In Shui Tang hat man Chance die Welt in einer intensiven Form zu erfahren. Manchmal ist man recht dankbar, oft ist man auch sprachlos.
Ich bekomme heute ein Email aus Basel und ein Kunde beschwert sich über einen aufgeblähten Teelöffel aus Kirschbaumrinde. Er will einen kostenlosen Ersatz und sei sehr enttäuscht.
Nach langer Überlegung fragte ich Tim, wie ein Kirschbaumrinde-Löffel aufgebläht werden kann, wenn er nur in der schweizer Wohnzimmer stehen würde? Tim sagte, dass er es auch nicht versteht – ausser, dass man diesen Löffel wie ein Löffel aus der Küche benutzt.
Wie kann ich meine Kunde erklären, dass ein Kirschbaumrinde-Löffel eben nur für Teeblätter aus der Teedose zu holen gedacht ist? Ist die kulturelle Grenze so stark, dass ein Schweizer es nicht versteht?
Ich schrieb dem Kunde zurück, dass ich ihm einen Ersatz aus Kulanz schicke und der Löffel keineswegs mit Wasser wieder in Berührung kommen darf. Heimlich hoffe ich, dass dieser Herr ab nun bei jemandem anders einkauft als wieder zu mir.
Es war eine Kundin, die mich vor drei Jahren, als Shui Tang ganz frisch war, fragte, ob ich ihr 50g Jasmin Tee zusammenpressen konnte, um als einen Brief an sie zu schicken, weil das Porto 8 Sfr. einfach zu teuer ist. Aus Höflichkeit und Wohlwollen versuchte ich den Tee mit grosser Aufwand in einem Brief zu packen – die Teeblätter wurde zerquetscht und es kostete viel Zeit. Diese Aktion machte ich drei Male. Und ich hatte es genug.
Am vergangen Samstag bekam ich einen Brief, in dem es 20 Sfr. lag und einen Auftrag stand, dass ich einen weissen Tee wieder zerquetschen sollte als Brief an eine Freundin dieser Kundin schicken sollte. Ich war sprachlos. Sie schrieb, dass ich einen Tee um 12 Sfr. schicken soll und das Porto nur 2 Sfr. kostet, so dass der Restbetrag für mich als Belohnung sei.
Da das Geld im Kuvert lag, hatte ich fast keine Chance diesen Auftrag zu verweigern. Ich fühlte mich nicht respektiert und erpresst.
Mit Entschlossenheit schrieb ich der Kundin zurück, dass es möglich ist, einen weissen Tee wieder zu zerquetschen. Der günstigste weisse Tee kostet 14 Sfr. und das Porto 8 Sfr. Diese 20 Sfr. kann gar nicht aufgehen. Sie müsse nicht so tun als ob sie grosszügig wäre! Ich kann es aus Kulanz den Tee in entsprechender Menge schicken so dass dieser Betrag 20 Sfr. aufgeht, aber sie sollte solche Aktion nie mehr unternehmen. So ein Brief wird demnächst verweigert.
Ich verstehe solche Logik nicht. Kunde geben zwar Geld aus, aber ich leiste viel Arbeit, damit er oder sie einen guten Tee erhalten kann. Mit Geld kann man nicht alles bezahlen und begleichen. Ist der gegenseitige Respekt nicht grundlegend für beiden Seite?
Archiv der Kategorie: Teehaus Shui Tang Zürich水美堂
Tee und die Mystik des Wassers
Tee und die Mystik des Wassers
„Die Teezubereitung ist eine Kunst,
die nach der innersten Seele des Wassers sucht“.
Dieses Zitat von Soho Kitami soll uns als roter Faden durch diesen Lichtbildervortrag führen.
Wir betrachten die unterschiedlichsten Aspekte des Wassers – von der taoistischen Mystik
bis in die tägliche praktische Übung einer Teezeremonie.
Vortrag von Ulrich Haas, Teemeister in der Urasenke-Tradition des japanischen Teewewgs
und Priester der Rinzai-Tradition des Tenryu-ji.
Ort: Shui Tang an der Speiegelgasse 26, 8001 Zürich
Zeit: Samstag, den 25.01.2014
Um 18.30 Uhr
Umkostenbeitrag 20 Sfr. (Ermässigung bitte per Anfrage)
Anschliessend nach dem Vortrag gibt es einen Tee (selbstverständlich mit Wasser)
Shui Tang in NUOK, diesmal italienisch!
