Dank der Hilfe von Nico! Er hat den Bericht eingescannt. Vielen Dank!
Archiv der Kategorie: Gongfu Cha (Kungfu Cha) 工夫茶
Inspiriert von Oolong
Nico arbeitet als Barkeeper in Zürich, ist Informatik-Student und lernt seit einem Jahr intensiv Tee. Tee, nicht nur Gongfu Cha, auch Cha No Yu.
Inspiriert von Tee und nach dem Dong Ding Seminar versucht er in seinem Blog etwas schönes über Oolong zu schreiben. Euch wünsche ich viel Vergnügen!
Was ist ein Teemeister III
3. Wie entsteht ein Meister?
Ein Meister, der einen Meisterbrief bekommt, ist als Meister zu bezeichnen. Das ist eine Bezeichnung der Ausbildung.
Aber was ist ein Meister, bei dem man etwas lernt? Etwas, was nichts mit Ausbildung zu tun hat?
Serafino hat kein Problem, zu behaupten, dass ich seine Meisterin bin.
Er macht mich zu seiner Meisterin. Aber ich kann nicht behaupten, ich sei seine, bevor er es selbst angibt.
Der Schüler macht eine Person zu seinem Meister.
Ich bin eine Soziologie und dann eine Verkäuferin oder eine Unternehmerin. Teemeister bin ich nicht. Das meinen die anderen. Es ist eine Projektion, zu der ich als ein Individuum Abstand halte. Andererseits schlüpfe ich immer wieder in diese Rolle, um Tee zu vermitteln. Aber es hat mit meiner Person als Menglin nicht viel zu tun.
Dieses klare Bewusstsein pflege ich. Ich bin ich. Tee ist Tee.
Wie entsteht ein Meister in Sinne von Schüler-Meister-Beziehung? Ab dem Moment, dass Du jemanden zu Deinem Lehrer machst. Dieser Person schenkst Du Vertrauen, auch wenn Du sie oft nicht wirklich verstehst und dass Du immer wieder aus dem Komfortzone rusgeworfen bist. Bevor du es machst, beobachte sie gut.
Teemeister, was ist das?
Tim bat mich um eine klare Definition von dem so genannten Teemeister.
Was ist das?
Mir fällt es recht schwer, ihm bei dieser Frage zu helfen. Aber wenn ich mir wagen würde, würde ich versuchen aus drei Ebene ihm zu beantworten.
1. Teemeister ist eine Vermischung von Vorstellung der Ausbildung und der Bildung. In der normalen Berufswelt braucht man eine Zertifikat oder ein Diplom. Zum Beispiel Meisterprüfung oder Magisterprüfung. Danach gibt das Ausbildungszentrum uns einen Schein, der unsere Fähigkeit bestätigt, um ein Können auszuüben.
Teemeister bezieht sich hier nicht um eine Ausbildung von Beruf, sondern um einen spirituellen Weg. Chen, Huan Tang, mein Lehrer hat zufällig eine Zertifikat, die einmalig war und dessen Prüfung nicht wiederholt wurde. Die Menschen, die sich mit Teeherstellung beschäftigen, verfügen normalerweise keinen Schein. Es ist eine Ausbildung ohne Insititutionen.
Neulich möchte die Regierung es institutionieren. You und seine Frauen haben diese Prüfung belegt. Es war aber bloss eine trockene Uebung! Keinen Tee wurde wirklich gemacht. Es war so abstrakt, dass You schlechtere Note bekam als seine Frau! Ueber solche Kuriosität hat Atong immer belächelt und bat mir an, so viele Zertifikate wie ich es mir wünsche zu verteilen.
Wir sehen die Problematik etwas zu institutionalisieren, was vielleicht besser in einem scheinbaren chaotischen Zustand überlässt. Atong legt keinen Wert auf so etwas. Ich auch nicht. Ein Titel, ein Plakat oder ein Papier können nur teilweise Siegeszug feiern, während das wahre WISSEN und der gelebte Weg Nachhaltigkeit aufweisen.
Wie ist mit dem japanischen Teeweg? Es gibt auch Teemeister, nicht wahr? Was ist mit dem Zen-Meister und Roben-Weitergabe?
Um diese Frage zu beantworten, nehmen wir das Wesen der Institution in die Lupe.
Der Lotus blüht im Tee. Der Blüte im Wasser ist bloss reflektiert, ist eine Illusion. Diese Teetasse drückt es aus.
Wenn Dante zum Tee
Am 12.11 war der Zukunfttag der zürcher Schüler.
Noam und Serafino beschlossen in Shui Tang diesen Tag zu verbringen.
