Durch die Zeit sprechende Gefäße 

Der Gongfu Cha Kurs im Frühling 2016 ist voll. Viele denken, dass man in so einem Kurs Tee Zubereitung lernt.

Stimmt das? Stimmt es nicht.

Für mich, ich lerne im Gongfu Cha vor allem, einen natürlichen Umgang mit den Dinge, die mein Leben füllen. Gefässe sind solche Dinge.

Gefässe ermöglicht uns das Wasser zu sich zu nehmen, Lebensmittel zu teilen oder zu arbeiten.

Sie sind wortlos. Sie haben bloss Strukture, die in unserer visuellen und schnell lebigen Zeit immer mehr im Vergessen geraten. Viele Gefässe brauchen Zeit, damit sie Spuren bekommen, damit sie gesehen werden, damit sie verstanden werden.

Lackware zum Beispiel. Viele Familie bewahren Lackware im Vitrine, weil sie Angst haben, diese schöne Gefässe Kratz bekommen. Genau die Kratze machen die Schönheit einer Lackschale oder Schachtel aus. Die Spuren erzählen Geschichte und macht die Schönheit lebendig. Man kann sagen, die Gefässe wachsen. Sie wachsen mit uns durch uns.

Aus dieser Haltung sind viele wunderbare Gefässe und Kunststile entstanden. Die chinesische Celadon, der Ry-Stil oder Hagi-Stil! Und die Lackware vermittelt den Benutzer noch mehr Wärme und Geschmeidigkeit!

Lackware existieren in chinesischer Kultur länger als 3000 Jahre. Man verwendet es auch für Zeremonie in der Kommunikation mit Jenseits. Die Spuren im Gefäss sind Botschaft zwischen den Welten. Diese Art von Gefäss verschwindet immer mehr aus unserem Alltag, weil wir verloren haben, mit ihm umzugehen. Weil wir keine Zeit mehr haben.

Ich besuchte das alte Ehepaar in Taichung, wo sie ihr Manufaktum haben. Ihr Manufaktum ist ein dunkles Loch voller Schätze und Müllberg. Die Gefässe sind schön und hässlich. Manche sahen so hässlich, weil sie immer noch warten verarbeitet zu werden, manche Schönheit verschwinden im Gedächtnis eines alten Handwerkers, der immer noch arbeitet, auch wenn die Industrie schon lange ihn überollt. „Ich arbeite nur, wenn das Wetter schön ist.“ das alte Gesicht sah schüchtern aus, „Man muss Zeit haben.“ Und er vergiss immer, wo er die fertiggestellten Gefäss aufbewahrt hat. 

Ich seufzte und stand auf. Wie in Atongs Büro, wo er auch immer Dinge im Schatzkammer vergiss, fing ich an, zu suchen, durchzusuchen oder … Ja, ich war umverschämt, was in Taiwan nicht unsittlich ist. Man schätzt Schatzjägger. 

Viele schöne Gefässe habe ich erworben, bzw. gefunden. Ich lachte schon als ich im Zug nach Taipei fuhr. Wie schön, wenn ich das Neujahrsessen in so schönen Schachtel serviere? Wenn ich die feine Sosse in dem Lackschälchen aufgiesse und darin das beste Stück von Steack eintauche?

Ach, ich verstehe jetzt endlich – ein Gefäss ist ein Ort wo ich zurückkehren würde. Diese Lackgefässe sind das, was mir Wärme, Breite und Geschmeidigkeit vermittelt, was in meinem jetztigen Alltag vermissen wird…

  
   

Ich bin in Taiwan und sehr glücklich 

Heute haben wir in Taiwan eine Präsidentin gewählt und alles verläuft friedlich und rational!

Ich bin sehr glücklich, glücklich weil ein Wechsel stattfindet, weil es in der chinesischen Geschichte noch nie solche demokratische Entwicklung erlebt, und es Frieden herrscht!

Weil viele Menschen das Gefühl haben mit ihrer Kraft – mit einer Stimme unsere Gesellschaft verändern können! 

Ich bin extra nach Hause geflogen um dieses Moment mitzugestalten! In heutiger Nacht verschwand ich im Menschenmenge, lächelnden Menschen die Veränderungen wagen!

  
  

Tiger-Ei 茶葉蛋,虎皮蛋

In Da Xi 大溪 haben wir wunderbare Tiger- Eier gegessen. Diese Eier haben schöne Muster auf dem Ei und bekommt diesen Name. In Taiwan heißt es eher Cha Ye Dan.