Dear Meng-Lin good morning,
the article about Shui Tang is out and you can read it at the following link: http://www.nuok.it/zurik/shui-tang-conoscere-il-te-nel-centro-di-zurigo/
I hope you like it!It was a very special experience spent some time with you.
Feel free to share the article on the social networks or website.I’ll moving in Zurich from the 15 November, it will be a pleasure to come back to Shui Tang.
Have a nice day!
Valeria Crescenzi
Shui Tang in Italienisch! Wow!
An jenem Tag hatte ich ein Cavalier namens Patrick, ein Junger mit Sprachtalent und half mir bei der Übersetzung. Aus dieser einfachen Unterhaltung ist dieser Artikel entstanden!
Bericht über Shui Tang auf Radio Energy
http://www.energy.ch/zurich/programm/id/ladenperle-shui-tang/
Hier ein Bericht über Shui Tang in Radio Energy.
Euch wünsche ich viel Spass beim Zuhören.
當爐, Am Feuer
若是當爐的女子不死
Wenn die Dame am Feuer nicht vergänglich wäre, (in alten chin. Gedichte werden Frauen, die Getränke öffentlich verkauften als die Dame am Feuer bezeichnet)
倒不盡的是茶, 是酒
Der Tee, der Wein fliesst immer aus dem Kelch,
訴不僅的是什麼
Was ist dann, was nie fertig erzählt wäre?
如果我是當爐的女子
Wenn ich die Dame am Feuer wäre,
惹不完徘徊來去的容顏
wäre ich sentimental, wenn die Gesichter sich wechseln?
看穿的是滾水裏的冷暖
Ich würde im heissen Dampf des Wassers das Vergängliche durchschauen!
他們喜歡駐足之地
Dort, wo sie sich gerne aufhalten –
睸飛眼笑交杯處
Ist dort, wo Becher und Tassen zwischen schönen Augen und Gelächter austauschen.
我駐足的心愛角落
Hier, wo ich mich befinde,
就在爐火陰暗裏
Liegt irgendwo im Schatten des Feuers.
Noch ein Monat kommt das geplante Vollmondkonzert. Während der Vorbereitung spürte ich eine sehr starke Ambivalenz und Widerstand. Am liebsten will ich damit nicht beschäftigen! Je mehr ich die Texte lese, desto stärker verweigere ich es. Irgendwann wurde es mir klar, weil das Thema, was ich unbewusst wähle, ein Stück meinem Leben widerspiegelt.
Es wurde mir zu nah.
Ich weiss nicht, was ich preisgeben will und was nicht.
Hanspeter sagte mir, dass es das Beste was ich jemals vorstellen kann. Nur wenn die Dinge unser Herzen tief berühren, kann es zur Poesie umverwandelt werden.
Fabian ist ganz voll am Komponieren, es wird sehr schön. Pichin kann die Posie zwischen Text und Note zur höchsten Schwingung schwingen. Hanspeter ist am besten vertraut mit Wort und Schrift. Dann ist nur mein Teil, was mir so nervös macht…
Je tiefer die Zerrissenheit spürbar wird, desto stark wird der Wandel – ich hoffe, dass ich es schaffe.
Das 3. Vollmondkonzert in Shui Tang
Einladung vom 3. Vollmondkonzert
Das 3. Vollmondkonzert in Shui Tang:
Der erste Vollmond im Herbst ist nach chinesischer Tradition der klarste Mond.
Gefeiert wird er in vertrautem Kreis als Symbol wohlwollender Verbundenheit.
Der Mond scheint im Westen wie im Osten. Er scheint Dir und mir, wie auch gestern, heute und morgen.
Qin Se Zai Yu, Mo Bu Jing Hao 琴瑟在御 莫不靜好 – so wurde vor 2000 Jahren das Zusammenkommen von Menschen poesievoll beschrieben:
Männer trommeln, Frauen spielen die Zither, alle sind an ihrem Platz, das ist Zeit des Friedens, des Glücks.
In diesem Rahmen musizieren, rezitieren und erzählen wir – und laden Sie dann zum Tee.
Musik: Fabian Müller
Violoncello: Chien Pichin
Rezitation: Hanspeter Reichmuth und Meng-Lin Chou
21.09. 2013 am Samstag
um 19.30
Anmeldung:
044 555 9161
info@shuitang.ch
Sommerselektion von Shui Tang
Die Sommerselektion von Shui Tang ist nun online!
http://www.shuitang.ch
Ein milder weißer Tee aus dem besten Pflueckgut, das innere Hitze sediert und ein Hauch von Entspannung am sommerlichen Abend verleiht.
