Archiv des Autors: Menglin

Alishan 2004 – Seelenverwandtschaft

In meiner Studienzeit der Germanistik lass ich unheimlich gerne die Literatur vom Mittelalter. Insbesondere zogen mich die keltische Mythen immer an. Oft habe ich das Gefühl, dass diese Kultur sehr sehr nah an der Kultur, in der ich aufgewachsen bin. Viele Dinge, die nicht übersetzbar sind, findet man in den keltischen Sagen wieder. Seelenverwandtschaften, die in Chinesisch nicht lediglich als Karma zu übersetzen ist, hat die keltische Sichtweise eine übereinstimmige Interpretation.

Immer mehr findet der gelagerte Tee im Europa Liebhaber. Heute bekam ich wieder einen Auftrag den Nage-Nage-Guifei Cha zu reservieren. Dieser Alishan 2004 wird nun wohl restlos aus dem Zimmer meines Lehrers verschwunden.

Ich liebe gelagerten Tee, weil dieser Tee das Leben andersrum liest. Andersrum – wie Benjamin Button. Als 80-Jähriger geboren erlebt Benjamin die Hinfälligkeit und Vergänglichkeit des Körpers hautnah und lernt das Leben in einer anderen Richtung zu kennen. Er wird immer jünger, während die Menschen, die er liebt, immer älter werden. Er erlebt zuerst der bitteren Seite des Lebens, hinfällig, pflegebedürftig, abhängig und gedemütigt, während die Andere das Wachstum, Jungend und Schönheit leben.

Nage-Nage Cha hat mich sofort geschnappt, als ich ihn zum ersten Mal trank – dies können bestimmt viele andere Teefreunde zustimmen. Intensiv, fruchtig, honigsüß, jedoch – leicht sauer, pflaumig und langhaltig – melancholisch, würde ich bezeichnen. Viele Bilder werden in mir wachgerufen, mich versetzte der Tee in einer anderen Zeit – in einer Zeit, in der die Uhr anders läuft. Komischerweise blieb meine Uhr oft im Stillstand, wenn mein Lebensumstände sich gerade stark wandelte. Ganz unabhängig ob es mit Batterie oder Automatic läuft. Die Uhr stand vor einigen Wochen wieder stil. Ich wußte, die Zeit ist nun anders geworden. Mein Körper lebt nun einen anderen Rhythmus, während meine Uhr mit diesem Rhythmus nicht mehr zurechtkam…

Alishan 2004 war wie eine Art von Wieder-Erkennung, als ob ich schon lange auf ihn gewartet hätte. Eine Art von Seelenverwandtschaft. Süchtig, abhängig und gleichzeitig schmerzhaft, weil das Ende dieses Tees ist abzusehen, nicht wahr? Irgendwann geht er zu Ende, irgendwann ist er alt, verholzt und zerfällt und dann? Es ist eine merkwürdige Art so ein Vergleich zu tätigen. Es müsste wirklich ein Verrückter sein – ich bin wohl verrückt.

Ein Tee-Verrückter genießt im Chinesisch einen tollen Ruhm. Man bezeichnet ihn als Cha-Chi! Ein Cha-Chi wird nicht ausgelacht, sondern respektiert. Denn man dort Menschen bewundert, die ihre Leidenschaft zum Ausdruck bringen und leben.

Benjamin sah auch das Ende seiner Liebe zu seiner Tochter und beschloss, zu gehen. (ihr habt bestimmt gemerkt, ich liebe diesen wunderschönen Film.) Während seine Tochter immer erwachsener wird, wird er immer jünger, kleiner und kindischer. Um ihr ein „normales“ Leben zu ermöglichen, ging er weg. Wenn man das Leben nicht einmal andersrum erlebt hätte, kann man wohl andere Menschen nicht so lieben, wie Benjamin. Wir denken meistens nur an uns selbst, wir wollen Macht über anderen Menschen haben, sie zu bestimmen, was für eine Rolle, sie in unserem Leben zu spielen haben. Benjamin und Daisy, Zwei Seelenverwandten, die sofort in einander erkannten, dass sie füreinander etwas besonders sind. Nicht, dass sie wirklich etwas besonders sind, sondern das Gedächtnis, dass sie besonders waren, wird wachgerufen. Auch wenn sie im Leben paar Male gegeneinander entschieden haben, bringt das Schicksal sie wieder zusammen. Jeder hat seinen eigenen Weg und alles hat seine Zeit.

