Archiv für den Tag 04/03/2007

1869 wurde der Formosa Oolong weltbrühmt

1869 wurde der Formosa Oolong weltberühmt. Seitdem ist der Formosa Oolong ein Symbol für hoch qualitativen Tee und eine traditionsreiche Teekultur. Was ist eigentlich Formosa? Heute ist Formosa ein historischer Begriff für eine kleine Insel im Pazifik. Bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Formosa der Name dieser Insel. Als 1545 die müden portugiesischen Seefahrer an dieser Insel vorbei fuhren, entzückte sie die Schönheit dieser Insel. “ Ilha Formosa!“. In der europäischen Geschichte wurde Formosa von Portugiesen entdeckt, obwohl Piraten und Ureinwohner mit polynesischer Herkunft diese Insel schon längst bewohnten. Sie hatten allerdings keine Ambition, diese Insel ganz zu erobern und zu besetzen. 1624 beanspruchten Holländer die Insel für sich. Zwei Jahre später versuchten Spanier ebenfalls ihr Glück auf dieser Insel. Beide fremden Herrscher bekämpften sich gegenseitig auf dieser Insel. China war damals nicht interessiert für diesen wilden barbarischen Ort. Nach 16 Jahren Kampf gegen die Holländer verloren die Spanier ihre Machtstellung auf Taiwan. Es wurde gesagt, dass Holländer den Tee von wilden Teebäumen von Formosa nach Europa exportierten.

Aber der Mann, der Formosa Tea auf den Weltmarkt brachte, war ein Engländer! John Dodd erkannte den Weltstar in einem unbekannten und im OEM Produkt verschwundenen Formosa Tee. Er brachte Teesetzlinge aus Anxi, verteilte sie an Teebauenr und gab ihnen Kredit. Für die Ernte holte er Teemaker aus Anxi und ließ den geernteten rohen Tee zum ersten Mal in Taiwan zu Ende produzieren. 1869 war es so weit. Er exportierte den Tee in die USA und vermarktete ihn als „Formosa Oolong Tea“! Es war ein glanzvoller Auftritt für diese Neulinge! Zu dieser Zeit war der China Tea immer mehr in Verruf geraten. Schlechte Qualität, gefärbter Tee und Unzuverlässigkeit gefährden den Ruf des chinesischen Tees. Formosa Oolong Tea ergriff diese Chance und wurde zum Weltstar.

Der Tee, der als Formosa Oolong Tea in die neue Welt kam, war der so genannte Fancy Oolong. Die beste Qualität dieses Tees ist der „Oriental Beauty“! Fancy Oolong bedeutet auf Taiwanesisch etwas wie Oolong für Barbaren. Damals gab es in Taiwan gab es zwei verschiedene Vermarktungen: in die USA und nach Europa oder nach Südasien. Die Exporteure für Europa hießen Fanzhuang. Der Oolong heißt Fanzhuang Wulong Cha – der heutige Fancy Oolong.

Die Entstehung von Oriental Beauty ist ein Widerspiegelung der kolonialgeschichte Taiwans. Es handelte sich um ein interkulturelles Missverständnis zwischen einem Teebauern und John Dodd. Es wurde erzählt von einem jungen Teebauer, der sich seinem Schicksal nicht beugen wollte. Er ließ seine von Insekten befallene Teeernte stärker fermentieren. Er hatte vor, diesen Tee zu dem Barbar in Taipei zu bringen, der normalerweise Schwarztee einkaufte. John Dodd war sehr begeistert von diesem Tee. Er kaufte die ganze Ernte von dem jungen Bauern und bezahlte ihm einen sehr guten Preis! Der beglückte junge Bauer ging zurück ins Dorf und erzählte von seinem Glück. Seine Leute glaubten ihn nicht. Sie lachten über ihn und nannten ihn als einen Angeber. Dieser Tee heißt heute immer noch der Angeber Tee. Der Tee ging auf die Weltreise und wurde der englischen Königin bewundert. Sie gab ihm den Namen „Oriental Beauty“! Dieser Tee ist eine Eigenheit des Formosa Oolongs. Er braucht ein spezielles Klima, spezielle Teebäume und spezielle Insekten. Es gibt inzwischen viele Nachahmungen von chinesischen Oolongs, die allerdings nie den Geschmack und die Schönheit erreichen und kopieren könnten!

Ende 19. Jahrhunder waren die Japaner die neuen Herrscher nach Manzhulai. Sie waren nicht begeistert von der Konkurrenz-Fähigkeit des Formosa Oolongs und verwandelten den schwarzen Drachen zum Schwarztee! Aus Formosa Oolong wurde Formosa Black Tea! Der Formosa Black Tea wird bis heute produziert, zählt leider nicht als Spezialität. Er ist zu teuer um exportiert zu werden. Der frühere Black Tea Garden ist heute der Nachbar des Atomkraftwerks und der auf dem Binnenmarkt nicht beliebte Tee wird oft mehrmals geröstet und als Tie Guanyin verkauft…

