Archiv für den Monat Dezember 2007

Tee, Teeduft und Wuxing (Fünf Elemente)

Im GZ Altstadthaus Zürich werden im Januar und Februar folgende Vortragsreihe stattfinden:

 

 

Tee, Teeduft und Wuxing 

Unterschiedliche Teesorten aus unterschiedlicher Herstellungsmethoden bringen vielfältige Geschmacksnoten und Duftnuancen. Jede Geschmacksnote und Duftnuance vermittelt uns nicht nur sinnliche Erlebnisse, sondern auch gesundheitlich unterstützende Kräfte. Nach der bekannten Wuxing-Lehre (so genannte fünf Elemente) in der traditionellen chinesischen Medizin kann uns Tee durch seinen Geschmack und seinen Duft positiv beeinflussen und heilen.

Die Welt des chinesischen Tees ist nicht nur bloß auf den Genuss beschränkt, sondern ein Weltbild verbirgt sich dahinter. Diese Vortragsreihe sollte dem Teeliebhaber und Teeinteressierten einen Überblick vermitteln, was, wie und wann man Tee trinkt. Tee erleben mit allen Sinne!

Vorträge:

17. Januar Donnerstag 18.30 – 20.00

Fit und schön bleiben durch Grüntee

24. Januar Donnerstag 18.30 – 20.00

Teeerlebnis auf Japanisch: Zeit für Ruhe und Geniessen

31. Januar Donnerstag 18.30 – 20.00

Tee nach dem Fest: Frühjahrsputz mit dem Oolongtee

7. Februar Donnerstag 18.30 – 20.00

Gesund durch den Winter – die Welt des gelagerten Tees

14. Februar 18.30 – 20.00 

Schmerzen lösen, Emotion ausgleichen mit Blumentee

Kosten:

5 Abend 75 CHF

Einzelner Abend 20 CHF

Der Ort
18.30 – 20.00 Uhr GZ Altstadthaus
Veranstalter: Gemeinschaftszentrum Altstadthaus

Bitte anmelden

Wo anmelden? Hier:

GZ Altstadthaus

Obmannamtsgasse 15, 8001 Zürich
Telefon 044 251 42 59, Fax: 044 251 43 34
e-mail: gz-altstadt@gz-zh.ch
Bürozeiten: Mo bis Do 14 – 19 Uhr Fr 14 – 18 Uhr

Teeseminar in München

Am 26.01.2008 (Samstag) von 10 -16 Uhr findet ein Teeseminar Sprache des Tees I mit Menglin in München statt.

Dank dem Engagement von Florian könnte dieses Seminar stattfinden.

Im Sommer besuchten mich Florian mit seiner Frau Daiyu in Zürich. Als wir zusammen den Nostalgie Dongding Oolong probierten, war er sehr überrascht, was man anhand der Degustation alles von Tee erfahren kann! Der Tee, den er so schätzte, wurde herausgestellt, dass er eigentlich nicht der Tee, der verkauft und deklariert wurde. Er war sprachlos in ersten Moment und dann wollte unbedingt ein Teeseminar organisieren.

Da er viele Teeliebhaber in München kennt, ist die Organisation gar kein Problem. Dank der freundlichen Unterstützung von Teehaus in München findet der Kurs jedenfalls statt. Teilnehmerzahl sind begrenzt – ich nehme nicht mehr als 10 Personen. Nun ist dieser Kurs bereits halb voll.

Diese Art von Kurs ist etwas Neues und Unbekanntest in Europa. Die Anforderung von mir ist ziemlich hart – glaube ich. Man probiert nicht nur 10 verschiedene Sorten Tee, sondern…. eher 40 Sorten… Nach dem Teekurs in Zürich haben viele mir gesagt, wie antrengend es war. Es ist wohl klar, die Teilnehmer müssen selbt arbeiten und mit Tee kommunizieren anstatt von mir mit Power Point erklärt bekommen. Schliesslich muss jeder sich um seine eigene Erleuchtung kümmern.

