Qifeng Kuchen mit Keemun

Qifeng Kuchen mit Keemun

Ein luftes Teig. Nur 60g Zucker plus 50 ml Öl.

Leicht wie Feder, luftig wie Balon. Im Abgang spürt man die leichte Nuance von unverkennbaren Keemun. Ein idealer Begleiter an einen sonnigen Nachmittag, oder in der Abenddämmerung bei einer Schale schönen Tee.

Tue es, was Dir Freude macht!

Wie habe ich Chragi kennen gelernt? Joseph möchte gerne wissen…

Joseph J.P.http://www.objecti.ch

2009-05-29 19:41:54Liebe Menglin

Danke für die Links zu Chraqi und Co! Bin gespannt, wie Dein Ladengeschäft aussehen wird – auf wann hast Du die Eröffnung geplant?

Mir fällt auf, dass sich der graphische Stil von der Teeverpackung und von der Webseite von Christoph Frei alias Chraqi stark unterscheidet. Mir gefallen „Deine“ Teeverpackungen extrem gut, finde sie genial – kann aber gleichzeitig nichts mit der Graphik der Webseite Chraqi anfangen… Wie hast Du Christoph kennen gelernt und wie seid Ihr zu Eurer Zusammenarbeit gekommen? Du konntest ja nicht von Beginn weg ahnen, wie das graphische Endprodukt werden würde – oder doch?

 

Unser Leben ist geprägt von den Gelegenheiten. Oft werden wir geprägt von der verpassten Gelegenheit. Es fällt uns oft schwer in dem richtigen Moment, die Schlüsselfigur in unserem Leben zu erkennen und sie zu pflegen. Nur in der Ferne aus der Reflexion kommen wir langsam hinter dem Licht der Wahrheit, wie es einmal war – wenn wir reflektieren können.

Roger ist sicher so eine Figur in meinem Leben, ohne seine Intuition gäbe es kein Teeblog von Menglin – sie wäre nie auf die Idee gekommen! Ohne dieses Teeblog wäre mein Leben richtig anders und verpasse richtig viele interessante manchmal entscheidende Begegnungen. Die Geburt von Shui Tang wird sicher verzögert! Rogers Begeisterung über die Vision von Shui Tang brachte mich und Chragi zusammen.

Was wäre, wenn Roger kein Teeliebhaber wäre, wäre Menglin heute vielleicht eine Hausfrau geworden, würde Chragi weiter seine grafische Arbeit wie bis her weiter produzieren… Was wäre denn, wenn… Die verpasste Gelegenheit!

Als Chragi ganz müde zum Treffpunkt kam, war der Bahnhof am späten Sonntagabend bereits ruhiger. Seine Augen voller Müdigkeit strahlten nicht die Sonne, die ich sonst bei ihm kenne. Ich brachte ihm viel Arbeit und auch ein bisschen von meiner Schwesterchen-Liebe zu ihm – zwei frische Kuchen, die frisch aus Asien eingeflogen sind. Er war erfreut und bisse auf den Kuchen. Einen Kuchen, den ich zu 6 Stücke verteilen würde, aß er in zwei Bisse.

„Hey, Menglin! Ich lerne immer etwas Neues von Dir!“

Ich lächelte. Das ist wieso ich ihn mag und wir zusammen arbeiten können! Er kann sich auf etwas Neues erfreuen und erkennt es an! Ich erahne es sofort.

Normalerweise braucht man immer ein bisschen Anlaufzeit, bis man miteinander warm wird. Mit Smalltalk, Kleinigkeiten oder Alkohol. Ich pflege diesen Umgang nicht, und beobachte oft, wie andere Menschen mühsam an mich heran tasten. Chragi tut es nicht. Wir kommen sofort miteinander klar.

Als er mich besuchte, erzählte er mir, dass er eine Großmutter aus Himalaya betreut und oft mit ihr Tee trinkt. Obwohl er ihre Sprache nicht versteht, trinkt er gerne Stundenlang mit ihr Tee. Die alte Großmutter erzählte irgendetwas und er lächelte. Ich stellte mir dieser Großmutter vor, wie sie die friedliche und angenehme Gesellschaft dieses jungen fremden Mannes genießt. Diese alte Frau spürte bestimmt die Zuwendung und Zuneigung dieses jungen Mannes, der ihr mit Offenheit und Herz widmet. Worte können den Raum zwischen Menschen nicht füllen, sondern entfremden. Seine Offenheit lässt die Altersgrenze, Sprachbarriere und kulturelle Verwirrung verschwinden. Sich zu öffnen und auf dem Unbekannten einzulassen fällt uns alle schwer. Darum fixieren wir auf unser Konzept, anstatt auf die Gegenwart zu konzentrieren. Gerne überlassen wir uns von der Vergangenheit und Angst überhand nehmen.

