Tee und Lärm

It is sommer time! Wir fahren heute nach Freiburg zum Teemeister Ulrich Haas. Über Höllental und Hirschsprung, durch den Schwarzwald und über die Donau dauert die Fahrt gut zwei Stunde.
Detlef und ich plauderten während der langen Fahrt über die Borniertheit der Schweizer Medien (bevor er mich in Radolfzell abholte, habe er gut 20 Minuten lange SF Radio zugehört), über das „wohlwollende“ deutsche Steuergeld in Einsatz im Ausland, die Scharia in Afghanistan und den zum Tod verurteilten Christ Abdur Rahman. Plötzlich fragte er, der einstiger Universitätsgelehrte mich, was ich über den neuen Streit von Ärzten – gesellschaftliche Elite von oberer Schicht und Müllabfuhrmänner – Elite von unterer Schicht denke. Ich lachte über seine Formulierung. Er sagte, „es sind interne Ressourcen – Verteilung, nicht?“ Der innere Verteilungskampf auf Kosten der immer dünner gewordenen Mittelschicht. Alle wollen mehr Geld. Woher sollte mehr Geld her fließen. Irgendwo wird gemelkt – wir sparen sicher nicht bei der Gesundheit! Wir brauchen Ärzte das Problem der gestopften Müllabfuhr im Körper zu lösen und andererseits die Müllabfuhrmänner die stinkenden Abfälle des Haus abzutransportieren! Hat der Mittelschicht so viel abzugeben? Wie lange halten sie in Deutschland noch aus? Dass Herr Oettinger mit seiner Idee, den Lohn des älteren Arbeitsnehmers zu kürzen, um die Wirtschaft zu fürdern, noch eine absolute Mehrheit in Baden-Württemberg erreichte und weiter seine Macht ausübt, zeigt, wie selbstverständlich diese Art von Denken im Lande verbreitet ist. Der Zeitgeist unserer Gesellschaft ist, das reicht, dass es mir noch gut geht. Massen Entlassung in Unternehmen, wo Rekordgewinn gefeiert wird! Wie lange muss der Mensch noch warten und erleben, bis er endlich realisiert: wenn es Dir gut geht, geht es mir auch gut!

Bald kamen wir in den Teeraum an. Dort hing eine Schriftrolle: das grenzlose Glück! Auf dem Tatami steht ein Gestell im Stil von Yoshino Dayu. Der Kessel summt und schwingt in der Luft. Der Duft des Sandelholzes hebt uns in eine andere Welt.
Ein ruhiger Nachmittag, die Sonne schien und der frische Wind der Frühling wehte. Detlef schlug eine Schale Tee. Ich atmete ganz ganz leise. So Stil… So friedlich, als ob es schon immer so wäre.
Detlef
Detelf mit Yoshino Gestell

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