Archiv der Kategorie: Klatsch am Teetisch

Tee in the japanese foodways

Oft frage ich, wie die Szenerie dieser Gesellschaft überhaupt zu verstehen? Soll ich eben das glauben, was man mich mit Blick am Abend futtert, oder soll ich bei einer Tasse Teeklatsch meine Meinung bilden?
Bildung ist eine eigene Sache, die Zeit und Schweiss auffordert. Meinungen von anderen zu adaptieren geschieht sekundenschnell.

Aber der Blick hinter dem Kulissen anstatt auf der Bühne zu bleiben hat seinen Reiz. Das traditionelle Essen Sushi wurde in der Moderne ein Fastfood. Der Tee entwickelt sich aus dem aristokratischen Genuss zu einem Wellnessgetränk, und von einer hoch politsichen Sprache zu einem harmlosen Gesundheitstrend. Dass das 1909 erfundene Glutamat die kulinarische Landschaft gesamter Asiens kolonialisiert, ist ein Botschafter der so genannte „imperiale“ Küche. Sind diese kulinarische Entwicklung zufällig oder höchst politisch?

Ganz zufällig fand ich die Rezesion eines höchst interessanten Buches: Japanese foodways, past and present.

Tee – die Sprengkraft weiblicher Kleidung?

Am vergangenen Freitag wurde ich eingeladen bei dem Salongespräch von Ehrung der Preisträgerinnen des Gender Studies Forderpreis Zürich Hochschule der Künste.
Zwei Preisträgerinnen beschäftigen sich mit dem Thema Enthüllen Verhüllen. Deseree kam zu Shui Tang und fragte mich, ob ich es mitmachen würde. Ihr ausgezeichneter Film handelt sich um das Kleid am Teetisch. Tee befreite Frauen einst im Europa aus dem privaten Haus zur Öffentlichkeit. Das Kleid, das Sie zu diesem Tee-Anlass trugen war das Kleid, das von Korsett befreit wurde. Es war ihr Unterkleid! Wie hat der Tee diesen Emanzipationsprozess beigetragen? War der Tee, der Auslöser der weiblichen Sprengkraft?
Der andere ausgezeichnete Film „Hülle“ handelt sich um drei türkischen Immigrantinnen von drei Generationen in Deutschland. Ihr Gespräche finden häufig am Teetisch statt, wo türkischer Tee gerührt wird.
Es wäre doch super, wenn ich am Salontisch Tee zubereite, während des Salongespräch um die Hülle ging. Tee als Ferment zwischen Menschen kann so klar dargestellt werden.
Ich wurde sehr neugierig gemacht und sagte mit ganzem Herzen zu.

Am diesen Abend sassen nicht nur die intelligenten Frauen am Salontisch. Während ich Tee zubereitete, sassen zwei Kinder von 5 Jahre alt neben mir. Sie wollte einfach nicht weg gehen. Sie waren Engels.
Die Tochter von Desiree und ihr kleider Freund, sassen auch am Teetisch ohne Hocker. Sie sassen auf den Boden und verlangten immer den Tee. Sie folgte mir und brachte immer ganz brav den Tee zu ihren älteren Vorbilder. Ich verlangte ihr mit zwei Hände Teetasse zu tragen und zu servieren. Ohne ein Ton von Protest, sie folgte einfach meine Anweisung. Ich war zutiefst berührt. Der kleine Junge neben ihr, lächelte immer zum Tee. Er fragte, ob er es einmal lernen kann – „es sieht nicht so schwer aus, aber so schön.“ sagte er. Ich nickte.
Während die erwachsenen Frauen diskutieren über die Hülle und Enthüllen, über die Burka und Emanzen, trankten die zwei kleinen Engels neben mir den Tee und lächelten zum Himmel!
Link zu dem interessanten Film von Deseree Zappa, Tea for three & Three for tea.
(Das Teehaus, der Teegarten und das Teekleid als Reform, Avantgarde, Experiment)
Link zu dem Film von Maria Müller, „Hülle“.

