Archiv für den Tag 11/03/2007

Frage zu den „gesundheitsschädlichen Oolong“

Sehr geehrte Frau Menglin Chou,
haben Sie ganz herzlichen Dank für Ihre ausführlichen Informationen. Ich bin wirklich sehr angetan von Ihrer Mühe, uns “Trink-Anfängern” die Welt des Tees näher zu bringen! Man spürt Ihre tiefe Begeisterung für den Tee sehr deutlich, und so sind alle Ihre Hinweise, Kniffe, Hintergründe und Ratschläge stets sehr autenthisch und überzeugend!

Also: nochmals vielen Dank!

Sie haben Recht: Mit Worten lassen sich all die Facetten eines Tees nicht umschreiben. Das gilt genauso für gute Wein (bei dem ich mich etwas besser auskenne als beim Tee , aber auch nicht so gut…). Es ist doch ein großer Unterschied, ein Weinmagazin zu lesen oder eine Flasche zu öffnen und den Wein selber zu probieren. So auch mit dem Tee. Letztlich entscheidet der Geschmack, die Wirkung auf Körper und Geist, ob der Tee “gut” oder weniger gut ist.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es viel Betrügerei gibt, insbesondere in den Touristenorten wie Hangzhou. Vielleicht haben Sie Recht und ich sollte mich auf einen europäischen Händler verlassen. Nichtsdestoweniger will ich es zumindest mal probieren, doch einen guten Griff zu machen. Auf jeden Fall würde ich vor einem Kauf eine Degustation machen. Und im Zweifelsfall gehe ich zum von Ihnen genannten Teeladen “Tian Fu” (in Shanghai?)

….

Eine Rückfrage habe ich noch: Sie schrieben, dass es schwer sei, einen nicht gesundheitschädlichen Oolong zu finden? Wie genau meinen Sie das und wie gesundheitsschädlich kann ein solcher Tee sein?

Beste Grüße Ch. D.

Morgen werde ich mich bemühen, auf diese Frage einzugehen. Noch einen schönen sonnigen Tag an alle! Heute ist eigentlich unser Garten-Tag. Ich sollte heute Steckzwiebel in die Erde einpflanzen… Um 5 Uhr ist der Tee bei Hannes im seinen bezauberten Garten angesagt. Wir planen die Päonie-Fest 2007.

Fragen zum Tee-Einkauf im Teeanbauort

Vor paar Tagen bekam ich ein Mail von Herrn Ch. D. aus Deutschland. Ein Glückpilz, der selbst nach China für Tee einkaufen kann.

Sehr geehrte Frau Meng-Lin,
ich bin häufiger Besucher Ihres wunderbaren Tee-Blogs und möchte mich zunächst sehr herzlich für Ihre stets spannenden Informationen und Hintergründe zur Welt des Tees bedanken! Ich selbst bin seit Jahren mal mehr, mal weniger ambitionierter Teetrinker und liebe vor allem grüne Tees. Alle meine Tees stammen aus China, die ich über Bekannte direkt beziehen kann.

Nun habe ich im April die Möglichkeit, wieder nach China zu reisen (Shanghai, Huangzhou, Huangshan, Nanjing, Beijing, Xi’an) und möchte dies zum Anlass nehmen, selber mich mit neuen Tees einzudecken. Dazu hätte ich ein paar Fragen an Sie. Es wäre ganz wundervoll, wenn Sie die Zeit fänden, mir eine kurze Rückmeldung zu geben.

Mich interessieren vor allem Tees, die ich direkt im “echten” Anbaugebiet kaufen kann. Ich Glückspilz bin sowohl in Hanghzou und Huangshan und möchte direkt in Longjing den gleichnamigen Tee besorgen. In Huangshan soll der Huangshan Maofeng eine gute Wahl sein.

So wie ich es gelesen habe, läuft im April bereits die Erntezeit. Dazu meine erste Frage: ist es überhaupt möglich (oder sinnvoll?), einen deart frischen Tee zu kaufen? Könnte ich beispielsweise direkt nach dem Vearbeitungsprozess (Pflücken, Erhitzen, Verpacken) den Tee in Empfang nehmen, mehr oder minder direkt aus der ? Oder sollte ich eher auf die letzte Ernte zurück greifen?

Zu Longjing im Allgemeinen: was sind die wichtigsten Kriterien, die einen hervorragenden Longjing ausmachen (Farbe, Tipps, Schwimmverhalten im Wasser…)?

Gibt es einen oder mehrere Hersteller, von denen man “guten Gewissens” Tee kaufen kann, die hohen Qualitätsansprüchen genügen? Und was hat es qualitativ mit dem Shifeng Long Jing, Löwenklasse-First Grade von den Firmen Hangzhou Shifeng Tea Company und Konnal Long Jing Production & Trade auf sich?

