Drei Tees in „The Dolder Grand“

Es war eine Konvention bei dem taiwanesischen Unternehmen, dass die Angestellte einmal im Monat eingeladen wurden. Mein Vater folgte diese Tradition und wir als Kinder häufig mit assen. Zuerst waren wir in kleinem Restaurant mit den Leute von Vaters Büro. Später gingen wir in größeren Häuser. Es war schön, aber nicht so besonders in meiner Erinnerung geblieben. Mein Vater verlangte uns nie eine besondere Manier und Kleidcode – vielleicht war es ihm selbst unbekannt.
Richtig bewußt von der so genannten Exklusivität, wenn man in einem noblen Restaurant geht, lernte ich es in der Schweiz kennen. Ich habe bei den Schweizer gelernt, wie wichtig das Kleidercode ist und dass man anständig benehmen sollte. Ich habe beobachtet, dass es den Schweizer manchmal verlegen ist, wenn er bei einem noblen Restaurant etwas verlangt. Für mich ist es fast „zu“ autorotätsgläubig. Und wenn ich jetzt essen gehe, verlange ich auch etwas für das Geld, was in Zürich relativ großzügig ausgegeben wird. Für mich sind die schweizer Gäste in solchen noblen Restaurant fast zu bescheiden! Sie nehmen vieles einfach hin. Ich habe es allerdings von meinem Vater ganz anders gelernt…

The Dolder Grand ist ein Name und ein Begriff für die so genannte Exklsusivität. Ich ass gerne hier mit meinen asiatischen Gästen, nicht weil es mir preiswert ist. Sondern, weil das Personal relative normal sind, nicht so verkrampft wie in vielen noblen Restaurant. Für mich hat ein Name nicht viel Bedutung. Für mich sprichen die Dinge selbst für sich.
Joseph hatte die Idee für Teescout-Projekt eine Fragebogen auszufüllen – bei The Dolder Grand.
Wir hatten drei Tees bestellt. Zufällig drei Schwarztee: Assam, Darjeeling und English Breakfast.
Wie ist die Teekarte? Spärlich.
Wie ist die Frischheit des Tees? Mein Tee (Assam) hatte den typischen Teeladengeruch in Deutschland – also Fremdgeruch.
Wie war die Zubereitung? Zuviel Tee in einem Plastik-Sieb, zu niedrigerem Temperatur für einen Schwarztee.
Wie war das Personal? Zum Glück waren sie fit. Sie waren fit und aufnahmefähig, obwohl ich nicht ein einfacher Gast war.

Wie war das kulinarische Angebot? Super!
Hannes war zutiefst zufrieden mit seinem Afternoon-Teesnack. Ich war glücklich mit meinem Thunfisch-Sandwich. Ja, zwei Michelin-Stern, das entspricht.
Aber das Teeangebot…
Für ein normales Restaurant ist es wirklich in Ordnung. Für ein Zürich-Spa-Resort vielleicht auch in Ordnung. Aber für den Name „The Dolder Grand“, der uns etwas versprechen will, ist es schon armselig.
Ehrlich gesagt, wenn es nicht mein lieber Joseph wäre, hätte ich so wie so Milchkaffee bestellt!

Warum ist das Tee-Angebot in einem so noblen Hotel enstpechend so enttäuschend? Ist es zu verbessern mit einem besseren Teebeutel oder mit einem besseren Tee?
Das ist bloss ein Spiegel von dem niedrigeren Status des Tees im Europa.
Solange Tee immer mit Wellness und Trend konnotiert wird, wird es immer so bleiben. Solange die Menschen, die Tee verkaufen und sich mit Tee beschäftigen, Amateur sind, wird dieses Only-Nice-to have Status etabliert stehen.
Wie können wir die wirkliche Proffesionalität verstärken und das Bewußtsein verändern? Ich sehe einen langen steinreichen Weg vor mir.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s