Archiv der Kategorie: Der Teeweg

Reise zum Tee als fassbares Buch

Endlich ist es so weit, ein Buch zu gestalten über das, was wir auf unsere Taiwanreise 2015 erlebten, was einen Formosa Oolong betrifft und was Menschen, die sich mit Tee beschäftigen denken.

Das Buch ist ein Fenster für die Teeliebhaber im eigenen Zuhause. Ein Fenster in die Welt des Tees!

Buch: Reise zum Tee

Ein Mengla Pu Er oder doch YiWu?

Ehrlich zugegeben war ich selbst mit dieser Frage auch recht verwirrt. Ersten verschwende ich ungerne Zeit in solchen Details. Zweitens hat niemand mich darauf hingewiesen bis ich merkte von meinem eigenen Fehler.

In Shui Tang haben wir Pu Er von dem gleichen Teebauer, dessen Garten südlich von Yiwu Region liegt. Als wir neulich telefonierten, einigten wir auf den Name Mengla ( Name von Anbaugebiet aber auch von politischem Bezirk). Weil der Garten nicht mehr in dem Region der sogenannten „Yiwu Zheng Shan“ (der richtige Yiwu) liegt. Also unser Mengla 2009 heisst tatsächlich Mengla Gushu, während der Yiwu Premium 2008 eigentlich Mengla Premium 2008 heißen sollte.

Im Jahr 2016 werden einige neue Gushu Produktion geben. Ich bin sehr gespannt! Ich spare jetzt schon das Geld!

Der Unterschied zwischen Mengla 勐臘 und Yiwu 易武

Viele Leute reden zunehmend beliebig über die Bezeichnung von Pu Er Tee. Es ist in der Tat recht verwirrend. Auch ich war zuerst sprachlos, weil ich selbst diese Bezeichnung nicht klar unterscheiden konnte.

Ist ein Tee aus Mengla zwangsläufig aus Yiwu? Die Antwort ist nein. Mengla ist eine Bezeichnung von Area eines Anbaugebietes. Yiwu ist eine Bezeichnung von einem Bergregion, der von sechs alten bekanntesten Tee-Bergregionen zugehört.

Die alten sechs bekanntesten Tee-Berge sind You Le (in Jing Hong), Man Sa (Distrikt Yiwu), Deng Ge, Man Zhi, Manzhuan und Yi Bang ( Diese 5 Berge gehören Distrikt Xiang Ming). Diese letzten 5 Berge gehören zu Landkreis Mengla, während You Le zur Stadt Jing Hong gehört).

Es gibt noch sechs berühmte Teebaerge von Außerhalb dem Fluss Lan Cang Jiang (Jiang Wai Liu Da Cha Shan), es sind Nan Nuo Shan, Bu Lang Shan, Ba Da Shan, Nan Qiao Cha Shan, Meng Song, Jing Mai Shan.

Kann ein Tee aus Yiwu auch als Mengla Tee bezeichnet werden? Die Antwort von You (Yu) war „Nie gehört.“ Weil die Bezeichnung von Mengla zu allgemein ist und der Tee aus Yiwu zu bekannt ist um als Mengla bezeichnet zu werden.

Gestern als wir miteinander sprachen, möchte You in diesem Jahr ein Set von Teesorten aus diesen berühmten Tee Bergregionen produzieren. Reines Material aus Gushu. 8 Fladen. Darunter 4 Fladen von den alten 6 Bergen und 4 Fladen von den neuen 6 Bergen. Die Voraussetzung der Auswahl ist ein eindeutiger Unterschied zwischen den Geschmäcke und Charakteren der Regionen zu vermitteln! Ich sagte ihm, dass ich als der erste dieses Set kaufen würde, um es als Unterrichtsmaterial für mein eigenes Studium zu nehmen!

2016 werden wir aus Einsteiger Gushu Fladen produzieren, zum Beispiel Luo Shui Dong und Taozi Bergdorf, weil der Gushu von diesem Ort in intakter Urwald ähnlicher Lage wachsen!

