Archiv für den Tag 30/04/2008

Tee für die heissen Tagen I

Auf den Weg nach Nyon rief mich Jürg an, der gerade etwas für seine Tee-Online-Magazin plant. Gegen die verbreiteten Vorurteile, Tee nur als Wintergetränke gegen Schiefwetter gesehen wird, möchte er etwas dagegen kontern. Er bat mir einen Text zu schreiben, aber nicht zu lang. Einen langen Text, meint er, liest heute niemand mehr.

Einen kurzen Text zu schreiben könnte ich gut, aber nicht um Leser zu gewinnen. Gestern bat mein Klient mich seine Mitarbeiter zu schulen, sie zum Tee-Begeisterten zu verwandeln. Aber ich habe nur zwei Stunden Zeit. Was könnte man denn aus den zwei Stunde machen? Wenn der Klient nur so viel erwartet, dann gebe ich auch so viel, nicht mehr.

Dass man hier im Blog immer mit einem langen Text konfrontiert ist, schreckt wohl viele Leser ab. Mir geht es eigentlich nicht an, wie viele Leser hier verweilen. Meine Arbeit definiert sich nicht über die Besucherzahl, sondern über meine fachfräuliche Information und Wissen. Es macht mir viel mehr Gedanke, Leser mit meinen unklaren Information oder Sprache zu verwirren als die absteigende Besucherzahl. Wenn Menschen sich nicht mehr bemühen, Zeit und Energie zu nehmen etwas zu pflegen, was ihnen wichtig ist, bekommen sie eben das, was bekommt werden können – mehr nicht. Ich bin durchaus zufrieden mit der täglich über 1000 Besucherzahl, die mir zwar Freude bereitet, aber mir auch lästig wird, eine Verantwortung für meinen Text zu übernehmen. Meine Aufgabe ist nicht Menschen zu helfen über Tee zu informieren. Ich mache das Schreiben einfach gerne. Menschen helfen sich schon selbst, wenn sie geholfen werden wollen. Sie finden auch das, was sie suchen, wenn sie suchen.

Also, nun mache ich mir Gedanke, was man Tee unter Getränke für die heissen Tagen versteht. Tee ist weder heiss noch kalt. Ach, die armen Menschen suchen immer das, was sie beschäftigen sollen und womit sie festhalten können – aber nur möglichst mit wenigster Aufwand!