Meine innere Schwelle

Ich kann nur Tee für andere Menschen zubereiten, wenn ich an diesen Tee glaube.

Es gibt etwa, was ich als eine Schwelle bezeichnen würde. Ich muss selbst meine Schwelle überwinden.

Was bedeutet denn „glauben“? Ist es eine Wertung? Ich „glaube“ einen Tee, weil er gut ist?

In diesem Sommer üben wir sehr intensiv für unseren Teekonzert und es ist immer eine bereichernde Zeit für meinen Teeweg. Durch das Begleiten von den Teilnehmern komme ich immer tiefer in meinem Innern. Ich beobachte dass manche oft kreative Ideen haben und spannende Vorstellung zum Seinen Gongfu Cha haben, aber vielleicht weil es zu „einfach“ ist, cool zu sein, fällt es plötzlich an Erwartung von eigenem Tee! Man dreht sich um einen Kreis. Dem Teetisch fällt plötzlich an Geschichte.

Dann frage ich mich, wie wäre es mit mir? Es wirkt sich tatsächlich anders bei mir aus. Ich will Veränderung und Experiment. Ich will, dass mein Teetisch nicht zu fassen ist, weil ich mich entwickeln will. Es ist diesmal so. Dann möchte ich beim nächsten Mal anders machen, vielleicht scheitere ich, aber ich habe es versucht.

Weil ich eine innere Schwelle habe, muss ich zuerst an den Tee glauben. An einem Tee glauben, geht es nicht an Demuth vorbei. Demut gibt mir einen Raum, den Tee zuzuhören und sich an ihn anzunähern. Was spricht er zu mir?

Nach vielen Jahren mit Tee im Leben zu leben erkenne ich ein wahres Glück. Mein Glück von meinem Leben ist, dass ich ein gutes Wahrnehmungsvermögen habe. Aber ohne Demut fällt einem schwer die einfache Schönheit des Lebens wahrzunehmen! Demut ist eine Haltung zum Leben, Demut ist der Anfängergeist des Seins.

Ich kann nur den Tee für Gäste zubereiten, an den ich glaube. Früher lerne ich den Tee zu verstehen, an den mein Lehrer glaubt. Ich weiss von Demut. Heute ist mein Lehrer selten mit mir, während ich Lehrer wurde für anderen. Ich lerne, die Notwendigkeit, den Anfängergeist zu pflegen, zu üben, wo ich Demut finden und behalten kann. Manchmal bei Menschen, die mir widerspieln wollen und können, und manchmal durch Scheitern. Scheitern ist ein gutes Stück im Leben!

Die Strassen sind oft bunt, voll und ereignisreich, sind selten der Ort, wo man gerne verweilt. Man passiert. Am Teetisch ist der Ort, wo man bleiben will.

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