Inschallah

Alle fragen mich schon ganz ernst, wann und ob Chou Yu kommt. Ich kenne meine Leute in Taiwan. Reise im Sommer planen sie erst paar Tagen oder ein paar Woche vorraus – ganz anders als die meisten Menschen im Europa.
Er sagte mir im Telefon, dass er selbst noch nicht weiß. Ich sagte ihm, dass viele Pu Er Fans hier bereits sehnsüchtig warten. Er lachte im Telefon und meinte, er würde es SEHR ernst überlegen, wann er nach Zürich kommt. Zuerst musse seine Frau zustimmen – sagte er.
Also, wir warten ab.
Atong kommt nicht. Er geht nach Wuyishan Ende Mai. Als ich es erfuhr, wollte ich unbedingt auch dabei sein. Er sei entführt worden von seinen Schüler in Taipei. Aber es sei nur touristisch, nichts mit dem Tee. Ich glaubte es nicht. Aber Ende Mai ist es wirklich keine Teeproduktion mehr!
Wahrscheinlich sollte die Teereise nach Taiwan tatsächlich in diesem Jahr stattfinden.

Im Telefon erzählte ich Atong, wie interessant ich letzter Zeit bemerkte, dass ruhige Tees wirklich eine Herausforderung ist. Ich hatte zwei Jinxuan Alishan degustiert. Ein Winterernte und ein Dongpian. Dongpian ist eine Ernte nach dem Winter. Wenn Teebäume nach der Winterernte zum Schlaf fallen, werden sie noch einmal erweckt von dem warmen Fön aus Südpazifik. Diese Ernte ist nicht berechenbar, nicht gewöhnlich. Sehr schwer zu produzieren, weil die Nächste oft sehr kalt sind. Wenn diese Ernte einmal gelingt, hat dieser Tee eine in sich ruhende Eleganz! Ich degustierte die beiden Alishan. Die Tassen waren richtig schön duftend so wie Jinxuan sein kann! Als die Tassen kalt wurden, als der Duft verflüchtet, trank ich sie noch einmal – der Dongpian ist ruhig, präsent und wach; wärhend der Winterernte einfach eine Schönheit ist, aber nicht „überraschend einladend“ – auf Chinesisch würden wir sagen „Nai Ren Xun Wen“ – es lädt einen in die Tiefe zu erforschen…
Ich sagte zu meinem Lehrer, „Ach, solcher in sich ruhender Tee gewinnt nicht so schnell die Aufmerksamkeit. Solche Tees verkaufen zu wollen, ist wirklich eine Arbeit gegen das Geld!“ Mein Lehrer erwiderte im Telefon: „Bist Du ein toter Fisch?“ Er meinte, von Strom getrieben zu werden ist für ihn viel verheerender als nur arm zu sein. Was ist daran so schlimm, dass man weniger verdient? Hauptsache, das stimmt für einen!

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