Archiv der Kategorie: Der Teeweg

Der feine Wilde

„…die Wilden dieser Inseln sind die zufriedensten, die glücklichsten (…) Sie haben kein anderes Gewand als das, mit dem die Natur sie bedeckt hat. Sie kennen eine gesetzte Ordnung: sie leben ganz in Freiheit, trinken und essen, was es ihnen gefällt. Sie machen sich keinerlei Sorgen, nicht einmal von der einen Mahlzeit zur nächsten, und schon gar nicht um den kommenden Tag…“ J.B. Du Tertre. Paris 1667, S. 356.

Unsere Reisegruppe nach Yunnan bezeichnet sich als die Wilden. Unsere Fladen, die wir dann selbst erzeugen, heisst „Ye Ren Cha Bing“ (Wilde Menschen Fladen) Eine interessante Formulierung, wenn man vergleich mit dem Text von dem fränzösischen Reisebericht im 17. Jahrhundert. Wer ist für wem wild?
Was bedeutet denn heute „Wild sein“ in unserer entzauberten Zeit? In einer Zeit wo alles bereits bereist und entdeckt wurde, wo alles aufgeklärt und belegt wird? Wo liegt noch Zauber und wo sind die Wilden?
Ich bin wild – ich hoffe, ich bin wild genug. Wild genug, noch zu meiner Wildheit zu stehen.
Vor zwei Wochen sprach mein Bonsai-Doktor zu mir, als ob er zu seinem Amigo geredet hätte. Ich sagte ihm sofort, dass ich nicht sein Kumpel sei. Aus seiner guten Erziehung entschuldigte er sich sofort. Aber ich habe ein Gespräch mit ihm gewünscht.
In dem Gespräch sagte er mir, dass er wild sei und seine Meinung direkt ausspricht. Er sagt seine Meinung.
Er sei wild und kann seine Meinung einfach sagen.
Ich lachte richtig und sah einen Spiegel vor meinen Augen. Also – mein lieber Junge… Meinung zu sagen ist einfach. Schwierig wird es, wie man es sagt. Noch schwieriger wird es, zu eigenen Meinungen zu stehen, nachdem man es gesagt hat.
„Es ist nicht so interessant, wild zu sein.“ sagte ich. „Interessanter wäre zu respektieren, dass Du und die anderen Meinungen haben. Wenn die anderen andere Meinung haben, kannst Du immer noch Deine Meinung respektieren und zu Dir zu stehen? Das ist interessant. Nur einfach etwas zu sagen ist nicht so spannend.“
Die Augen von Tim fingen an zu leuchten. „Wild sein und keine Grenze zu kennen ist uninteressant. Die Grenze zu erkennen und zu respektieren macht Dich zu einem feinen Menschen. Wenn du noch Mut hast, wie die Wilden, dann bist Du ganz interessant für Deine Mitmenschen. Denn Du bist ein feiner Wilde! Mutig und fein.“
Tim erzählte weiter, dass er bis vor kürzen in privater Schule war und hatte das Gefühl, dass es demokratisch sei zwischen ihm und den Lehrern. Die Lehrer sind bezahlt von den Eltern der Schülern. Er konnte immer seine Meinung äussern. Nun ist er in der öffentlichen Schule. Die Lehrer sind über ihn gestellt. Er muss lernen, mit dieser neuen Situation umzugehen.
„Also, wenn Du Tee bei mir lernst, bin ich für Dich eine autoritäre Person, oder?“ ich schmunzelte.
Er nickte.
„Also, dann ich bin über Dich. Ist es klar?“
Er wusste nicht, wie zu antworten.
„Wenn Du mich nicht respektiert und auch wenn Du mich bezahlst, schmeisse ich Dich raus. Glaubst Du es?“
„Ja, ich traue Dir zu.“
„Weiss Du, das stimmt, dass man meine Arbeit bezahlen kann. Aber, was ich geben kann – ich kann viel mehr geben, alsdas was ich bezahlt werde – und DAS tue ich aus meinem Herzen. Das ist nicht zu bezahlen! Das geschieht nur vom Herzen zum Herzen!“ ich lächelte zu ihm, „Ist es Dir auch klar?“
Mein Bonsai Doktor schien nachdenklich zu sein.

Ich liebe unsere Gespräche – Teespräche mit einem inzwischen 16jährigen Junge, der alles mit anderen Augen sieht und die Welt mit voller Poesie betrachtet. Höflichkeit ist anders als Demut. Höflichkeit ist anders als Dankbarkeit. Höflichkeit ist anders als Respekt. In der Dunkelkeit habe ich lange alleine versucht, zu verstehen, was Respekt bedeutet und was Mut anstellen kann. Aus einem sehr bürgerlichen Verhätlnis habe ich mit vielen Mühe die so gennante Freiheit zu gelangen und zu begreifen, Grenze und Freiheit immer nebeneinander stehen. Menschen sind in der Schweiz gerne höflich, aber herzlich sind die meisten nicht. Mein Bonsai Doktor hat eine wunderbare Chance durch seinen Teeweg sein Herz zuzuhören und seine Freiheit in wahrsten Sinn des Wortes zu leben. Mut und Respekt wünsche ich als Begleiter für unser Leben.

Der Wilde pendelt sich zwischen dem „edelen“ und „bedrohlichen“ – nicht nur in den europäischen Reisebeschreibung letzer Jahrhunderten, sondern auch noch heute.

