Archiv für den Tag 15/05/2013

Meine Yunnan Reise IV – unser Hauptgetränk war Bier

Bier in Yunnan
Während Werner unsere Sucht nach Kaffee nicht ganz heiss lieben konnte, war er immer der erste, der nach Bier schrie.
Als You mir den Preis für unsere Reise nannte, wusste er nicht, dass er eine Bier-Gruppe hatte. Ich auch nicht – aber ich hätte daran denken können! Ich kenne diese Freaks ja seit paar Jahren!
Sie tranken immer Bier. Immer Bier. Zu jeder Mahlzeit und zu jeder Tageszeit.
In Jinghong, in Menghai, in dem schmutzigen Dorf Yiwu, in dem schlimmen Restaurant von Lao Ban Zhang, auch in dem wildem Westen von Mengsong…
Bier… das gehörte zu meinem Kulturschock… Hast Du jemals ein Bier getrunken, das gar nicht nach Bier schmeckt, weil er nur 3,3 % Alkoholgehalt hat und nie gekühlt ist?
Ganz selten bekommen wir eiskalten Bier. Meistens lauwarm.
Schrecklich.
Es war wie abgefärbtes Wasser. Aber der Bayer Werner trank es.
Wir tranken wahrscheinlich pro Tag über 50 Flaschen Bier -ca. 700 ml Flaschen. Am den schlimmen Abend in diesem stinkenden Dorf Yiwu, war es allein in der Nacht über 30 Flaschen.
Nach der schlimmen Wanderung in Jing Mai und in Ba Da, tranken die Wilden als erstes das Bier – anstatt Tee!
Helmut sagte, dass Brauerei unsere nächste Teereise nach Yunnan finanzieren muss.
Er hat Recht.
Ich weiss nicht, wie viel You für unser Bier-Sucht bezahlen muss.
Er ist – wie immer – grosszügig: „Ihr seid meine Freunde!“ Ach!
Ich habe ihn wirklich gerne. Ich habe meine Bier-Freaks auch gerne.

Meine Yunnen Reise III – Mein Kaffee Sucht

Meine Yunnen Reise III - Mein Kaffee Sucht

Während ich jetzt blogge, goss ich noch einmal eine Tasse Kaffee auf, genau so wie in Bergen Yunnans…
Ich schliesse meine Augen und plötzlich bin ich wieder in den Bergen… Wie wäre es, wenn ich Kaffee nicht hätte!
In Taiwan waren wir zuerst und ich wusste unbedingt, welchen Kaffee mitzunehmen. Wasser hat man ja immer und per Hand Kaffee in dieser Form aufzugiessen kann man überall machen. Als wir da kräftig Kafffee in aufklappbaren Filter einkauften, lachten Werner und Henning über mich und Chris. Eine Sucht ist eben eine Abhängigkeit. Ich bin sehr bewusst über meine Abhängigkeit. Eine Kaffeesucht ist nicht schlimmer als eine Sucht nach Tee!
Tom und Chris waren meine Genossen. Sie versorgen mir immer Kaffee. Ohne sie wäre ich total gelähmt in den Bergen.
Als wir mit dem Bus Richtung Menglun fuhr, fuhren wir über einen Regenwald-Gebiet. Ich spürte die Schwüle und komischen Druck in meinem Kopf. Ich weiss ganz genau, dass Chris es genau hat. Kaffee! Meine einzige Rettung. Ohne ihn wäre die Tee-Reise Scheisse!
Nach der Wanderung in Nannuo-Shan war es mir klar – Kaffee! Nicht der scheinbar Nannuo-Shan Tee mir von der Anstrengung erholen helfen würde, sondern diese komische braune Flüssigkeit. Er bringt mich einfach wieder auf den Punkt und stellt mich auf.
In Ba-Da, in Lao Ban Zhang, in Mengsong oder in Yiwu…in diesen Höhe würde ich doch nie schaffen ohne Kaffee. Kaffee hilft mir nicht zu konzentrieren, das hilft Tee. Kaffee hilft mir zu entspannen, gerade wenn ich mich mit Tee beschäftige. Nein, besser gesagt, gerade weil ich mich nur mit Tee beschäftige und so weit weg von der Welt, die mir vertraut ist.
Jeden Tag schaute You mit und schmunzelte dabei. Er trinkt nur Tee – ein echter Teemensch und sich so wohl fühlt in so einer fremden Welt für mich.
Jeden Tag trank ich zwei Male Kaffee mit meinen zwei Genossen in den Bergdorf und fühlten mich so komplett mit dem Leben trotz den Kulturschocks und dem Toilette-Stress.
Jeden Abend in Taiwan trank ich mit meiner Schwester Kaffee vor dem Schlaf. Schön entspannt, familiär und glücklich.
Ich liebe Tee und liebe Kaffee. Warum kann man nicht zwei gegensätzliche Getränke nicht gleichzeitig lieben?