Viele Teefreunde in Zürich fragen mich nach einem Fortsetzungskurs zu machen: Teekurs II und den Teekurs I noch einmal zu wiederholen. Der Zeitraum sollte im Februar sein. Ich werde in nächsten Tage bekannt geben, wann es stattfindet. Im März fliege ich wieder auf Formosa – um unseren eigenständigen Präsident zu wählen!

Das Programm von Teeseminar in München wird so sein:

1. Einblick in die chinesische Teewelt:

Weißer Tee, Gelber Tee, grüner Tee, Oolong, roter Tee, schwarzer Tee (gelagerter Tee),  Blumentee. Z. B. Teilnehmer muss mir sagen anstatt ich sage EUCH, was für einen Tee ein weißer Tee ist.

2. Der Faktor Teebaum, Anbauort und Produktion. Wie manifestiert der Faktor im Tee? Kann ein OEM Produkt genau so gut schmecken wie ein Original?

 

3. Der Faktor Herstellungsmethode: Aus unterschiedlicher Herstellungsmethode und unterschiedliche Erntezeit enstehen unterschiedliche Tees, die aus dem gleichen Teepflanzen und Anbauort stammen.

Wir werden anhand verschiedenen Teemuster die Unterschiede zwischen Erntezeit und Herstellungsmethode herausfinden.

4. Fehler der Produktion:

wie manifestiert sich der Fehler? Ist Herbheit / Bitterkeit einfach nur herb oder gibt es verschiedene Lesart und Bedeutung? Muss grüner Tee grasig sein? Bedeutet die grasige Note das Frische vom Tee?

Anhand von unterschiedlichen Proben versuchen wir den Geschmack, der aus dem Fehler entstanden ist, zu erkennen!

5. Der Faktor Lagerung:

wie manifestieren unterschiedliche Teesorte durch die Lagerung? Ein Tee, der fermentiert wurde, verändert sich anders als ein grüner Tee wie Pu Er, der gelagert wird! Ein Tee, der stärker geröstet wurde, verändert sich unterschiedlich durch die Lagerung.

Anhand unterschiedlichen gesammelten Beispielen könnten wir die faszinierende Veränderung der Nuance am Tee durch die Lagerung feststellen. Ein Pu Er, der durch lange Zeit gelagert wird ist einfach ein Gegensatz zu dem Pu Er, der im Reformhaus verkauft wird und aufgrund der steigenden Nachfrage könstlich fermentiert wird.

6. Der Faktor Welken, Fermentation und Röstungen: wie manifestieren sich diese Faktoren durch den Tee?

Was bedeutet Welken, Fermentation und Röstung in der Produktion von Tee? Diese Frage könnten wir mit den Vergleich zwischen den Teesorten, die unterschiedlich fermentiert und geröstet wird beantworten.

7. Geographische Faktoren: Anbaugebiet, Höhe der Teegarten

Man kann die Höhe eines Teegarten schmecken! Glaubst Du nicht? Probiere es selber aus!

8. Äußere Faktoren: klimatische Bedingung, Insekten- Befall in einem Teegarten sind äußere Bedingungen, die den Geschmack des Tees prägen. Ein Oriental Beauty kann wirklich nach einem Oriental Beauty schmecken, wenn die Blätter tatsächlich befallen wurden. Diese Nuance kann man schmecken und durchaus feststellen!

Das ist ein Seminar, wo Teilnehmer selbst arbeiten muss anstatt einfach nur theoretische Auseinandersetzungen vorgelesen zu bekommen. Tee lügt nicht, man muss ihn aber verstehen. Der beste Weg, Tee zu verstehen ist mit unserer eigenen Nase, Gaumen und Augen! Also ich freue mich auf Menschen, die Abentuer-Geist besitzen und sich gerne auf etwas Unbekanntes einlassen wollen! Dem Zauber des Anfangs vertrauen! 

Foto von Teeseminar in Zürich Nov. 2007

Foto von Jörg

Der Jörg von unserem Blog schickte uns endlich die Fotos von dem Teeseminar am 24 und 25 Nov. in Zürich.

