In Taiwan auf der Suche nach verlorener Zeit IV

Ich kann mich noch recht gut erinnern, als mein Vater in einem alten Qing Dynastie- Kostüm auf einem schwarzen Pferde ritt. Es war ebenfalls ein wichtiges Tempelfest im meinen Mutters Dorf in Tainan. Während oben auf der Bühne Theater über irgendeine Melodram gespielt wurde, grillierte ich mit vielen anderen Kinder direkt unter der Bühne meine Bratwürste.

Als Kind hat man viel Angst vor Geister und Monster. Als Kind hat man viel Phantasie um fliegende Götter und Zauber. Es war heilig. Heilig weil man immer über eine Schwelle gehen muss, um den Tempel einzutreten. Heilig weil man tatsächlich Angst, Respekt und Verehrung der Gottheiten spürt. Es gab viele Tabut, Entzugspraktiken und Reinigungsritual. Als gewöhnliche Menschen geplagt von Krankheit, Geld und krieg, bittet man die Götter um Segen und Glück durch den Ausdruck eines Opfergaben. Ohne zuerst etwas geben, kommt nichts zurück.

Diese bunten glitzernden Bilder vermittelt mir wenig von dem Ehrfrucht oder Respekt vor der jenseits. Vielmehr verwirrte es mich. 

Der Himmel war grau. Es tropfte.

Ich ging schnell einen Schirm kaufen. Die sichtlich gealterte Frau gab mir einen rosaroten bunten Schirm. Sie lächelte. Nur dieses Lächeln versetzte mich noch in meiner Kindheit, aber nicht mehr die laute schillernde Strasse! Der Schirm hab mir einwenden Schutz vor Kälte und Regen. Ich fragte den Himmel, „bin ich tatsächlich ein fremde geworden, in meinem eigenen Land?“ Bin ich heuchlerisch? Fühle ich mich nicht mehr verbunden mit diesen einfachen Menschen? Wie kann ich wieder eine Verbindung herstellen zu dieser  Erde und Menschen?

Gestern unterhielt ich mit You über die weitere Arbeit 2016. wir können natürlich weiterhin raren ausgezeichneten Pu Er aus dem besten Regionen herstellen. Aber woher kommen die Nachwuchs? Die jungen Menschen, die zu mir kommen, die die Schönheit eines guten Tee sehen, sollen auch eine Möglichkeit haben, einen guten Puer von seiner Produktion zu trinken! 

Das ist unsere Zukunft! Die Wurzel nicht zu verlieren! Je weiter und höher wir uns entwicklen, desto erdverdbunden müssen wir sein. Damit wir nicht ein Luftballon werden. Damit wir nicht bloss Feuerwerk einer dunklen Nacht werden!

Es wurde dunkler. Die Zeremonie um die Geister zum verweilen und verpflegen einzuladen geschah und endete. Eine Frau sagte zu uns, es gäbe noch Feuerwerk und Shows von Prominenten. Wir waren höflich. Mit Anstand aber wenig herzlich haben wir uns bedankt.

Feuerwerk, die blühende Feuer für eine Nacht. Das ist nicht das, was ich suchte.

  

    
    
  

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