2017 geht unsere Reise wieder nach Yunnan und diesmal werden wir wohl in Luo Shui Dong Tee produzieren. Er schlug vor eine Wanderung nach Bai Cha Yuan (Mit Motorrad) oder Bo He Tang (8 Stunde Fussweg) zu unternehmen! Diesen Vorschlag habe ich sofort abgelehnt! „Es ist zu gefährlich! Du spinnst!“

Mein Vorschlag ist nach Bing Dao oder Lao Man E, wo man mit dem Auto ankommen kann. Man muss nur aussteigen. Er lachte im Bildschirm.

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Authentizität in Pu Er

Ich hoffe, dass ich mit diesem Beitrag niemanden beleidige.

Der Name von diesem Thailand Pu Er ist Huay Nam Khun.

Wir sehen die ähnliche Kochstelle wie in Yunnan Jingmai. Der Unterschied ist, dass es hier wie eine richtig Fabrik aussieht. ,ist so vielen Kochstelle bearbeitet man an diesem Ort mehr als 2 Töne im Jahr Gushu Pu Er! Als ich es hörte war ich überrascht! Solche Menge an Gushu! Oh mein Gott!

Frank war so nett mir ein Muster zu bringen! Ich bin sehr dankbar, dass ich neue Dinge lernen kann. Aber dieses Muster bracht mich zum nachdenken! Aus welchem Motiv geht man in den Bergen um solchen Tee zu produzieren um es als Pu Er zu nennen? Wie stehen wir als Teeliebhaber zu Originalität und Innovation?

Wenn ein Tee aus alten Bäumen in Thailand gut produziert und herrlich schmeckt, wäre es auch eine Bereicherung. Aber es sollte nicht den Name Pu Er heissen! Respekt vor einer Kulturgut wäre ein dankender Beitrag in dem Weltfrieden.

Wenn schönes Pflückgut aus alten Bäumen von unprofessionellen Handwerker zu einem schlechten Tee gemacht wird, schmerzt es bei mir! Tee ist eben nicht ein wurzelloses Produkt! Er ist verwurzelt in einem kulturellen Boden! Was können wir heute der Erde etwas beitragen? Etwas geniessen, was mit dem Menschen, Kultur und Erde zugute kommen kann!

 
    
 

 

Der Besuch von Koryphäe Chen, Huan Tang 陳煥堂

Atong kommt im Juni!

Am 12.06 hält er ein Teeseminar in Frankfurt ab! Wer sich dafür interessiert sollte sich bei Teehaus Schnorr melden!

Am 19.06 findet ein Teeseminar mit ihm in Zürich statt! Bitte kontaktiere 

Teehaus Shui Tang, 044 5559161  

Der Schnee auf dem Dach – für Sad Boys

Shui Tang hat viele Tees. So viel, dass ich selbst nicht weiss. Manchmal rückt ein Tee auf einmal ins Sichtfeld. Weil er genau in diesem Moment bestimmtes Bild hervorruft.

Shui Tang hat viele Sad Boys. Tim sagte mir einmal, Sad Boys lieben das Ästhetische und all das Ästhetische ist voller Traurigkeit. Nur durch die Traurigkeit werden wir erst wieder wahrhaftig glücklich.

Er war damals 16. Aus welchem Grund kann mein Sad Boy solche Erfahrungen berichten? Wie viele Geschichte hat er zu erzählen? Nun er ist bald 19. Gerade hat er mit seiner Matura-Arbeit über Tee eine beste Note erhalten. Es ist ein tolle Geschichte mit Tee. Eine tolle Geschichte von einem, der die Traurigkeit nicht verleugnet.

Dante verehrte vergeblich seine Beatrice und schrieb unzählige Gedichte und Loblieder. Die schöne Beatrice hatte die Macht über sein Glück oder Leiden auszuüben. Dante verlor sich selbst in dieser Liebeslabyrinth bis die Freundin von Beatrice ihm einmal klar machte: Die Person, die Du meinst zu lieben ist die Person, die in Deinem Herzen innewohnt. Die wirkliche Beatrice ist nicht die, die Du unsterblich liebst!

Diese Person, die wir vermeintlich lieben, wohnt eigentlich in uns. Was für eine traurige Geschichte? Oder ist es ein Glück es zu erkennen? Wer ist eigentlich diese Person, die wir im Herzen hüten?