Die Geschichte des Formosa Oolongs ist eine Geschichte des Kolonialismus. Nicht nur Holländer, Spanier, Franzose oder Japaner waren Herrscher dieser Insel. Chinesische Siedler waren neue Bewohner auf der Insel. Sie brachten ihre Lebensgewohnheit mit in die neue Heimat und pflanzten ihren Tee auf den neuen Boden! Im 18. Jahrhundert klärte Manzhulai Formosa zu seinem Territorium. Das Reich schickte seine Mandarine nach Formosa. Die Mandarinen brachten ihren Unentbehrbahren Tee mit und ihre Gefolgschaft versuchte Tee hier anzubauen. Der südlichste Teegarten in Taiwan ist der Augezeuge dieser Geschichte. In diesen Gärten wachsen Teebäume aus Teesamen anstatt aus Tee-Setzlingen. Seit Generationen baute diese Familie, die einst Berater eines Mandarins war, diesen Tee in Taiwan an. Der spezielle Geschmack dieses Tees liegt an dem mysteriösen Fön, der übers Meer weht. Jedes Jahr im November steigt der Nebel aus dem Meer und der Wind weht. Diese spezielle Bedingung verleiht dem Tee aus dieser Ernte eine unverwechselbare Jod-Note!

Nachdem Formosa zu einer Industrie-Nation aufgestiegen ist, ist Formosa Oolong eine Exklusivität geworden. Er ist zu teuer im Vergleich zum Indien Tee, Ceylon Tee oder China Tea. Der Tee war ein Export-Schlager in den letzten hundertfünfzig Jahren. Heute ist er ein begehrtes Inlandprodukt. Ein neues Status-Symbol in Taiwan, womit man sich zur Schaustellen kann. Einen teuren Tee zu trinken bedeutet heute in Taiwan einen sozialen Erfolg zu haben. Für diesen Zweck ist Hochland Oolong entstanden. Hochland Oolong war kein Produkt der Kolonialisierung, aber ein Phänomen der wirtschaftlichen Entwicklung. Er ist eine Antwort auf die Sehnsucht der taiwanesischen Selbstbehauptung. Früher war Tee reserviert für den Weltmarkt, für den Export. Tee war ein Luxusgut für die Einheimischen. Nun dürfen die Taiwanesen endlich auch in den Genuss des Tees kommen. Nach 120 Jahren als Tee-Produzent können Taiwanesen selbst den besten eigenen Tee trinken!

Hochland Oolong hat verschiedene Gesichter. Er ist ein hervorragender Tee, wenn er bei gutem Wetter geerntet und verarbeitet wird. Er ist eine wahre Köstlichkeit, wenn er richtig gepflückt und erzeugt wird. Er erinnert uns an die frische Luft des Berges, wenn er wirklich vom Hochland kommt! Das Hochlandsqi – die Energie des Hochlands ist das, was wir an diesem Tee begehren! Diese Bedingungen verraten uns ebenfalls die Schwierigkeit, einen wirklich guten Hochland Oolong zu finden! Er wird oft zu jung gepflückt und deswegen lässt man ihn zu kurz welken und fermentieren. Er wird oft im Nebel und an Regentagen gepflückt, weil die Wetterbedingungen im Gebirge nicht ideal für die Tee-Produktion sind. Er wird oft gefälscht, weil die kleine Menge von Hochland Oolong nicht die Nachfrage deckt!

 Seit mehr als 130 Jahren gehört der Formosa Oolong Tea zu den schönen Momenten im Leben vieler Menschen auf der ganzen Welt. Seine Entwicklung ist ein Teil der Weltgeschichte. Tee bereichert unseren Erfahrungshorizont nicht nur mit seinem Geschmack und Duft, sondern auch unser Wahrnehmungsvermögen. Formosa Oolong überquert den Ozean, um uns hier zu erreichen. Viele von uns überschreiten ebenfalls verschiedene räumliche und kulturelle Grenzen, um diesen gemeinsamen Abend miteinander zu verbringen. In diesem Sinne spielt der Formosa Oolong nicht nur eine Rolle als Genussmittel. Er ist viel mehr ein Ferment des kulturellen Austausches. Er ist ein Medium, verschiedene Menschen zu verbinden!

Ps. Nun verbindet Kaywa uns zum TEE! Kaywa hilft uns unsere räumlichen Grenze zu überschreiten, im Hier und Jetzt TEE zu widmen…

Laterne-Fest mit Tee!

Laterne-Fest mit Tee!

Am 3. 3. fand einen wunderschönen Abend in Zürich auf dem Lotus Garden (ein Restaurant geführt von einem Taiwanesern He) am Waffenplatzstrasse 1 statt. Viele bekannte und unbekannte Teefreunde waren beisammen! Sogar weit bereist aus Strassburg! Roger und Miriam waren ebenfalls anwesend! Ein Kaffee-Blog von Kaywa wurde am diesen Abend geboren!

Der Abend war so schön, dass viele Teefreunde nicht nach Hause gehen wollte. Drei sind noch bei mir zur Übernachtung geblieben! Heute haben wir nur Tees getrunken… Der Grund für diesen späten Bericht.

Gerne berichte ich mehr über diesen Abend. Zuerst möchte ich gerne den Vortrag mit allen Teefreunde teilen, die nicht anwesend waren! Siehe den nächsten Beitrag.

Das Foto: Herr Dr. Wang Shi-Rong, Taiwanesischer Botschafter für die Schweiz und ich am den Abend! Dieser Abend wurde von der taiwanesischen Botschaft freundlich unterstützt!