Es ist wahr, dass es einfacher ist, auf Hamsterrad zu laufen, als ein Muster durchzubrechen. Es ist einfacher unsere Vorstellung durchzusetzen, als auf den Anderen einzugehen.

Ich spüre diese Wand bei Chragi nicht. Er ist süß, weil er in seinen Element lebt. Offen, deswegen unbeschwert. Er freut sich auf das Leben, lebt im Fluss der Gegenwart – darum ist er möglich auf Shui Tang einzulassen, etwas Unbekanntes auf sich zu kommen zu lassen!

Ich wußte sicher anfangs nicht, ob Chragi passend wäre zu Shui Tang. Aber ich habe einfach Vertrauen in Roger! Roger hat Vertrauen in Chragi. Ich wußte nicht, ob dieses Vertrauen blind ist. Aber ich erahne etwas, was man mit Worte nicht ausdrucken kann. – Es ist meine Art, diese Welt so zu sehen. Dinge in Zusammenhänge zu betrachten, Menschen in seinem Kontext zu verstehen, ohne zu beurteilen.

„Hey, Menglin! Ich lerne immer etwas Neues von Dir!“

Eigentlich ist er der Herr, der mir eine Chance gibt, ihm etwas zu zeigen! Es gibt eine Berührung zwischen uns, zwischen zwei fremden Menschen, anstatt zwischen zwei Funktionen oder Bildschirmen.

Als ich gestern zur Notariat der Altstadt Zürichs ging, hatte ich keine Vorstellung, was mir geschehen könnte. Dann begegne ich einem Menschen und wir tauschten in dieser kurzen Zeit über unsere Reflexion von dem Zeitgeist, von der Schweizer Gesellschaft und von unserem Leben. Ich sagte dem Notar ehrlich, dass ich selten so einem reflektierenden Schweizer begegne. Ich dachte, Notar habe immer Poker-Gesicht!“ Er lachte und fragte mich ob ich dann immer in meinem Laden sei. „Ja, sicher! Dort finden Sie mich immer. Ich bin das Haustier in diesem Laden…“

Wenn man solche Menschen öfters treffen kann, oder mit solchen Menschen zusammen leben kann, fühlt man sich schwungvoll ermutigt, auf den eignen Weg zu gehen.

Roger sagte mir am Samstag, ein Teehaus in der Rezession zu eröffnen ist gegen den Sturm zu schwimmen. Ja, das machen wir schon immer! Es ist die beste Zeit, etwas zu bewegen, während die Anderen wegen Angst statisch werden! Das Glück folgt nie beim Menschen, die in Angst leben. Da Glück folgt dem Menschen, der sich nicht von der verpassten Gelegenheit gebremst werden will.

Eine Partnerschaft könnte dafür da, gegenseitig zu ermutigen und zu unterstützen. Man kann den Anderen nur unterstützen, wenn man selbst über die eigenen Angst und Zweifel reflektieren kann anstatt auf den Partner zu projizieren.

Die letzte Lehre von meinem Lehrer Michel war, „Tue es, was Dir Freude macht!“ Das war der wahre Ruf eines Mannes in der Reflexion Ende seines Lebens. Genügend Dinge verpasst. In den verpassten Gelegenheit lernen wir, was Freude sein kann!   

Das erste Schaufenster

Das erste Schaufenster

Alle sagten mir, dass ich unbedingt das Schaufenster dekorieren muss. Viele fremden Visitenkarten habe ich bereits aufgeräumt, die vor der Tür lagen. Solange der Laden leer steht, macht die Interessenten neugierig. Die Leuten wollen auch den Laden gerne mieten!

Nun spiele ich die böse Hexe, die jeden Tag bei dem Handwerker anrufen, um Druck auszuüben. „Wann sind Sie denn endlich fertig!“ Am Dienstag sollte die neuen eingekauften Möbel eintreffen – ich bin sehr gespannt!