Was macht denn einen Tee die Zeit zu überdauern? Die Liebe eines Teeliebhabers zum Tee.

Einladung am 6. 6.

Einladung am 6. 6.

Am 6.6. öffnet Familie Tobler an der Spiegelgasse ihr Gartentor und lädt herzlich jeden Besucher ein, den wunderschönen Garten voller Rosenduft zu bewundern und zu verweilen!

Es gibt nicht nur feinen schweizer Zopf und ein Glas zu erfrischen, sondern auch etwas Spezielles, was ich und Carola auch beitragen würden…

2005 war dieser offene Tag auf dem Rosengarten der Anfang meiner Begegnung mit Familie Tobler und das Haus an der Spiegelgasse Zürichs!

Unser Leben ist von Gelegenheit bestimmt, nicht wahr? Manchmal auch von dem Verpassten.

Der Fischkoch

Fischkoch

Der Fischkoch Christof und Hans – unser Protokoll-Führer

Christof kam wieder. Er kam nciht wegen mir, sondern wegen den vergessenen Schriftrolle, die er mir bei seinem letzten Besuch vergass zu geben. Aber sicher musste er wieder mit Fisch kommen und kochte sogar für uns alle! Ich danke seiner Großzügigkeit und Kochkunst!!

Wie schön, wenn man bekocht wird!

Fischmenü das Fischmenü

Ganz spontan lud ich noch unsere Teefreunde auf der Reise ein. Ganz spontan freuten wir uns auf das Wiedersehen und Christiof hat uns bekocht. Ich hätte alle eingeladen. Leider hatten wir nicht so viele Fische… Also Christof muss sich nächtest Mal mehr bemühen!

Nach so einer intensiven Reise im April fühlte man sich ein Stückchen wie in einer Familie voller Vertrautheit und Geborgenheit. Es ist nicht, dass wir einander ausgesucht haben, sondern weil der Tee uns verbunden hat. Tee hat uns zusammen gebracht. Diese wunderbare Pflanzen hält uns zusammen, so dass wir die Grenze zwischen den Kulturen und menschlichen Zu- und Abneigung überschreiten können!

Es ist schön, die anderen nicht mehr beurteilen zu müssen. Es ist schön, die anderen nicht mehr mit Zu- und Abneigung zuzuschreiben zu müssen. Es ist schön, dass man einfach zusammen ist, ohne Vorhaben. Eine Freiheit, einfach miteinander zu sein.

Eine Begegnung zwischen Matcha und Schokolade

Eine Begegnung zwischen Matcha und Schokolade

Reinhard ist nicht nur ein guter Geschäftsführer, sondern auch ein kreativer Geist. Er erzählte mir oft von seiner Idee und Versuche, neue Produkte für sein renomiertes Geschäft zu entwickeln. Einmal sprachen wir von Matcha-Praline. Er sprang sofort auf die Idee und probierte es gleich aus, anders als die meisten, die nur reden – ich einschliesslich.
Nach paar Wochen kamen wir an und die Idee ist bereits konkret umgesetzt anstatt nur in Hirnzellen. Wir waren richtig beeindruckt in seinem Büro, als wir das wunderschöne Kunstwerk präsentiert bekamen.