Von Jahr zu Jahr hüten wir ein Geheimnis und dachten, das sei eine bestimmte Person. Vom Jahr zu Jahr, von dieser Person zu einer anderen Person, bis wir realisieren, diese Person, die wir mit Sorgfalt hüten ist unsere eigene Seele. Wir meinen bloss, es sei Jemand anders. Diese Liebeslieder die wir singen und Gedichte, die wir schreiben, loben eigentlich die Seele ins uns.

Da Yu Ling 大禹嶺 liegt von weit oben auf dem Gipfel. Der Teegarten sei 2600 Meter über Meeresspiegel. Selten gibt es einen wirklich guten Da Yu Ling. Das Klima begünstigt zwar das Wachstum, bietet die schlechten Rahmen für eine gute Teeproduktion. Selten gibt es so einen süssen Tropfen, die zugleich magisch ist, um Dich auf dem Dach deines Hauses zu versetzen. Aus dem Dach von Haus gleich auf dem Podest oder auf Gipfel, dort kann man das Labyrinth am besten ausmalen. Im Mitten dieses Labyrinth wohnt unsere Seele, die geliebt und gehütet werden will. Sad Boys wissen es, ihre Liebe ist nicht zerbrechlich. Sie lieben weil sie liebenswürdig sind. Sie tun es für ihre Seele!

Wie schmeckt der Schnee auf dem Dach? Es war so süss wie der Da Yu Ling. Auch wenn der Schnee manchmal alle Handlungen und all die Gefühle durcheinander bringt, schmeckt er bestimmt süss an jenem Tag in der Erinnerung. Und wenn Sad Boys es bereits vergiss, wird der Wind es merken. Oder zum mindest der Tee aus Da Yu Ling, der uns wieder auf dem Dach versetzt, unsere Seele versüsst.

  

Wie das Nordlicht im weiten Himmel

Als ich zum ersten Mal den Cui Feng Dong Pian in Taipei mit Atong degustierte, war dieser Tee recht fremd. Er ist hell, stark und distanziert. Hell sieht der leuchtende gelblich grüne Aufguss aus. Starke grüne Blätter vermittelte mir ein Bild von starken Pflanzen. Distanziert wirkt er im Gaumen ohne blumigen Anmut.

Ich konnte keinen Zugang zu ihm sofort finden, habe trotzdem gekauft, weil Cuifeng bei Lishan Bergregion nicht jedes Jahr so einen Tee hat. Dong Pian nennen wir in Taiwan auch als Bu Zhi Chun. Ein besonderes Saison, wenn Teepflanzen nach Winterernte ins Winterschlaf fallen sollen, trotzdem von dem warmen feuchten Luft wieder erweckt und betrogen wird – weil sie dachten, es sei frühe Boten von Frühling. Nur in bestimmten Region und an einem bestimmten Jahr gibt es so eine Ernte. Ein Tee, der nicht weiss was der Frühling ist, weil sie bereits geerntet wird, bevor der Frühlingswind tatsächlich weht.

Ende Februar ist oft eine Zeit- bevor der Frühling kommt und der Winter uns verlässt. Eine Zeit, wo wechselthaftes Wetter herscht und das Gemüt ins Schwanken bringt. Eine Zeit, wo die Dunkelheit immer noch dominiert und die Kälte stets seine Macht zeigt.Es ist auch eine Zeit, zu sammeln und zu wünschen. Zu sammeln, was bleiben sollte, was losgelassen wird. Zu wünschen, einen Weg ins Licht. In dieser dunklen oft schmerzhaften Zeit, in der man Mut verliert an sich zu glauben und zu reflektieren, was man loslassen muss, geschieht manchmal Wunder.

Der Wunder geschieht in einer Tasse Tee.

Von meinem Fenster aus, vor meinem Computer sehe ich ein altes Haus das auf das Abrissen wartet.Ich sehe kargen Bäumen ohne Blätter. Der heftige Kopfschmerzen klingt nach und der leuchtende gelb-grüne Cuifeng Dongpian begleitet mich im Moment – traurig und verwirrt. Seit acht Jahren lebe ich hier und mit einem grossen Zweifel blicke mein Leben zurück. Meine direkte Art verletzen meine Mitmenschen in einer Gesellschaft, wo man den höflichen und freundlichen Umgang pflegt. Wie viel ist mein Ego, das sich weiter entwickeln soll, indem mein Verhalten verändert werden kann. Vielleicht ist eine Anpassung an die hiesigen Sitten notwendig? Wie viel sind die Werte, die mein Wesen ausmachen, zu verteidigen? Mit Mut zu mir selbst zu stehen?