PRINCESS TOYOTOMI

„Daisuke,“ Vater sprach zu seinem Sohn, „das schwierigste im Leben ist unserem Herzen zu folgen. Aber so lange Du es kannst, wirst Du Dein eigenes Schicksal bestimmen…“
Mr. Sanada sei Minister von einem verborgenen Staat Osaka, dessen Mitglieder nur durch Einweihung des eigenem Vaters werden kann. Wenn der Vater von seinem Tod ahnt, dann passieren der Vater und der Sohn gemeinsam einen Korridor. Während diese Stunde, während das gemeinsame Gehen unter vier Augen werden die Geschichte seiner Herkunft an die Zukunft des Sohnes weiter vermittelt. Vater und Sohn teilen nach diesem Weg das gemeinsame Schicksal und Gedächtnis an ihrer Vergangenheit und Möglichkeiten ihrer Zukunft.
Ein Abschied und zugleich ein neuer Anfang. PRINCESS TOYOTOMI ist eine Literaturverfilmung von einem Roman Manabu Makime. Er thematisiert die Vater-Sohn-Beziehung anhand einer geheimnisvollen historischen Ereignis von dem Tod der Erbe von Hideyoshi und bringt die Wichtigkeit des Teilen an das kollektive Gedächtnis zum Ausdruck. Die Geschichte einer verborgenen Staat Osaka ist nur narrativ von Vater zum Sohn erfahrbar! (Von dem Film wissen wir nicht, wie ist es zwischen Mutter und Tochter ist… eine Kritik von Feminismus kann man sicherlich ausüben, auch wenn es um Schutz einer Prinzessin geht.)
Nur narrativ erfahrbar ist auch die Geschichte von den Völker, die an Pu Er Teebäume leben. Viele Völker in Yunnan leben ohne Schriften und erzählen die Geschichte ihrer Vorfahren ihrem Kinder durch Legende und Musik – indem sie zum Beispiel jedes Jahr gemeinsam in den Wald gehen und Tee pflücken…
In jedem Frühling spriessen die Teebäume im Wald. In jedem Frühling wird ein Ritual von dem Clan gemeinsam ausgeführt, die Teeblätter zu pflücken und Teebäume zu verehren. Jahr zum Jahr, Generation zu Generation. Es wird gesungen, gesprochen und gegessen neben den Teebäume werden das kollektive Gedächtnis geteilt, die Identität gestiftet und Frischlinge integriert. Das Produkt war Tee, die Konsequenz ist die Zukunft eines Volkes.
In dem Film fragte der Steuerinspektor aus Tokyo Mr. Sanada: „Warum glaubt Ihr denn an die Märchen des Osaka Staaten? Ich glaube an es nicht!“
Warum glauben die Kinder des Volkes an die Legende ihrer Vorfahren und passieren Jahr zu Jahr in jedem Frühling im Wald um Teebäume zu verehren?
Sanada antwortet nüchtern… „Weil es sind die gesprochenen Wörter des Vaters! Nachdem Sie erwachsen werden – haben Sie Möglichkeit mit Ihrem Vater, von Herzen zum Herzen eine Konversation zu führen?“
In diesem so genannten Crossing Corridor gehen Vater und Sohn Schulter an Schulter um das Packt des gemeinsamen Lebens abzuschliessen – für die Weitergabe.
Eigentlich sollte es wie ein Geheimnis sein, dass ich im April nach Yunnan fahre und paar Tee-besessenen mitnehme. Plötzlich ist es eine Gruppe geworden, die nicht mehr klein ist. Darunter sind zwei Paare von Vater und Sohn.
Ich kenne Alexander seit es Shui Tang gibt. Ein Stück begleite ich seine Veränderung bis er sein Leben tatsächlich verändert. Er kehrt Finanzindustrie seinen Rücken und widmet sich nun nur Tee. Wir haben eine AG gemeinsam gegründet. Immer mehr gewinnt er Respekt von mir, weil ich eine rasante Entwicklung von ihm beobachte und davon sehr viel profitiere. Sein Vater Erwin, ein erfolgreicher Banker, der gerne Sterne beobachtet und mir immer eine Hand reicht, wenn ich sie brauche. Ich geniesse immer von ihm in der Stadt gefahren zu werden. Erwin hat es hinnehmen müssen, dass Alexander seine Stab nicht weiter führen will. Auch er hat nun durch seinen Sohn und durch den Weg seines Sohnes Tee entdeckt. Es ist eine Veränderung. Als er entschied sich mitzukommen, war ich nur erstaunt (harmlos ausgedrückt). Ich versuchte ihm einzuschüchtern, dass diese Reise nichts für ihn ist. Schlechte Hotels, schlechtes Essen und schlimme Zicke wie mich muss er einstecken. Es nützt alles nicht. „Willst Du mich mitnehmen, oder nicht?“ fragte er mich direkt… Ich begreife es nur sehr schwer, weshalb er mit Alexander diese Reise unternehmen will. Aber, wer weiss, wozu soll ich es begreifen? Es ist das Packt zwischen dem Vater und dem Sohn… In der Ungewissheit der Zukunft wird diese Reise in ihrer Familiegeschichte fermentieren…
Tim und Tom sind in einer anderen Station ihrer Geschichte. Ein fitter Vater und ein reifender Sohn. Die beiden sehnen sich nach Abenteuer. Warum sind die beiden so besessen von Tee? warum ist Tee ein Ort von Abenteuer?
Es ist vielleicht unsinn für mich und unverständlich, warum sie es so wollen. Aber… ich weiss, dass Tee der Ort ist, wo unmögliche Erinnerungen und Sehnsüchte dort einen Platz finden!
Es ist ihr männlichen Packt und ich wünsche – das Crossing Corridor auf dieser Reise stattfindet… So hat unsere Reise eine unglaubliche Bedeutung auf eine ganz andere Ebene… Dank Tee!