Ein Oolong, der zum Loslassen und Versöhnung in der hitzigen Stimmung einlaedt.
Ein Pu Er aus dem wertvollen Two Leibes and One Bud von sehr alten Teebauemen von Yiwu Bergen stammt, vermittelt uns die suesse Seite des Lebens!
Euch wünsche ich einen genussvollen Sommer!
Ich freue mich sehr auf meinen Ferien!
Shui Tang in Monocole

Für die paar Zeilen und paar Fotos war es eine Haufen Arbeit. Paar Stunde verbracht ein Profi-Fotograf, der bereits viele VIP der Welt verewigt in Shui Tang. Ich konnte am Ende nicht mehr lächeln…
All die Arbeit für die paar Zeilen zeigt mir wie dieses berühmte Magazin arbeitet. Es geht um die Bestrebung der Perfektion, nicht um den Aufwand. Trotz dem Aufwand wurde mein Name falsch geschrieben…
Ich möchte mich hier besonders an Roger Fischer und Ursula Kaspar bedanken. Die wunderschöne Webseite und grafische Erscheinung war aus Rogers Hand und Chragis Können. Ursula ist die wirkliche Zauberin von Shui Tang. Ich bin unschuldig in dieser ganzen Geschichte – bloss zufällig dort, wo so ein wunderschöner Ort geschaffen ist!
Vor etwa fünf Jahren zeigte Roger mir das Magazin Monocole bei einem Abendessen. Er ist Fan von Monocole und das Magazin war mir nie ein Begriff. Er sagte, „Wenn Du einmal ins Monocole schaffst, dann gehörst Du zu dem „Top der Welt“.“ Ich bin ehrlich gesagt, nie ambitioniert, etwas zu werden und mache nur meine Arbeit, weil ich es will.
Es ist so entstanden – ich habe es nicht gewollt.
Shui Tang ist bald vier Jahre alt. Ich möchte mich bei allen Teefreunde bedanken, vor allem Shui Tang regelmässig kommen, tragen und helfen! Ohne Euch wäre das Teehaus nicht hier.
Tee und die Mystik des Wassers
Tee und die Mystik des Wassers
„Die Teezubereitung ist eine Kunst,
die nach der innersten Seele des Wassers sucht“.
Dieses Zitat von Soho Kitami soll uns als roter Faden durch diesen Lichtbildervortrag führen.
Wir betrachten die unterschiedlichsten Aspekte des Wassers – von der taoistischen Mystik
bis in die tägliche praktische Übung einer Teezeremonie.
Vortrag von Ulrich Haas, Teemeister in der Urasenke-Tradition des japanischen Teewewgs
und Priester der Rinzai-Tradition des Tenryu-ji.
Ort: Shuitang
Zeit: Samstag, den 1. Juni 2013
Um 18.30 Uhr
Umkostenbeitrag 20 Sfr. (Ermässigung bitte per Anfrage)
Anschliessend nach dem Vortrag gibt es einen Tee (selbstverständlich mit Wasser).
Anmeldung unbedingt erforderlich!
Tee ist unsere gemeinsame Sprache! Teil III
Meistens weiss ich nicht, wer mir in Shui Tang gegenüber sitzt. Oft interessiert es mich auch nicht. Das, was der andere macht ist häufig uninteressant. Das, was er mir offenbaren kann und will, ist interessant. Manchmal weiss ich doch, was meine Besucher machen, wenn sie mir erzählen. Dann beobachte ich, dass es eine Weile Banker-Welle gibt, eine Weile Anwälte und eine Weile Uhrenhändler. Meiste Besucher sind Banker, die mir erzählen, dass sie unbedingt ihren Beruf wechseln wollen.
Es war ein recht ruhiger Mittag. Ein Herr öffnete die Tür und fragte, ob er bei mir eine Tasse Tee trinken kann. „Was möchten Sie denn gerne trinken?“ „Was Sie für richtig halten.“ Okay. Was wollte ich ihm denn zubereiten? Ich goss eine Kanne Yiwu 2008 von You. Ein Tee, der mich an die süsse Seite des Lebens erinnert.
„Der Tee ist ausgezeichnet. Sie haben einen guten Riecher, was gut ist für mich.“
Ein Kompliment, das gut ankam.
