Eine Entdeckung

Eine Entdeckung

Ich habe vieles Gehoert und wurde oft betrogen – alles wegen Pu Er. Seit Pu Er immer bekannter wurde, wurde er immer geheimnisvoller. Frueher moechte man gelagerten Pu Er trinken, heute wird es immer schwieriger gelagerter Pu Er zu kaufen. Frueher hiess es Qi Zi Bing Cha, heute will man unbedingt Yiwu Zhengshan. Frueher war man scharf auf 7542, heute ist der Gushu Cha trendy.

Ich habe gelernt, dass Pu Er aus Dian Qing stammt. Dian Qing, anders als Dian Hong – roter Tee aus Yunan, ist ein Gruener Tee aus Yunan. Der Charakter von Dianqing ist unter der Sonne getrockenet. Aber wer, sorry, wer heute kennt noch den Geschmack von einem getrockenen gruenen Tee in einer industrialisierten China?

Zu oft wurde ich betrogen, aber ich bin eine Angsthase, die sich nicht traut, nach China zu gehen und nach der Wahrheit zu suchen. Ausserdem bin ich zu faul. Am naechsten Samstag muss ich wieder mit meinem Lehrer nach Mingjian fahren, um Tee zu erzeugen. Ich konnte ihn nicht umdrehen – mit allen Methode… er ist so sturrrr. Er meinte, das gehoert zu meiner Bildung und der vorbereitung fuer die kommenden Reisegruppe 2009.

You ist anders. Er fuhr nach China. Einfach so. Er besuchte verschiedene Ureinwohner in Jungel Yiwus und lernte eine Familie kennen. Er sagte, wenn er nicht bei der Familie leben wuerde, den Tee mitpfluecken wuerde, den Tee nicht mit erzeugen wuerde, wenn er dort Zeitung, Buecher lesen wuerde, wuerde nichts passieren. Denn die Bewoehner dieses fruchtbaren Bergen leben in anderem Rhythmus als ein Teehaendler wie er. Sie „arbeiten“ nicht gerne und sitze gerne einfach unter dem Baum. Die wilden Baeume in Jungel gehoeren ja niemandem, wer sollte denn so fleissig sein, sie zu pflegen oder zu ernten? Wenn nciht paar schlaue Chinese, die damit Geld machen wollen, bleiben solche Baeume immer noch im Tiefen der Bergen ganz heimlich in ihrem Frieden. Wer ist denn so bloed, sie zu spritzen oder zu duennen? Die Baumen gehoeren ja niemandem!

In den Bergen gibt es weder Strom noch Wasser Anschluss. Die Sonne ist die Energiequelle. Also, das ist wohl der Grund, die Entstehung von Dian Qing (Gruentee aus Yunan) zu verstehen und zu garantieren. Es gibt nur Menschen als Arbeitskraft. Als der Tee wird tatsaechlich mit Stein gepresst. Mit Holz gefeuert und erhitzt. Er gab mir viele wertvolle Materialien, die wir im Dezember im Teeclub desgustieren koennen! 

You erzaehlte mir, dass Tee seine Geschichte von sich aus erzaehlt, ich nickte. Er weist mir darauf hin, den Unterschied zwischen Tee aus den Farbiken ( z. B. Sechs bekannten Tee-Bergen, oder aus Menghai etc.) und den Tee aus privaten Auftrag. Er machte mir aufmerksam, den Unterschied zu schmecken zwischen tatsaechlichen Sonnen-Trockenen und Elektro-Hitze.

Theoretisch koennte man so formulieren:

Tee aus Fabriken sind: Teebaum – Busch, Energiequelle – Eletrizitaet, Teeernte – Mischungen und Maschinell verarbeitet.

Tee aus privaten Auftrag wie von You (nicht alle privaten Auftrag ist glaubwuerdig): Teebaum – Baum, Energiequelle aus der Natur (sonne und Holz), Teeernte – aussortierte Tipps, oder Two leaves and one Bud, per Hand verarbeitet.