Nicht nur Zürich bei Night, sondern auch schöne Fotos von seinem neuen Errungenschaft aus Zürich.

Hier das Foto von unserem ersten Runde: die Welt der chinesischen Tees! Schaue genau hin, was kannst du erkennen, was welcher Tee sein kann?

Teeseminar 2

Das Probieren und Schmecken, was der Tee uns erzählt, woher er kommt.

Teeseminar 3

Was sind wirklich gelagterte Tees? Fälschung oder Wahrheit?

Teeseminar 5 Jörgs neue „Liebhaber“

Teeseminar 4 Was denkst Du, was erklärt wird?

Vielen vielen Dank, lieber Jörg! Schön, dass wir Dich hier haben!

Der Zauber des Anfangs

„Und plötzlich weißt Du:

Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen,

und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.“

Eckhart von Hochheim,

bekannt als Meister Eckhart

(* um 1260, † vor 30. April 1328).

Adlerholz Räuchern

Für ein Kind aus einem einfachen Haus auf Formosa war Parfüm ein Sinnbild der Unerreichbarkeit der Exotik und Luxus. Wenn Vater seine Freunde aus dem vorderen Orient nach Hause einlud, füllte Wolken der Düfte unser Wohnzimmer. Gemäß der Tradition duften Kinder bei solchen Ereignisse gar nicht dabei sein. Aus Neugier und meiner Natur versteckte ich mich hinter den Vorhängen, beobachtete das Geschehen und bemerkte einmal die schönen tiefen dunklen Augen hinter dem Schleier, die mich gleichzeitig ebenfalls erblickten. Die Düfte der schönen Augen bezauberten Nächtelang meine Träume und verbanden mich mit einer anderen Welt.

Ich liebe Düfte, vor allem Adlerholz 沈香. Diese Verbindung verstärkt sich durch Tee. Die Düfte des Tees und die Verwandlung seiner feinen flüchtigen Nuance bereichern mein Leben und bezwingen mich vor der Vollkommenheit der Schöpfung zu knien. Um die Düfte des Tees besser zu verifizieren und die Botschafter dieser Düfte, die uns von der Herstellung und Entstehung des Tees erzählen, richtig zu entziffern, schärfe ich meine Sinne mit dem Duft. Weniger fasziniert von Düften der Blüten oder Fürchten, sondern von Harz. Der Genuss mit dem Schmecken von Harz ist bedingt von einer mühsamen aufwendigen Vorbereitung. Richtiges Asche, richtige Kohle und der richtige Temperatur – wie eine Vorbereitung auf eine Reise. Eine Reise, die möglicherweise begleitet wird oder auch nicht.
Jemanden zu sich einzuladen ist für mich wie auf eine Reise zu gehen, die vorbereitet werden muss. Oft räuchere ich die Räume, während ich auf die Gäste warte. Das Warten auf eine gemeinsame Reise. Das Treffen fängt nicht erst ab dem Hände schütteln oder Küsschen geben an, sondern viel früher, früher als wir es wissen.

Heute trat Anja mit mir gemeinsam auf eine Reise des Duftes an. Eine liebliche Person mit schönen klaren Augen, die voller Lebensbejahung leuchten. Sie lernte ich durch das Teeseminar vor zwei Wochen kennen. Sie war wie ein unbeschriebenes Blatt, das im Kurs nur aufschrieb und alles auf einmal merkte und wissen wollte. Sie kam auf dem Tee zu, vorbehaltlos und entschlossen, als ob sie lebenslang wusste, dass sie es wollte. Mit der gleichen Entschlossenheit wollte sie unbedingt Adlerholz haben, obwohl sie vorher nie von Adlerholz erfuhr und roch. „Ich weiß, dass ich es nicht zum ersten Mal rieche und mache.“ Ich weiß, dass wir uns nicht erst seit zwei Wochen kennen. Ich wollte für sie etwas besonders räuchern –  für dieses auf sich wartende Moment. Wir packten meine Schachtel zusammen aus, als ob wir ein Schwesterpaar wären. „Neriko am 25.11.2005, Düfte von Benzoe, Nelken, Kampfer und Adlerholz“. An jener Nacht im November 2005 wurde diese Begegnung bereits vorbereitet, obwohl wir an jener Zeit in dieser Welt noch als Fremde aneinander vorbei liefen.

