Wie beurteile ich einen guten Tee?

In Europa kann man leider nicht im Teeladen vor dem Einkauf zuerst den Tee kosten und probieren. Ein Kunde kann nur mit seinen Augen, die Tees beurteilen. Wie beurteilen wir Tee in dieser Situation?
Nehmen wir das Beispiel von Oolong:
Ein guter Oolong sollte eine glänzende Farbe aufweisen. Egal ob braun oder grün. Rötliche Färbung gibt uns über die Information der Fermentation. Die Winterernte glänzt in saftiger Grün, während die Frühlingsernte leicht oliv färbt. Je kugeliger und kleiner der Oolong aussieht, desto größer ist die Gefahr, einen Oolong, der aus unreifen Blätter hergestellt wird, erwischt zu haben.
Wenn ein streifenartiger Oolong in der Hand liegt, wenn er die Hände leicht kitzelt, ist er zu wenig lang gewelkt. Er würde im Aufguss herb schmecken. Wenn er ein kugeliger Oolong ist, sollte er nicht zu weich sein – das ist ein Zeichen von Feuchtigkeit. Er sollte ein wenig Gefühl vom Gewicht vermitteln.
Wenn wir im Laden die Blätter „riechen“ dürfen, sollten wir drei Male versuchen, die Blätter zu „riechen“. Wenn der Duft andauert und immer stärker wird, ist er ein guter Tee! Oft können wir jedoch leicht grasigen Geschmack entdecken – ein Zeichen von einem mangelhaften Welkensprozess. Ein Oolong sollte nie nach Grass oder Gemüse duften – das ist von einem normalen Sencha vielleicht in Ordnung, keineswegs beim Oolong! Ein guter Oolong, je nach Sorten, sollte nach Blumen und Früchte duften!
Plantage Alishan
Oolongtee-Ernte in Taiwan

4 Gedanken zu „Wie beurteile ich einen guten Tee?

  1. Suzanne

    Also mich hat der Duft des Tees schon verzaubert… ich kann gar nicht mehr darauf verzichten!

    Ich habe einen – einfachen – Tie Guan Yin, der ein bisschen nach Heu riecht (ganz leicht). Nicht so stark wie geschnittenes Gras, eher wie frisches Heu. Mir schmeckt er sehr gut.

    Ich habe auch einmal einen Oolong probiert,der eher nach Malz schmeckte, und ziemlich stark war. Ganz was anderes! Der „heu-artige“ ist sehr erfrischend. Würdest Du meinen, er hatte vielleicht keinen ausreichenden Welkungsprozeß? Oder hängt das einfach von der Sorte ab?

    So, wie Du den Oolong von Deinem Großvater beschreibst, ist meiner auf gar keinen Fall. Vielleicht doch einer von diesen neumodischen, leichten, grasigen… 😉

    Nicht schlimm – er schmeckt mir ja trotzdem – und man sollte nicht immer nur die besten Sorten trinken, davon wird man ganz „verdorben“ und will nichts anderes mehr!

    Viele liebe Grüße!

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