Was ist das?

Dieser Tee sieht echt weiß aus, nicht wahr? Oder wie verschimmelt?

Atong sagte mir dass man vor 40 Jahren in Taiwan diesen Tee als einen weißen Tee kaufen kann! Dieser Tee ist ein bewährtes Mittel um innere Hitze zu vertreiben. 

  

老曼峨 Lao Man E Pu Er Cha 

Lao Man E ist der Name von einem Bergdorf 1600 über den Meeresspiegel in Bu Lang Shan, Yunnan China. Er ist berühmt für seine herbe Note des Tees. Wegen dieser Eigenschaft wird er häufig als Täuschung von Lao Ban Zhang verkauft. 

In Shui Tang führen wir seit 2015 diesen speziellen Gu Shu Pu Er genau wegen seinem unverwechselbaren Charakter. Dieser Tee ist von Yu, Jingson produziert. Wir hoffen, er findet in Zürich eine Resonanz!

Lao Man E 老曼峨 und die schwarze Madonna 

Das ist ein Tee mit einem ausgeprägten bitteren Geschmack. 
Wer hat ihn heute gerne? Das sind Eigenschaft von den „Anderen“: unangenehm, unangepasst und unnahbar. 

Bei unserer letzten Gong Fu Cha Lektion wollte Susanna unbedingt so einen bitteren Tee zubereiten. Sie nahm ein graues Tuch als Hintergrund und die kleine Zhuni-Kanne, die ich von Atong erhielt. Eine Kanne die so alt wie sein Geschäft.

Dieser Tee sollte eigentlich bitter sein.
Er war herb. Aber keine Spuren von Bitterkeit, sondern eine Breite. Eine Breite von unendlichem fruchtbaren Boden. Eine Breite von lebendiger Ozean.
Breit, süss und voll. Wir waren in einem Rausch, oder in einer Zauber.

Ich lächelte. „Er erinnert mich auf einmal an die schwarze Madonna.“
„Ja?“
Ja. 

Seit paar Jahren, seit ich Teefreunde hinter der Klostermauer Einsiedelns gefunden habe, ziehe ich gerne paar Tage in dem Zustand des „Anderen“ zurück: Offline Modus, Unerreichbarkeit und Einsamkeit. Das tut mir sehr gut, um wieder Vertrauen in das „Normale“ zu gewinnen. Was heisst das? Das Normale saugt mich auf, zog mich hinein und versetzt mich in eine Lage, vollkommen offen und unvorhersehbar. Ich weiss nicht, was heute geschieht, was Shui Tang passiert und was auf mich zukommt. In diesen scheinbaren normalen Alltag verbirgt eine Reihe von Missverständnisse und gegenseitigen

Unterstellungen, die auf einmal explodieren. Vertrauen ist eben anders als Versprechen. Vertrauen ist ein bedingsloses Geschenk, das etwas Anderes garantiert. Man akzeptiert das, was einen überrascht.
In dieser auf sich gestellten Zeit in der Einsamkeit frage ich mich oft, worin der Unterschied zwischen den „normalen“ und „schwarzen“ Madonna?
In dieser breiten süssen Geschmack mit einer bitteren Kurven von Lao Man E traue ich mir einfach zu sagen, was ich für mich verstanden habe. Wir schätzen die bedingungslose Liebe der Mutter, die ein schreiendes Kind tröstet und in die Arm nimmt. Wir lieben die lobenden Eltern, die uns für grossartig loben und für einzigartig erklären. Meine Eltern taten es nicht. Umgekehrt, ich wurde als Kind immer aufgefordert, noch einmal, noch einmal und noch einmal. Noch einmal überschreite Deine Grenze.

Mein inneres Vertrauen und Selbstwertgefühl kommen von diesem Versuch des Lernens „Noch einmal, noch einmal und noch einmal.“ 
Eine schwarze Madonna trägt die Farbe schwarz, die Farbe des Nichts – die Farbe des Nicht-Offenbarten. Sie vertraut ihre Kinder, aber nicht die Grenze ihrer Kindern. Sie gibt Beistand, hat Mitgefühl, aber nicht emotional. Sie vertraut ihre Kinder, die durch noch einmal versuchen, zu sich selbst finden können. Denn sie trägt die Farbe des Nicht-Offenbarten. Das Offenbare manifestiert sich über ihren Sohn.