Als ich Punkt 11 Uhr die Tür von Shui Tang aufschloss, sturmten die beiden in die Tür! Mit Lachen und Funken im Gesicht.
Was für eine Zukunft!!
„Was willst Du später werden?“
„Was wolltest Du werden, als Du jung warst?“ fragte Tim mich in einem Interview für seine Matura-Arbeit.
„Präsidentin.“ antwortete ich.
Ich bin Verkäuferin geworden. Reue? Nein. Das ist das Beste, was mit mir passieren kann. Weil ich etwas gespürt habe, als ich mein Leben verändern wollte, ich habe etwas gespürt wie eine Bestimmung.
In dem Dokufilm über „Kakiemon-Tradition“ sagte der amtierende Meister in einer Schlichheit: „Ich habe nicht gegen meine Bestimmung gekämpft.“ Sein Vater kommentierte über seinen Sohn, „Er muss eine sichere Hand und einen scharfen Blick, wenn er arbeitet. Er zweifelt noch an sich. Es ist reizvoll ein eigenes Werk zu kreieren, aber es ist besser zuerst den Kakiemon-Stil anzueignen…“
Ich verkaufe Tee. Es ist meine Bestimmung, nicht nur Tee zu machen. Es ist meine Bestimmung, Tee als ein Gefäss zu leben. Ein Gefäss, um mich selbst zu werden, um mit dieser Welt in Kontakt zu treffen und um das materiale und das geistige zu vereinbaren. Das ist ähnlich wie Dante, der in seinem Schaffen versuchte „diejenigen, die in diesem Leben leben, aus dem Elendzustand zu bewegen und sie zu einem Zustand der Freude zu führen.“ In seinem göttlichen Komödie wanderte er in drei Welten. Auf diese Reise wurde er begleitet von drei Fuguren (oder Meister) und konfontiert von verschiedenen Aspekte des Lebens. Beatrice wirkt als die treibende Kraft, es ist die Liebe, die Höhe und Tiefe, Freude und Leiden, Glück und Trauer hervorbringt. Sie ist eben auch die Quelle, die diese starken Emotion und Gefühle verwandelt! Es ist eine Individualisierung des Wanderers, den Dante versuchte zu skizzieren!
„Was wollt Ihr werden?“ Die Jünger in Shui Tang haben ihre eigenen Pläne. Warum kommen sie zum Tee? Sie wissen oder wissen es nicht, ähnlich wie ich mit Tee angefangen habe. Am Teetisch findet es eine Reise statt, die uns viel Frieden und Zufriedenheit vermittelt. Fast Therapeutisch.
Was geschieht eigentlich dort? Wie können wir diese Teereise mit dem Augen von Dante betrachten? Wohin trägt der Teeschifff uns? Auf den Hohesee, was wir als Leben nennen?
Wenn Dante zum Tee?
Diskussion und Austausch. Brigitte Egger und Menglin Chou führen gemeinsam das Gesprächh.
Ort: Shui Tang an der Spiegelgasse 26, 8001 Zürich
Uhrzeit: 20.12. Sonntag, 16 -18 Uhr
Eintriff frei, Anmeldung erwünscht.
吟松窯 Ginshogama
Meine Reise nach Kyushu war bereichernd. Bereichernd auch weil die dortige Regierung ihren Tourismus ankurbeln wollen. Jeder aus Taiwan, der direkt nach Kagoshima reiste, bekommt ca 100 Sfr. geschenkt.
Eigentlich hatte ich keine besondere Interesse nach Kagoshima, ausser meinen Vater ein Gefallen zu machen. Dort genoss ich schöne heisse Quelle – eherlich gesagt, das Quelle-Wasser von dortigen Hotel eher aufgepeppt ist und entdeckte interessante Töpferwaren!
Kurosatsumayaki hat zwei verschiedene Art: weisse und dunkle. Die weisse Variante ist beig und bemalt mit Muster, was mir weniger anspricht. Weil es schnell kitisch wird. Und diese dunkle Variante aus diesem Vulkaninsel, dessen Erde durch und durch schwarz ist, begeistert mich von erstem Augenblick!
Noch interessanter ist, wenn man den Aufguss in solchen Tassen mit dem Aufguss in anderer Tasse vergleicht. Die meisten Menschen gefallen den Aufguss in einer Porzellan oder glasierter Schale, während der Aufguss in dunklen KUROSATSUMAYAKI charaktervoller und intensiver schmeckt – häufig eher herber und erdiger.
Über dieses Ergebnis war ich recht überrascht und habe viel Freude an experimentieren!
Was hast du vergessen?
Unser Gongfu Cha II ist nun beendet.
Die letzte Lektion ist der Tee mit einem viereckigen Schachtel.