Zwei Variatne: Matcha mit der weißen Schokolade und Matcha mit der dunklen Schokolade! Welcher schmeckt besser? Wie spielt sich der Geschmack und Harmonie zwischen dem Tee und Schokolade?
Ehrlich gesagt, ich essen nie Schokolade und kaufe sie immer nur für meine Leute. Aber die Matcha-Praline haben mich nach dem Probieren immer noch gefesselt. Der wunderbare Geschmack der edlen Schokolade, die fein und geschmeidig mit Matcha zusammen in meinem Mund verschmelzte und langsam hinein in die Kehle floß, hüllte die Kehle immer noch mit dem Geschmackt Minuten danach. Der Matcha war wie eine Grand-Madame, dezent, elegant, hielt sich im HIntergrund, gab nur ein feines Wink zwischen dem dunklen Massen, eine Spur der Leichtigkeit und erfrischende Herbe.
Der Matcha Praline mit dem weissen Schokolade schmeckt klarer nach Matcha, aber die deutliche Süsse der weißen Schokolade störte mich gleich beim Anbeissen…

Paul und meine Schuhe

Paul und meine Schuhe

Isis konnte den Mord von Osiris nicht einfach hinnehmen und suchte das Leichen ihres Gattes im Nils. Sie beschloss sein zerlegtes Leichenstücke zusammen zu nähen, weil sie glaubte, dass der zusammengesetzte vollständige Körper die Göttern berühren würde und das Leben ihres Gattes wieder erweckt werden könnte. Sie glaubte, den Körper zu bewahren, um gegen die Zeit aufzuhalten und vor dem Tod zu schützen. Osiris wurde tatsächlich wieder aufgeweckt und wurde der Gott der toten Welt. Durch den Tod des Körpers entdeckten die alten Ägypter die Bedeutung der Ewigkeit des Körpers!

Durch die Gegensätze werden Wahrheiten plötzlich klar. Durch die Ewigkeit des Todes entsteht die Hinfälligkeit des schönen Körpers. Durch das Aufbewahren des vergänglichen substanzlosen Körper wird dem Tod ein Zeitgefühl verliehen. Irgendwann hat der Tod auch ein Ende… Eigentlich möchten Menschen mit dieser Vorstellung nur eins ausdrücken, weil wir Körper besitzen, können wir fühlen, sehen und schmecken, obwohl diese Empfindung vergänglich ist, ist es schöner als das göttliche Dasein. Denn selbst Engel können nicht riechen, tasten und schmecken. Auch wenn der Tod uns immer wieder einholt, haben wir viel erlebt und gelebt. Weil wir Körper haben, können wir das Leben erkünden. Wir können mit anderen Menschen austauschen mit Sprechen, Anfassen, sehen und riechen. Der Körper wird zum Speicher der Erinnerungen. Erinnerungen von Begegnungen und Liebe.

Ein Körper ohne Erinnerung der Berührungen und Schmerzen ist fast wie eine Wüste. Eine Wüste ohne Leben.

Ich sah das Sarg von Ulla immer tiefer in die Erde gesenkt. Der Priester predigte für das jüngste Gericht und Wiederauferstehung. Der Körper wird so lang aufbewahrt, bis der Tag der Gerechtigkeit sich nährt. Meine salzige Tränen tropften immer tiefer in die Erde. Die Pflanzen würden diese Flüssigkeit gar nicht vertragen. Der ältere Herr neben mir, fing an, mit mir zu plaudern. Er ist der Onkel Ullas. Zuerst plauderten wir über Ulla. Wir seufzten und seuftzten. Dann fragte er mich plötzlich wie ich die Schweizer fand, als er meine leichte schweizer Akzent entdeckte. Seine Frage brachte uns beide zu lachen. Unser Lachen rief die bösen Blicke der Anwesenden hervor. Wir sollten anständig sein und uns entfernen, wenn wir nicht mehr in der Trauerstimme bleiben könnten! Wir haben sie gestört. Unser Lachen störte tatsächlich die Todeszeremonie, denn wir waren am Leben. 