Das Echo von Lao Man E zirkulierte in mir. Fast habe ich den Ban Pen als Lao Man E in der Verpackung verwechselt. 
Breit und tief, süss und bitter. Ich sehe das stille Lächeln meiner inneren schwarzen Madonna.

   
 
Alte Gu Shu Teebaum von Lao Man E.

Frische Teeblätter von den bitteren Lao Man E.

Herbstlich ll

碧雲天,黃葉地,秋色連波,波上寒煙翠。 

Bi Yun Tian ( der blaue Himmel), Huang Ye Di ( gelbe gefärbte Blätter fallen auf den Boden), Qiu Se Lian Bo ( das ruhige Wasser reflektiert die herbstliche Landschaft ), Bo Shang Han Yan Cui (auf das Wasser schwebt leichte Nebel)

Gegen 11:30 standen plötzlich eine Klasse von ganz kleinen Kinder mit Lehrern vor unserem Schaufenster. Eine Lehrerin erklärte den Kindern, dass Shui Tang ein japanisches Teegeschäft sei und die Japaner so kleine hübsche Teetasse verwende.

Ich musste schmunzeln. Doch kam ich nach vorne ohne aufzudrängen.

„Darf ich etwas erklären?“

Die Lehrerin bewilligte mich.

„Ich möchte nicht korrigieren, sondern nur ergänzen.“ Ich formulierte vorsichtig,“ das ist ein Teehaus von der chinesischen Teekultur. China war im 7. Jahrhundert eine grossartige Kulturnation. Japaner schickte buddhistische Mönche und Studenten nach China um die Kultur zu lernen. Sie brachten Tatami, Sashimi, Kalligraphie, Buddhismus und Tee nach Japan.“

Die Augen von den kleinen und grossen Menschen wurden gross.

„Wisst ihr warum man aus kleinen Tassen Tee trinkt?“

Die Augen schauten zu mir.

„Wenn man hungern und leiden muss wie viele Menschen heute auf der Flucht, dann ist man froh, satt zu essen. Wenn man aber in einem Wohlstand lebt, wie wir in der Schweiz, ist es nicht mehr wichtig satt zu werden. Wir können uns eine Frage stellen, was ist das Wichtigste im Leben. Die alten Chinesen fragten sich auch und verstanden Tee aus Genuss zu trinken anstat um Durst zu löschen.“

Die Köpfe fingen an die nicken.

„Also wir trinken Tee um zu geniessen anstatt satt zu werden.“

Die Lehrer bedanken sich, während die Kinder unbeirrt mich anstarren. Ich spürte so viel Neugierde und Faszination. Natürlich verstehen sie nur so viel wie sie können. Aber in dieser herbstliche Stimmung scheint alles so gefärbt von menschenliebend Wärme und zarter Hoffnung. 

Die Früchte fallen weil sie reif sind. Die Samen sehe ich in diesen kleinen Gesichtern mit grossen Augen. Es wird keimen in baldigen Frühling. 

Bevor der vielversprechende Frühling kommt, kommt noch Weihnachten… Und ich bestaune weiter die schönen herbstlichen Schaufenster.

Ich mag besonders die Schatten von den reifen laternenfrucht aus Japan. Die Schattierung erinnert mich an den Nebel der den Wald verschleiert. 

   

2015 Teeseminar Oolong mit einem Schwerpunkt von Dongding

Am 15. November findet ein Teeseminar Oolong mit einem Schwerpunkt Dongding statt.

Warum Dong Ding? Verdient dieser Oolong so viele Aufmerksamkeit?

Er verdient eine Widmung, weil er etwas präsentiert. Etwas Urprüngliches und typisch Taiwanesisches.

Dongding ist ein sehr traditioneller Teeanbaugebiet Taiwans. Der Name von diesem Berg Dongding ist heute der Begriff von Formosa Oolong. Dongding Oolong ist so populär, dass der meisten eben nicht aus diesem Berg stammen!