Vier Eck, hat eine Bedeutung von Bewusst werden von der Menschlichkeit. In der chinesischen Kultur bedeutet Quatrat häufig etwas wie der Anfang der Unendlichkeit. Ein Tee durch ein Quatrat-Schachtel hat eine gewisse Andeutung von Öffnung zur Undendlichkeit.
Es war die letzte Stunde unser Kurs. Es ist nicht der Schluss von einem Versuch. Sondern ein Anfang.
Wir hatten immer viel Spass. Jedesmal versucht jeder spontan einen Tee zu zerebrieren. Manchmal mit einem Schachtel, mit einem Tuch oder mit einem Tablett.
Und jedes Mal wird es vergessen. Gestern zählte Susanne das, was wir vergassen. Manchmal die Schale für Abfallwasser, manchmal den Aufgusskanne oder Teeschiff. Warum? Was bedeutet es? Wir versuchten es zu rätseln wie wir Orakel abfragen.
Gegen Ende von Kurs sagte Anna und Susanne, beiden Musiklehrerinen, als Markus mit einem Würde das Tee-Schachtel zum Tisch trug. Sie würden einen Anfangsritual in ihrem Schulunterricht einführen. Sie würden ihre Flöte wie das Schachtel mit Respekt und Würde in der ersten Stunde ins Schulzimmer tragen. Dann würden sie die Flöte so behandeln wie sie die Teatoys anfassen, mit Respekt und Sorgfalt vor den Schülern zerebrieren!
Wir waren richtig begeistern von ihrem Idee! Vielleicht geben sie ihren Kinder mehr als die Musik selbst. Sie zeigen den Kindern eine Möglichkeit zur Unendlichkeit und ihre Umgebung mit Respekt und Würde. Es ist eine Arbeit von Eros – eine Verbindung zu schaffen zwischen Menschen und der Welt.
Wie schön Gongfu Cha zu praktizieren? Wie schön diese Fähigkeit zu besitzen, DAS in den Alltag umzusetzen anstatt nur im Teezimmer als Meister zu spielen!
Erwachsen Sein…
Sie hatten den letzten Schultag.
Es war Zeit vorhanden für einen Gongfu Cha. Noam und Serafino beenden Ihren letzten Schultag in Shui Tang mit Gongfu Cha und Kinderarbeit…
Wie sehen die Kinder unsere Welt? Das sind immer die Gesprächsthemen auf dem Teetisch. Ich lerne die Welt neu zu betrachten im Augen der 13jährigen. „Erwachsen sein hat etwas trauriges.“ sagte der Noam.
„Warum?“
„Weil die Erwachsenen nicht mehr so fröhlich sind wie ein Kind.“
„Ist ein Kind fröhlicher? Warum?“
„Wir haben nicht so viel Sorgen. Wir können spielen und lachen. Erwachsene lachen nicht so.“
„Meinst Du weil die Erwachsenen Verantwortung tragen?“
„Das stimmt nicht.“ sagte Serafino, „Viele Erwachsenen tragen keine Verantwortung.“
„Wir, Kinder tragen so wie so Verantwortung für uns selbst, nicht nur die Erwachsene.“
“ Was kannst Du machen, wenn Du zwangsläufig erwachsen wirst? Wirst Du traurig?“
„Ich möchte in meinem Herzen fröhlich bleiben!“ sagte Noam. „Ein Kind im Herzen macht einen fröhlich.“
„Jetzt weiss ich, warum Du sagtest, dass ich nur 5 Jahre alt bin, wenn ich lache.“ lachte ich. Wegen meinem inneren Kind…
Ich schaute die klugen Köpfe vor mir an. Ich wünsche mir vom Herzen, dass sie wissen, wie sie ihre kindliche Leichtigkeit und Fröhlichkeit wieder verbinden. Mit einer Teekanne, paar Teetassen, vielleicht mit oder ohne jemadnen. Ein Spiel, das einem schnell versetzt in das Land des Lächelns! Das ist das, was ich ihnen mitgeben kann.
Mein Stil beim Unterricht von Gong Fu Cha
Ich gebe zu, dass ich nicht ein guter Lehrer bin.
Eigentlich wollte ich nie einen Lehrer spielen.
Die Leute die Tee lernen wollen, haben mich dazu gemacht. Ich kann nicht mehr zurück. Ich kann nur weiter lernen, indem ich anderen lehre. Ist es eine gute Vorraussetzung? Ich kann es nicht beantworten.
Eins kann ich sagen, ich bin mit Herzen dabei und wurd immer bewusster, was für eine symbolische Kommunikation Gong Fu Cha sein kann! Darüber werde ich schreiben – noch nicht jetzt.