Das vermisste Schaff

Für meine Eltern sei ich ein vermisstes Schaff. Das betonnten sie besonders gerne, als ich in Pupertät war.

Ich war tatsächlich immer wieder vermisst als ich ein kleines Mädchen war. Mein Vater sagte, mindestens drei Male drei richtige Such-Aktionen. Das ganze Clan ging auf die Suche. Ich wurde oft irgendwann gefunden und hatte etwas in meiner Hand zu essen, weil die Fremde mir kauften. Ich fragte meinen Vater, „warum ging Ihr denn mich suchen?“ Mein Vater fand meine Frage unmöglich, „Hast Du keine Angst? Wieso läufst Du gerne weg?“ Wieso? weil woanders immer interessanter aussieht als bei mir zu Hause, weil ich eher in meiner eigenen Welt lebte und lebe als ihre… Aber wie könnte ich denn meinen Eltern es sagen? Sie wissen eigentlich doch gar nicht, wo sie wirklich sind. Deswegen bin ich gerne vermisst. Laut meinem Grossvater, weinte ich nicht, wenn man mich gefunden hat. Ich lief einfach wieder mit zurück.

Tobias schrieb mir, dass das Teeblog inzwischen anders geworden ist. Ich kümmere mich viel weniger um das Faktische, sondern schreibe das, was mich bewegt. Keine einfache Zeile für Zwischendurch. Für ihn sei es lesenswert.

Einmal sagte Sandro, dass er manchmal sich fremd fühlt in Zürich. Denn hier wird überall Hochdeutsch gesprochen. Ich sagte ihm, „Möchtest du Schweizerdeutsch hören? Dann gehe doch einfach nach Konstanz!“ In Konstanz hört man fast nur Schweizerdeuscth. Ich stand heute mit Freunde in Karstadt und wollte Töpfe kaufen. Ich kaufe gerne Töpfe und Pfanne. Die Aktion von Kaufen gibt mir ein Gefühl, als ob ich damit super Küche zaubern kann. Plötzlich stand ein kleines blondes süsses Bube neben mir. Er zerrte kurz meine Hose und hatte ein Heft in der Hand. „Hallo!“ grüsste ich ihm – ganz normal wie zu jedem. „Hallo!“ Er lächelte mir an. Ich kniete runter auf dem Boden. „Was machst Du hier?“ „Ich suche meine Mami. Sie ist nicht mehr hier…“ Ich verstand sofort – ein vermisstes Schaff!
Ich schaute ihm an. Er weinte nicht. Er hatte klare Augen und guckte genau in meines Herz. „Also, Würdest Du mit mir kommen, Deine Mami suchen?“ Er nickte. So lief er ein bisschen hinter mir gemeinsam mit mir zum Kundendienst. „Wie heisst Du?“ „Sascha.“ „Wie alt bist Du?“ Er zeigte mir mit 4 Finger. „Wo wohnst Du?“ „Frauenfeld.“
Wir waren zusammen zum Kundendienst. Er lachte. Ich holte ihm einen Stuhl. Er setzte sich hin und öffnete wieder sein Heft. „Habe keine Angst.“ Er schüttelte seinen Kopf. „Hast Du Hunger?“ „Ja!“ er nickte. „Was magst Du essen?“ „Pommes mit Ketchup!“
Also, ich ging schnell Futter für das kleine Schaff kaufen. So schnell dass das Schaff sich nicht allein fühlte. Als ich wieder da war, war seine Mutter schon da. Die junge Mutter guckte mich sehr verlegen an und fing an über Sascha zu schimpfen. „Er lief einfach weg!“ Ich streichelte das Kind und sagte mit einer ruhigen Stimme zu ihr. „Sie haben ein wunderbares Kind! Er hat keine Angst und gerät nicht in die Panik. Er ist wunderbar!“
Ein Kind, das immer noch cool bleiben kann, auch wenn die Mutter verschwindet. Das ist ein Wunderkind. Warum schimpft die Mutter ihm? Warum ist nicht die Mutter diejenige, die vermisst wird anstatt dem Kind?
Ich kniete noch einmal kurz zu Sascha. Er wird sich niemals an mich erinnern – höchstens an meinem Waschbärkappe. „Guten Appetit! Du bist echt cool!“

Ich weiss nicht, was ich zu Tobias`s Kommentar schreiben soll. Ich bin ein vermisstes Schaff und läuft gerne irgendwie wohin auf den Nebenweg weg. Irgendwann werde ich wieder gefunden auf den „richtigen“ Weg, auf den ich nur wieder über Tee schreibe. Aber ich weiss, dass Tee viel mehr kann als ich. Tee ist viel mehr als nur Fakten. Und ich bin bloss ein Schaff, das gerne weg läuft.

