Archiv für den Tag 30/04/2009

Alle Wege führen nach Rom, oft über Umwege

Alle Wege führen anch Rom. Das war der erste Satz, was unser Lehrer nach 11 Tagen Teereise uns schenken wollten. Er sagt ganz klar, dass alle Wege nach Rom führen, leider oft über Umwege.

Wie weit ist die Distanz zwischen Vermissen und Vergessen zu messen?

Wie weit ist die Entfernung zwischen Schmerzen und Erkenntnisse auszumalen?

Wie weit ist die Wahrheit zwischen Deiner und meiner zu rekonstruieren?

Kann man es messen?

Oft geht der Weg über den halben Erdkugel.

Oft passiert der Weg über unsere eignen Leichen.

Noch öfters geraten wir in Panik kurz bevor wir ankommen, denn wir nicht wissen, ob wir es auch wert sind und in der Lage wären, anzukommen. Auch wenn jemand auf der anderen Strassenseite zu Dir winkst, traust Du Dir einfach nicht, die Strasse zu überqueren. Denn die Vergangenheit und Angst vor der Zukunft haben wieder die Überhand genommen.

Am Ende fragen wir alle, wozu Umwege? Warum über den halben Kugel und nicht direkt dort hin?

Ich bin über Umwege zu meinem Lehrer gekommen. Bis heute ist es mir klar, es muss halt so sein. Denn ich bräuchte meine Erfahrungen und Enttäuschung bis ich diesen Menschen sehen kann, so wie er ist.

Nach diesen intensiven Tagen mit allen und mit einem Meister bin ich nun tatsächlich fix und fertig heute angekommen. Meine Reise geht heute nachmittags leider schon wieder weiter. 

Er sagte, dass wir lernen können Tee zuzuhören. Es ist nur möglich, die Sprache des Tees kennen zu lernen, wenn wir unsere Sentimentalität beiseite legen. Nur wenn wir nur die Sprache des Tees zuhören können, kommen wir weiter. Die Sentimentalität sollte dem Poet beim Teetrinken allein lassen.

Er schenkte uns ein Schlusswort. Oft gehen wir über Umwege, um Tee oder eine Wahrheit zu erkunden, denn wir nicht unterscheiden können, was wahr und nicht wahr ist. Aber er ist überzeugt, dass jeder Mensch im Herzen ein klarer Blick hat, wenn jemand die Wahrheit spricht. Wahrheit ist – es ist so wie es ist.

Wir haben das – es ist so wie es ist, in den zwei Tage in Mingjian mit Teeblätter hautnah erlebt. Teeblätter sprechen nur eine Duftsprache, nicht eine andere intellektuelle!

„Obwohl wir nicht die gleiche Sprache sprechen, aber wir sprechen von der gleichen Dinge. Denn wir sprechen mit dem gleichen Code.“ Unser Lehrer schenkte uns diesen Satz zum Schluss der Reise. Tee verbindet uns, unser Herzen und unsere Zukunft.

Da er nicht gerne social lifing macht, wollte er nicht mit zum Schluss-Essen. Seine Frau kam mit und sagte ihm, „Du hast so wie so nicht gerne high-classe-japanisch essen. Du liebst nur low-class. Also Du gehst nach Hause und hole uns (mich und sie) ab.“

Der Meister nickte den Kopf.