Weil ich Cha No Yu gelernt habe, versuche ich ein Experiment zu gestalten. Das heisst nicht, dass Cha No Yu schlecht ist. Umgekehrt! Für mich, es gibt nichts besseres als das! Aber eine andere Art von Teespielen können auch geben!
In Cha No Yu werden Abläufe genau definiert. Man lernt zuerst die Abfolge, die seit Hundertenjahren praktiziert werden. Es ist alles perfekt! Man muss nur sich aneignen. Irgendwann entdeckt man, dass jeder Mensch unterschiedliche Rhythmus hat und unterschiedene Herzensprache spricht. Somit hat eine Übung unterschiedliche Gesichter! Das ist so wunderbar!
In Gong Fu Cha ist es umgekehrt. Man hat keinen Halt, so wie man geboren ist, so wie wir uns zu einem Individum entwickeln müssen. Wir lernen im Lauf des Lebens durch Fehler und Experiment, um ICH zu verstehen, um ICH zu verorten. Das Ich wird immer wieder neu erfunden und verortet werden – manchmal mit Gaiwan, manchmal mit Porzellen-Teekanne und am liebsten vielleicht mit Jadekanne!
Ich möchte jeden Menschen bei Gong Fu Cha die Chance geben, zu erleben, was haltlos bedeutet, ins kalten Wasser springen heisst und wie wir mühlsam das Zentrum von ICH gefunden haben! Das Halt muss von jedem selbst gefunden werden. Das macht alles so bewusst und stark! Wir wissen, wo unser Zentrum ist und niemand schafft dann es weg zu ziehen!! Deswegen ist es manchmal so, als ob es keine Faden gibt. Man weiss nicht, was man machen soll. Dies ist eine wichtige Erfahrung, auf das Interllekt zu verzichten und die Intuition einen Raum zu geben.
Ich bin eine sehr schlechte Lehrerin für Leute, die einen klaren Regel brauchen. Die Leute, die eine Vorführung und Definition von Handlungen brauchen, haben eigentlich genug in der Gesellschaft. Im Tee, hoffe ich, etwas anders zu zeigen!
Gong Fu Cha I 2015 August
Immer mehr Menschen interessieren sich für die Zubereitung des Tees. Manche sind von der fernöstlichen Kultur fansziniert. Manche sehen in Gong Fu Cha eine Möglichkeit im beschäftigenden Alltag einen Raum zu schaffen, um die innere Welt des ICHS zu widmen. Joseph campell bezeichen es als einen heilligen Raum! Heillig, weil es eine Verbindung zwischen dem Individuum und dem Kosmos wieder hergestellt wird! Ein Verwurzelung auf der Erde und in der menschlichen Tradition.
In Gong Fu Cha I lernen wir in der ersten Lektion die grundlegenden Griffe, wie wir Tee-Gegenstände anzufassen und zu behandeln.
In der chinesischen Kultur spricht man nicht über sich. Man kreiiert eine Atmosphäre, die über einen spricht. In dieser ersten Lektion lernen wir durch unsere Handlungen eine Atmosphäre zu gestalten, um sich von alltäglicher Situation zu unterscheiden! Zum Beispiel man bewegt sich anders auf den Teetisch als in der Küche.
Dann lernen wir Schritt für Schritt den Teetisch zu gestalten. Zuerst mit dem Teeschiff, der das Wasser auffängt und die Teekanne trägt. Schritt für Schritt bewegen wir uns weg von dem konkreten Teeschiff. Der Teeschiff wir immer symbolischer. Wir gestalten unseren Teetisch mit Hilfe von Tücher und anderen Gegenstände. Die Spielart wird immer freier und vielfältiger.
In diesem Kurs wird vermittelt, bewusst zu bewegen und zu atmen. Teezubereitung wird auf eine reflektierende Art vollgezogen und der Lernende wird bewusst über den Körper und kann sich von unbewusster Bewegungen distanzieren. Die Geschmeidigkeit des Körpers gewinnt im Lauf der Lektionen immer mehr an Bedeutung und wird sichtbar! Die Ästhtik des Tees wird offenbart durch den Teetisch und fliessende Bewegung! In dem langsamen Atmen verschmelzen Ich und Du ineinander. Alles wird eins!
Kursdaten, jeweils Samstags 16.30-19.30 in Shui Tang an der Spiegelgasse 26, 8001 Zürich.
Gebühr: 200 Sfr. Studenten, Schüler, Auszubildene, Erwerblose, Wiederholungstäter und Rentner können nach der Ermässigung anfragen. Anfrage und Anmeldung: www. shuitang.ch oder menglin@shuitang.ch
22.08; 05.09; 19.09; 26.09; 10.10

