Meine Yunnan Reise II – Kulturschock von „Toilette“

shi yang
So ein stilvolles Toilette gibt es in Shi-Yang in den Bergen Taipeis. Ein Klossomat mit einem Fenster auf Garten.
Weiss Du, was das einfache Glück im Leben ist? Dass man ein Toilette hat.
Was haben wir in Xishuang Banna erlebt?

Wir tauschte gerne aus, ob das Toilette begehbar sein sollte. Jeden Tag. Wir gaben sogar Sternen für Toilette.
5 Stern Toilette ist: mit Wasser, mit Tür, mit Dach in sauberer Umgebung.
4 Stern Toilette ist: mit Wasser, mit Tür, durch Sau-Stahl oder Hühnerstahl.
3 Stern Toilette ist: ohne Wasser, mit Tür, nur ein Loch, aber in sauberer Umgebung.
2 Stern Toilette ist: Mit Wasser, ohne Tür
1 Stern Toilette ist: im freien…

Es gibt schlimmeres…
In dem Bergdorf Ba-Da, nach dem Mittagsessen, nach meinem obligatorischen Kaffee mit Chris und Tom, überlegte mir gerade, ob ich Toilette aufsuchen sollte.
Während ich mir überlegte, kamen gerade paar Leute mir entgegen. Von ihren Gesichtern habe ich entnommen, dass sie auf Klo waren. Es waren zwei prächtige starke Männer, Chris und Tom.. „Hey, wie sieht das Toilette aus?“
Sie schauten sich kurz gegenseitig an… Chris sagte mit einem komischen Gesicht: „Menglin… wir wollen uns gar nicht erinnert werden von dem, was wir gerade gesehen haben!“ Tom sagte noch klarer: „Menglin, Du sollst nicht hingehen.“
Dann sah ich Carian, wie sie hin und her Schritte machte – „Willst Du auf Toilette?“ Sie war überrascht, dass ich ihr Gedanke lesen konnte. „Du sollst nicht gehen.“ sagte ich. Sie lachte.
You lachte immer über uns aus, wenn wir wieder über Toilette austauschten. Er erzählte uns zwei Storys in Bangwei.
In dem Toilette von Bangwei gab es oft ein Bambus Stock. Das Stock dient dazu, dass man sich vor sprudelnden Flüssigkeit schützen kann. Wenn man das grosse Geschäft macht, sollte man das Ausgeschiedene auf das Stock fallen lassen. Somit geht das Ausgeschiedene nicht direkt ins Loch, was bereits voller Flüssigkeit und Substanzen gefüllt ist…
You entschied sich oft ins freien zu gehen und dort sein grosses Geschäft zu machen, weil es mit dem Bambusstock doch zu wider war. Eines Abends ging er an einem kleinen Bach und machte dort das Geschäft. Neben ihm war paar grossen schwarzen Steinen, die im Bach lagen und in Dunkelheit kaum wahrzunehmen waren. Als der Geruch kam und das Geräusch tönte, sprangen plötzlich die Steinen aus dem Bach! Sie waren eben kein Stein, sondern Schweinchen… die rannten Richtung der Gerüchen…. Er – geschockt – rannte auch…
Nun liebe ich mein Toilette in meinem Bad! Wertschätzung kann man nur lernen, durch Entzug.

Meine Yunnan Reise I – Kulturschock – chinesische Organisation

Als das Flugzeug am Sonntag in Europa ankam, dachte ich dass mein Kopf nun zerplatzte.
Ich hatte eine Erkältung – scheinbar ging es zuerst aus der Schweiz nach Yunnan, von Schweizer zu Deutschen und dann zu mir in Taiwan gelandet.
In dieser Reise ist unsere Gruppe nicht gespalten zu deutschen und schweizer Sektionen. Es wurde wahrscheinlich durch die Virus der Erkältung vereint.

Mir geht es gut. Ich bin wieder in meinem Heimat Zürich gelandet.
Hier möchte ich über meine Grenzerfahrungen in Yunnan sprechen.
Das stimmt, dass ich Schlitzaugen habe. Das stimmt auch, dass ich Chinesisch als Muttersprache spreche. Das stimmt vollkommen, dass ich in China wirklich nicht auffallen würde. Aber – ich war wirklich an meine Grenze gekommen.
Noch einmal Yunnan?
Noch einmal so eine Reise mit so einer Mannschaft?
Jein – wieso nicht.
Noch einmal mit so einer chinesischen Organisation?
Bedenklich.