Ich wurde neugierig von seinem Werdegang. Er war leicht verlegen. Er habe an der Uni Maschinebau studiert. Stosst seine Liebe nicht an Widerstand von der Familie? „Ja, sicher. Aber was sollen sie denn dagegen unternehmen?“ Alles hat angefangen mit einer Teekanne, meine er.

Durch eine Teekanne ist er in der Teewelt „gefangen“. Durch ihn lernte ich viele viele schoene originale Teekanne aus Yixing kennen – aus 80er Jahren! Als er mir die Teekannen auspackte, war ich verwirrt – bin ich noch auf der Erde oder in einem Traum. In einem Traum voller Teekannen! Aus so einem Traum wuerde ich nie aufwachen!

7 Gedanken zu „Eine Entdeckung

  1. Ulrike

    Hallo Menglin, das ist ja ein Teekannen-Himmel auf diesem Foto. 🙂
    Ich würde mich sehr über noch mehr Geschichten über diesen interessanten Menschen freuen.

    Noch eine schöne Reise
    Ulrike

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  2. Jörg

    Hi Menglin,

    ja man kommt bei deinen Reiseberichten wirklich nicht aus dem Staunen raus. Vielleicht kannst du ja mal, wenn du darüber was weißt bzw. rausfindest, was zu den einzelnen Kännchen bzw. zu den verschiedenen Tonarten schreiben. Welches Kännchen für welchen Tee usw. Am besten du packst einfach gleich alle Kännchen ein, dann hast du da ein schönes Sortiment für deinen Laden. (Eigennutz-Modus EIN) Dann kann man mal während einer Teeprobe die verschiedenen Tonarten durchprobieren (Eigennutz-Modus AUS).
    Dir aber auf alle Fälle weiterhin viel Spaß beim Entdecken neuer Teeutensilien und dem Kennenlernen von interessanten Teemenschen.

    Machs gut

    Jörg

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  3. Jörg

    Hi Menglin,

    ja man kommt bei deinen Reiseberichten wirklich nicht aus dem Staunen raus. Vielleicht kannst du ja mal, wenn du darüber was weißt bzw. rausfindest, was zu den einzelnen Kännchen bzw. zu den verschiedenen Tonarten schreiben. Welches Kännchen für welchen Tee usw. Am besten du packst einfach gleich alle Kännchen ein, dann hast du da ein schönes Sortiment für deinen Laden. (Eigennutz-Modus EIN) Dann kann man mal während einer Teeprobe die verschiedenen Tonarten durchprobieren (Eigennutz-Modus AUS).
    Dir aber auf alle Fälle weiterhin viel Spaß beim Entdecken neuer Teeutensilien und dem Kennenlernen von interessanten Teemenschen.

    Machs gut

    Jörg

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  4. Menglin

    Lieber Ulrike, ich wuerde auch gerne mehr ueber ihn schreiben, leider weiss ich weder wieviel er verdient, noch ob er verheiratet ist…
    Jedenfalls habe ich viele viele interessante Geschichte gehoert, wie er die Kuenstler nervt, um die Originalitaet der Tasse und Kannen zu sichern. er schlief einfach bei ihm und schaute, wie eine tasse bemalt wurde oder eine Kanne gebrannt wurde.
    Lieber Joerg, sicher, als ich die Kanne sah, denke ich sofort an mein Teehaus an der Spiegelgasse und an Dich.
    Am naechsten Sonntag fliege ich Nach China, um einen ehrwuerdigen Oolong-Guru zu interviewen. Das wird spannend!