Ulla hätte mit uns gelacht. Denn sie liebte das Leben. Ich weinte um die Verlust ihres Daseins, aber nicht um ihren Tod. Sie hat wirklich ihr Leben genossen und gut gelebt. Sie hat alles ausprobiert und waren unternehmenslustig. Sie war in Dubei, als sie ihre Liebe folgte. Sie war in der zauberhaften Welt des Tees gereist, als sie ihr Leben verändern wollte anstatt nur zu Hause zu sitzen. Was gab es denn dabei zu trauern?

Der Körper ist voller Erinnerung der Liebe, das gesamte Speicher der Sinne. Liebe, die nur in Hirnzellen abspielt, ist eine Illusion. Ullas Körper war und ist die Erinnerungen unserer Freundschaft, unserer Begegnungen und unserer Berührungen mit Tee. Es war keine Illusion.

Gestern morgen erwischte ich das seltsame Moment mit dem Kater Andreas. Paul ist fetisch auf Schuhen. Morgen früh wollte er in mein Zimmer eindringen. Ich sprach mit ihm mental, dass ich nicht gestört werden wollte und er mich respektieren sollte. Als ich aufwachte, sah ich ihn auf meine Schuhe, voller Sehnsucht.

Dieser Kater wußte, die Nähe der Erinnerung eines Körpers zu suchen. Meine Schuhe sind das Speicher meiner Weges und meiner Liebe. Meine Schuhe sind Erweiterung meines Körpers. Wenn der Körper noch Sehnsucht hat, wenn der Körper noch weiß, wo die Sehnsucht hinführt, wird es wohl ein kleines Samen gesät, um auf einen prächtigen Baum zu hoffen… 

Der Tod

Meine Teefreundin Ulla ist in der Nacht am Donnerstag gestorben.

Schön, elegant und lieb war sie. So bleibt sie auch in meiner Erinnerung.

Sie würde so gerne mit nach Taiwan gehen. Sie glaubte an die Reise mit mir nach Taiwan, die ihr Leben neuen Impuls geben könnte. Sie glaubte an die chineische Medizin, die ihre Krankheit unterstützen könnte. Sie glaubte an unsere Freundschaft, die über Tee entstanden ist, eine Wende der Krankheit verschaffen könnte. Alles blieb in der Hoffnung. Alles geschieht in höheren Wille.

Ich war sehr betroffen, als ich die Nachricht erhielt. Innerhalb einem Monat erfuhr ich zwei Tode von Menschen, die mir sehr nah standen. Was bleibt eigentlich als das Wesentliche im Leben? Wie lange kann man schweigen, bis man alles ins Grab mitnimmt? Wie lange muss man noch vor eigenem Angst fliehen, bis der Tod uns endlich scheidet?

Ich rief Andrea an, sie kennt Ulla. Ich werde morgen bei ihrer Beerdigung sein, den Zwischen-Abschied von ihr zu nehmen, irgendwann werden wir uns wieder umarmen irgendwo im Paradies. Danach möchte ich mit Andrea eine Flasche Sekt aufmachen. Zu feiern, dass wir leben und verweigern, etwas zu verpassen!

Der Besucher

Wie könnte man ein Teemeister zu einem Arbeitssklaven umwandeln! Eigentlich wäre es in Asien undenkbar. Ulrich hatte etwas in Zürich zu erledigen und fuhr mit seinem Motorrad in die Schweiz. Ich dachte, ich hätte genügende Zeit, meine Wohnung zu putzen vor seiner Ankunft. Leider war sein Termin früher fertig und er kam drei Stunde früher als ich dachte. Im Telfon fragte er, ob es mich stören würde… Oh, mein Chaos… dachte ich. Aber was soll´s! Warum sollte er denn wegen meines Images irgendwo drei Stunden stehen! Er kommt bestimmt nicht wegen meiner Tapferkeit sondern wegen meinem „Herz“! Wenn die Spontaneität nicht gelebt werden kann, lebt das Leben auch nicht mehr.

