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Ein Bericht über Shui Tang und Shui Mei Tang

Hotel et Gastronomie Zeitung Shui Mei Tang Mar 13.pdf

Shui Tang existiert seit 2009 Sommer. Seitdem gibt es einen Zufluchtsort für Teeliebhaber an der Spiegelgasse. Jeder, der den Weg findet, entdeckt einen Ort des schönen Wassers. Wer bereit ist, findet immer weitere Winkel dieses Ortes, immer tiefere Wellen des Wassers… mitten in der Zürcher Altstadt!
Seit 2012 Herbst wurde Shui Mei Tang gegründet, für Menschen, die auf Reisen sind, sich für einen Raum der Begegnung freuen. Alexander und ich haben die Idee eine Firma gemeinsam zu gründen, um Tee in solchen Räume zu bringen, wo Menschen aus verschiedenen Kulturen und Grenzen kommen. Denn Tee spricht die Sprache des Herzens, werden Herzen aller Welt hier geöffnet!
Ich danke Frau Bissig für Ihren fliessenden informativen Artikel über Tee und unsere Vision. Es war ein Freude, Menschen wie sie in Tee zu begegnen!

Tee, Schnee an der Spiegelgasse

http://shuimeitang.ch/schnee-kalte-und-sieben-tees-das-video-zur-winterdegustation/
Tanzende Schnee fielen auf der Spiegelgasse…
in diesem Moment möchte ich am liebsten Lishan Holzkohle trinken – ganz hoch in den Himmel – um Funken aus der Zukunft zu riechen, um mit den Schneeblumen aus dem Gegenwart zu schweben!
Danke Alexander, seine Kreativität hat nun einen Raum bekommen und seine Bilder rufen meine Takt mit Tee zu tanzen.

Eine kurze Geschichte

Ich sage schon immer, dass ich eine schlechte Verkäuferin bin.
Heute kam eine schöne Frau zu Shui Tang und fragte mich, ob ich einen Tee namens Harmonie hätte.
Harmonie-Tee?
„Meinen Sie einen Tee, der einem hilft, Harmonie aufzubauen oder ein Tee, dessen Name Harmonie ist?“
„Einfach Harmonie Tee.“
Hmmm….
Mir fiel wirklich gar nichts ein.
Hätte ich ihr irgendeinem Tee verkaufen mit irgendeinem Wort, der Harmonie ist?
Irgendwie fiel es mir einfach gar nichts ein.
„Es tut mir leid… Ich habe diesen Tee, der Harmonie heisst nicht…“
Sie ging und suchte weiter nach einem Tee, der Harmonie heisst.

Michael lachte im Hintergrund. „Du hättest ihr doch irgendetwas verkaufen sollen.“
„Ja, ich weiss. Ich bin einfach blöd!“
„Also, nächtest Mal.“ er ermutigte mich.

Ach, ich hätte auch gerne einen Tee, der Harmonie heisst. Warum bin ich denn so unharmonisch?

Bonviva Magazin

CS Bonviva Magazin Jan 13.pdf

Bravo, sehr schön geworden! Gruss, Alexander

Danke Alexander für seine Post.
Hier möchte ich auch herzlichen Dank an Herrn Schwarz für sein unterstützendes EMail wegen meiner Post gestern. Ich vergesse bestimmt nicht zu lächeln in diesen sehr kalten Tagen!

Vor einem Jahr habe ich Pu Er 7542 Ende 80er Jahren für einen Big Boss besorgt. Damals aus verschiedenen Gründe blieb dieser Tee bei mir im Keller. So wie ich immer denke, dass es gut ist, so wie es ist. Der Tee sucht seinen Liebhaber, nicht ich. Ich treffe meine Entscheidung und respektiere, was die anderen sich entscheiden. Vor zwei Wochen wollte You diese 7 Fladen zurück kaufen und ich hätte einfach 1400 CHF dazu verdient! Nur weil der Tee ein Jahr lang in meinem Keller bleibt!
Naja, ich bin auch eine gute Dealerin. Natürlich verkaufe ich solchen Pferde nicht. Ich habe es ja nicht nötig. Für Selbsttrinken ist der Tee auch gut geeignet.
Im letzen Oktober kam ein Manager von dieser Bank und sprach mit mir über das Teeinvestment. Ich äusserte mich nichts. Selbstverständlich bin ich eine Geschäftsfrau und zähle jeden Tag Geld. Das Geld hat für mich keine zentrale Bedeutung im Leben. In meinem Leben stehen Menschen im Vordergrund. Der Tee ist die Hülle meines Lebens. Manchmal glauben wir ein Leben zu führen, was uns gehört. Eigentlich – leben wir stets mit vielen Erinnerungen von anderen, die unser Leben entscheidend prägen und verändern. Die Begegnung mit einer Person kann die Faden unseres Lebens werden. Es ist wie ein Schachtel in einem anderen. Wir sind so verbunden miteinander, mehr als wir es glauben. Das Geld ist leider heute das, was uns spaltet als das, was uns allen glücklich macht. Trotzdem will ich nicht ein geldloses Leben führen, sondern geldfrei. Ein einfaches Leben zu führen, ohne viele Ornamenten, nur mit Menschen, die ich liebe.
Tee kann Geld machen. Es ist gut so. Tee kann allerdings noch mehr.
Dieser veröffentlichte Artikel ist anders geworden als ich zum Gegenlesen bekam. Wer weiss, es ist vielleicht gut so?