Der originale Dong Ding kommt nur aus drei Döfer: Yong Long, Zhang Ya und Feng Huang (Phönix). Der häufig zu kaufende Dongding kommt von überall. Die drei Dörfer liegen ca. 700 über den Meeresspiegel (Dorf Feng Huang 800 Meter) und haben eisenhaltigen Boden.

Der Tee schmeckt aufgrund von diesen Bodenbeschaffenheit mineralisch und würzig. Durch die gekonnte traditionelle Handwerkkunst gewinnt ein originaler Dongding unverwechselbare blumige und fruchtige Note, der einen auf einer fruchtbaren Berglandschaft versetzt. Aber er ist nicht gefällig. Er bringt den Teeliebhaber auf den Boden und zeigt ihm die Tiefe durch seine Vielschichtigkeit, manchmal direkt lebendig, manchmal zurückhaltend und machmal geschmeidig. Ein Tee ideal für eine Reifung. Die Lagerung bringt noch mehr Volume und Ausdruck, was uns noch mehr bereichert!

Dieser Tee ist anders als die populäre Hochlandsoolong. Es gibt auf diesem alten Anbaugebiet noch viele pflanzliche Vielfalt, wie zum Beispiel Wuyi und Qingxin Da Pang. Diese in Hochland nicht angebauten Pflanzen erzählen uns Geschichte über Entwicklung von Oolong, bevor die Kommerzialisierung und Monokultur eintrafen. 

Die Erdbeben 1999 und die konservative Haltung von den jungen Bauer, dessen Orientierung nach kommerziellen Erfolge bringen den Absturz dieses Tees. Heute steht Dongding Oolong in Taiwan nicht mehr für Qualität, sondern ein Mitläufer des Marktinteresse!

Wir widmen diesen Tee einen ganzen Tag. Degustiert wird fast verschwundene Teesorten nach traditionellen Herstellungsmethode. Ebenfalls sollte die Degustation den Tee zur Sprache bringen, die uns selbst erzählen, was ein richtiger Dong Ding Geschmack sein sollte!

Teeseminar Oolong mit Schwerpunkt von Dongding Berg in Taiwan

Kosten: 150 Sfr. Anmeldung: Direkt im Webshop von Shui Tang.

http://www.shuitang.ch/products/copy-of-teeseminar-ii-oolong-15-november-2015

Ort: Shui Tang an der Spiegelgasse 26, 8001 Zürich

Datum: 10-16 Uhr
  
 

Wilder schwarzer Tee aus Da Xue Shan 大雪山

Aus dem 3000 Meter über den Meeresspiegel entsteht dieser eleganter aromatischer schwarzer Tee. Auch wenn er genetisch wild ist, zeigt uns der Geschmack von einer kultivierte Schönheit von floraler und frischer Figur.

Sehr hoher und dicker Stamm verrät uns das hohe Alter des Baumes und die trockenen Grass erzählt uns von frühen Frühlingsstimmung. Eisenhaltige Erde prägt den mineralischen Geschmack. Die erste Sendung in Shui Tang ist bereits ausverkauft. Wir warten sehnsüchtig nach der vollständigen Ankunft!

Bitte, lieber pöstler, kommen Sie, bitte!

  
    
 

Was soll ich tun? Eine moralische Frage.

Vielen Leute beneiden mich, weil sie dachten, dass ich immer das tue, was ich gerne tue.

Das ist eine reine Illusion. Meine Schweizer Freunde glauben häufig nicht, was ich von mir erlebten Diskriminierung und Frustration erzähle. Für sie ist ihre Welt in Ordnung. Natürlich ist die Schweiz eine ganz tolle Nation. Aber nicht immer heil für einen Ausländer.

Man muss häufig eine Menge zurückstecken. Das Schlimmste ist immer, wenn eigene Schweizer Freunde es nicht versteht, weil sie nie damit Probleme haben. So würde ich immer zu hören bekomme, als ob ich das Problem sei.