Eigentlich bin ich recht zweispaltig. Im Privaten habe ich viele Dinge aufzuräumen und bin froh über die Zeit, die ich selbst frei zu verfügen habe. Andererseits kann ich kaum noch warten… Ich bin eben so ungeduldig!

Viele Hilfe und viele Angebote habe ich bereits erhalten. Freunde würden sogar frei nehmen, um beim Einräumen zu helfen!

Carola brachte mir die wunderschönen Pfingstenrosen und ich sollte doch am diesen Tag vor diesem Fenster ein Erinnerungsfoto machen…

Gartenfest am 6.6.09

Gartenfest am 6.6.09

Das Wetter sollte schlecht sein, sagte die Zeitung.

Gerstern versuchte ich ein gutes Wetter zu bestellen und heute morgen wachte ich mit Regengeräusch auf. Dann schrie ich zum Kosmos: „Wann Du Dich nicht manifestierst, wie sollte ich denn Vertrauen haben, an Dich zu glauben!?“

Als wir kamen, tropfte noch ein bisschen. Als die Gästen kamen, war die schüchterne Sonne anfänglich zu sehen!

Eva, die schöne liebe Tochter des Hauses erkannte mich sofort. Wir haben letztes Jahr zusammen in dieser Fest degustiert. Damals schenkten wir Matcha-Prosecco aus. Sie war begeistert von dem Matcha, der ihr total fremd war. Ich erzählte ihr von meinem Traum, in Zürich, ein Teehaus zu eröffnen.

„Wie hätte man denn geglaubt, dass die Dinge ihren Lauf nehmen – und so, wie es ist!“ lachte sie ganz herzlich zu mir! Wir sind nicht nur näher gekommen durch die Fest, sondern auch durch Shui Tang. Eine unsichtbare Band zwischen Menschen führt unbekannten Schicksale zusammen. Man kann es nicht steuern, nur willkommen heissen! Vielleicht ist das „Willkommen heissen“ der erste Schritt, die Zusammenhänge der Dinge zu erkennen.

Der Garten waren voller staunenden Menschen mit freudigem Gesicht. Das Qilan 2008 Winter aus Mingjian, so zubereitet wie Aton-Meister uns in Taiwan zeigte. Direkt im Wasser, über eine Nacht stehenlassen – fertig! Der erfrischende duftende „Seltener Orchideen“ beglückte die Gartenbesucher. Unser Matcha-kasutella und Dianhong-Kuchen waren ein interessantes Kontrast gegen die Schokikuchen und Speck-Zopf. Alles waren gut und die Sonne war auch da! Was will man mehr?

Als ich die Fest verliess und im Tram sass, weil mein Besucher bereits vor meiner Haustür stand, fing es an plötzlich zu regnen. Donner und Blitz! Ich hatte wirklich Glück…

Alishan 2004 – Seelenverwandtschaft

In meiner Studienzeit der Germanistik lass ich unheimlich gerne die Literatur vom Mittelalter. Insbesondere zogen mich die keltische Mythen immer an. Oft habe ich das Gefühl, dass diese Kultur sehr sehr nah an der Kultur, in der ich aufgewachsen bin. Viele Dinge, die nicht übersetzbar sind, findet man in den keltischen Sagen wieder. Seelenverwandtschaften, die in Chinesisch nicht lediglich als Karma zu übersetzen ist, hat die keltische Sichtweise eine übereinstimmige Interpretation.

Immer mehr findet der gelagerte Tee im Europa Liebhaber. Heute bekam ich wieder einen Auftrag den Nage-Nage-Guifei Cha zu reservieren. Dieser Alishan 2004 wird nun wohl restlos aus dem Zimmer meines Lehrers verschwunden.

Ich liebe gelagerten Tee, weil dieser Tee das Leben andersrum liest. Andersrum – wie Benjamin Button. Als 80-Jähriger geboren erlebt Benjamin die Hinfälligkeit und Vergänglichkeit des Körpers hautnah und lernt das Leben in einer anderen Richtung zu kennen. Er wird immer jünger, während die Menschen, die er liebt, immer älter werden. Er erlebt zuerst der bitteren Seite des Lebens, hinfällig, pflegebedürftig, abhängig und gedemütigt, während die Andere das Wachstum, Jungend und Schönheit leben.