So kam er an und wir tranken eine Tasse Kaffee. Anschließend wollte er Shui Tang anschauen. Das passt sehr gut, denn der Jürg kaufte mir ein Tisch mit zwei Banken, die dort hin transportiert werden müsse! Alles richtig gut geplant!

Mühsam haben die beiden starken Männer den Tisch endlich in dem Keller gebracht, wo der Tee in der Zukunft gepackt werden soll. „Ein Wunderschöner Tisch!“ Zu Schade für Tee packen, meinten sie. Warum nicht?

Als Entschädigung lud ich Ulrich ein bei Wendy (Hot Pot, Birmensdorferstrasse 222 8003 Zürich 0444503031) die besten Ente zu essen. Nein, eigentlich war es seine Idee, als ich anbot etwas für ihn zu kochen, sagte er, „Nein, wir gehen zu dem leckeren Restaurant neben Dir!“ Ich habe die Botschaft verstanden!

Nach dem Tod von Michel habe ich nicht mehr viele Menschen, bei denen ich Frage stellen könnte. Klar sind alle Menschen unser Spiegel. Wir sind allerdings so fixiert auf unsere Befindung und Empfindung, selten verstehen wir die Reaktion von Außen. Michel war immer jemand, der mich direkt konfrontierte, in Frage stellte, und mich kritisierte. Nun wie sollte denn mein Weg sich weiter entwickeln, vor allem mit einem Laden Shui Tang. Die Balance zwischen dem materiellen und geistigen in mich selbst zu finden ist nun eine dringende Frage geworden. Ulrich ist nun jemand, mit dem ich meine Frage stellen kann.

 

In unserer Gesellschaft sind wir gewöhnt, dass die anderen uns ein Image auftischen und wir ebenfalls erfolgreich und selbstbewusst auftreten „müssen“. Wenn wir es nicht tun, fühlen die meisten eher irritiert als erfreut. Stets versuchen wir uns selbstbewusst darzustellen und wenn wir Mal Schwäche und Probleme zeigen, können viele Menschen nicht damit umgehen. Also wir lernen, Menschen und Dinge zu steuern und manipulieren, um das Leben scheinbar zu erleichtern und uns ins günstigeren Licht zu lenken. Oft verstecken wir unter dem Deckmantel, etwas für die anderen tun, um andere Menschen und uns in einer Abhängigkeit zu binden. Liebe Dein Nächst ist schon gut, aber zuerst bitte Dich selbst.

Ulrich hat mir eine interessante Geschichte erzählt, als wir über die Abhängigkeit zwischen Menschen sprachen. Er sagte zu seinem Lehrer als er Japan verließ und vorhatte, in Deutschland etwas aufzubauen für Menschen im Teeweg. Dann erwiderte ihm sein Lehrer mit einer Frage, „Wozu?“ Er sagte zu ihm, dass er die Pferde wohl verkehrt betrachtet. „Du muss es nur für Dich tun. Tue das, was Dich begeistert und was Du für richtig hältst. Die anderen sind Dir egal. Alles anderen kommen von sich alleine.“ Tue die Dinge für uns selbst anstatt für anderen, für die Zukunft oder für das Geld. Wenn Tee mich begeistert, lebe ich die Begeisterung mit den Menschen und die Begeisterung kann sehr ansteckend sein. Die Dinge nehmen ihren Lauf und alles kommt von sich alleine.

Dann unterhielten wir uns über die Loyalität. Ein Thema der Abhängigkeit, die so gerne eingesetzt wird in allen Lebensbereichen. Kann man Loyalität, Liebe und Freundschaft einfordern? Kann man mit Geld Wissen bezahlen? Löst das Geld die Abhängigkeit zwischen Geben und Nehmen? Was ist dann das Wesentliche zwischen Menschen, das keine zwanghafte Abhängigkeit schafft, aber bereichert?

Ich danke Ulrich sehr über die Zeit, die er nahm, mich zu besuchen. Ich wusste, dass er nur wegen mir gekommen ist, nicht wegen dem anderen Termin, den er wegen dem Witterung abgesagt hätte. Ich fühle mich reichlich beschenkt.