Diese Cha Ye Dan kann jeder selbst zubereiten. Das Geheimnis liegt an dem Tee!

Eier im Wasser legen und zum kochen bringen. Auf passen dass es verkocht. Schön wäre es wenn das Eigelb weich bleibt.

Die Marinade: gerösteter Tie Guanyin, Hongyu oder Oriental Beauty. Im kochenden Wasser einlegen. Mit 1 Stück Anis, 2-3 Esslöffel Soja Soße und 2-3 Stück Kandis Zucker würden.

Dann die Eier mit einem Buttermesser die Haut leicht schlagen. Die Eier mit dem Sud bedecken. Im Kühlschrank drei Tage ruhen lassen.

Kalt oder leicht aufwärmen servieren!

Was für einen Tee passt dazu? 

  

大溪老茶廠 Besuch einer alten schwarzen Tee Fabrik 

Mit Atong und seiner Frau besuchten wir heute die Daxi Hong Cha Chang, wo in der japanischen Zeit für Export arbeitet.

Atong erklärte warum diese alte Fabrik eines gut durchgedachtes Gebäude ist: großzügiger Raum und ausgezeichneter Durchzug! 

Heute ist dieser Ort ein schön eingerichteter Raum für Teeliebhaber- zum trinken und lesen! Dort haben wir wunderbare Teeeis gegessen! Morgen möchte ich das Rezept aufschreiben!

Später gingen wir nach Sanxia zu einem Tempel tief im Tal, wo wir im dichten Wald verwilderten alten Tee Bäumen finden können! 

Dort sahen wir viele Besucher die extra mit Fahrzeugen kamen um das gute Wasser zu holen!

   
    
   

薩摩燒 Satsuma Keramik, Erbe eines Krieges von 1592-1598

 http://chin-jukan.co.jp/introduction.html – Diese Webseite erzählt uns etwas über die Entwicklungsgeschichte des Satsuma Porzellan. Auf der Insel kyushu, Stadt Higashi entwickelt sich eine koreanische Töpferei, die bis heute 15 Generationen überdauert und lebendig geführt wird!

Als ich gestern das Museum von Familie Shimadzu besichtigte, sah die spannende Geschichte des überlebenden koreanischen Töpfer und verstand auf einmal weshalb so viele hervorragende moderne Töpfereien in der Nähe von Kagoshima existiert! Sogar auf dem Flughafen gibt es ein Infoblatt über einen möglichen Besuch von den verschiedenen Töpfern. 

Der Krieg von Hideyoshi im Jahr 1592 war erfolgreich. Das Königsreich Korea war über zwei Hundertjahren friedlich und vergass, die Fähigkeit selbst zu verteidigen und die Politik war korrupt und heuchlerisch. Der geflohene König bat China um die Hilfe und zog China in den Krieg. 

Diese Krieg sind drei Länder involviert und kann auf drei Lesarten gelesen werden! Spannend, nicht wahr?

Jedenfalls hat Japan zwar den Krieg schliesslich gegen China verloren, profitiert allerdings enorm von den Handwerkkunst aus Korea!

So entsteht diese traditionelle Töpferei Chin Ju Kan und wurde international bekannt seit sie ihre Werke in einer Österreicher Expo ausgestellt wurde!

Viele Leute glauben, schwarz ist schwarz! Wo ist der Unterschied? Wie kann man in Betrachtung eines Keramik Schönheit finden und Freude empfinden? Wie lernt man diese Feinheit zu spüren oder unterscheiden?

Durch Erfahrungen! Darum bin ich von den Jungen beeindruckt, wenn Tim mir von seinen 19 Teekanne erzählt. Das ist die Voraussetzung für einen guten Geschmack! Ich werde einen Beitrag schreiben über drei verschiedene schwarze Satsuma Keramik, wenn ich wieder in Zürich bin und ausgepackt habe!
  
 

Woher kommt Satsuma Keramik?

Die interessante Satsuma Keramik in Kagoshima Gegend hat eine koreanische Wurzel!

Der Keramik Krieg zwang viele koreanische Töpfer nach Kyushu einzusiegeln! Sie müssen anhand der einsrnhaltigen Erde das Beste zu machen. Somit ist eine einmalige Keramik Tradition entstanden!