Nage-Nage Cha hat mich sofort geschnappt, als ich ihn zum ersten Mal trank – dies können bestimmt viele andere Teefreunde zustimmen. Intensiv, fruchtig, honigsüß, jedoch – leicht sauer, pflaumig und langhaltig – melancholisch, würde ich bezeichnen. Viele Bilder werden in mir wachgerufen, mich versetzte der Tee in einer anderen Zeit – in einer Zeit, in der die Uhr anders läuft. Komischerweise blieb meine Uhr oft im Stillstand, wenn mein Lebensumstände sich gerade stark wandelte. Ganz unabhängig ob es mit Batterie oder Automatic läuft. Die Uhr stand vor einigen Wochen wieder stil. Ich wußte, die Zeit ist nun anders geworden. Mein Körper lebt nun einen anderen Rhythmus, während meine Uhr mit diesem Rhythmus nicht mehr zurechtkam…

Alishan 2004 war wie eine Art von Wieder-Erkennung, als ob ich schon lange auf ihn gewartet hätte. Eine Art von Seelenverwandtschaft. Süchtig, abhängig und gleichzeitig schmerzhaft, weil das Ende dieses Tees ist abzusehen, nicht wahr? Irgendwann geht er zu Ende, irgendwann ist er alt, verholzt und zerfällt und dann? Es ist eine merkwürdige Art so ein Vergleich zu tätigen. Es müsste wirklich ein Verrückter sein – ich bin wohl verrückt.

Ein Tee-Verrückter genießt im Chinesisch einen tollen Ruhm. Man bezeichnet ihn als Cha-Chi! Ein Cha-Chi wird nicht ausgelacht, sondern respektiert. Denn man dort Menschen bewundert, die ihre Leidenschaft zum Ausdruck bringen und leben.

Benjamin sah auch das Ende seiner Liebe zu seiner Tochter und beschloss, zu gehen. (ihr habt bestimmt gemerkt, ich liebe diesen wunderschönen Film.) Während seine Tochter immer erwachsener wird, wird er immer jünger, kleiner und kindischer. Um ihr ein „normales“ Leben zu ermöglichen, ging er weg. Wenn man das Leben nicht einmal andersrum erlebt hätte, kann man wohl andere Menschen nicht so lieben, wie Benjamin. Wir denken meistens nur an uns selbst, wir wollen Macht über anderen Menschen haben, sie zu bestimmen, was für eine Rolle, sie in unserem Leben zu spielen haben. Benjamin und Daisy, Zwei Seelenverwandten, die sofort in einander erkannten, dass sie füreinander etwas besonders sind. Nicht, dass sie wirklich etwas besonders sind, sondern das Gedächtnis, dass sie besonders waren, wird wachgerufen. Auch wenn sie im Leben paar Male gegeneinander entschieden haben, bringt das Schicksal sie wieder zusammen. Jeder hat seinen eigenen Weg und alles hat seine Zeit.

Was macht denn einen Tee die Zeit zu überdauern? Die Liebe eines Teeliebhabers zum Tee.

Einladung am 6. 6.

Einladung am 6. 6.

Am 6.6. öffnet Familie Tobler an der Spiegelgasse ihr Gartentor und lädt herzlich jeden Besucher ein, den wunderschönen Garten voller Rosenduft zu bewundern und zu verweilen!

Es gibt nicht nur feinen schweizer Zopf und ein Glas zu erfrischen, sondern auch etwas Spezielles, was ich und Carola auch beitragen würden…

2005 war dieser offene Tag auf dem Rosengarten der Anfang meiner Begegnung mit Familie Tobler und das Haus an der Spiegelgasse Zürichs!

Unser Leben ist von Gelegenheit bestimmt, nicht wahr? Manchmal auch von dem Verpassten.

Der Fischkoch

Fischkoch

Der Fischkoch Christof und Hans – unser Protokoll-Führer

Christof kam wieder. Er kam nciht wegen mir, sondern wegen den vergessenen Schriftrolle, die er mir bei seinem letzten Besuch vergass zu geben. Aber sicher musste er wieder mit Fisch kommen und kochte sogar für uns alle! Ich danke seiner Großzügigkeit und Kochkunst!!

Wie schön, wenn man bekocht wird!

Fischmenü das Fischmenü

Ganz spontan lud ich noch unsere Teefreunde auf der Reise ein. Ganz spontan freuten wir uns auf das Wiedersehen und Christiof hat uns bekocht. Ich hätte alle eingeladen. Leider hatten wir nicht so viele Fische… Also Christof muss sich nächtest Mal mehr bemühen!