Mein Bonsai Doktor

Er nennt sich als Nigerian Bonsai. Zu mir gibt er sich als Bonsai Doktor aus.
Und vielleicht in der Zukunft gibt es eine Firma, die MC&TR company heisst. Das sind Anfangsbuchstabe von mir und von ihm. Also er will Wirtschaft studieren, sich mit Tee vertiefen und dann ein Reichtum mit dieser Firma erreichen.
Es ein ein Freitag, glaube ich, als Tim und sein cooler Vater plötzlich mit einem kaputten Yixing-Kanne in Shui Tang standen. So entdeckt er den Tee durch Shui Tang und ich den Tee durch die Augen eines 15jährigen very swiss Boys.
Er schreibt sehr gerne Whatsapp. Er beschäftigt mich mit Whatsapp. Ich habe ehrlich gesagt noch nie so viel getippt in meinem Leben bevor ich ihm kennen gelernt habe. Und noch nie ein Mann in meinem Leben hätte mich so beschäftigen können!
Einmal erzählte er mir, dass er eine SUPER Oriental Beauty (betont durch Tim) gefunden hat. Ich fragte ihm, „Eine Beauty?“ „Sehr wohl.“
„Aber es geht mir mehr darum das sie zugehört werden will und somit sich entfaltet.“
„Und sehr milde ist er, Etwas spezielles . nicht so wie normaler oriental beaut… Tee ist eine Art Metapher.“
Ist sie eine fernöstliche Schönheit?
Nein, er sagte, er sei nicht für so viele Veränderung bereit.
Okay! „Weiss Du, Liebe versetzt die Bergen.“
Er sagte, er muss Liebe neu entdecken.
Ist er wirklich 15 Jahre alt? Ich bin nicht sicher. Ich habe nie einen Mann in meinem Leben mit einem Tee verglichen… Vielleicht könnte ich es auch versuchen, nicht wahr!?

Ich bat ihm einmal zu kommen Tee für Gäste zu machen, während ich eine wichtige Besprechung habe. Er betrachtete diese Arbeit als Ehre. „Weiss Du, Wenn die Dinge aus Herzen kommen und stimmen dann passieren viele spannende Geschichte die uns weiter bringen und bereichern!“ Ein 15jähriger antwortet: „Und man muss es vorallem zulassen“
Er schrieb, es sei schwer… „die meisten leute aus meiner umgebung wollen nie zulassen, es ist schwer.“
Als ich diese Sätze lass, war ich überwältigt von der scharfen Beobachtung eines Boys. Woher weiss er, dass das Problem unserer Menschheit ist das, das Leben zu leben anstatt nur zu atmen?
Manchmal brachte mir ein einfühlsames Fragezeichen gegen Abend ein Lächeln, wenn ich im Tram sass, „wie geht^s?“ „Zickig.“ antwortete ich. „Dann muss Du BJC trinken.“ Das ist die Abkürzung von Grenztee (Bian Jing Cha), der meine Zickigkeit besänftigt. Er verordnet mir den Tee und fragte mich sogar am nächsten Tag, „Hast Du meine Verordnung getrunken?“ Ich staune und staune…
Sein Lieblingsspruch zum Tee ist jetzt „Keine Spuren hinterlassen.“ Jedesmal putzt er freiwillig den Teetisch wenn er in Shui Tang ist. Einmal entdeckte er morgens eine Kanne voller Wasser. Es war gefüllt von Jeanine vor einem Tag – was eigentlich kein Problem ist. „Menglin, hast Du ihr nicht gesagt, dass sie keine Spuren hinterlassen sollte?“ Meine Augen waren so gross, dass er diesen Zen-Spruch tatsächlich ernst meint!
Manchmal ist mein Bonsai Doktor sehr sentimental:
„Heute hatte ich den Gedanken das Tee in meinem Leben alles intensiviert“
„Ich empfinde freude, wertschätzung und trauer“
???
Ich werde jedesmal sprachlos, wenn ich diese Zeile lese. Wie viel versteht er? Wie viel meint er ernst?
Was kann ich mit meiner Antwort in seinem Leben anrichten? Ich werde immer vorsichtiger mit meinen Sprüchen. Es ist ein unschuldiges Paradies, das sich vor mir offenbart und es wurde mir auf einmal klar, dass ich es auch einmal war. Ich betrachte ihn und sehe gleichzeitig mich selbst. Wer hat mich zu meinem jetztigen Ich mitgewirkt? Was werde ich wohl in seinem sehr frischen jungen Abenteuer ins Teeland bewirken?

Ich möchte kein Karma schaffen, also möchte keinen Schüler und Bonsai züchtigen. Diese frische unschuldige Seele, die Tee liebt und folgt, kann jedoch sehr viel von meinen Hände bereichert werden. Ich begleite ihn ein Stückchen und irgendwann wird die Zeit kommen, dass er allein auf seinen Weg geht. In der unbekannten Zukunft wird ein neues Teeland für ihn öffnen, unbeschwert von einer Tradition und tief verankert von reichlichen Selbsterfahrungen. Ich freue mich sehr für ihn und bin dankbar für diese Begegnung.
Dank ihm lerne ich noch einmal im meinen Leben: der Teegeist ist der Anfängergeist!

Er nennt seine Arbeit Tee zu packen als Spiritual Work von Tim. Sehr wohl. Das Problem ist eher etwas irdisches. Er hatte Hunger und fragte mich schon wie bei ihm daheim: „Menglin, was kann ich essen?“ Men schmunzelte. Ich brachte ihm Toast mit sehr guten Brotaufsrich von RVR. Er schüttelte seinen Kopf. Er esse kein Toast. Okay. Dann Taiwanesisches Ramen? „Wie schmeckt es?“ Sein Daumen zeigte nicht nach oben, nur gerade horizontal. Es gehe… Okay. „Was willst Du am Donnerstag essen?“ Er kommt am Donnerstag zu putzen. „Udon!“ „Gebraten?“ „Nein, Suppe!“ Oh, umständlich dachte ich. „Jaja, es geht auch gebraten. „er zeigte mir entgegenkommend. „Mal sehen.“ Mein Bonsai Doktor hat Anspruch, auch wenn er immer keine Spuren hinterlassen übt.