Stresskiller

Stresskiller

Wie halte ich diesen Stress bloss aus?
Ganz einfach. Nach jedem Abend Steak essen. Eine Flasche Champagner im Kühlschrank bereit stellen.
Heute kamen Tim und sein lieber Vater. Sie brachten mir zwei Flaschen Champagner und meine Macarons! Macarons asss ich alleine. Mit niemandem teilte ich. Die Flasche Champagner tranken wir gemeinsam nach dem Pu Er 1960!
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Der junge süsse Tim schrieb mir und fragte gerade, was ist Hoffnung?
Er fragte, ist es das Gefühl, wenn das Unmögliche, möglich scheint?
Hmm… ich weiss auch nicht genau. Es ist wie das Licht in der Dunkelheit.
Wenn man jemanden liebt, spürt man den Wünsch diese Person glücklich zu machen, auch wenn da keine Möglichkeit hat. Hoffnung ist ganz unabhängig ob es möglich ist oder nicht. Hoffnung ist das Licht, das uns hilft zu lieben ohne zu erwarten, zu geben ohne etwas zu wollen, zu leben ohne etwas erreichen zu müssen. Diese Hoffnung bringt uns in einem friedlichen Gefühl mit uns eins zu sein. Dieser Frieden gibt uns Kraft, an uns zu glauben. Dann geschehen möglicherweise Dinge die vorher unmöglich erscheinen. Das Leben nimmt eine Wende und es geht weiter. Es ist die Hoffnung! Ein Gefühl von Freiheit, die von uns ausgeht und uns unabhängig von Aussen macht.

Flohe Weihnachten

Flohe Weihnachten

Liebe Menglin

Anbei noch ein Foto vom Teering. All die verschiedenen Teeblätter, die vielen Gespräche und Stimmungen vereint in neuer Form.

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Ich wünsche dir einige Tage der Entspannung als Brücke zu deiner Reise.

Freue mich auf unser Wiedersehen im Jahr der Schlange.

Herzlich

Ursula

Liebe Ursula hat wunderschöne Schaufenster gestalten und eine Adventskranz aus Teeblätter, die in Shui Tang aufgegossen wurden, gezaubert.
Da unsere Welt immer noch existiert, muss ich morgen noch aufstehen, Tee verkaufen und dann ins Flugzeug einsteigen. Carola sagte, sie will mich abholen kommen, falls ich meinen Rückflug verpasse.
Suchen wir unser Gesprächspartner aus? Suchen wir unsere Umgebung aus? Suchen wir Menschen, mit dem wir zu tun haben, aus? Für mich, ja. Die Gespräche, die am diesen Teetisch in Shui Tang stattfinden, die Zeit, die ich für anderen Menschen nehme und Energie, die ich für die Dinge ausgebe, geschehen und geschah aus meiner freien Wille. Ich bin sehr dankbar für all Menschen, die zu diesem Ort geführt wurden. Sehr beeindruckt, wie Menschen sich auf die Gespräche, auf die Aufgüsse und auf alle die schwimmenden Teeblätter in der Kanne, einlassen. Die Zeit wird gefressen am diesen Teetisch und durch jeden Atmungszug entsteht eine Verbundenheit, die man nur geschehen lassen kann.
Wenn man von Magie des Tees sprechen würde, sprechen wir hier von etwas tiefgründiges in uns. Die Sehnsucht nach der Antwort der Zugehörigkeit und des Seins. Tee ist bloss ein Spiegel, der uns widerspiegelt.
Ich liebe den Uebergang zwischen den Jahren sehr. Diese besondere Atmosphäre hat man aber nur im Europa. Es ist als ob man plötzlich eine Leere entdecken würde und einen Raum bekäme. Die beste Zeit für viele DVDs… zu einer Tasse Tee!
Ich wünsche allen Flohe Weihnachten und einen guten Lutsch! Ich danke hier an allen, die viel am diesen Teetisch mitschwatzt haben und bei den Teekranz mit verantwortlich waren. Herzlichen Dank!