Nachbeben

Ich lebe mein leben wie gewöhnt weiter. Die Nachbeben bebt noch im fernen Osten. Aber ich fühle mich bereits so – Bussiness as usual – nicht einmal Tagesschau reizt mich einzuschalten. Ach, ich bin so oberflächlich.
Martin Frischknecht hat nun paar Echos von den Ereignissen in Japan veröffentlicht.
http://www.spuren.ch/news_comments/1046_0_3_0_C/

Eigentlich sollte es noch eine Weile bei Menschen beben. So lang sollte es anhalten bis wir an uns selbst verändern wollen! Hoffentlich ist es nicht zu spät!

Was beschäftigt mich jetzt? Die frische Ernte! Die ersten Baumtipps aus Yunnan sind bereits versandbereit!

Inschallah

Alle fragen mich schon ganz ernst, wann und ob Chou Yu kommt. Ich kenne meine Leute in Taiwan. Reise im Sommer planen sie erst paar Tagen oder ein paar Woche vorraus – ganz anders als die meisten Menschen im Europa.
Er sagte mir im Telefon, dass er selbst noch nicht weiß. Ich sagte ihm, dass viele Pu Er Fans hier bereits sehnsüchtig warten. Er lachte im Telefon und meinte, er würde es SEHR ernst überlegen, wann er nach Zürich kommt. Zuerst musse seine Frau zustimmen – sagte er.
Also, wir warten ab.
Atong kommt nicht. Er geht nach Wuyishan Ende Mai. Als ich es erfuhr, wollte ich unbedingt auch dabei sein. Er sei entführt worden von seinen Schüler in Taipei. Aber es sei nur touristisch, nichts mit dem Tee. Ich glaubte es nicht. Aber Ende Mai ist es wirklich keine Teeproduktion mehr!
Wahrscheinlich sollte die Teereise nach Taiwan tatsächlich in diesem Jahr stattfinden.

Im Telefon erzählte ich Atong, wie interessant ich letzter Zeit bemerkte, dass ruhige Tees wirklich eine Herausforderung ist. Ich hatte zwei Jinxuan Alishan degustiert. Ein Winterernte und ein Dongpian. Dongpian ist eine Ernte nach dem Winter. Wenn Teebäume nach der Winterernte zum Schlaf fallen, werden sie noch einmal erweckt von dem warmen Fön aus Südpazifik. Diese Ernte ist nicht berechenbar, nicht gewöhnlich. Sehr schwer zu produzieren, weil die Nächste oft sehr kalt sind. Wenn diese Ernte einmal gelingt, hat dieser Tee eine in sich ruhende Eleganz! Ich degustierte die beiden Alishan. Die Tassen waren richtig schön duftend so wie Jinxuan sein kann! Als die Tassen kalt wurden, als der Duft verflüchtet, trank ich sie noch einmal – der Dongpian ist ruhig, präsent und wach; wärhend der Winterernte einfach eine Schönheit ist, aber nicht „überraschend einladend“ – auf Chinesisch würden wir sagen „Nai Ren Xun Wen“ – es lädt einen in die Tiefe zu erforschen…
Ich sagte zu meinem Lehrer, „Ach, solcher in sich ruhender Tee gewinnt nicht so schnell die Aufmerksamkeit. Solche Tees verkaufen zu wollen, ist wirklich eine Arbeit gegen das Geld!“ Mein Lehrer erwiderte im Telefon: „Bist Du ein toter Fisch?“ Er meinte, von Strom getrieben zu werden ist für ihn viel verheerender als nur arm zu sein. Was ist daran so schlimm, dass man weniger verdient? Hauptsache, das stimmt für einen!