Da unser Pöstler für paar Monate krank geschrieben ist, bekommt Shui Tang einen neuen. Seit dem funktioniert alles nicht mehr. Wir warten vergeblich paar Wochen auf Pakete, nur weil die Pakete immer zu falscher Zeit geliefert sind. Die Pakete kommen immer um 8:30, während Shui Tang erst um 11 Uhr offen wie alle meine Nachbaren! Anders als in Deutschland bekommt man nicht gleich eine Benachrichtigung im Briefkasten, sondern paar Tage später einen Brief. Es verzögert den Ablauf! Auch wenn ich den neuen Herr bitte, es bringt nicht. Soll ich tatsächlich mit Schokolade oder Geld kommen um meine Bitte nachzuhelfen?

Bin ich noch in der Schweiz?

Heute entschied ich mich selbst zur Post zu gehen und die drei seit Wochen ausstehenden Pakete abzuholen.

Am Schalter wurde ich belehrt, dass man in der Schweiz immer so macht.

Ich weiss, ich sollte nicht zu viel erwarten. Ich bin nur eine unbedeutende Person. Die Tränen kamen beinah runter. Hilflos und verzweifelt. Mir wurde es klar, dass ich eigentlich sehr schwach bin.

Dann zahlte ich Rechnungen mit Postcard für Shui Tang ein.

„Sie zahlen für eine GmbH ein. Gehören Ihnen diese GmbH?“

„Ja. es sieht so aus, nicht wahr?“ Diese Frage bracht mir eine Menge Wut.

„Ich muss Ihren Handelsregisterauszug sehen.“

„Wie Bitte?“ Für eine GmbH einzahlen muss ich einen Handelsregisterauszug dabei haben? Ich spürte nicht mehr Ohnmacht in mir, sondern Wut.

Mit einer ganz kalten Stimme, antwortete ich, „Sind Sie sicher, dass Sie es sehen muss?“ Aus welchen Recht?

Sie schwieg. Dann plötzlich ganz höflich, „Frau Chou, darf ich Ihre Ausweis noch einmal sehen?“

Auf dem Rückweg mit den schweren Paketen war ich voller Emotionen. Das ist nicht das erste Mal, dass es so etwas passiert, aber es wird auch nicht das letzte Mal. Die Situtation für den anders Aussehenden wird mit der aktuellen Entwicklung immer schwieriger. 

Der Täter und der Opfer sind immer im Spiegelbild. Was ist das Wichtigste daraus zu lernen, aus diesem Spiegelbild auszusteigen?

Noch einmal in Ruhe mit dem neuen Pöstler sprechen, notfalls mit Hilfe von Schokoladen etc?

Ihr Tee ist zu teuer!

Nachmittags kam eine Dame, dessen Gesicht mir von Höhe und Tiefe im Leben  erzählte.

Sie war erstaunt über die Preise des grünen Tees, dass 100g ab 26 sfr. kostet.

Dann zeigte ich ihr von unserem Geheimtipp: organischen grüner Tee aus Xue Feng Shan- Schnee Bergen Tee. 100 g um 15 Sfr.

Sie sah es an und sagte “ Ihr Tee ist zu teuer.“

Ich lächelte ihr mit verständnisvollem Blick.

Danach goss ich den „teuren“ Tee auf, frisch und duftend. 

Die erste Frage die auftaucht ist – was ist ein rechtes Verhalten und ein rechter Preis?

Wenn man sich einerseits Frieden wünscht und keine Flüchtlinge unterwegs sehen möchte, ist es nicht zu verleuchgnen dass wir einen fairen Preis bezahlen müssen damit diese Menschen auch dort ein gutes Leben führen können! 

  
Vor Paar Wochen sagte Serafino mir, dass der Grund von Flüchtlingenwellen in der Welt wegen der starken Ausbeutung von wohlstandsländer sei. Ich staunte über seine Klarheit! Sein Mitgefühl war im Gesicht zu sehen. Anderseits beschwerte er sich auch, weil sein Vater von ihm 100 sfr für die Spende an Flüchtlinge verlangte. 

“ Menglin, ich bin nur ein Kind. 100 sfr. Ist sehr viel für ein Kind, nicht wahr?“

Eine sehr klare Aussage! Ich lächelte innerlich und nickte meinen Kopf!