Archiv für den Tag 15/11/2008

Eine Entdeckung

Eine Entdeckung

Ich habe vieles Gehoert und wurde oft betrogen – alles wegen Pu Er. Seit Pu Er immer bekannter wurde, wurde er immer geheimnisvoller. Frueher moechte man gelagerten Pu Er trinken, heute wird es immer schwieriger gelagerter Pu Er zu kaufen. Frueher hiess es Qi Zi Bing Cha, heute will man unbedingt Yiwu Zhengshan. Frueher war man scharf auf 7542, heute ist der Gushu Cha trendy.

Ich habe gelernt, dass Pu Er aus Dian Qing stammt. Dian Qing, anders als Dian Hong – roter Tee aus Yunan, ist ein Gruener Tee aus Yunan. Der Charakter von Dianqing ist unter der Sonne getrockenet. Aber wer, sorry, wer heute kennt noch den Geschmack von einem getrockenen gruenen Tee in einer industrialisierten China?

Zu oft wurde ich betrogen, aber ich bin eine Angsthase, die sich nicht traut, nach China zu gehen und nach der Wahrheit zu suchen. Ausserdem bin ich zu faul. Am naechsten Samstag muss ich wieder mit meinem Lehrer nach Mingjian fahren, um Tee zu erzeugen. Ich konnte ihn nicht umdrehen – mit allen Methode… er ist so sturrrr. Er meinte, das gehoert zu meiner Bildung und der vorbereitung fuer die kommenden Reisegruppe 2009.

You ist anders. Er fuhr nach China. Einfach so. Er besuchte verschiedene Ureinwohner in Jungel Yiwus und lernte eine Familie kennen. Er sagte, wenn er nicht bei der Familie leben wuerde, den Tee mitpfluecken wuerde, den Tee nicht mit erzeugen wuerde, wenn er dort Zeitung, Buecher lesen wuerde, wuerde nichts passieren. Denn die Bewoehner dieses fruchtbaren Bergen leben in anderem Rhythmus als ein Teehaendler wie er. Sie „arbeiten“ nicht gerne und sitze gerne einfach unter dem Baum. Die wilden Baeume in Jungel gehoeren ja niemandem, wer sollte denn so fleissig sein, sie zu pflegen oder zu ernten? Wenn nciht paar schlaue Chinese, die damit Geld machen wollen, bleiben solche Baeume immer noch im Tiefen der Bergen ganz heimlich in ihrem Frieden. Wer ist denn so bloed, sie zu spritzen oder zu duennen? Die Baumen gehoeren ja niemandem!

In den Bergen gibt es weder Strom noch Wasser Anschluss. Die Sonne ist die Energiequelle. Also, das ist wohl der Grund, die Entstehung von Dian Qing (Gruentee aus Yunan) zu verstehen und zu garantieren. Es gibt nur Menschen als Arbeitskraft. Als der Tee wird tatsaechlich mit Stein gepresst. Mit Holz gefeuert und erhitzt. Er gab mir viele wertvolle Materialien, die wir im Dezember im Teeclub desgustieren koennen! 

You erzaehlte mir, dass Tee seine Geschichte von sich aus erzaehlt, ich nickte. Er weist mir darauf hin, den Unterschied zwischen Tee aus den Farbiken ( z. B. Sechs bekannten Tee-Bergen, oder aus Menghai etc.) und den Tee aus privaten Auftrag. Er machte mir aufmerksam, den Unterschied zu schmecken zwischen tatsaechlichen Sonnen-Trockenen und Elektro-Hitze.

Theoretisch koennte man so formulieren:

Tee aus Fabriken sind: Teebaum – Busch, Energiequelle – Eletrizitaet, Teeernte – Mischungen und Maschinell verarbeitet.

Tee aus privaten Auftrag wie von You (nicht alle privaten Auftrag ist glaubwuerdig): Teebaum – Baum, Energiequelle aus der Natur (sonne und Holz), Teeernte – aussortierte Tipps, oder Two leaves and one Bud, per Hand verarbeitet.

Ich wurde neugierig von seinem Werdegang. Er war leicht verlegen. Er habe an der Uni Maschinebau studiert. Stosst seine Liebe nicht an Widerstand von der Familie? „Ja, sicher. Aber was sollen sie denn dagegen unternehmen?“ Alles hat angefangen mit einer Teekanne, meine er.

Durch eine Teekanne ist er in der Teewelt „gefangen“. Durch ihn lernte ich viele viele schoene originale Teekanne aus Yixing kennen – aus 80er Jahren! Als er mir die Teekannen auspackte, war ich verwirrt – bin ich noch auf der Erde oder in einem Traum. In einem Traum voller Teekannen! Aus so einem Traum wuerde ich nie aufwachen!