Archiv für den Tag 01/12/2007

Warum eine teure Tasse Tee?

Wie die meisten Eltern verstehen meine Teeeltern meine Arbeit und Beschäftigung auch nicht, und fragen sich, was ich eigentlich von meinem Leben will. Sie rätseln oft, wie schaffe ich es mit Ende 30 noch keinen anständigen Beruf auszuüben. Sie verstehen nicht, weshalb die Leute zu mir kommen, freiwillig Geld dort lassen und wieder glücklich nach Hause fahren. Sie blicken nicht durch, wie ich Menschen mit Tee bezaubere. Sie realisieren wirklich nicht, dass es tatsächlich unterschiedliche Tee-Geschmäcke gibt und Tee ein faszinierendes Reich der Sinne bildet!

Teevater Detlef kaufte gerne seinen Jasmintee bei Frau Lim in einem kleinen asiatischen Teeladen. Dass man für paar Teeblätter ein Vermögen ausgibt, ist ihm fast eine Schande. Bei mir bestellt er höchstens Teebeutel von Sencha, die ich nur extra für ihn aus Uji importiere und er auf seine Paddelntour mitnimmt. Die Tees, die ich IHnen mitbrachte, gaben sie mir irgendwann wieder zurück. Denn es Ihnen nicht schmeckten. Das Bussiness und Seminare, die ich gebe, scheinen ihnen wie Kinderspiele.

Am Dienstag passierte allerdings etwas, was Ihnen zum Nachdenken brachte. Sie waren beim Meister Ulrich Haas in Freiburg, der Ihnen mit Begeisterung von meinem Seminar in Mai erzählte. Er hätte es nicht geglaubt, wenn er selbst nicht erlebt hätte, dass man aufgrund vom Schmecken und Riechen, die Höhelage eines anbaugebietes, Insektenbefall an Teeblätter und Röstungsmethode wahrnehmen kann! Die Sprache des Tees hat nicht nur ihm angesprochen, sondern auch vielen seinen alten Schülern – die Teefossil, die extra zum Seminar eingereist waren. Diese Tee-Fossil waren die ersten faszinierten Teemenschen in Deutschland, als der „Teeweg“ noch ein Fremdwort war. Sie waren die ersten, die entschlossen auf den Urasenke-Teeweg bestreiteten. Ein Teefossil habe behauptet, so Detlef, dass er nach dem Kennenlernen von Sprache des Tees nicht mehr freiwilig eine Tasse grünen Sud schlucken will.

Meine Teeeltern waren zuerst stutzig, als sie diese Neuigkeit erfuhren. Später fühlten sie sich jedoch bestätigt und ganz stolz, „Menglin, NUR UNS hast DU immer noch nicht geschafft, zu bekehren!“