Tja, all die ganzen Fragen rund um Qualität und “Tee-Analyse” habe ich auch beim Huangshan Maofeng…

Und wenn Sie noch einen Tipp für mich hätten, mir vielleicht einen anderen Tee oder auch sehr gerne einen Oolong mir empfehlen könnten, dann würde ich mich sehr freuen! Vielleicht kennen Sie auch ein hervorragendes Teegeschäft in Shanghai?

Nochmals ganz herzlichen Dank für Ihre wunderbaren Tee-Informationen und beste Grüße aus Hamburg,

Ch. D.

Ich versuche, seine Fragen zu beantworten:

1. Kann man direkt vor Ort wirklich guten Tee kaufen?
Ich habe sehr viel Zweifel. Eherlich gesagt, ich weiss nicht, wie oft ich selbst im Reinfall gefallen bin. In Ferien ist man in einer guten Stimmung und der Teebauer sieht authentisch aus. Aber wie ist der Tee? In Hangshou und Wuyishan wurden bereits viele Tricks praktiziert, verbrauchte Teeblätter an Touristen weiter zu verkaufen. Ich weiss nicht, wie ich Ihnen vorwarnen könnte. Ist es nicht besser, in Hamburg, einen guten zuverlässigen Teeladen zu finden?
2. Der Lungjing von Konnal empfehle ich nicht. Dieser Lungjing von Löwen-Klasse, der hier in Deutschland vertrieben ist, ist für mich wirklich ein Fragezeichen. Bis jetzt habe ich einen schönen Lungjing in Europa bei Bern (Länggass Tee) gefunden. Obwohl der Preis mich abschreckt. Versuchen in china bei dem Laden „Tian Fu„. Dort könnten Sie vielleicht eine gute Wahl treffen.
3. Wie muss ein Lungjing aussehen? Flache Blattform, nur Tipp schwimmt in der Tasse. Leicht erfrischend, mild und aromatisch – nicht nur grasig. Farbe: leicht Jadegrün und leicht gelblich.
4. Wirklich guten Huangshan Maofeng habe ich nur in der Schweiz bei einem Versandhaus (Reichmuth von Reding) gefunden. Es liegt in Seewen.
5. In diesem Jahr ist es alles früher. Wir können nun schön Frühlingsernte erwarten. Dank der Klimaerwärmung… Bei dem chinesischen Grüntee sollten Sie die neuen Ernte kaufen und ihn noch bei Ihnen eine bis zwei Wochen ruhen. Sie könnten auch eine experiment machen: eine Degustation in einer Woche und eine andere Degustation in zwei Wochen. Sie könnten eine interessante Veränderung feststellen.
6. Es gibt viele interessante Oolongs. Was Sie unbedingt kaufen sollen ist Phönix Dancong – einer meines Lieblingstee! Es ist nur sehr schwer, einen richtigen zu erwerben. Wissen Sie, dass es selbst für mich sehr schwer ist, einen guten chinsischen Oolong, der richtig hergestellt und gesundheitlich nciht schädlich ist, zu bekommen?
 
Ich hoffe, Ihnen ein wenig geholfen zu haben. Es ist sehr schwer, nur schriftlich zu beschreiben. Tee-Wissen beruht auf konkrete Fakten, nicht auf Literatur. Ich habe bei meinem Lehrer von Tee zum Tee erst gelernt, dass die Sprache des Tees viel wichtiger ist, als die Argumente und Garantie des Verkäufers.

Menglin Chou

Ein Link für das kulinarische Japan in der Schweiz

Itoen Modernes Teegetränke von Itoen, Japan

Jesse schickte mir ein Link für das kulinarische Japan in der Schweiz: www.jafoo.ch

In diesem Online-Shop werden nicht nur japanische Gewürze, Sake und Lebensmittel verkauft, sondern auch das moderne Tee-getränke – Instant Tee – Flasche. Für 3 Franken bekommt man eine Flasche fertige Tee PET-Flasche von Grüntee, Hojicha (gerösteter Grüntee) und geröstetem Weizentee.

Gerösteter Weizentee ist im chinesischem Kulturraum ebenfalls sehr geliebt. Gerösteter Weizen – Getränk wirkt nach der chinesischen Medizin Sommer-Hitze vertreibend und erfrischen den Körper nach einer Anstrengung. Natürlich ist dieses Getränk ein Produkt der nördlichen Kulturräume wie Nordchina, Korea und Japan. Denn die Trennlinien zwischen Reisanbau und Weizenkultur bei Huai-He (ein bedeutender Fluss in China. Er trennt den Nord und Süd chinesischen Kulturraum) stattfindet. Wir kennen diesen Tee in Taiwan durch die Chiang Keishek Einzug auf die Insel. Seine Soldaten aus Nordchina brachten ihre Esskultur und Lebensgewöhnheiten mit. Insel Formosa war somit ein Einwanderungsland und ein Beispiel des Pluralismus!

Diese Seite jafoo.ch ist mit drei Sprachen ausgestattet. Pluralismus pur.