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  5. Ulrike

    „leider weiss ich weder wieviel er verdient, noch ob er verheiratet ist…“ 🙂
    das ist eine recht chinesische Sichtweise. Ich würde mich wahrscheinlich doch eher über seine Erfahrungen bei den Kuenstlern unterhalten wollen,a ber wahrscheinlich reicht mein chinessich dafür gar nicht aus 🙂
    Freue mich schon über Berichte vom Oolong-Guru. Viel Spass und hoffentlich viele neue Einsichten

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  6. elzaii

    Es ist nicht zu bewundern, dass die Leute von kleinen Bauernbetrieben gerade den Tee von kleinen Bauernbetrieben loben. Gehst du zu einer Fabrik, dann wird dir der Tee aus der Fabrik empfohlen.
    Jeder Vogel lobt sein Nest.

    Ich finde: eine der interessantesten Besonderheiten von Pu-Erh ist, dass die Qualität oder, besser zu sagen, die Feinheit vom Teematerial, von Mao Cha nicht direkt die Qualität des daraus entstehenden Tees beeinflüsst. Bei grünem Tee oder Oolongs sieht das ganz anders aus.
    Bei Sammler sieht man oft Scheiben mit hohem Anteil von Stäbe und Stöcken und zerriessenen Blättern. Bei grünem Tee bedeutet das gleich, dass die Qualität des Tees total minderwertig ist (so etwa, wie bei Supermarkt-Packungen für ein paar Euro). Bei Pu Erh aber gar nicht.
    Und ich bin überzeugt, dass Pu Erh zu einer der wenigen Teearten gehört, die von einer vernübftigen Fabrik-Herstellung gewinnen können.

    Die oben beschrieben Trennung zwischen Verarbeitungsarten entspricht nicht der Realität.
    Fabriken kaufen Mao Cha auch bei kleinen Bauern ab. Sie können dabei bestimmen, ob Mao Cha vobn alten Teebäumen oder von Plantagen kommt. Und das stimmt überhaupt nicht, dass die Fabriken nur die Busch-Blätter benutzen.
    Sie können auch auf der Sonne die Blätter fixieren und das tun die auch. Dagegen habe ich Fotos gesehen, wie die Bauern die geerntete Blätter in den Öfen fixieren.
    Sie machen auch „Single-Estate“ Scheiben, wo die Mao Cha nur aus einem kleinen Gebiet kommt und nicht gemischt wird.

    Ganz andere Sache: Shu Pu Erh. Abgesehen davon, ob du persöhnlich Shu magst. Wo Dui vernünftig machen, können nur die Fabriken.

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  7. Menglin

    Das Material bestimmt die Qualität einerseits, das Sorgfalt des Teemaker bestimmt die Qualität andererseits. Ein Schritt bedient das andere. Das Ergebnis kann den Anfang nicht beeinflussen.

    Die Ware aus der Fabrik ist weder gut noch schlecht. Die Ware aus dem Bauerbetrieb ist weder schlecht noch gut. Nicht die Freiheit des Denken eines Menschen bestimmt die Erkenntnisse der vorhandenen Tee, sondern das Verstehen der Sprache der Tee.

    Es ist einfach so, wenn man das Gesichtpunkt von Sonne-Welken, Sonne-Trocknen und Originalität der Herkunft spricht, dann ist der Tee von You aus dem kleinen Bauerbetrieb wunderbar.
    Es ist ebenfalls nicht zu betreiten, wenn man angesicht von Rezepte der Mischung spricht, dann ist der Tee aus den traditionellen Fabriken zu bevorzugen.

    Ich verstehe weshalb You wegen Tee und Porzellan zwei oder drei Monaten in China lebt und mit Teebauer zusammen arbeitet. Denn Tee spricht für sich, aber seine Sprache möchte zuerst verstanden werden, bevor man etwas behauptet. Wenn man Sonne-Welken und Sonne-Trocknung kennt, versteht man, was der Tee in dieser Art spricht. Es gibt viele Irrtümer und Missverständnisse in der Öffentlichkeit. Andererseits ist es auch gut so. Jeder findet seinen eigenen Weg und zu seinem Tee. Etwas zu missionieren finde ich richtig verstört.

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