Meine Yunnan Reise I – Kulturschock – chinesische Organisation

Als das Flugzeug am Sonntag in Europa ankam, dachte ich dass mein Kopf nun zerplatzte.
Ich hatte eine Erkältung – scheinbar ging es zuerst aus der Schweiz nach Yunnan, von Schweizer zu Deutschen und dann zu mir in Taiwan gelandet.
In dieser Reise ist unsere Gruppe nicht gespalten zu deutschen und schweizer Sektionen. Es wurde wahrscheinlich durch die Virus der Erkältung vereint.

Mir geht es gut. Ich bin wieder in meinem Heimat Zürich gelandet.
Hier möchte ich über meine Grenzerfahrungen in Yunnan sprechen.
Das stimmt, dass ich Schlitzaugen habe. Das stimmt auch, dass ich Chinesisch als Muttersprache spreche. Das stimmt vollkommen, dass ich in China wirklich nicht auffallen würde. Aber – ich war wirklich an meine Grenze gekommen.
Noch einmal Yunnan?
Noch einmal so eine Reise mit so einer Mannschaft?
Jein – wieso nicht.
Noch einmal mit so einer chinesischen Organisation?
Bedenklich.

Bei jedem Stop wurde ich gefragt, „Was machen wir jetzt? Wann sollen wir im Bus sein?“
Ich wusste es einfach nicht. Ich wusste nicht einmal, wo und wann wir essen. Es wurde immer improvisiert. Es wurde immer im Moment entschieden. Es war wirklich so chinesisch…
Zum Glück war ich eine Zicke. Ich gab einfach keine Antwort und liess meine lieben Mitreisenden stehen. ( Kurz vor meiner Abreise fragte ein Kunde mich, ob die 18 Teilnehmer nur männlich sein – wie kam er darauf? und wie ich es schaffen könnte! Ich sagte, ich sei eine Zicke. Ich kann lernen unangenehme Dinge anzusprechen.)
Was hätte ich machen sollen? Ein Aufstand gegen diese chinesische Organisation? Natürlich fühlte ich mich nicht wohl dabei und wusste es sehr, meine Mitreisende zu schätzen, wie sie einfach mitmachen. Tom sagte mir immer wieder auf der Reise, ich sei kein Reisebüro und You auch nicht und wir sind nicht in der Schweiz. Das tröstete mich sehr. Von Sekunde zu Sekunde verändert sich das Restaurant und der Ort wo wir hinfahren. Von Minuten zu Minuten wurden Pläne verschoben! Wem hätte ich es sagen sollen wie ich mich fühlte?
Unübersichtliche Organisation und eine Mentalität, als ob man das grösste Geheimnis hätte! Alexander sagte mir heute beim Mittagsessen, dass er unsere taiwanesischen Teebauer und Meister Atong sehr zu schätzen weiss. Für die Tee-Menschen aus Taiwan geht es nicht mehr um das grösste Geschäft mit Tricks und Betrüger zu machen, sondern mit Teilen von Wissen. Von Atong lerne ich stets wertvolles Wissen über Tee, somit könnte ich den Teil, den ich verstanden habe, hier weiter vermitteln. Nur wenn Teemenschen hier Tee schätzen, können wir in Taiwan gute Tees produzieren!
Aber dort in Yunnan – sie behalten ihr Wissen für sich selbst und erzählten mir ein Märchen! Leider weiss ich so viel um es zu knacken, dass es Märchen war. ABER – wie sollte ich meine Mitreisenden es erzählen, was gerade vor sich ging?
Meine Teefreunde sind wissensgierig. Wegen Tee sind wir geflogen, nicht wegen der schönen Landschaft und Exotik. Wir wollen vieles über Tee lernen und dann im Europa weiter geben. Ich spürte den Vorhang was man vor mir inszeniert sehr gut. Aus Rücksicht auf Yous Dasein und als ein Gast konnte ich es nicht konfrontieren.
Es hiess, dass wir nicht sehen durften, wie die Fladen gepresst werden.
Beim Frühstück-Nudelsuppe in dem schmutzigen Dorf Namens Yiwu, sprach ich mit sehr ernsten Wörter mit You – eben unangenehme Dinge anzusprechen – dass es mir am Herzen liegt, diesen letzten Produktionsschritt zu erleben!
Er nahm es wahr und telefonierte gleich und ständig. Es hiess ja und es hiess wieder nein. Er schaute mich an und ich schaute ihn zurück. Auf einmal klappte es. Ein Wechselspiel von lehrreichen Lektionen über mich selbst und Klarheit von dem, was einem wichtig ist.
Ich kämpfte nicht – ich lernte. Ich lerne sehr viel über mich selbst und über das, was ich nicht mehr mitmachen will im Leben.
Wer hat uns in der Schule beigebracht, Konflikte zu ertragen und unstimmige Dinge anzusprechen? Wer hat uns im Leben gezeigt, dass Konflikte uns weiter helfen, über uns selbst zu lernen?
Ich danke sehr an meinen mitreisenden Teefreunden, die alles mitmachten und mich getragen haben.
Teilen ist wirklich ein schwieriges Thema im Leben und vor allem im Geschäftsfeld. Es ist einfacher nur an sich selbst zu denken und Dinge für sich selbst zu beanspruchen. Ich war oft zerrissen in dem dass ich nett sein und Harmonie aufbewahren wollte und in dem, was es mir nicht mehr stimmt.
Schritt für Schritt komme ich näher zu mir und schließe Frieden mit mir selbst. Ich will nicht so sein, wie die Menschen dort, die das Geld überwiegt und das Wissen für sich behalten sollen. Ich will auch nicht, dass man meine Arbeit als Selbstverständlichkeit betrachte. Ich will aber lernen, es wert zu schätzen, was ich tue. Nicht meine Person wert zu schätzen, sondern das Tun.

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