Drei Tees in „The Dolder Grand“

Es war eine Konvention bei dem taiwanesischen Unternehmen, dass die Angestellte einmal im Monat eingeladen wurden. Mein Vater folgte diese Tradition und wir als Kinder häufig mit assen. Zuerst waren wir in kleinem Restaurant mit den Leute von Vaters Büro. Später gingen wir in größeren Häuser. Es war schön, aber nicht so besonders in meiner Erinnerung geblieben. Mein Vater verlangte uns nie eine besondere Manier und Kleidcode – vielleicht war es ihm selbst unbekannt.
Richtig bewußt von der so genannten Exklusivität, wenn man in einem noblen Restaurant geht, lernte ich es in der Schweiz kennen. Ich habe bei den Schweizer gelernt, wie wichtig das Kleidercode ist und dass man anständig benehmen sollte. Ich habe beobachtet, dass es den Schweizer manchmal verlegen ist, wenn er bei einem noblen Restaurant etwas verlangt. Für mich ist es fast „zu“ autorotätsgläubig. Und wenn ich jetzt essen gehe, verlange ich auch etwas für das Geld, was in Zürich relativ großzügig ausgegeben wird. Für mich sind die schweizer Gäste in solchen noblen Restaurant fast zu bescheiden! Sie nehmen vieles einfach hin. Ich habe es allerdings von meinem Vater ganz anders gelernt…

The Dolder Grand ist ein Name und ein Begriff für die so genannte Exklsusivität. Ich ass gerne hier mit meinen asiatischen Gästen, nicht weil es mir preiswert ist. Sondern, weil das Personal relative normal sind, nicht so verkrampft wie in vielen noblen Restaurant. Für mich hat ein Name nicht viel Bedutung. Für mich sprichen die Dinge selbst für sich.
Joseph hatte die Idee für Teescout-Projekt eine Fragebogen auszufüllen – bei The Dolder Grand.
Wir hatten drei Tees bestellt. Zufällig drei Schwarztee: Assam, Darjeeling und English Breakfast.
Wie ist die Teekarte? Spärlich.
Wie ist die Frischheit des Tees? Mein Tee (Assam) hatte den typischen Teeladengeruch in Deutschland – also Fremdgeruch.
Wie war die Zubereitung? Zuviel Tee in einem Plastik-Sieb, zu niedrigerem Temperatur für einen Schwarztee.
Wie war das Personal? Zum Glück waren sie fit. Sie waren fit und aufnahmefähig, obwohl ich nicht ein einfacher Gast war.

Wie war das kulinarische Angebot? Super!
Hannes war zutiefst zufrieden mit seinem Afternoon-Teesnack. Ich war glücklich mit meinem Thunfisch-Sandwich. Ja, zwei Michelin-Stern, das entspricht.
Aber das Teeangebot…
Für ein normales Restaurant ist es wirklich in Ordnung. Für ein Zürich-Spa-Resort vielleicht auch in Ordnung. Aber für den Name „The Dolder Grand“, der uns etwas versprechen will, ist es schon armselig.
Ehrlich gesagt, wenn es nicht mein lieber Joseph wäre, hätte ich so wie so Milchkaffee bestellt!

Warum ist das Tee-Angebot in einem so noblen Hotel enstpechend so enttäuschend? Ist es zu verbessern mit einem besseren Teebeutel oder mit einem besseren Tee?
Das ist bloss ein Spiegel von dem niedrigeren Status des Tees im Europa.
Solange Tee immer mit Wellness und Trend konnotiert wird, wird es immer so bleiben. Solange die Menschen, die Tee verkaufen und sich mit Tee beschäftigen, Amateur sind, wird dieses Only-Nice-to have Status etabliert stehen.
Wie können wir die wirkliche Proffesionalität verstärken und das Bewußtsein verändern? Ich sehe einen langen steinreichen Weg vor mir.

Zu Hause sein

Massimo fragte Balthasar, weshalb er zum Tee kam. Er antwortet, dass er sich hier im Alpenland nicht zu Hause fühlt. Er glaubte sein Zuhause in China zu verorten. Er hatte vielleicht keine Mut das Alpenland zu verlassen. So fühlte er sich fremd in seinem eigenen Land. Seit er Shuitang und mich kennen lernte, hatte er das Gefühl, er müsse nicht mehr nach China reisen.
Als ich es hörte, lachte ich ganz laut. Denn es bei mir genau umgekehrt war.
Ich wollte immer weg.
Am besten weit weg von meinem Zuhause.
Das Zuhause meiner Eltern, das Zuhause meiner kulturellen Zugehörigkeit und das Zuhause meiner Kindheit war mir vertraut, aber fremd. Für mich war es ein Korsett.
Später entdeckte ich, dass mein Korsett für die anderen Fremden eine vermeintliche „Rettung“ erscheint – zu meinem Erstaunen!