Duftende Forelle

Duftende Forelle

Christof brachte mir wunderbare Fische direkt aus dem tiefen See aus schweizer Bergen. Anschließend schrieb er mir, wie duftend kochte er seine Fische!

Ich habe eine goße Forelle am Samstag in einen heißen Sud aus Staudensellerie, Karotten, Zwiebel, Piment, Pfefferkörner, Lorbeer und Chili eingelegt und dann über den Vormittag gar ziehen lassen, dann kalt gestellt. Dazu selbstgemachte Knoblauchmajonaise und Meerettich-Apfel Joghurt Sauce:-) Lecker war das!

Ach so, Weißweinessig und Fleur des Sel muss noch in den Sud, nur nicht zu sauer machen. Das kannst du prima mit der großen Forelle von mir machen:-)

Ich schrie im Cyperspace, Ich will unbedingt von Dir bekocht werden! Ich will unbedingt in das Koch-Club von ihm eintreten!

Fisch esse ich unglaublich gerne. Angefangen war aufgrund einer kleinen Lüge meiner Mami. Sie sagte zu mir, dass Fischessen Intelligenz steigert! Also, ich ass und esse immer noch fleissig Fische!

Mit meinem Teevater Detlef esse ich am liebsten die frische gebeizte Lachsforelle aus Reichenau! So frisch, genackig und aromatisch! Selbst koche ich Fisch am liebsten mit Wasserbad. Das Wasserbad macht das Fleisch des Fisches vollständig erhalten und der Sud ist selten trüb, der Duft bleibt klar und differenziert. 

Ich sah diesen wunderbaren frischen Fisch, der unbedingt richtig zur Sprache gebracht werden muss. Also wenig Gewürze, wenig Zutaten, wenig menschliche Bemühung! Mariniere ihn nur mit Salz. Sparsam mit Ingwer, keine Knoblauch. Sparsam mit Sake und gar kein Öl. Mit wunderschöne Jasmin Drachenperle, 5 Minuten im Wasserbad dämpfen. Mimmmmmmmmm

Ich rief Carola, Jürg und Edith an, um den Fisch zu essen. Aber nur Fisch ist zu wenig. Dazu noch geschmorte zarten Ziegerücken im Kräutersud – dies muss kräftig sein.

Eine Flasche Sekt darf nie fehlen. Zum Schluss eine wunderbare Tasse von unserem Da-Bi-Zi-Cha!

Lieber Christof, bringe am Montag wieder welche Fische mit und ich denke mir noch ein anderes Menü aus.

Shui Tang, Liquid Delicacies

Luo fand mich im Internet und rief mich irgendwann an, bot eine Zusammenarbeit an. Er arbeitet an der Universität, forschte nach der medizinischen Wirkung des Tees, 4. Generation als Teebauer in Provinz Hunan. Er sagte, dass er mein Blog nicht lesen kann, mittels Google Sprachtools lass er es in Englisch, very charming, meinte er. Oft ruft er an und ich bin 80% immer unterwegs. Ich bin jemand, der Laune nicht verbirgt und mein Bedenken immer direkt anspricht. Er schafft es, mit mir umzugehen. Vor kurzen sagte er zu mir, „Menglin, Du bist zu müde. Es ist zu anstrengend für Dich. Ich komme nach Zürich und helfe Dir.“ Ohne zu Nachdenken, lehnte ich ab, das Schicksal des chinesischen Einwanderers muss doch nun ein Ende geben. Er hat eine Frau und bald Kinder. Das Schicksal wie unsere Vorfahren vor 100 Jahren zu wiederholen, brauchen wir es nicht. Chinesische Männer wanderten ins Ausland, liessen ihre Frauen und Kinder zu Hause – es war so in Taiwan, es war so in Amerika und es war auch so in Singapore.