Ich sass zu ihm. „Wo kommen Sie her?“
„Aus der Schweiz. Im Moment pendele ich zwischen Mailand und Zürich.“ eine kurze Atempause, „Ich fühle mich immer fremd als Schweizer in der Schweiz.“
Ich nickte meinen Kopf. Ja – ich fühlte mich oft an einem falschen Ort.
„Fühlen Sie Sich auch fremd hier?“ fragte er mich.
Ich wusste nicht wie zu antworten. In einem schmall talk über meine Gefühle unter den Fremden zu sprechen schaffe ich nicht.
Der Fremde wartet nicht auf meine Antwort und erzählte mir von seiner Reise in Taipei. „Taipei? waren Sie dort? Ich komme aus Taipei!“ Was für einen Zufall.
Er erzählte weiter. Ein Anwaltfreund kam mit Tränen zu einer Besprechung. Er fragte ihm, was los war. Der Freund antwortet mit Tränen, dass der Pianist Horowitz gestorben sei und er sein grösster Fan ist! „Könnten Sie Sich vorstellen, dass Sie in Zürich einen Anwalt treffen können, der wegen Horowitz weint und vor allem vor Ihnen weint?“
Ich schüttelte meinen Kopf.
„Wissen Sie, das kann nur in Asien passieren!“
Mein Besucher erzählte weiter. „Als ich zum ersten mal die alten chinesischen Bronzen in einer Ausstellung sah, wurde ich zutiefst berührt. Ich hatte keine Ahnung was vor mir stand. Aber es war mir so klar, dass es sich um etwas handelt. Etwas, was über Schön oder unschön hinausgeht. Etwas, was eine Seele berührt, auch wenn er die Sprache nicht kennt. Es ist – “ er schaute zu mir, “ das Erleben von dem Wert der inneren Wahrheit!“
„Das ist Kunst!“ mein Besucher rufte. „Die Kunst ermöglicht uns als Menschen auf dieser Erde zu leben mit all das, was wir herum schlagen müssen.“ Er wurde Kunsthändler.
Seine Augen erzählten mir, dass es viel erlebt hat. Sehr wahrscheinlich trägt er auch viele Fragezeichen in sich. In dieser Ozean des Lebens passieren genügend Geschichte, die mich verwirren und emotional durcheinander bringen. Ich frage mich oft, warum? Und wie so gerade ich? Es sind nicht angenehme Frage und man findet keine Antwort.
Plötzlich dachte ich an die alten Bäume in Yiwu. Plötzlich wurde es mir klar, warum ich diesem Herrn diesen Tee servierte. Das Leben von der inneren Wahrheit ist das, was der Tee mir vermittelt und das, warum ich in Shui Tang bin. Die alten Bäume in Yunnan überleben verschiedene Zeitepoche, politische Systeme und klimatische Bedingungen. Sie stehen immer noch dort, nicht um auf uns zu warten, sondern weil sie eben Bäume sind. Und jeder Frühling erinnert sie zu wachsen. Jeder Winter erinnert sie zu warten.
Alexander sagte, ich muss nicht mit auf der Wanderung zu den alten Bäumen. Ich kann mit seinem Vater im Dorf Kaffee trinken und Zigarren rauchen. Die Gruppe braucht keinen Uebersetzer. Denn die Sprache des Baums kann jeder.
Manchmal wenn ich Tim und Alexander sehe, wie sie von Tee begeistert sind und experimentieren – sehe ich einen Anfänger, der mit Spontanität und Naivität seinen Weg bereichert. Sie geben sich Mühe und erleben Freude. Not und Druck machen einen erfinderisch. Ich war auch so frisch – bin nun aber träge und manchmal arrogant. Sie erinnern mich, wie ich einmal war.
Bruno wollte Abschied nehmen und bedankte sich für den Tee. „Das war ein grossartiges Geschenk, was Sie mir geben.“ „Glauben Sie mir – ich tue es nur für mich.“
„War es ein Zauber? Sind Sie die feminine Form von Merin?“
„Nein. Ganz normal, nur Menglin.“ Ich will nicht mehr als es. Es ist schwer genug nur so zu sein
Er ging zur Tür, drehte sich um und suchte. Ich bewegte mich nicht. „Ich glaube, dass ich hier etwas liegen lassen habe.“ er lächelte verlegen. „Ich dachte nur oder ich habe Angst davor etwas zu vergessen…“
„Ja, Sie haben hier den Wert der inneren Wahrheit liegen lassen.“