Ich erzählte von meinem Flucht am den Teetisch in Shui Tang. Ich wollte immer weg und mein Vater fand es zuerst gut. Jeder sollte einmal weg von Zuhause sein und in die weite Ozean fahren – so denken viele Inselbewohner. Ich hatte das Mut und mein Vater gab mir das Geld. Ich floh nach Europa. Zuerst fand ich die Fremden schrecklich barbarisch. Ich fühlte mich oft missverstanden und gedemütigt. Irgendwann fand ich die Freiheit einer maginalen Mensch zu geniessen. Ich werde nie Deutsche und bleibe nicht dieselbe wie im 1992. Eine absolute Freiheit, zu akzeptieren, dass man anders ist! Ich bin anders. Andersdenkend, andersaussehend und andershandelnd.
Ich begriff irgendwann, dass das Zuhause nicht das Haus meiner Eltern ist. Mein Zuhause kann ich nicht materiell verorten. Mein Zuhause ist in mir, in meinem Herzen, im Tee. Also, ich habe bei dem Fremden mein eigenes Zuhause gefunden!
Nach dieser sehr langen Reise, viel Kämpfe und viele Schmerzen habe ich mein Korsett, was meine Eltern, meine Erziehung mitgegeben haben, abgelegt! Ich bin frei.
Ich bin frei, weil ich kein ander Korsett mehr tragen will. Nicht einmal vom Tee!

Nun kommen viele Fremde zu mir. Sie wollen etwas vom Tee lernen, der vermeintlich aus einem festen kulturellen Rahmen stammt. Ach, ich seufze, „möchtet ihr mein früheres Korsett tragen?“ Mitgefühlsvoll verweigere ich es. Weshalb projizieren Menschen die Erlösung auf eine fremde Kultur, auf eine fremde Religion und auf eine fremde Person?
Will ich mit einem Buch, Menschen im Westen „missionieren“? Ist es besser, was ich mache? Ehrlich gesagt, ist es mir doch egal, wie die anderen Leute ihren Tee zubereiten und was sie trinken. Ich trinke meinen und sie ihren! So ist der Geist des Tees! Auch wenn man sich mit Tee beschäftigt, ist man nicht besser! Ach, warum will man sich besser als andere Menschen fühlen?

Zum Glück habe ich Schlitzaugen. Diese Schlitzaugen machen mich glaubwürdig und ich sei ein Expert des Tees… Ansonsten hätte ich komische Kleider aus dem imaginären China tragen und komische Attribute aneignen müssen!

Teegespräch?

Liebe Frau Chou was sagt man dazu? Die smarten Schweizer Tüftler und Erfinder haben da wohl völlig verkannt, worum es beim Teetrinken geht, oder täusche ich mich? Ob ihnen die Chinesen das abkaufen? Vielleicht ist heute ja alles möglich. Herzlich P. M.

Der Artikel hier lesen.