Der Rauchwolke stieg, der Duft strömte. Wir lächelten uns an und verabredeten uns von einem Neriko-Kneten Tag.
Sie packte das Räucherofen, das Adlerholz und das Werkzeug zusammen. Sie erzählte mir, dass sie ab dem ersten Augenblick bereits wusste, dass sie es schon lange lange machen wollte. Ich nickte meinen Kopf und dachte an meine Begegnung mit Nojiri Sensei in Brüssel. Ein neuer verzauberter Anfang voller Ungewissheit und Ambivalenz. Trete ich auf diese Reise an oder lass ich es sein?

Der Rauch kreiste noch im Raum, der Duft kündigt seinen Zauber an. Ich wurde wieder allein. Auf dem Stuhl lag ihre vergessene Tasche von Asche. Mein Blick suchte nach Handy… Aber, Moment Mal… Der Duft wird sie schon rufen.

Warum eine teure Tasse Tee?

Wie die meisten Eltern verstehen meine Teeeltern meine Arbeit und Beschäftigung auch nicht, und fragen sich, was ich eigentlich von meinem Leben will. Sie rätseln oft, wie schaffe ich es mit Ende 30 noch keinen anständigen Beruf auszuüben. Sie verstehen nicht, weshalb die Leute zu mir kommen, freiwillig Geld dort lassen und wieder glücklich nach Hause fahren. Sie blicken nicht durch, wie ich Menschen mit Tee bezaubere. Sie realisieren wirklich nicht, dass es tatsächlich unterschiedliche Tee-Geschmäcke gibt und Tee ein faszinierendes Reich der Sinne bildet!

Teevater Detlef kaufte gerne seinen Jasmintee bei Frau Lim in einem kleinen asiatischen Teeladen. Dass man für paar Teeblätter ein Vermögen ausgibt, ist ihm fast eine Schande. Bei mir bestellt er höchstens Teebeutel von Sencha, die ich nur extra für ihn aus Uji importiere und er auf seine Paddelntour mitnimmt. Die Tees, die ich IHnen mitbrachte, gaben sie mir irgendwann wieder zurück. Denn es Ihnen nicht schmeckten. Das Bussiness und Seminare, die ich gebe, scheinen ihnen wie Kinderspiele.

Am Dienstag passierte allerdings etwas, was Ihnen zum Nachdenken brachte. Sie waren beim Meister Ulrich Haas in Freiburg, der Ihnen mit Begeisterung von meinem Seminar in Mai erzählte. Er hätte es nicht geglaubt, wenn er selbst nicht erlebt hätte, dass man aufgrund vom Schmecken und Riechen, die Höhelage eines anbaugebietes, Insektenbefall an Teeblätter und Röstungsmethode wahrnehmen kann! Die Sprache des Tees hat nicht nur ihm angesprochen, sondern auch vielen seinen alten Schülern – die Teefossil, die extra zum Seminar eingereist waren. Diese Tee-Fossil waren die ersten faszinierten Teemenschen in Deutschland, als der „Teeweg“ noch ein Fremdwort war. Sie waren die ersten, die entschlossen auf den Urasenke-Teeweg bestreiteten. Ein Teefossil habe behauptet, so Detlef, dass er nach dem Kennenlernen von Sprache des Tees nicht mehr freiwilig eine Tasse grünen Sud schlucken will.

Meine Teeeltern waren zuerst stutzig, als sie diese Neuigkeit erfuhren. Später fühlten sie sich jedoch bestätigt und ganz stolz, „Menglin, NUR UNS hast DU immer noch nicht geschafft, zu bekehren!“