Grüsse vom Zitronenland

Grüsse vom Zitronenland

Liebe und sehr verehrte Menglin,

seit Wochen begleitet mich Ihr Büchlein “ Blätter vom Teeweg“ durch die verschiedenen
Zimmer meiner Wohnung.
Gerade möchte ich meine Arbeit kurz unterbrechen, um schon mal dem ersten Teil meines “ inneren Dranges“ Ihnen zu schreiben nachzugeben.

Ich habe das Buch zwar noch nicht zu Ende gelesen- jedes Kapitel genieße ich wie eine gute Praline- doch möchte ich mich schon einmal ganz herzlich bei Ihnen für diese wunderbare und erfrischende, psychologisch, wie philosophische “ Gedanken-Collage“ bedanken.

Viele Sätze die Sie niedergeschrieben haben sprechen mir aus der Seele, viele Gefühle kann ich teilen und einige Male halten sie mir den Spiegel vor.
Diese ganzen Gefühle dann auch noch mit Tee in Verbindung zu bringen, ist wunderbar!

Die Wege der Reisenden führte mich im Juli letzten Jahres von Mallorca auf meiner Geburtstagsreise nach- wie Sie so schön schreiben- Shui Tang.
Als Teeliebhaberin kenne ich – außer in Asien- keinen schönen Teeladen.
Ich rede nicht von einem Tee-Kaffee-Laden, sondern eben einem Ort, wo Tee zelebriert und geschätzt wird.

Mit meinem Mann und einem Freund kamen wir um Tee zu probieren, ich hätte ewig bleiben können, doch die zwei Männer wollten weiter und warteten zwar geduldig, aber beharrlich- damals ging ich mit ein paar Utensilien, dem 1990er Pu-Er, dem Dianhong Premium und dem Anxi Tie Guanyin.
Ich wußte nichts von Pu Er und fing vorsichtig an, den kleinen der Ihr Geschenk war als Einstieg zu trinken. Dann kam der 1990er und ich verstand langsam das mir immer fremd gewesene Wort “ Sucht“ zu erahnen.

Anfang November letzten Jahres ging ich wieder nach Shui Tang. Es war wie ein Magnet.
Auch wenn Sie sehr reserviert waren, so waren Sie herzlich und mir wurde klar dass ich hierher öfters kommen wollte.
Dieses Mal begleiteten mich wieder der Pu Er 1990, der Dianhong roter Tee und ein Bangwei 2012- von dem Sie als “ tragenden Tee“ sprachen.

Ich habe von Ihren zwei Teeseminaren gelesen und den tiefen Wunsch bei – zumindest einem- dabei zu sein.

Noch einmal danke und herzliche Grüße aus dem Ort “ wo die Zitronen blühen“ ( bei uns wachsen sie gerade im Garten) …

Ihre
Claudia
……………………………………………………………………
Liebe Claudia, herzliche Grüsse aus sehr kalten Zürich!
Ihre ermutigenden Wörter werden mich begleiten!
Mehr bruache ich nicht zum Wort bringen.
Menglin
ps. heute hat mein Doktor Bonsai Tim (so nennt er sich, ein 15jähriger Teemensch) mir auch den Grenztee 1990 verordnet. Damit ich nicht zickig und traurig bin.

