Erster Aufguss des Tees

In der traditionellen Gongfu Cha (Kungfu Zeremonie) habe ich gelernt, den ersten Aufguss abzugießen. Man feuchtet so zu sagen den Tee an. Erst ab dem zweiten Aufguss genießt man den Tee.
Heute würde ich eine andere Methode empfehlen: die Teekanne mit heißem Wasser zuerst aufzuwärmen und abgießen. Anschließend die trockenen Teeblätter hinzufügen. Nach 5-10 Sekunde, den Duft der feuchten Blätter genießen. Dieser Duft verrät uns die Information, wie und ob der Tee richtig gelagert und hergestellt wurde. Den ersten Aufguss wie gewöhnlich zubereiten und trinken. Der erste Aufguss zeigt uns eigentlich die reichhaltigste Seite des Tees. Er enthält die meisten Inhaltstoffe. Die Blasen, die beim ersten Aufguss aufzeigen, enthalten nach dem japanischen Forscher 谷本阳藏 wichtige Stoffe für die Gesundheit.
Wer Angst hat, eine Nachtwanderung oder Schäfchen zu zählen, könnte den ersten Aufguss abgießen. Wer Gedanke um seine Gesundheit wegen Pestizide und Schadstoffen macht, sollte ebenfalls den ersten Aufguss vermeiden.
Ansonsten sehe ich keinen Grund auf den ersten Aufguss zu verzichten. Andererseits kann jeder versuchen heraus zu finden, welche Art und welchen Aufguss ihn am besten schmeckt!
1. Aufguss
Die Blasen in 1. Aufguss

5 Gedanken zu „Erster Aufguss des Tees

  1. Suzanne

    Das probiere ich gleich morgen aus! Heute abend lieber noch nicht, wegen der Schäfchen, die ich dann immer zählen muss…

    A propos Schäfchen: wie ist es eigentlich mit dem Teeingehalt beim Oolong? Dazu finde ich alles mögliche. Es geht von „starkem“ bis zu „schwachem“ Teeingehalt. Was ist richtig? Oder kommt es auf die Oolong-Sorte an?

    Und dann etwas anderes seltsames: manche sagen, der Tee wäre stark im Teein, wenn er nur ganz kurz zieht. Wenn er länger zieht, gehe das Teein raus bzw. der Tee würde beruhigend. Andere sagen, das Teein kommt erst nach längerer Ziehdauer raus.
    Was ist richtig?

    Über Tee gibt es so viel zu lernen… vielen Dank für die tollen Beiträge, und ich hoffe, ich stelle nicht zu viele nervige Fragen…

    Jedesmal wenn ich Dein Blog besuche, lerne ich etwas Neues. Es ist toll!

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  2. Menglin

    Nein, ich freue mich auf Deine Anteilnahme! Schön, dass Du Dich für Tee interessierst! Auf Deine Frage werde ich mit einem anderen Beitrag antworten. Bis bald online!

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  3. stefan

    Hallo Suzanne

    also „Teein“ ist chemisch gleich Koffein
    ein stabiles Alkaloid nämlich c8-h10-n4-o2.
    Das hydrophile Koffein zieht sehr schnell ins Wasser
    schon nach ca. 30-40 Sekunden oder schneller, je nach Beschaffenheit, Feuchte und Dichte des Blattes und Temperatur des Wassers. Es zieht sich dann auch nicht mehr in den Tee hinein 🙂
    Beim Tee ist es auch noch an Aminosäuren gebunden und wird nicht vollständig direkt vom Magen sondern grösstenteils über den Darm resorbiert. Nach längerer Ziehzeit erhöht sich der Anteil zb. des Tannins (ein Gerbstoff) an welchen sich die im Wasser befindlichen Koffeinmoleküle anlagern. Das führt zur Verzögerten der Metabolisierung.
    Kurz: Die gleiche Menge Koffein gelangt über einen längeren Zeitraum ins Blut.

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  4. Suzanne

    Vielen Dank für Eure Hinweise! Bin schon wieder schlauer geworden.

    Zwischenzeitlich habe ich festgestellt, dass ich, wenn ich den ersten Aufguss weggieße, und nur die folgenden trinke, immer gut schlafen kann. Offenbar ist da wirklich das meiste Teein/Kaffeein drin. Vielleicht ist es aber auch reinste Psychologie…

    Gestern habe ich übrigens wieder zwei neue Tees probiert – einen Shui Xian und einen Zhen Shan Xiao Zhong. Letzterer ist etwas gewöhnungsbedürftig… da er ziemlich rauchig schmeckt. Ich werde ihn mal zu salzigen Gerichten ausprobieren, da passt er sicher sehr gut. Zum Marmeladenbrot eben wollte er partout nicht schmecken… wozu trinken die Chinesen ihn denn? Gibt es dafür spezielle Gerichte, oder einen Moment am Tag? Die Teemeisterin berichtete mir zur Herkunft des Tees, es sei ein wilder Tee, der aus einer sehr schwer zugänglichen Gegend stamme. Weisst Du etwas darüber, Meng-Lin?

    Der Shui Xian ist ein Felsentee, sagte die Teemeisterin. Er sei nur sehr schwer zu bekommen. Er schmeckt ein ganz klein wenig nach Lakritze (eigentlich ist es eher der Geruch, der an Lakritze erinnert), und nach Honig. Ein ganz toller Tee und sehr zu empfehlen.

    Bis bald!

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  5. Menglin

    Ich habe einen Beitrag über Zhenshan Xiaozhong am 18. Jan und über Felsentee am 16. Jan geschrieben. Richtig feinen Yancha gehören wirklich zu Besonderheiten! Ich gratuliere Dir, dass du das Glück hast!
    Man denkt immer, wenn man Geld hat, kann man sich alles leisten. Beim Tee ist anders. Man hat zwar Geld, kann nicht immer die besten Tees bekommen. Denn der gute Tee findet selten Zugang nach Europa und Teehändler in Europa betrachten Tee eher als Ware statt als eine Kultur.

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