel über das Geschenk zu schreiben. Ein schwieriges Thema.

In chinesich heisst das Geschenk Li Wu. Ein Objekt des Rituales, um die Struktur einer Beziehung zu bestätigen.

Was heißt das?

Viele Menschen können nicht schenken, weil sie etwas von sich selbst nicht ausdrücken können und die Beziehung von dem beschenkten nicht einschätzen können. Ich mache häufig Geschenke, aber geschenkt? Ein schwieriges Thema im Europa!

Was ist daran so schwierig zu schenken und zu empfangen?

In der chinesischen Hochzeit wird ein Buch geführt, wer was schenkt! In unserer Kultur ist es bedeutungsvoll zu registrieren, wie die anderen unsere Beziehung einschätzen. Ein Geschenk oder ohne Geschenk offenbaren viele Geheimnisse! Man reguliert die innere Beziehung zu demgegenüber mit Geschenke. Weil man vieles eben nicht ausspricht! 

Ein Geschenk bestätigt die Beziehung. Ein Geschenk kann tatsächlich bereichernd wenn es genau die Resonanz zwischen den beiden trifft! Zu meinem Geburtstag bekam ich ein Fotobuch von Serafino und Susanna, was mich total beglückt. Genauso wie das Teebuch von Helmut! Der Tee ist das, was uns verbindet, auch wenn wir aus total unterschiedlichen Hintergründen zusammen treffen. Ein richtiges Geschenk trifft die Verbindung und setzt ein Projekt fort- Tee!

In der europäischen Erziehung muss man sich freuen über das Geschenk. Man sollte dankbar sein, ehrlich gesagt, ich bin oft nicht dankbar. Mich ärgert ein Geschenk, was ich weiter schenken muss. Fabio schätzt meine Ehrlichkeit, wenn ich ihm sage, das gefalle mir nicht. Er ist eine Seltenheit… 

Durch ein Geschenk zeigt man unbewusst die innere Beziehung zueinander. Durch ein Geschenk verrät man nicht nur die Unsicherheit demgegenüber, sondern über sich selbst! Selten sieht man in einem Geschenk das „Geschenkte“ – was hier als Geschenk ausgedrückt werden soll oder nicht, während es einem schwer fällt, zu äußert, was man sich gerne wüscht! Das tut man, wenn das Vertrauen tatsächlich existiert!

Ich bin dankbar über das Schenken. Danke, dass diese Menschen an mich denken! Ob das Geschenk dann trifft, ist eine große Kunst! Dankbarkeit kann man wirklich nicht erzwingen! Auch nicht durch einen moralischen Appell!

Bo He Tang – einzigartig 

Es war einmal ein König. Ihm wurde ein prächtiges blaues Vogel geschenkt. Das Vogel schwieg drei Jahre lang. Der König brachte ihn nicht zum Singen. Eines Tages bekam er einen Ratschlag. Das Vogel würde singen, wenn es seinesgleichen trifft. Der König entschied einen Spiegel vor diesem Vogel hinzustellen. Das schöne prächtige Vogel (eigentlich ein Pfau) sah ein Vogel und dachte es sei eins von ihm! Er fing an zu singen und zu tanzen. Vor vollen Freude tanzte er eine ganze Nacht und sang über einen Tag. Aus Erschöpfung starb er vor dem Spiegel.

Der blaue Pfau wusste nicht, dass es eine Ilusion sein kann, vergeblich nach einem gleichen zu suchen!

Ein Individuum ist so ein Pfau, es gibt nur eine in der Welt!

Aus Einsamheit und Alleinsein sucht man vergeblich nach einem ähnlichen. Das ist eine grosse Illusion. Aber wieviele Menschen ertragen diese Einsamkeit um seine Einzigartigkeit zu zelebrieren?

You ist für mich so jemand. Es gibt nur einen in dieser Welt.

Bo He Tang ist so ein Tee in dieser Welt, einzigartig und einsam.

Geradeaus wachsender Baumstamm. Direkt ragt er in den Himmel heraus. Von einer kleinen Familie verwaltet umgebend von wild wachsenden Ostbäumen in der Nähe von Yiwu Man Sa 易武曼洒. Acht Studene war er unterwegs, nur um die paar Hochstamm-Bäume anzuschauen. Nach dieser Expedition sagte er zu mir, „Weiss Du, ich fühle mich zum ersten Mal alt. Es war ein harter Weg. Nichts für Dich, Menglin.“

Nichts für mich zu Fuss dorthin zu gehen. Warum soll ich, wenn ich das Glück habe, diesen Tee zu geniessen! 

Der Bo He Tang erinnert mich wieder an den blauen Pfau. Prächtig, herrlich und einmalig. Die Textur ist samtig. Der Duft verführt uns in einem Tal voller wilden Orchideen, zart wie Feder, süss wie Kandiszurcker und bodenständig wie auf dem Waldboden. Ich habe selten solche Tropfen in meinem Mund, wie diese Flüssigkeit meine Zellen erfrischt und selten solche Effekte, wie der Tee meinen Rücken und Becken richtet. War es bloss eine Einbildung?