Nach so einer intensiven Reise im April fühlte man sich ein Stückchen wie in einer Familie voller Vertrautheit und Geborgenheit. Es ist nicht, dass wir einander ausgesucht haben, sondern weil der Tee uns verbunden hat. Tee hat uns zusammen gebracht. Diese wunderbare Pflanzen hält uns zusammen, so dass wir die Grenze zwischen den Kulturen und menschlichen Zu- und Abneigung überschreiten können!

Es ist schön, die anderen nicht mehr beurteilen zu müssen. Es ist schön, die anderen nicht mehr mit Zu- und Abneigung zuzuschreiben zu müssen. Es ist schön, dass man einfach zusammen ist, ohne Vorhaben. Eine Freiheit, einfach miteinander zu sein.

Eine Begegnung zwischen Matcha und Schokolade

Eine Begegnung zwischen Matcha und Schokolade

Reinhard ist nicht nur ein guter Geschäftsführer, sondern auch ein kreativer Geist. Er erzählte mir oft von seiner Idee und Versuche, neue Produkte für sein renomiertes Geschäft zu entwickeln. Einmal sprachen wir von Matcha-Praline. Er sprang sofort auf die Idee und probierte es gleich aus, anders als die meisten, die nur reden – ich einschliesslich.
Nach paar Wochen kamen wir an und die Idee ist bereits konkret umgesetzt anstatt nur in Hirnzellen. Wir waren richtig beeindruckt in seinem Büro, als wir das wunderschöne Kunstwerk präsentiert bekamen.

Zwei Variatne: Matcha mit der weißen Schokolade und Matcha mit der dunklen Schokolade! Welcher schmeckt besser? Wie spielt sich der Geschmack und Harmonie zwischen dem Tee und Schokolade?
Ehrlich gesagt, ich essen nie Schokolade und kaufe sie immer nur für meine Leute. Aber die Matcha-Praline haben mich nach dem Probieren immer noch gefesselt. Der wunderbare Geschmack der edlen Schokolade, die fein und geschmeidig mit Matcha zusammen in meinem Mund verschmelzte und langsam hinein in die Kehle floß, hüllte die Kehle immer noch mit dem Geschmackt Minuten danach. Der Matcha war wie eine Grand-Madame, dezent, elegant, hielt sich im HIntergrund, gab nur ein feines Wink zwischen dem dunklen Massen, eine Spur der Leichtigkeit und erfrischende Herbe.
Der Matcha Praline mit dem weissen Schokolade schmeckt klarer nach Matcha, aber die deutliche Süsse der weißen Schokolade störte mich gleich beim Anbeissen…

Paul und meine Schuhe

Paul und meine Schuhe

Isis konnte den Mord von Osiris nicht einfach hinnehmen und suchte das Leichen ihres Gattes im Nils. Sie beschloss sein zerlegtes Leichenstücke zusammen zu nähen, weil sie glaubte, dass der zusammengesetzte vollständige Körper die Göttern berühren würde und das Leben ihres Gattes wieder erweckt werden könnte. Sie glaubte, den Körper zu bewahren, um gegen die Zeit aufzuhalten und vor dem Tod zu schützen. Osiris wurde tatsächlich wieder aufgeweckt und wurde der Gott der toten Welt. Durch den Tod des Körpers entdeckten die alten Ägypter die Bedeutung der Ewigkeit des Körpers!

Durch die Gegensätze werden Wahrheiten plötzlich klar. Durch die Ewigkeit des Todes entsteht die Hinfälligkeit des schönen Körpers. Durch das Aufbewahren des vergänglichen substanzlosen Körper wird dem Tod ein Zeitgefühl verliehen. Irgendwann hat der Tod auch ein Ende… Eigentlich möchten Menschen mit dieser Vorstellung nur eins ausdrücken, weil wir Körper besitzen, können wir fühlen, sehen und schmecken, obwohl diese Empfindung vergänglich ist, ist es schöner als das göttliche Dasein. Denn selbst Engel können nicht riechen, tasten und schmecken. Auch wenn der Tod uns immer wieder einholt, haben wir viel erlebt und gelebt. Weil wir Körper haben, können wir das Leben erkünden. Wir können mit anderen Menschen austauschen mit Sprechen, Anfassen, sehen und riechen. Der Körper wird zum Speicher der Erinnerungen. Erinnerungen von Begegnungen und Liebe.