Dieser leicht nach Gemüse aus der Erde und gleichzeitig nach dem Tau auf dem Orchiedee schmeckende Flüssigkeit ist cool und dick. Plötzlich werden sie salzig. Ist es Tränen oder Tee? Tränen tropfen weil etwas ins Herz geflossen ist. Es ist wie ein Wunder. Als ob ich das Nordlicht gesehen hätte. In dem weiten Himmel.

Ein leicht grünes Licht streift über mein Magnetfelt.Es war so kurz, so kurz genug, um Mut zu schenken. Mut an Wunder zu glauben, die Richtung zu zeigen um weiter den eigenen Traum wahr zu haben. In jenem Moment kamen zwei Ideen ins Bewusstsein. Es gibt zwei Arten Menschen in dieser Welt: Einer ist derjenige, der das Leben so akzeptiert und sich auf die Überraschung freut. So weit bin ich nicht. Ich gehöre zu der zweiten Sorte: Man akzeptiert es nicht, was man beschenkt wird von Leben. Man kämpft gegen die Realität. Durch jeden Kampf wird der Schmerz zum Nährstoff um mit sich selbst weiter zu kommen.

Der Gastgeber und der Gast II

Ich habe diesen Beitrag einwenig korrigiert, um Missverständnisse zu vermeiden. Hier möchte ich Menschen nicht verletzen, die das Selbstgemachte als Persönliches betrachten. Vielmehr möchte ich gerne einen Anstoss geben, zu relfektieren, wie sehr wir unser ICH mit vielen Dingen identifizieren, um das gemeinsame Leben zu verkomplizieren. Der Weg des Tees ist ein Weg, über die Projektion auf das ICH zu reflektieren. Darum auch viele Ideen um das ICH zu „neutralisieren“, indem das SELBSTgemachte im Hintergrund gestellt wird.

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Man macht eine Einladung zum Tee, weil die Blumen im Garten schön blüht (Hanami) oder weil man etwas mit Freunden vorhat. Das Motiv wird nicht klar ausgesprochen aber sichtbar gemacht durch die Atmosphäre – von Auswahl der Teegeschirr oder die Zusammenstellung von Essen. Manchmal weiss man es einfach wegen Vollmond oder Neujahr!

Der Gast sagt zu oder lehnt ab und hat im Prinzip nicht viel zu äussern. Als Gast sagt eine Einladung zu und fügt sich in die Angelegenheit ein. Aber was bringt man mit?

Oh, das ist eine hohe Kunst!

Das einfachste ist Geld mitbringen! Dies ist in der christlichen Welt verpönt, als unmoralisch. Aber in chinesischen oder japanischen Kultur nicht. Das Geld ist neutral, der Gastgeber kann damit machen, was er will, unkompliziert. Man sagt im Europa, Geld zu schenken sei unpersönlich. Wo unpersönlich? Wie viel „Person“ braucht man im Europa? Geht es um etwas beizutragen oder um das ICH zu zelebrieren?

Ich habe als Kind gelernt, wenn man Gäste etwas serviert, immer bescheiden über das was man serviert, zu reden. Man hat drei Tage lang gekocht, aber würde immer behaupten, dass man zu wenig vorbereitet hat. Man versucht das zu kochen, was der Gast vielleicht gerne isst und in die Atmosphäre passt. Man macht eine Einladung, um Gäste ein Freude zu machen.