Geld und der Widerstand

Ich lebe von Sucht des anderen. Oft fühle ich mich verantwortlich, meinen Klienten zu warnen, dass diese Droge, den Sie kaufen, süchtig macht! Ich habe eine nicht zu rettende Sucht von Dianhong und Pu Er. Noch schlimmer – meine Sucht nach Kaffee. Also das Geschäft mit dem Sucht von Menschen…
Die Frage von dem Besucher am Donnerstag klingt immer noch an mein Ohr: „Warum sind Sie denn hier in Zürich!“ er sagte in einer Klarheit, „diese Stadt stinkt!“ Ich antwortet mit einem Schalk, „Natürlich wegen Geld!“ Ich bin niemandem eine Rechenschaft schuldig, weshalb ich hier bin – sicher nicht wegen Liebe. Wegen Geld? Er hat gelacht und sagte, „das Göttliche Wesen ist keck.“
Wenn es sich ergibt, ergibt immer spannende Gespräch am diesen Teetisch. Ich kenne mein Gegenüber nicht, aber irgendwie nichts ist zufällig. Wenn man das Geschäft bewundert, fühle ich mich immer unschuldig. Das Geschäft ist von Ursula Kaspar gestalten. Ich habe nur die Dinge ausgestellt, fertig. Wenn es sich ergibt, kommen die Besucher wieder, manchmal mit einem kurzen Abstand, manchmal mit einem sehr langen Abstand. Es ist freie Willen von jedem. Vor paar Wochen wurde ein prächtiger Besucher von meiner Klientin gebracht. Scheinbar ein Aphaltier. Ich sollte ihm einen Tee machen, was ihm passt. Ich wähle den Dancong Shuixian, faccettenreich, aromatisch und widerstandsfähig. Das Herbe und die bittere Nuance des Tees sind die geradeliniege Eigenständigkeit. Obwohl dieser Tee die geschmeidigen Schönheit gleichzeitig offenbart. Das macht diesen Tee eben widerstandfähig, weil man ihn immer wieder, immer wieder trinken will… Als er wusste dass ich ihm einen „widerstandsfähigen“ Tee machte, wurde er sprachlos. „So wie Sie.“ sagte ich einfach und wusste nicht, was dieser Satz alles bewegte.
Dann kam dieser widerstandsfähige Herr wieder und erzählte mir, dass es schlaflose Nächte gab und seine Widerstand gegen verschiedene Dinge, die er bereits im Leben trug wurde auf einmal sichtbar. Der Satz war eine Art wie Medizin. Ich schaute ihn sehr unschuldig an. Ich kann echt nichts dafür, sagte ich. Dann wollte er wissen, warum ich in meinem Buch über Urangst und Existenzangst schrieb, das sei ja selten. Eherllich gesagt, dass es doch so gewöhnlich, dass wir miteinadner in dieser Welt darüber sprechen. Ist es privat? Die alten Griechen haben darüber philosophiert und Sisyphus hat uns gezeigt, dass wir alle die Ambivalenz von Ja und Nein aushalten müssen. Und jeden Tag vom neu Anfangen zu fragen, Ja oder nein? Warum haben wir alle Sehnsucht nach Einheit und suchen es vermeintlich nach Aussen mit irgendjemandem? Eben wegen Angst. Ich bin da nicht alleine. Wir sprachen viel miteinander, dann kam Sandro, auch ein spezielles Paradiesvögel. Spannend was für Menschen zueinander geführt werden – ich schaue immer mit einem Schmunzeln zu. Beim Abschied wollte er mir für das Gespräch bezahlen. Ich verweigere es. Ich habe kein Mangelgefühl an Geld (aber ich kann Geld immer gebrauchen). Sein Gesicht war sprachlos. Ich scherzte mit einem Schalk – „Mache doch ein Geschenk für mich!“ (ich bin nicht scharf auf ein Geschenk.) Dann rief er, „Ach, jetzt muss ich ein Geschenk für Dich kaufen…“ In seiner Verzweifelung wusste ich, dass da doch etwas getroffen wurde – aber ich bin wirklich unschuldig. Ich wünsche ihm erholsame Nächte.
Ja, es ist einfacher mit Geld die menschlichen Beziehung zu regeln. Ein Geschenk ist zu viel mit Preisgeben. Das tut einem Menschen aus diesem Alpenland schwer. Ein Geben ist oft verknüpft mit einer Erwartung. Eine Erwartung kann hier selten ausgesprochen werden. Aber ich weiss, dass es Dinge in dieser Welt gibt, die nicht an irgendeiner Bedingung verknüpft ist. Ich möchte so leben.
Sandro staunte, was für Leute sich hier versammeln und was für Stories wir später miteinander kauen können. Er seufzte. Dann kam Jörg, mit dem ich etwas zum Nachtessen abmachte. Sandro ging und kam in 15 Minuten, brachte mir ein Geschenk zum Abeschied…
Am nächsten Tag kam Otto, ein gebildeter und gesprächiger Verleger. Ich erzählte ihm was so läuft. Beim Abschied sagte er zu meinem nächsten Besucher, „Viel Spass bei einem Tee-Gottesdienst.“