Auf der Grenze

Ich liebe Flughafen und wohne seit meiner Kinderheit immer gerne nah am Flughafen. Ein Bedürfsnis, den Anschein zu bewahren, irgendwo dazwischen zu sein.
Wir gingen immer zum Neumarkt, wenn er kommt. Meistens bestellen wir den gleichen Gericht, wahrscheinlich weil wir ähnliche Vorliebe haben. Hanspeters Augen blinkten, als er das Essen langsam zu Ende bracht, „ich habe Dir etwas zu erzählen.“ Er war wieder auf Nahrungssuche für seine Persönlichkeit und für sein Leben. Wenn er wieder etwas Wertvolles fand, gibt er mir weiter. Er begann mit diesem Satz: „Menschen wie Du, die auf der Grenze leben, gehen in eine unglaubliche Risiko ein, gewinnt allerdings ein grosses Reichtum für das Leben. Aber es ist ein sehr hartes Leben.“ Es ist nichts neues, ich blieb schweigend. Mein Leben ist hart, das weiss ich. Aber wer will denn schon ein Leben, das gut versichert ist?
Oft muss ich Unterlage unterschreiben, wenn ich wieder bei meinen Eltern bin. Es sind viele Versicherungsdokumente, was die Eltern aus Sorgen und Angst für ihre Kinder vorbereiten. Das entlastet nicht mich, sondern sie. Mein Tod kann viel Geld bringen, denke ich immer. Darum fliege ich auch mit dem gefährlichen Airlines.
Er fuhr weiter fort mit dem Name Paul Tillich, ein Mensch auf der Grenze. Er entwarf das Konzept von Korrelation über Essenz und Existenz. 99 % von Menschen, meinte Hanspeter verlieren den Bezug zwischen unseren Essenzen- was das wahre Reichtum des Ichs verstanden werden kann und unserer Existenz – wie wir uns im Moment befinden oder das, was wir als „Ich“ nach Aussen leben wollen. Um unsere Essenz tiefgründig zu erfahren, damit die Existenz mit der Essenz näher übereinstimmen können, „müssen“ wir auf die Grenze gehen. Die Grenzerfahrung bringt uns ein Stück nähe zum wahren Selbst und somit wird unsere Existenz ein Stück mehr bereichert und authentischer. Das geschieht nur, wenn man auf Risiken eingehe.
Wir sind nicht religiös, glauben weder an Gott noch an Buddha. Das was uns interessiert, ist der Weg zur inneren Bewusstheit. Er sagte immer, dass er sich für mich freut, wie ich als ein Fremde in einem fremden Land Fuss fasse. Der Tee bekommt durch mein Wesen als ein Mensch auf der Grenze an diesem Ort eine andere Bedeutung. Auf der Grenze zu leben – zwischen dem Okzident und dem Orient, zwischen Ja und Nein, zwischen Haben und Verlust und zwischen Freiheit und Geborgenheit zu pendeln war nicht eine bewusste Handlung, sondern eine Sehnsucht. Das Herz ist wankelmütig und in jedem Pendel weiss ich, dass ich wankelmütig bin. Inzwischen habe ich meine Antworten für diesen Pendeln gefunden. Auf der Grenze zu leben ist unabhängig von Alltagsrealität, sondern eine Lebenshaltung. Im Grunde genommen suchen wir die Erfahrung der Weite anstatt der Enge. In diesem Pendeln sind wir verletzlich. Und manchmal finden wir das Gefühl bei einer bestimmten Person, dass es sich alles zum Guten wenden wird.
Der Flughafen ist ein sehr angenehmer Zwischenraum. Als ich diesmal mit Migräne in Frankfurt auf den weiteren Flug wartete, sass ich in einem gefüllten Bar. Ich bevorzuge laute Umgebung, wenn ich Ruhe brauche. Ich versenkte meinen Blick auf einen unzentrierten Punkt im Raum. Vielleicht wirkte meine Hilfslosigkeit anziehend und wurde von Fremden angesprochen. In dieser unverbindlichen Unterhaltung ist Angabe von dem Persönlichen so unbedeutend. Es sind nur Kleider und Wortwahl, die von mir erzählen können. Ich bezeichnete es als eine unglaubliche Leichtigkeit für mein Sein. Ich hatte das Gefühl, ich besäss keine Identität.
Mitgefühlsvoll schaute er mich an. Kannichen wurde bis aufs Knochen aufgegessen. Beim Abschied sagte ich ihm, wie sehr ich ihn schätze. Er erwiderte, „Ebenfalls, bei Dir ist man ein Stück nah an der asiatischen Lebendigkeit!“ Ah…
Die Luft war kalt und die Kopfsteinpflaster waren lutschig…
Während wir Kannichen assen, bekam ich ein SMS von B. Er schrieb, dass er gerade meine alten SMSs lass… Zu seiner leisen Melancholie schrieb ich ihm zurück, dass ich die Fucken aus der Zukunft roch. Das können nur Menschen auf der Grenze – wahrscheinlich. Die Zukunft ist nicht in Planung des Agendas zu finden, sondern in dem, was das Leben einem bietet. Das Pendeln zwischen Ja und Nein sagt mir, dass ich gewöhnlich bin und lebe.

Hanezu no tsuki

Rot verblasst schnell,
Herzen sind wankelmütig.

Von Atong bekam ich diesmal eine kleine Teekanne aus Zhuni (rote Tonerde). Unter der Kanne wurde das Entstehungsdatum und der Name des Büros tief eingeritzt. Das sei die einzige Teekanne, die nach all diesen Jahren überlebt. Und nun geht diese Kanne mit mir nach Zürich.
Hanezu はねづ ist eine rote Farbton, die im 8. Jahrhundert in einer japanischen Gedichtsammlung zur Poesie wurde. Eine zarte weisse Blüte macht ein kirschartiges Frucht, es ist essbar und brauchbar. Es wurde verwendet, zu färben. Feine rote Nuance, unaufdringlich und geschmeidig. Es verblasst nur schnell – so wie die Dinge der Welt, vergänglich. Naomi Kawase 河濑直美 macht es zu dem Motiv ihrer Erzählung Hanezu no tsuki.
Sie wähle den Ort Nara als Schaubühne des Geschehens und als Symbol von Verschmelzung der Vergangenheit in den Gegenwart. Etwas wird an diesen Ort weitergegeben.
Hanezu, eine rote Farbe, die erste Farbe, was Menschen erkennen können. Es ist das Blut, die Sonne und das Feuer.