Ein Bo He Tang ist teuer. Das macht ihn einsam. 

Einzigartigkeit zu kosten ist nichts für Menschen, die nach Ersatz suchen und nach Applaus. Einzigartigkeit ist teuer, es kostet 8 Stunde Fussmarsch und finanzielle Verzicht. Es gibt nur wenige Menschen, die auf schöne sichtbare Dinge verzichten würde, um einen einzigartigen Tee zu erwerben.

Für Teeliebhaber wie mich bedeutet dieser Tee ein Spiegel, der meine eigene Einzigartigkeit widerspiegelt. In der Tasse erkenne ich ihn wieder, den blauen Pfau. Auch ohne seinesgleichen hüftet er zufrieden schweigsam im Garten. 

   
   

Ein verschimmelter Tee

Freundin G. kaufte in der Eile einen frischen Grünen Tee. Ich gabe ihr einen Dongting Bi Luo Chun aus Jiangsu. Weil sie häufig für die Uni Arbeit schreibt und denkt, gab ich ihr einen Tee, der für mich inspirierend ist.

Sie schrieb mir später paar Wahts ups.

„Menglin! Ist dieser Tee verschimmelt? Ich habe so weiße haarige Partikel in der Tüte gesehen! “

Verschimmelt? Oh? Weiße haarige Paritkel? Es sind doch Merkmal eines originellen guten Bi Luo Chun! Ich schrieb ihr es zurück und versichere es. Die meisten grünen Tee aus sehr zarten Pflückgut und aus bestimmten Varietäten sind geprägt mit diesen weißen Partikeln! Es muss so sein. 

Sie lachte und schrieb mir zurück, dass ich es in meinem Blog veröffentlichen kann! Ich sagte, dass dieser Tee ab nun in Shui Tang der Schimmel- Tee heißen soll! 

 

Ein Besuch des taiwanischen Meisters von Keramik in Basel

Eine Veranstaltung von Confucius Institute of the University of Basel:

Der taiwanesischer Keramik-Künstler Jing Om ist im September 2015 zur Internationalen Keramik Ausstellung in Belgien eingeladen. Da ich persönlich seine Tenmoku Teeschale kenne und schätze, habe ich ihn angefragt, ob er nicht auch eine kleine Ausstellung in der Schweiz machen könnte. Er hat darauf spontan zugesagt und wird zu Beginn September in Basel sein.Jing Om hat sich über 40 Jahre auf Keramik fokussiert und wurde im Jahre 2014 mit dem renommierten „Top Ten China Ceramics Artist“ Preis ausgezeichnet.
Diese Ausstellung findet zusammen mit einer Teezeremonie statt. Der begleitende Vortrag ist am 6.September 13:00-14:00 Uhr oder am 7.September 18:00-19:00 Uhr, der Vortrag ist auf chinesisch mit simultaner Übersetzung auf deutsch. Der Vortrag ist kostenlos, alle sind herzlich dazu eingeladen. Anmeldungen beim Organisator!
Die chinesische Teezeremonie findet jeweils gleich nach dem Vortrag statt. Am 6.September 14:30-15:30 Uhr oder am 7.September 19:30-20:30 Uhr. Da wir begrenzte Resources haben, sind die Plätze auf maximal 20 Personen pro Tag begrenzt. Plätze werden nach Anmeldungseingang vergeben ( „first come, first served“). Die Teezeremonie kostet 20.00 CHF pro Person, Anmeldung über e-mail: xiaoxia.maurer@gmail.com

An der Teezeremonie werden wir fünf bis sechs verschiedene Tee Sorten präsentieren.

Ort: Confucius Institute of the University of Basel, Steinengraben 22, CH-4051 Basel
Für mehr Information, bitte finden Sie bald unten: http://www.ciub.ch

Ausstellung von Horst Kerstan 

Zwei spannende Termine für Tee und Teatoys Liebhaber 

Begleitende Veranstaltungen von dieser Ausstellung in Freiburg 

Vortrag von Ulrich Haas

„Annäherung an die japanische Ästhetik“

Samstag, 29. August um 17:00 Uhr

Mehr Infos unter:

http://www.freiburg.de/pb/site/freiburg_museen/node/525489/Lde/zmdetail_13770402/index.html?nodeID=13770402
Teevorführungen

Samstag, 26. September um 11:00 und 14:00 Uhr

Mehr Infos unter:

http://www.freiburg.de/pb/site/freiburg_museen/node/525489/Lde/zmdetail_13818502/Teezeremonie_im_Augustinermuseum.html?nodeID=13818502&zm.sid=zm8z4f7f6ff1

Und, die Ausstellung nicht vergessen!