Keramik Krieg – geführt von einer Allianz aus Ming Dynastie und Japan gegen Korea! ( das ist falsch geschrieben. Es war ein Krieg zwischen Japan gegen die Allianz von Korea und Ming Dynastie von 1592-1598).

   
   

  

Kagoshima und schwarze Sastuma Keramik 

Gestern angekommen und rannt sofort zu dem Klingenden Herbst Töpferei!

Sehr sympathische Dame stand allein im Geschäft. Ja, so ein verschlafener Ort mit nur wenige japanischen und thailändischen Touristen, die sich kaum für solche überflüssige Dinge interessieren!

Überflüssig!

Das erinnerte mich an einen vorweihnachtlichen Tag. R. kam und sagte mir „Hey! Meine Mutter wünscht sich etwas Überflüssiges! Ich dachte sofort an deinen Laden!“   

    
 

Auf Jagd auf guten Tee!

Meine Errungenschaften! Nach sehr betriebsamen weihnachtsgeschäft entschied ich mich etwas gutes für mich und Teefreunde in Shui Tang zu unternehmen! Heute gehe ich nach Yingge  und besuche Hsu, Chaozong auf einem anderen Jagd!

廣雲貢餅 1970 Guang Yun Gpng Bing

8868 中茶牌 Zhong Cha 8868, 80er Jahre 

   
 

In Taiwan auf der Suche nach verlorener Zeit IV

Ich kann mich noch recht gut erinnern, als mein Vater in einem alten Qing Dynastie- Kostüm auf einem schwarzen Pferde ritt. Es war ebenfalls ein wichtiges Tempelfest im meinen Mutters Dorf in Tainan. Während oben auf der Bühne Theater über irgendeine Melodram gespielt wurde, grillierte ich mit vielen anderen Kinder direkt unter der Bühne meine Bratwürste.

Als Kind hat man viel Angst vor Geister und Monster. Als Kind hat man viel Phantasie um fliegende Götter und Zauber. Es war heilig. Heilig weil man immer über eine Schwelle gehen muss, um den Tempel einzutreten. Heilig weil man tatsächlich Angst, Respekt und Verehrung der Gottheiten spürt. Es gab viele Tabut, Entzugspraktiken und Reinigungsritual. Als gewöhnliche Menschen geplagt von Krankheit, Geld und krieg, bittet man die Götter um Segen und Glück durch den Ausdruck eines Opfergaben. Ohne zuerst etwas geben, kommt nichts zurück.

Diese bunten glitzernden Bilder vermittelt mir wenig von dem Ehrfrucht oder Respekt vor der jenseits. Vielmehr verwirrte es mich. 

Der Himmel war grau. Es tropfte.

Ich ging schnell einen Schirm kaufen. Die sichtlich gealterte Frau gab mir einen rosaroten bunten Schirm. Sie lächelte. Nur dieses Lächeln versetzte mich noch in meiner Kindheit, aber nicht mehr die laute schillernde Strasse! Der Schirm hab mir einwenden Schutz vor Kälte und Regen. Ich fragte den Himmel, „bin ich tatsächlich ein fremde geworden, in meinem eigenen Land?“ Bin ich heuchlerisch? Fühle ich mich nicht mehr verbunden mit diesen einfachen Menschen? Wie kann ich wieder eine Verbindung herstellen zu dieser  Erde und Menschen?

Gestern unterhielt ich mit You über die weitere Arbeit 2016. wir können natürlich weiterhin raren ausgezeichneten Pu Er aus dem besten Regionen herstellen. Aber woher kommen die Nachwuchs? Die jungen Menschen, die zu mir kommen, die die Schönheit eines guten Tee sehen, sollen auch eine Möglichkeit haben, einen guten Puer von seiner Produktion zu trinken! 

Das ist unsere Zukunft! Die Wurzel nicht zu verlieren! Je weiter und höher wir uns entwicklen, desto erdverdbunden müssen wir sein. Damit wir nicht ein Luftballon werden. Damit wir nicht bloss Feuerwerk einer dunklen Nacht werden!

Es wurde dunkler. Die Zeremonie um die Geister zum verweilen und verpflegen einzuladen geschah und endete. Eine Frau sagte zu uns, es gäbe noch Feuerwerk und Shows von Prominenten. Wir waren höflich. Mit Anstand aber wenig herzlich haben wir uns bedankt.

Feuerwerk, die blühende Feuer für eine Nacht. Das ist nicht das, was ich suchte.