Einst war Oolong als ein zu Rot verwandeltes Drachen bezeichnet. Grüne Blätter verfärbt mit roten Rand – es war einmal. Schönes eindeutiges und leuchtendes Rot. Heute verschwindet das Rot bei trendigen Oolong in den Hintergrund. Bei Anxi Tie Guanyin wurde die roten Spuren entgültig verwischt. Ist Oolong wie Herzen wankelmütig, oder tatsächlich nur unsere Herzen, die heute in einer Seite pendelt und morgen in eine andere?
Atong sagte mir immer wieder wie schwer er es hatte, treu zu seinem roten Drachen zu bleiben. Wenn das Mainstream nur den grünen Oolong haben will, ist es dumm, wenn man gegen das Geld arbeitet. Aber Oolong hat nicht nur für ihn eine Bedeutung von Lebensunterhalt – Oolong hat vielmehr eine Bedeutung für ihn – Weitergabe. Er muss etwas weiter an Leben halten, damit etwas weiter geht…
Menschen in Nara, meinte die Regiesserin, anders als die anderen in dieser Welt. Sie können warten, sagte sie.
Menschen in früheren Nara, als das Gedichtband entstand, hatten kein Handy, kein SMS und kein Flugzeug. Wenn sie ihre geliebten Menschen treffen wollten, mussten sie warten. Warten ist ein Prozess von Werden. Warten ist ein Gegenwart von Wahrnehmung des Freudes und Schmerzens. Sie schrieben ihr Warten in ihrer Poesie mittels Blumen und Natur, weil sie vergänglich sind. Aber die Dinge in unserer Zivilisation sei zeitlos geworden. In jeder Jahreszeit seien Blumen und Früchte käuflich! Natur spiele keine Rolle mehr in der menschlichen Dominanz. Der Mensch sei nicht mehr ein Teil der Natur, sondern über sie… Das sei Leiden der modernen Menschen, erzählte Kawase. Sie möchte etwas in ihrem Film festhalten, an die nächste Generation weitergeben. Das Leben, was unter der Erde tief begraben ist, sollte in Erinnerung bleiben. Ein Film wird zu einem Ort, wo altes Leben und neues Leben ineinander gehen und ein Ort, wo Geister und Menschen sich begegnen.
In der langen Verwandlungsprozess des Oolongs ist das Warten der Schlüssel zum Rot. Die Teeblätter müssen genügend Sonne bekommen, genügend Feuchtigkeit verloren werden und genügend geschüttelt werden. Warten, warten und warten.
Dann warten bis die Menschen die Seite wechseln, den zum rot gefärbten Drachen neu entdecken! In diesem langen warten – sagte er zu mir, muss man stets an sich selbst glauben, dass was man aus dem Herzen macht, das Richtige ist! Unsere Zukunft liegt in unserem Herzen! Man kann kurzweilig das Herz biegen. Man kann selbst nicht lang betrügen. Etwas holt uns nach, sagte mein Lehrer. Man trägt nicht nur für sich selbst, sondern auch etwas für die Zukunft.
Ich weiss, dass seine Frau anders denkt. Ich weiss, wie schwierig es ist, in wankelmütigen Herzen eine Entscheidung zu treffen. Unsere Zukunft wird aber dort geboren!
Gestern habe ich diese kleine Teekanne eingeweiht. Keinem habe ich etwas erzählt, was es für mich bedeutet. Rot verblasst schnell. Respektvoll blicke ich den Weg meines Vorfahrens zurück, wie sie mit Vergänglichkeit umgehen. Herzen sind wankelmütig. Entschlossen gehe ich in die Zukunft. Auf diesen Teetisch gehen die Vergangenheit und Zukunft ineinander.

Aus einem Blatt Tee

Hier möchte ich einen Artikel von Zhou Yu von Wistaria Teehaus mit Teefreunde teilen. Viele von Euch kennen bereits diesen Mann und sein wunderschönes Teehaus in Taipei. Der Titel des Artikels trägt: Aus der Welt der Teeblätter zu einem Praxis-Ort des Geistes (Ren-Wen).

這廿餘年來,在拓展紫藤廬人文藝術與茶文化的軌跡中,我確實曾看到有些逐步深入茶的愛茶人,氣質上產生的變化,他們面容與動作中透出更多的靈氣,同時,他們家中的佈置也發生了變化:更尊重自然,引進更多的自然事物,在他們平日家居生活中與茶、花、木、石、土、陶的細膩對話,賦予自然事物更多的人情味,也在自己的人文世界中含融了更多的自然氣質。(而紫藤廬的內部氣氛,除傳統因素外,一大部分也是循此途徑形成)。

Seit mehr als 20 Jahren, in der Entwicklung von Kunst und Teekultur des Wistaria-Teehauses, habe ich Veränderung bei vielen Teeliebhaber festgestellt, die sich immer mehr auf Tee eingelassen haben. In ihren Gesichter und Verhalten kann man spirituelle Kraft beobachten. Gleichzeitig findet auch eine Veränderung in ihrem Zuhause statt. Die Natur gewinnt mehr Platz und Respekt. Tee, Blumen, Holz, Stein und Erde werden immer mehr integriert in ihrem Alltag und es findet zwischen diesen Elemente und den Menschen Dialoge. Die Natur wird mit Liebe gepflegt. So verleihen die Teeliebhaber in ihrer geistigen Welt immer mehr Bezug zur Natur. (so ist es ähnlich wie die Atmosphäre in Wistaria Teehaus)

但在這類人的身上,我有時也看到他們對現代社會與文明產生的鴻溝:窩在自己的小天地裡固然十分舒適,但走進社會大環境中卻常感到不安與內心深處的不知所措!(雖然有時能掩飾得外人不易看出),我認為,這類小「真人」身上的不安與不知所措,真正深切地反映出東方百餘年來跨越數個世代的「大問題」:就是在東亞土地上長期以來已發展出豐富獨特歷史文化體質與基因的漢民族,在回應強大的西方現代文明的挑戰過程中,至今尚未找到及發展出能延續與創造自我價值歸宿與世界觀的社會、經濟與文化體系。

Ich stelle bei diesen Teeliebhaber allerdings fest, dass es zwischen ihnen und der modernen Zivilisation eine Kluft gibt. Sie sind zwar glücklich in ihrer eigenen Welt, aber fühlen sich sehr ambivalent und gespalten sobald sie mit Aussenwelt in Berührung kommen. (Obwohl sie manchmal recht gut schauspielen können) Für mich bedeutet diese Zerissenheit und Orientierungslosigkeit dieses kleinen „wahren“ Menschen eine Widerspiegelung des „grossen“ Problem des Ostens, das nach Jahrhunderten und Generation immer noch ungelöst bleibt. Das Problem ist dass das Volk Han (so bezeichnen die Chinese sich selbst) noch keinen eigenen Standpunkt gefunden haben in der Auseinandersetzung mit der westlichen Zivilisation. Auch wenn Han ein eigenständiges und spezifisch historisches Reichtum auf den ostasiatischen Boden entwickelt hat. Sie können bis jetzt noch keine Perspektive entwickeln, um ihre eigene Werte fortzusetzen und zu erneuern in dieser Herausforderung mit Westen.