Nun schrieb Luo mir, dass er und seine Frau sich entschieden haben, mir ein Geschenk zu machen – mir 550 USD zu schenken – für Shui Tang…

Meine Tränen werden sie nicht sehen. Sie müssen es auch nicht. Die salzigen Tropfen verschwinden im Cyberspace, in Irgendwo und in meinem Herzen.

Wie lernte ich Chraqi (seine Seite) kennen? Durch Roger. Wie lernte ich Roger (CEO von Kaywa) kennen? Durch das Internet. Mit Chragi fühlte ich mich sofort bekannt und erkannte sofort, dass er bis jetzt solche Tees nicht kennt, die er jetzt kennen lernen wird. Er besuchte Spiegelgasse und war voll begeistert. „Yep, es wird schön! Ich habe ein gutes Gefühl!“ Ich nickte. Ich zeigte ihm drei verschiedene Tees, die seine Augen sofort zum leuchten brachten. Einen wollte er mitnehmen, denn er damit Frauen beeindrucken kann, sagte er. Wie süss, dachte ich. Ich hoffe, er wußte, welche. Wir erzählten uns gegenseitig viel Lebensgeschichte, unbeschwert und vertraut. Als ich ihm von dem kitischigen Taiwan Blumen-Muster zeigte, was Roger zuerst nicht besonders begeiterte – Roger sagte, solch Muster erinnert ihn an Jasmintee… Chraqi war begeistert. Er wollte unbedingt für jeden Tee eine Ettikette kreiieren. Denn die Dingen nehmen ihren Lauf und sprechen für sich. Auch eine schöne Ettikette verbindet einem Menschen mit einem wunderbaren Tee! Am Ende lebt eine Ettikette allein, ohne Unterordnung von Tee, von Shui Tang… ich war berührt von seiner Begeisterung. Es war Wink von dem Kosmos und ich freue mich auf das Ellan, was andere Menschen für Shui Tang einbringen.

Selten habe ich eine feste Vorstellung. Meistens gehe ich auf Menschen oder Dinge zu, ohne dabei etwas gedacht zu haben. Entweder entsteht etwas Interessantes oder nichts. Beides sind in Ordnung. Meistens entsteht etwas Wunderbares, weil es keine konkrete Vorstellung da war. 

Ohne Ursulas Kompetenz wäre der Raum an der Spiegelgasse ganz anders aussehen. Ursula Kasper ist in der Schweiz ein Name für einen guten Geschmack. Eigentlich kann ich das Glück immer noch nicht glauben, dass Ursula sich für mein Projekt interessiert und sich immer dafür eingesetzt hat, als ich nicht da war. Ich stand in diesem wunderschönen Raum, dachte ich dass ich eigentlich überflüssig bin.

Ursula und Markus arbeiten seit Jahren wunderbar zusammen und würden ihre künstlerischen Kompetenz sich hier manifestieren, diesen Raum zu einem Raum zwischen Kulturen, zwiscehn Duft und Geschmack, und zwischen Liquid delicatesse und Genuss des Lebens verwandeln.

Ich bin überflüssig, weil ich alles nicht kann, was sie können!

Ist es schlimm zuzugeben, dass ich es nicht kann?

Das Claim „Liquid Delicacies“ stammt natürlich wieder von Roger. Ich bewundere diesen Mann, so schnell denkend, so kreativ und so scharfsinnig. Wahnsinn!! Was wird wohl aus Teeblog Tee Erleben, wenn es diesen Mann nicht gäbe? Was wird wohl aus Shui Tang ohne ihn? Ich würde nie auf die Idee kommen, eine Marke zu gestalten…

Zum Glück gibt es Chraqi und Roger. Ich bin überflüssig. Ich kann alles nicht, was sie können.

Jetzt muss ich noch einen fiten Geschäftsführer finden. Dann bin ich richtig überflüssig, so dass ich gleich in die Ferien gehen kann! Wie schön!

Shui Tang. Liquid Delicacies.