Bei jedem Stop wurde ich gefragt, „Was machen wir jetzt? Wann sollen wir im Bus sein?“
Ich wusste es einfach nicht. Ich wusste nicht einmal, wo und wann wir essen. Es wurde immer improvisiert. Es wurde immer im Moment entschieden. Es war wirklich so chinesisch…
Zum Glück war ich eine Zicke. Ich gab einfach keine Antwort und liess meine lieben Mitreisenden stehen. ( Kurz vor meiner Abreise fragte ein Kunde mich, ob die 18 Teilnehmer nur männlich sein – wie kam er darauf? und wie ich es schaffen könnte! Ich sagte, ich sei eine Zicke. Ich kann lernen unangenehme Dinge anzusprechen.)
Was hätte ich machen sollen? Ein Aufstand gegen diese chinesische Organisation? Natürlich fühlte ich mich nicht wohl dabei und wusste es sehr, meine Mitreisende zu schätzen, wie sie einfach mitmachen. Tom sagte mir immer wieder auf der Reise, ich sei kein Reisebüro und You auch nicht und wir sind nicht in der Schweiz. Das tröstete mich sehr. Von Sekunde zu Sekunde verändert sich das Restaurant und der Ort wo wir hinfahren. Von Minuten zu Minuten wurden Pläne verschoben! Wem hätte ich es sagen sollen wie ich mich fühlte?
Unübersichtliche Organisation und eine Mentalität, als ob man das grösste Geheimnis hätte! Alexander sagte mir heute beim Mittagsessen, dass er unsere taiwanesischen Teebauer und Meister Atong sehr zu schätzen weiss. Für die Tee-Menschen aus Taiwan geht es nicht mehr um das grösste Geschäft mit Tricks und Betrüger zu machen, sondern mit Teilen von Wissen. Von Atong lerne ich stets wertvolles Wissen über Tee, somit könnte ich den Teil, den ich verstanden habe, hier weiter vermitteln. Nur wenn Teemenschen hier Tee schätzen, können wir in Taiwan gute Tees produzieren!
Aber dort in Yunnan – sie behalten ihr Wissen für sich selbst und erzählten mir ein Märchen! Leider weiss ich so viel um es zu knacken, dass es Märchen war. ABER – wie sollte ich meine Mitreisenden es erzählen, was gerade vor sich ging?
Meine Teefreunde sind wissensgierig. Wegen Tee sind wir geflogen, nicht wegen der schönen Landschaft und Exotik. Wir wollen vieles über Tee lernen und dann im Europa weiter geben. Ich spürte den Vorhang was man vor mir inszeniert sehr gut. Aus Rücksicht auf Yous Dasein und als ein Gast konnte ich es nicht konfrontieren.
Es hiess, dass wir nicht sehen durften, wie die Fladen gepresst werden.
Beim Frühstück-Nudelsuppe in dem schmutzigen Dorf Namens Yiwu, sprach ich mit sehr ernsten Wörter mit You – eben unangenehme Dinge anzusprechen – dass es mir am Herzen liegt, diesen letzten Produktionsschritt zu erleben!
Er nahm es wahr und telefonierte gleich und ständig. Es hiess ja und es hiess wieder nein. Er schaute mich an und ich schaute ihn zurück. Auf einmal klappte es. Ein Wechselspiel von lehrreichen Lektionen über mich selbst und Klarheit von dem, was einem wichtig ist.
Ich kämpfte nicht – ich lernte. Ich lerne sehr viel über mich selbst und über das, was ich nicht mehr mitmachen will im Leben.
Wer hat uns in der Schule beigebracht, Konflikte zu ertragen und unstimmige Dinge anzusprechen? Wer hat uns im Leben gezeigt, dass Konflikte uns weiter helfen, über uns selbst zu lernen?
Ich danke sehr an meinen mitreisenden Teefreunden, die alles mitmachten und mich getragen haben.
Teilen ist wirklich ein schwieriges Thema im Leben und vor allem im Geschäftsfeld. Es ist einfacher nur an sich selbst zu denken und Dinge für sich selbst zu beanspruchen. Ich war oft zerrissen in dem dass ich nett sein und Harmonie aufbewahren wollte und in dem, was es mir nicht mehr stimmt.
Schritt für Schritt komme ich näher zu mir und schließe Frieden mit mir selbst. Ich will nicht so sein, wie die Menschen dort, die das Geld überwiegt und das Wissen für sich behalten sollen. Ich will auch nicht, dass man meine Arbeit als Selbstverständlichkeit betrachte. Ich will aber lernen, es wert zu schätzen, was ich tue. Nicht meine Person wert zu schätzen, sondern das Tun.