Gestern kamen Massimo und Balthasar zum Besuch. Sie hatten eine dringende Bitte. Unsere Vorlesungsreihe über Tee findet am kommenden Montag statt und sie spüren ihre „Lampenfieber“. „Menglin, bist Du vorbereitet?“ „Nein. Aber ich bin zuversichtlich.“ lächelte ich. Balthasar sei sehr skeptisch. Massimo sehr unruhig. Vor allem bei der letzten Veranstaltung, wenn wir zu Dritt sprechen.
Warum sollte ich kritisch sein? Ein Teegespräch ist eben ein Teegespräch. Man kann es nicht planen. Entweder wird es spannend, oder geht es in die Hose. Es entwickelt sich organisch, wie der Tee.
Was soll man mit menschlichen Kalkül dort manipulieren? Wenn wir nicht über Tee sprechen, sondern über das sprechen, was der Tee mit mir macht. Dann bin ich bei mir selbst, ich habe keine Angst!
Und das ist das, was ich von Teetrinken versteht. Das ist das, was Teetrinken ausmacht!
Es geht nicht nur um dem Akt des „Tee-Zubereitens“, es geht darüber hinaus. Es geht beim Teetrinken mehr als das technische Können – es geht vor allem um „die Wirkung“ des Tees. Was macht der Tee mit Menschen? Was macht der Tee mit Dir, so dass Du jeden Tag freiwillig früher aufsteht, paar Tasse aufgiesst? Was macht der Tee mit mir, so dass ich manchmal fast weinen muss und so dankbar bin, so viel Geld für diese Sud ausgeben darf?
Es lässt sich nicht mit Funktionen und Skills erklären. Es ist eine manchmal schwer auszudrückende Beziehung zwischen Menschen, Teatoys und Tee! Es handelt sich hier nicht um Presitige und um Trend oder Schnelligkeit! Es geht hier primär darum, „Ach, so ist es schön! So ist das Leben schön! Ich muss nicht noch mehr haben!!“
Balthasar hatte etwas dagegen, wenn er wie interviewt an diesen Abend behandelt wird. Massimo dachte, er müsste uns um Wissen fragen, so dass die Zuhörer das Gefühl von Bildung bekämen. Aber das wäre ja kein Teegespräch. Das wäre ja ein Vortrag. Außerdem gibt es überall so viele „Ratgeber“ im Internet und solche Bücher.

Ein Teegspräch ist eben ein Gespräch zwischen Menschen, die sich Gedanke machen, was Tee mit Ihnen macht. Tee spricht für sich selbst. Ich möchte nicht über Tee sprechen. Am kommenden Montag spreche ich überdas, was Tee mit unserer Welt macht! Tee als Ferment in der Weltgeschichte. Und am diesen gemeinsamen Abend sprechen wir über unsere Beziehungen zum Tee und lassen uns vom Tee führen!

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Lieber P.M.

Ja, die smarten Schweizer verstehen die Prinzip von Kapiltalismus und Globalisierung. Es scheint tatsächlich so, als ob everything goes. Aber die Zeit wird uns zeigen, was tatsächlich überdauert.
Ein japanischer Spruch: faule Pflaumen fallen selbst vom Baum ab.
Man muss nichts dagegen kämpfen.
Ist es nicht die schweizer Werte, sich mit dem Innern zu besinnen und immer denken, was in Hundertjahren noch existiert? Vielleicht ist es besser nicht mit den schweizer Werte auseinanderzusetzen. Denn das heutige China ist schnelllebig und oberflächlich – dies sehe ich in der chinesischen Mainstream Teeproduktion. Und diese herrschenden Werte in China passen sehr gut zum „Tpresso“ und dem Geschmack ihrer mittreibenden Teeexperten!

NZZ Online: Nespresso-Erfinder lanciert Kapseltee für China

Diesen Artikel aus NZZ Online, der Website der Neuen Zürcher Zeitung
12. Januar 2011, 14:41

Nespresso-Erfinder lanciert Kapseltee für China
Maschine für zahlungskräftige Mittelschicht als Konkurrenz zur Teetradition

Nach dem Erfolg mit Kaffee aus Kapseln haben Hersteller verschiedener Systeme die Teetrinker im Visier. Nestlé führte im letzten Frühling in Frankreich ein eigenes Tee-System ein. Nun lanciert der Westschweizer Nespresso-Erfinder Eric Favre speziell für den asiatischen Markt «Tpresso».

Den vollständigen Artikel finden Sie auf NZZ Online unter:
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/nespresso-erfinder_lanciert_den_kapseltee_fuer_china_1.9072957.html

http://www.nzz.ch

Copyright (c) Neue Zürcher Zeitung AG

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Ich bekam die Hinweise von diesem „schrecklichen und zugleich spannenden Nachricht“.
Schrecklich, weil man glaubt, dass everything goes. Spannend, weil der Boden der Teekultur in heutigen China getestet wird. Werden Chinese sich an den Westen orientieren, weil eine durch und durch designte Maschine Prestige und Internationalität bedeutet und die Köpfe der so geannten „Mittelschicht“ dadurch durchdrehen wird? Moment, gibt es eine Mittelschicht in China?

