Archiv für den Tag 27/11/2008

Xiao Huang Yin 小黃印

Ich hoffe, dass ich nach Europa zurueck fliegen koennte. Die Unruhe in Bangkok verursacht Einstellung von vielen Flieger und ich weiss nicht, ob mein Flug nicht gestrichen wird.

Als You mich abholte war es bereits 4 Uhr. Ich erzaehlte ihm, was alle in Fuzhou geschah und wir lachten ueber die Verruecktheit des Teemarktes in China und ebenfalls ueber die so genannte Finanzkrise. Ich wollte noch Teekanne kaufen. Nachdem ich das Fotos im Blog gepostet habe, habe ich viele Nachfrage bekommen, um solche wertvolle Kanne zu kaufen. Natuerlich moechte ich gelagerten guten Pu Er von ihm kaufen, wenn er welchen hat. Sein Gesicht wurde steinig. Ich spuerte etwas Sondeerbares.

Auf seinem Teetisch stand bereits ein Buch, eine Katalog von dieser Sammlung, von denen ich gluecklicherweise einen Teil ergattert habe. „Fuer Dich.“ Wie? Ein Buch aus dem 80er Jahren? Einfach so? Keine Information habe ich erhalten, wie das Buch gefunden wurde. Das ist irgendwie seine Art. er spricht nicht viel, spricht nichts ueber sich selbst und noch weniger, wie er etwas emfindet. Ich nahm das Buch einfach unverschaemt an und bedankt mich einfach. Ich wollte einfach noch 10 Teekanne kaufen. Er liess mich welche aussuchen und sagte mir nur nebenbei, dass jede Kanne den Marktwert im chinesischen Kulturkreis zwischen 300-400 Euros liegt. Als ich es erfuhr, fiel eine Kanne fast aus meiner Hand. Der Preis, den ich dafuer bezahle, ist einfach nicht fair fuer ihn! Also, ich schaute ihn an und erhielt keine Antwort. Also, das ist wohl nicht mein Problem. Ich suchte die Teekanne aus und dachte an die gluecklichen Schweine in Europa!

Seine Geschaeftspartnerin war heute da und auch noch ein Kundin. You brachte paar uralte Pu Er Falden aus dem Geheimzimmer. 5 Falden aus 80er Jahren, drei vollstaendig und zwei bruechig. „Koennte ich probieren?“ fragte ich wieder unverschaemt. Seine Geschaeftspartnerin schaute ihn an und er waermte seine Teekanne aus Zhuni.

Xiao Haungyin aus den 80er Jahren, in gelb gedrucktem Papier, aus Menghai. Er zeigte mir eine Pu Er Lexikon, wo dieser Tee datiert wurde. Der Aufguss erinnerte mich an jenem Abend mit Hanspeter in Wistaria Haus, als wir einen Red Label aus dem 80er Jahren trank. Gleiche Auspraegung und gleiche Haerte – nicht agressiv, aber so hart wie der gerade Ruecken des Bambus. Geschmeidig, intensiv und vielfaeltig. Der Duft schmeckt nach Sandelholz und Harz im Wald des Herbsts. Im Herbst, wenn der Wind nach dem Regen weht, wenn Du im wald spazierst, dann schmeckst Du den frischen warmen Harz zwischen den Baeumen und Erde…

Dann bereitete er uns noch einen Liu Bao aus den 50er Jahren zu. Mit einer winzigen kleinen Zhuni-Kanne. „Ach! Was fuer einen Genuss!“ reif ich. Sandelholz und Adlerholz wachsen zusammen in einem praechtigen tropischen Wald! Dann Suessholz und leichte Kamper-Note! He, so etwas… You lachte wie herzig. Es gab natuerlich nichts von diesem Genuss zu kaufen, das war mir sicher. Er packte mir einfach eine kleine Tuete, „Fuer Dich.“ Meine Hand stand in der Luft und wusste nicht, in welche Richung sie sich bewegen sollte. 

„Hast Du Geburtstag?“ fragte die Kundin zu seinem Geschaeftspartnerin. Sie schmunzelte.

Als You Abendessen einkaufte, erzaehlte sie mir, dass er ein seltsamer Typ ist. Das ahnte ich schon. Er liebt Parfuem, ging nach Vietnam, nur um Adlerholz zu sammeln. Er schreibt Kalligraphie und malt chinesische Malerei, besucht regelmaessig Unterricht. Er lebt nur fuer Tee, wohnt im Laden und arbeitet wie verrueckt. Normalerweise spricht er nicht gerne mit Kunde und wenn Kunde ihn nervt, geht er einfach weg. Solche gelagerte Tees betrachtet er wie ein Stueck Fleisch von ihm. Er wird mir nicht verkaufen wollen, meinte sie. Ich verstehe es nur zu gut, solche Typen kenne ich bereits ein paar…

Er fuhr mich zum Bahnhof. Ich lud ihn ein, mich zu besuchen. Er schuettelte seinen Kopf. Er wuerde mir die Tees aus den 80er Jahren geben, meinte er im dunkelen Auto. „Fuer Deinen Laden.“

Ich haette geweint, aber hatte keine Traenen. Teefreundschaft ist etwas Sonderbares. Die gluecklichen Schweine in Deutschland, dachte ich, wie haetten sie diesen Tee verdient? Wie so habe ich ihn denn verdient? „wann kommst Du wieder?“ „Bald, im April.“ „Take care.“ Ich winkte meine Hand in der Luft.

Tee pressen

Die Pu Er Fladen, die von You gemacht wurden, waren alle von Fuessen auf Steinplatten gepresst. Obwohl sein Tee recht jung ist, schmeckt er bereits sanft, vielfealtig und frisch. Sanft, vielfealtig und frisch wie diese Person, die diese Seite allerdings fuer sich behaelt und nur durch Tee mit anderen kommuniziert.