Was erwartet man von Gästen? Ich werde oft im Europa gefragt. Ich erwarte oft keine Blumen, weil sie bei mir daheim immer sterben. Und die fallende Blätter sind mir eine Last, weil ich ungerne putze. Tim hat es in diesem Jahr gut gemacht, er bringt mir einfach einen fertiggemachten Blumenkasten. Ich brauche nur zu giessen. ( letztes Jahr bracht er mir Samen, die nie ausgepackt wurde.) Umverschämte Weise sage ich meinen Besucher gerne Klartexte wie zum Beispiel Champagner oder Sake. Aber Essen? Würde ich doch niemals von Gästen verlangen. Als Gastgeber bereitet man eben das selbst vor um Gäste zu verwöhnen! Das ist das Pflicht eines Gastgebers. Andererseits nimmt man einfach das Geschenk an, was man bekommt – das ist schwierig, weil man in einem Geschenk recht vieles sieht. Ich bin noch am lernen, so gelassen zu sein.

Was ist das Pflicht eines Gasts? Ich würde behaupten, sich in die Atmosphäre einzufügen. Also was bringt man als Gast? Man bringt eben nicht was, was man da ICH hervorhebt. Man bringt nicht etwas um das ICH wie HomeMade zu betonen! Man verschenkt keine Kalligrahpie wenn man nicht gefragt wird. Man verschenkt keinen Kuchen, wenn man nicht gebeten wird. Aber das ist eben im Europa ganz anders. Man bringt ein Gastgeschenk und betont: ICH habe es gemacht. Als Gast versucht man das ICH nicht im Vordergrund zu stehen. Ebenfalls wie der Gastgeber. Man hängt nicht im öffentlichen Raum eine Kalligraphie, die man selbst geschrieben hat. Ebenfalls auch nicht das eigene Bild im öffentlichen Raum wie Wohnzimmer. Das war die Erziehung, die ich von meinem Elternhaus mitbekommen habe und im Tee wiederfand.

Auf andere Seite ist solche Dinge bei einer vertrauten Beziehung wieder aufgehoben. Oft ist ein Geschenk aus dem Herzen, Kategorien zu bilden ist überflüssig.

Sehr kompliziert? Nein, sehr einfach wenn man nicht das Ego mit einem Geschenk identifiziert. Man spürt ob eine Kommentar aus Herzen kommt oder aus Höflichkeit oder aus verletzen Ego. Eine Einladung ist bloss eine Einladung. Es geht um Herzensangelegenheit. Es gibt keine Fehler. Nur das verletzliche Ego möchte perfekt sein. Da habe ich viel Mitgefühl weil ich auch so ein Ego bei mir habe.

Der Gastgeber und der Gast I

Es ist heute schwierig zu definieren, was ein Gastgeber und was ein Gast ist. Diese Schwierigkeit liegt an der Grenzlosigkeit unserer Zeit. Man erkennt die Grenze nicht mehr.

Im Chanoyu ist es einfacher, weil man immer ein Fächer bei sich hat. Hinter diesem Fächer liegt der Raum für sich, ausserhalb liegt der Raum ausserhalb sich. Es gibt eine klare Grenze.

Im Gongfu Cha ist alles viel subtiler. Man muss lernen, zu spüren, weil die Grenze unsichtbar ist. So gesehen ist der Gongfu Cha näher an dem Alltag. Die Grenze zwischen Menschen ist im Alltag auch viel unsichtbarer!

Man macht im Tee eine Einladung. Manchmal ist wegen Blumen, manchmal wegen Vollmond oder wegen Neujahr! Manchmal lädt man Freunde zum Tee auch nur weil man etwas besonders bekommen hat. Um anzugeben? Ja, manchmal. Manchmal auch nur zum zu teilen. Die Grenze ist eben auch fliessend, jedoch spürbar. Wie so? Man hat verschiedene Spielzeuge, um etwas auszudrücken. Auch wenn man das Unbewusste oder Unausgesprochene nicht ausspricht. Man spürt, ob es darum geht, um eine Perfektion darzustellen oder nur um eine schöne Atmosphäre zu gestalten. Eine Darstellung von eigener Perfektion wirkt provozierend und erzeugt Spannung – das ist schwierig zu erklären, aber zu erleben. Nur eine heimliche schöne Atmosphäre zu schaffen verleiht Gelassenheit und Geborgenheit.

Solche Dinge merken wir in Fotos, die im Web überschwemmen. Gestellte Schönheit oder natürliche Anmut!

Wie viel Raum steht einem Gast zu? Wieviel Raum räumt der Gestgeber den anderen ein?