Teeexpert

Ploetzlich bin ich der so genannte Teeexpert geworden.
Das bin ich nicht.
Mein Onkel ist ein hochkaratiger Manager. In einem edelen Restaurant, wo man Visitenkarten gegenseitig austauscht, sagte er heute, er habe keine Visitenkarte und sei ein Hausmeister. Natuerlich hat man ihm nicht geglaubt. Aber er gab sich einfach keinen Preis. Es ist eher meine Erziehung, selbst nicht anzugeben und auf dem Boden zu bleiben. Und der Ruf im Internet ein Expert zu sein, scheint mir nicht besonders interessant.
Was fuer einen Ruf hat der Atong? Einmal traf ich die Cheredakteurin von Pu Er Art (chinesische Version). Als sie hoerte, dass Atong mein Lehrer sei, war sie nicht besonders begeistert. Sie sagte, Atong sei zu sturr. Es gibt nicht nur eine Richtung von Oolong. Es gibt etliche verschiedene Interpretationen von Oolong. Atong habe nicht Recht. Scheinbar ist diese Dame eine Teexpertin.
Atong ist selten begeistert, wenn Leute als seine Schueler angeben. Das stimmt. Das kann seinen Ruf schaden, wenn ich hier stets behaute, ich sei seine Schueler.
Vor paar Jahren, als ich erst angefangen habe, mich ernsthaft mit Tee zu beschaeftigen, dachte ich, ich suche mir Tees aus, die mir gefallen. Viele Tees von Atong gefielen mir nicht. Ich dachte, komisch, seine Tees haben immer die gleiche Ausspreagung. Vor einem Jahr entdeckte ich manche im Keller und entdeckte die praechtige Schoenheit Atongsoolong! Ich finde bis heute keine Worte, es zu beschreiben!
Manche Leute lernen Tee, indem sie mit verschiedenen Leute sprechen, Buecher lesen und reisen. Ist Tee verstehen eine Art von Puzzle-Spiel? Ist ein Teeexpert, der viele Leute interviewt hat, vieles gelesen hat und viele Orte bereiste?
Ich bin auch sturr. Fuer mich moechte ich einen Lehrer haben. Ich schenke ihm einfach mein Vertrauen. Bevor ich ihm vertrauen kann, ueberprufe ich ihn. Ist er jemand, der mich an ihn bindet? Oder ist er jemand, der mir von Konzepten befreit und mir den Weg weist, wie ich selbst zum Tee komme, anstatt fuer mich zu gehen. Ich vertraue ihn und lerne viel Werkzeuge. Dann lerne ich Weisheiten, um selbst auf den Weg unbeirrt zu gehen. Aber zuerst, das Vertrauen.

Ich weiss, ich bin wie der Oolong. Wir entwickeln uns immer weiter. Was mir heute gefaellt, kann morgen anders sein. In diesen Sinne kann ich nicht viel dazu sagen, was der Titel Teeexpert bedeutet. Morgen entwickle ich mich weiter und werde wohl gestehen muessen, was fuer einen Schwachsinn, den ich heute schreibe!

Chinesisch lernen in Zuerich?

Kollegin Deby, ebenfalls aus Taiwan, hat es geschafft, in Zurich eine private chinesische Schule zu eroeffnen. Sie meochte gerne, dass ich Werbungen fuer sie mache – das tue ich so gerne! Menschen, die Mut haben und etwas wagen, finde ich immer grossartig. Was ist denn schon Erfolg? Der so genannte Erfolg in fremden Augen ist nie das Ergebnis einer harten Arbeit, sondern der Schein. Die innere Erfuellung durch die Arbeit ist die beste Belohnung.
Die Adresse von Debys Schule:
http://www.sprachschule-yang.ch/