Archiv für den Tag 15/03/2006

Yin und Yang im Tee 茶世界的陰和陽

Oft schreibe ich über die Auswirkung des Tees im Körper. Der Ausgangspunkt dieser Beschreibung liegt oft an der Yin-Yang Lehre der chinesischen Medizin. Was ist Yin? Was ist Yang? Darüber gibt es genügende Fachbücher und Experte. Ich möchte hier nur ein Aspekt deuten.

Yin Yang

Yin und Yang Lehre und Yijing sind zwei verschiedene kulturelle Systeme, die älter waren als Kungfuzianismus und Taoismus (Nan Huaijin: Yijing Zashou. 2001, S.55). Yijing stammte von Shanxi und Henan, während Yin-Yang-Lehre eher aus Hebei Stammte und noch älter war als Yijing. Die beiden Lehre vereinigen sich im Lauf der geschichtlichen Entwicklung und wurde durch Zou Yan (Zhanguo Shidai 350 v. Chr.) richtig bekannt. Er war in damaliger Zeit der Gelehrte überhaupt – ähnlich wie „Nobelpreisträger“. Egal wo er hinfuhr, wurde er von Königen mit Bankette und Verehrung empfangen – im Gegensatz zum Kunfuzius. Als Kungfuzius mit seinen 72 Schülern durchs China reiste, war er oft nicht willkommen und musste oft mit seinen Schülern hungern…
Der Ursprung dieser Lehre wird vermutet aus dem matriarchalischen Weltbild. Was ist Yang? Yang ist die Qualität von Männlichkeit, Wärme, Bewegung, Licht und Vordergrund. Es sind die Sonne, der Tag, der Sommer und das Aktive. Was ist Yin? Yin ist der Gegensatz zum Yang. Zu Yin zählen die Weiblichkeit, Schatten, Kälte, Ruhepunkt und Hintergrund. Es sind der Winter, die Nacht, der Mond und das Passive. Wenn man das dualistische Begriffspaar oberflächlich betrachtet, würde man zu dem Schluss kommen, dass alte Chinesen frauenfeindlich sind! Stimmt es? Wann fängt der Tag an? Der fängt mitten in der Nacht an und das Jahr mitten im Winter. Die Bewegung kommt von dem Ruhepol und kehrt wieder zum Ruhepol zurück. Das weibliche Prinzip ist der Anfang des Wesens und Ursprung der Entwicklung. Yin ist die Substanz spendende, während Yang sich schnell ausschöpft – dies könnten wir aufgrund der Männer-Frauen Beziehung im Alltag veranschaulichen. Wenn die Frau daheim gut geht, geht die Familie gut… Außerdem leben Frauen meistens länger wie Männer. Yang wird in unserer Gesellschaft vordergründig betont, weil wir Wert auf Sportlichkeit, Kommunikation, Aktivitäten, Sonne, Licht und Freude legen. Die Schattenseite und Passivität, die uns helfen, uns selbst zu verstehen und mit sich zu besinnen werden oft von dem Mainstreams verdrängt. Wir sehen nur lachende, aktive und junge Menschen in Medien. Die Rückbesinnung ist fast ein Bereich des „Wellness“ und „Lifestyle“ geworden…
Im Tee gibt es auch die zwei Aspekte von Yin und Yang. Die nicht fermentierten Tees (weißer, grüner und gelber Tee) enthalten mehr den Yin-Aspekt, während bei den fermentierten Tees der Yang-Aspekt überwiegt.
Der Dualismus von Yin und Yang wird jedoch aufgehoben. Das Taiji Zeichen kann das Gesetz am besten verdeutlichen: Yang enthält Yin, während Yin das Yang innehat. Ohne Yang wird Yin nicht existieren. Ohne Yin wird Yang bedeutungslos. Wenn wir im Körper überwiegend Yang Energie haben, befinden wir uns in einem Ungleichgewicht. Wir werden krank. Krankheit entsteht aus einem Yin oder Yang Ungleichgewicht!
Mit anderen Wörter: wir brauchen verschiedene Tees, die uns mit verschiedener Energie unterstützen. Nicht nur grüner Tee, sondern auch Oolong, roter Tee oder Schwarztee! In einer Überflussgesellschaft befinden wir in einem Yang-Übergewicht. Diese Gesellschaft ist „krank“, wenn wir uns nicht mehr über das einfache „Haben“ freuen können und immer weiter begehren müssen!