Der Tee, der zu viel gedüngt wird

Viel zu oft wurde ich im Teeseminar gefragt, ob man die Pestizide und Dünge im Tee schmecken kann.

 

Wenn man sich tatsächlich mit Pestiziden im Teefeld beschäftigt, weiß man, dass manche geschmeckt werden und die meisten nicht geschmeckt werden.

 

Die Spuren von den Düngen sind im Vergleich mit dem Pestizide eindeutiger zu sehen. Nehmen wir das Beispiel von Zimmerpflanzen. Zimmerpflanzen werden gedüngt, weil der Besitzer grüne und fette Blätter haben möchte. Die Dünge sorgen dafür, dass das Pflanzen schneller wächst und größer als die Gewöhnlichen werden. Das passiert ebenfalls beim Tee. Teepflanzen, die gedüngt werden, haben größere und grünere Blätter. Dieses große und grüne Blatt enthält mehr Feuchtigkeit und sind weicher. Sie vertragen das Sonnewelken nicht, was für die Herstellung des Oolong der entscheidende Schritt ist. Dadurch, dass diese fetten Blätter mehr Feuchtigkeit enthält, ist eine längere Zeit für das Welken notwendig. Diese Notwendigkeit kann nicht vollzogen werden, weil die schnell gewachsenen Blätter das Welken nicht verträgt.

 

Um dieses Problem zu kompensieren muss man das Sonne-Welken sehr sorgfältig vollziehen, z. B. nur mit Abendsonne und ein verlängerter Prozess. Das bedeutet für einen Teemaker und Teeproduzent mehr Geduld, mehr Aufwand, und mehr Kosten.

 

Das Hauptproblem beim Düngen liegt nicht an die Pflanzen, sondern an Menschen, die den Tee herstellen. Mein Teelehrer sagte mir einmal, wenn Du einen Tee siehst, siehst Du den Geist des Teemakers. Man muss in diesem Fall den Geist des Teebauers verstehen. Ein Teebauer, der seinen Garten düngt, denkt effizient und ungeduldig. Um größte Menge, in kürzester Zeit den besten Betrag zu erzielen, entscheidet er sich seine Pflanzen zu düngen. Solche Menschen mit diesem Geist denken an Kosten sparend wie ein Unternehmensberater. Also er würde nicht die Kompensationsmethode anwenden, um die Problematik der gedüngten Blätter bei der Herstellung zu „retten“. Von Geduld und Liebe zum Tee spricht man in diesem Fall auch nicht.

 

Wie sollte so ein Tee aus diesem Geist schmecken? Wie könnte man die Spuren der Dünge nicht sehen? Man sieht ganz deutlich! Die trockenen Teeblätter sind schwarz und groß – was normale Konsumenten beeindruckt! Im Aufguss trennt sich Blatt und Stange. Die Farbe ist trüb und der Geschmack ist bitter! Schmeckst Du einen stark gedüngten Tee nicht? Das glaube ich Dir nicht.

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