當漢民族藉著氣功、中醫所呈現的宇宙體系向世界滲透,也在其中找回更多自信時,對近世以西方文明為主體的現代社會與科技文明,政治經濟秩序的思考、消化與反省,大概也才處在一個剛剛開始的階段吧!當具有啟發力的茶世界浸透著這個民族生活的各個層面時,許多沉默卻深沉的反省與源源不斷的創造力,說不定已在社會的各個角落發生,另一場將歷經百年的革命或許已在開始……

Während Han-Volk sein Weltbild mittels Qigong und die traditionelle chinesische Medizin in die ganze Welt vermittelt, hat es in diesem Prozess Selbstvertrauen gewinnen. Es ist zugleich eine Reflexion über die technische Zivilisation und politische economische Ordnung der Welt, dessen Hegemonie in Westen liegt. Dieser Prozess befindet sich gerade in der Anfangsphase. Die inspirierende Kraft des Tees beeinflusst jeglichen Aspekte dieses Volkes. Durch die tiefe Reflexion und sprudelnde Kreativität, was in der Auseinandersetzung mit Westen vollzieht, spielt die Kraft des Tees eine Rolle. In jedem Strassenecken könnte eine hundertjährige lange Reavolution geboren werden….

人原本是大自然的產物,但千百年來早已走上一條自主思考與獨立行動的極富辯證性的歷史道路。人類在摸索與創造科技、制度與社會體系中塑造了自己。在這條自我塑造的不歸路上,我們不能不警覺,世界可能已踏入了極大的誤區!在今天人類對大自然的生態大破壞中,在舉世競逐貪婪、宰制與毀滅性的戰爭中,在現代體制產生出的政治領袖,卻仍可以滔滔謊言惑世!我們似乎急需重新尋找批判、反省與創造的起點,除了美國、西歐以外,各民族文化都應有發言權罷!自然的疾病雖然可怕,而人類歷史與文化出現的大病才是更致命的。
Menschen sind eigentlich Produkte von der Natur. Aber die Menschheit hat sich nun die Selbstdefinition in der Erfindung der Teckniken, der Insitutionen und sozialen Systemen gefunden. In diesem Holzweg der Selbstfindung müssen wir das Warnsignal erkennen, dass unsere Welt einen grossen Fehler macht. In der verheerenden Zerstörung an Natur, in dem Kriege der Gier und Mächte können unsere Politiker immer noch ihre Lüge und unersättliche Begierde ausleben. Wir müssen dringend einen neuen Standpunkt finden, zu reflektieren, zu kritisieren und zu erneuern. Ausser Vereinigten Staaten und Europa haben alle Menschheit dieser Welt Recht sich selbst zu artikulieren! Die Krankheiten sind zwar zu befürten, aber die grosse geistige Krankheit unserer Menschheit ist lebensgefährlich!

一片茶葉在水中可展開一個小小的「自然道場」,一間茶館或家居茶空間可開展出一角自然與人文的雙重道場。「人文道場」不同於「宗教道場」,它沒有絕對教義與絕對權威,它是一個開放的人性場、開放的美學場、開放的語言場與開放的批判與創造場,它是全面的、可深入歷史反思的,不像「宗教」(東亞以佛教為主)的「非歷史性」,要命地迴避了對形成人類性格與命運、社會文明體制的基礎的歷史透視與反省,自然也無從建立對個人真切的理解與解決人類最真實的現世問題。

Aus dem Wasser eines Teeblattes öffnet sich ein winziges Ort der Übung – eine Übung mit der Natur anders umzugehen. Ein Teehaus oder ein Teeraum (einfach ein „Raum“) kann ein Platz schaffen für jeden Menschen zwischen dem Geist und der Natur. In diesem geistigen Übungsort ist anders als ein religiöser. Es exisitert keine absolute Autorität und Dogma. Es ist ein offener Raum für Menschlichkeit und Ästhetik. Ein offener Platz für Sprache und kritische Kreativität. Es ist umfassend, es kann tief in die Geschichte reflektiert werden. Anders als eine Religion, die keine historische Qualität hat. In Ostasien z. B. der Buddhismus vermeidet die Diskussion von der Prozess, der menschliche Charakter und Schicksale formt und reflektiert nicht die Grundlage des sozialen System und hat kein richtiges Verständnis der Geschichte. Deswegen kann der Buddhismus auch nicht eine Antwort geben, auf das, was jedes Individuum in der realen Leben braucht.
「自然精神的再發現,人文精神的再創造」是「紫藤廬」1981年1月18日的開幕宣言。在已跨過白色恐怖、跨出戒嚴體制的今天,紫藤廬被有心的藝術界、學術界、文化界人士與社會大眾爭取為台北市的文化地標古蹟(活蹟!),劃為台北市文化局管理督導後的重新開幕,我深切地期望:將來更多從茶天地中開展、涵融「自然道場」的「人文道場」的建立與壯大!
Die neue Entdeckung von Natur und Erneuerung der geistigen Kraft ist das Eröffnungsmanifest von Wistaria Teehaus am 18.Jan. 1981.