Ein Körper ohne Erinnerung der Berührungen und Schmerzen ist fast wie eine Wüste. Eine Wüste ohne Leben.

Ich sah das Sarg von Ulla immer tiefer in die Erde gesenkt. Der Priester predigte für das jüngste Gericht und Wiederauferstehung. Der Körper wird so lang aufbewahrt, bis der Tag der Gerechtigkeit sich nährt. Meine salzige Tränen tropften immer tiefer in die Erde. Die Pflanzen würden diese Flüssigkeit gar nicht vertragen. Der ältere Herr neben mir, fing an, mit mir zu plaudern. Er ist der Onkel Ullas. Zuerst plauderten wir über Ulla. Wir seufzten und seuftzten. Dann fragte er mich plötzlich wie ich die Schweizer fand, als er meine leichte schweizer Akzent entdeckte. Seine Frage brachte uns beide zu lachen. Unser Lachen rief die bösen Blicke der Anwesenden hervor. Wir sollten anständig sein und uns entfernen, wenn wir nicht mehr in der Trauerstimme bleiben könnten! Wir haben sie gestört. Unser Lachen störte tatsächlich die Todeszeremonie, denn wir waren am Leben. 

Ulla hätte mit uns gelacht. Denn sie liebte das Leben. Ich weinte um die Verlust ihres Daseins, aber nicht um ihren Tod. Sie hat wirklich ihr Leben genossen und gut gelebt. Sie hat alles ausprobiert und waren unternehmenslustig. Sie war in Dubei, als sie ihre Liebe folgte. Sie war in der zauberhaften Welt des Tees gereist, als sie ihr Leben verändern wollte anstatt nur zu Hause zu sitzen. Was gab es denn dabei zu trauern?

Der Körper ist voller Erinnerung der Liebe, das gesamte Speicher der Sinne. Liebe, die nur in Hirnzellen abspielt, ist eine Illusion. Ullas Körper war und ist die Erinnerungen unserer Freundschaft, unserer Begegnungen und unserer Berührungen mit Tee. Es war keine Illusion.

Gestern morgen erwischte ich das seltsame Moment mit dem Kater Andreas. Paul ist fetisch auf Schuhen. Morgen früh wollte er in mein Zimmer eindringen. Ich sprach mit ihm mental, dass ich nicht gestört werden wollte und er mich respektieren sollte. Als ich aufwachte, sah ich ihn auf meine Schuhe, voller Sehnsucht.

Dieser Kater wußte, die Nähe der Erinnerung eines Körpers zu suchen. Meine Schuhe sind das Speicher meiner Weges und meiner Liebe. Meine Schuhe sind Erweiterung meines Körpers. Wenn der Körper noch Sehnsucht hat, wenn der Körper noch weiß, wo die Sehnsucht hinführt, wird es wohl ein kleines Samen gesät, um auf einen prächtigen Baum zu hoffen… 

Der Tod

Meine Teefreundin Ulla ist in der Nacht am Donnerstag gestorben.

Schön, elegant und lieb war sie. So bleibt sie auch in meiner Erinnerung.

Sie würde so gerne mit nach Taiwan gehen. Sie glaubte an die Reise mit mir nach Taiwan, die ihr Leben neuen Impuls geben könnte. Sie glaubte an die chineische Medizin, die ihre Krankheit unterstützen könnte. Sie glaubte an unsere Freundschaft, die über Tee entstanden ist, eine Wende der Krankheit verschaffen könnte. Alles blieb in der Hoffnung. Alles geschieht in höheren Wille.

Ich war sehr betroffen, als ich die Nachricht erhielt. Innerhalb einem Monat erfuhr ich zwei Tode von Menschen, die mir sehr nah standen. Was bleibt eigentlich als das Wesentliche im Leben? Wie lange kann man schweigen, bis man alles ins Grab mitnimmt? Wie lange muss man noch vor eigenem Angst fliehen, bis der Tod uns endlich scheidet?

Ich rief Andrea an, sie kennt Ulla. Ich werde morgen bei ihrer Beerdigung sein, den Zwischen-Abschied von ihr zu nehmen, irgendwann werden wir uns wieder umarmen irgendwo im Paradies. Danach möchte ich mit Andrea eine Flasche Sekt aufmachen. Zu feiern, dass wir leben und verweigern, etwas zu verpassen!