Archiv für den Tag 16/03/2006

Yoshino Dayu 吉野太夫

Wann blühen endlich die Kirschblüten? Kommen sie wohl dieses Jahr nicht?

Ganz zufällig erfuhr ich, dass der Teelehrer Herr Staufenbiel in Nürnberg bereits einen ausführlichen Beitrag über Yoshino Dayu befasste – http://www.teeweg.de/nletter-arch/april05.html.
Wer ist eigentlich Yoshino Dayu? Warum könnte so eine edele „Geisha“ oder „Kurtisane“ in die Teegeschichte gehen?

Dayu war zwar eine Art von Entertainerin, die gegen Bezahlung ihre Klienten amüsiert – mit ihrer künstlerischen Fähigkeit, aber oft talentiert und mehr verehrt als Hofdamen und edle Frauen. Sie suchten ihre Klienten aus und konnten manche unangenehme Gäste ablehnen. Wenn sie in der Stadt bummelten, waren sie das Zentrum des Geschehens, was Neid, Bewunderung und Begehren hervorriefen. Bekannte Dayuname werden zum Titel und weiter vererbt. Z.B. Yoshino Dayu wurden zu 10. Generation weiter übermittelt. Dayu wurden oft von Fürstenhäusern geworben bevor sie 30 wurden und eingeheiratet. Solche Vergenügungsviertel, wo Kurtisane sich aufhalten, boten die einzige Rahmen für aristokratische Männer, ihre Liebe und Leidenschaft auszuleben. Die Geschichten, wie ein Mann Dayu umwirbt und seine Liebe ausdrückt, lieferten beste Stoffe der japanischen literarischen Werke. Legendäre chinesische Schriftstellerin Zhang Eiling schrieb diese ähnliche Tradition in China (die Tradition dieser Art der Unterhaltung stammte aus altem China, Liuchao) im Vorwort ihres Romans „Haishanghua“, dass solche Viertel der einzige Ort für Männer in China war, sich verlieben zu können.
Yoshino Malerei
Eine Malerei von Yoshino Dayu

Yoshino Dayu (1606-1643)吉野太夫 hat mehrerer Legende hinterlassen. Einmal wurde erzählt, dass ihre Schönheit nicht nur edle Männer berührte, sondern auch kleine Menschen. Ein junger Schmied verliebte sich ins Geheim in die schöne Dayu. Er sparte und sparte, um nur einmal in ihre Nähe zu kommen. Das Problem lag nicht an dem Geld: um eine Nacht mit einer Dayu zu verbringen, kostete nicht nur Vermögen, sondern auch das soziale Kapitel. Woher hat der kleine Schmied, die Bildung, die Beziehung und den Zugang in die Nähe von Yoshino zu kommen? Er wurde tot krank und es wurde als Witz weiter erzählt. Yoshino hörte diese Erzählung und wurde von dem Leiden des jungen Manns triefst berührt und wollte ihm helfen. Es war die Kirschblüte zeit. Sie wollte den tot kranken jungen Mann zum Leben erwecken, indem sie mit ihm eine Nacht verbrachte. Ihre Tat wurde als Ausdruck des Bodhisattva-Geistes (Mitgefühl) verstanden und respektiert.
Der junge Schmied, der seinen langjährigen Traum erfüllte, verliest Yoshino am nächsten Frühlingsmorgen. Er warf sich in den von Kirschblüte gefüllten Fluss und beendete seinen Traum.
Er wusste wohl, dass er wie die Kirschblüte nur einmal im Leben blüht?

„Die Kirschblüten blühen hier wunderschön, 此地花好
aber wenn ich mich an das Blütemeer in Yoshino (ein berühmter Ort für Kirschblüte bei Nara) erinnere, 遥想吉野
waren die Kirschblüten dort unvergesslich anmutig!“ 樱花更璨烂
Yoshino Dayu