Archiv der Kategorie: Kein Titel

Der unterbrochene Weg

Mir gefällt eine Reise, dessen Weg unterbrochen wird. Manchmal.
Durch den Bruch entstehen viele neue Möglichkeiten inklusiv viel Raum für die Phantasie und manchmal Keimen für die Zukunft.
Wegen meiner Trägheit und Ungeduld wurde mein Check-in aufgrund fehlenden 10 Minuten in Zürich verweigert. Mein Flug nach Hause wurde unterbrochen. Das erste was ich wieder in Zürich machte, war ins Bett und zu schlafen. Als ich aufwachte, war mir bewusst: nun wurde mir zwei Tage geschenkt.
Zwei Tage auf das nächste Heimflug. Geschenkt? Oder geklaut?
Wegen Flugverspätung strandete ich in Wien. Das Ziel wurde nicht erreicht.
Plötzlich waren drei Stunde geschenkt. Oder drei Stunde fehlen.
Vielleicht war das Kosmos beabsichtigt, mein Plan zu zerstören. Weil ich zu schnell bin, weil mein Plan keine Luft hat oder weil etwas Gutes Zeit braucht um zu entstehen oder weil gewisse Geschichte unbedingt geschehen müssen!
Geschenkte Zeit!
Kaffee trinken, Schlafen oder Schreiben.
Menschen beobachten, Tiere anschauen oder selbst betrachten.
Denke an Heimat, an die Zahlen im Geschäft oder an das Zauber der Imaginären.
Der unterbrochene Weg, herrlicher Weg.

Ein Herz aus Glas- zerbrechlich

Ich fliege ganz gerne. Im Flugzeug ist man nie gezwungen zu sprechen, zu essen oder zu lesen, sofern wenn man Denken ausschalten kann ist es ein Raum für Ruhe. Wenn es gute Filme dabei sind, ist der Flug nicht langweilig.
Ich schaute den Film „Bodyguards And Assassins“ von Chen Kexin bei meinem letzten Flug nach Taipei an. Es handelte sich um den fiktiven Attentat an Sun, der Republikgründer Chinas in Hongkong. Der reiche Kaufmann Li unterstützte heimlich die ausbrechende Revolution mit Geld, als er erfuhr, dass sein einziger Sohn für Revolution sterben wollte, war er entsetzt. Geld geben in Ordnung, aber das Feuer bis in das eigene Haus brenen, nein. Sterben sollen die Kinder des anderen. Der alte Kaufmann versuchte seinen Sohne zu retten und sein Sohn das Land. Viele zusammenhanglose Menschen die zufällig auf diesem historischen Schauplatz sich befanden, wurden ohne Ausweg verwickelt. Menschen sterben für Idealismus, für die Glaube an Liebe und Freundschaft und für die Haltung von Geben und Nehmen.
Dieser Film erinnert mich an meine eigene Geschichte. Aber die Geschichte hat sich nicht wiederholt. Es war ein herbrtlicher Abend in Taiwan als die politische Freiheit noch ein Fremdwort war. Ich war Schülerin und habe meine Eltern gelogen. Ich wollte in eine politische Veranstaltung zu gehen, was nur geduldet war. Mein Vater hat angeblich auch etwas zu tun und meine Mutter war alleine mit Geschwister daheim. Es regnete leicht. Der Platz war noch nicht gefüllt. Es war noch zu früh und die meisten kommen erst, wenn es richtig dunkel wurde. Die Stimmung war gefüllt von Melancholie, ähnlich wie das Schicksal unseres Landes. Plötzlich sah ich meinen Biologielehrer und er sah mich. Wir lächelten uns an und wussten, dass wir niemanden in der Schüle erzählen würden. Aufeinmal sah ich einen Mann, dessen Kopf leicht abgesenkt war und dessen Hand trug ein dickes Kuvert. Er kam zu dem Kandidat und übergab das Kuvert ohne Worter. Es war mein Vater.
Mein Vater sei so geizig, sagen viele Menschen unserer Familie. Ich weiss, dass er nicht so ist. Aber er bestreitet es nie.
Viele Menschen sprechen Liebe in unserer Zeit. Was ist Liebe? Manche verwechseln es mit Kerzen-Dinner, mit Geschirrabwaschen oder Müllsacke aus dem Haus zu bringen oder das vergessene Geburtstaggeschenk. In unserer Zeit ist die Liebe etwas einfaches auszusprechen. In anderer Zeit ist die Liebe manchmal das eigene Leben zu ofpern, opfern für das, was man liebt.
Gestern kam S. zu Besuch. Wir unterhielten uns am Teetisch, zweimale im Jahr besuchte er mich immer und schrie nach Durst. Ich erzählte ihm, was neulich in meiner Umgebung passiert. Vor paar Tagen kam ein junger Herr, der gerade plant Teehändler zu werden, selbst Tee aus Taiwan und Asien importieren will, nach Taiwan zu gehen. „Ich meine Ernst mit Tee.“sagte er. Er wollte meine Kontakte in Taiwan, damit er lernen kann, Tee selbst zu beurteilen. Ich war in jenem Moment recht sprachlos. Was für Selbstverständlichkeit! Was für Gespürlosigkeit! Dreht die Welt nur um ihn selbst? Ich sagte ganz kurz und klar, „ich bin nicht verpflichtet Dir zu helfen.“ Das hat nichts damit zu tun ob ich hilfsbereit bin oder nicht. Es hat damit zu tun, ob man andere Menschen respektiert und das spürt, was passt und was nicht. Vielleicht ist es bei vielen Menschen heutiger Zeit, die Ethtik und die Logik etwas ganz anders zu verstehen. Er war recht beleidigt und erzählte mir, dass ich ihm vor einem Jahr mit meiner destrunktiven Art sein Lust zu bestimmten Dinge verdorben habe. Wegen mir hat er nun keine Lust mehr etwas in diese Richtung zu unternehmen.
Das ist wirklich der Grund, weshalb ich keinen Gongfu Cha Kurs geben wollte. Ich will nicht Zeit verschwenden, mit diesem Herzen aus Glas auseinandersetzen. Jede Kritik wird mit Emotion aufgenommen und als Lehrer sollte man lächeln die Schüler zu motivieren.
Ich habe es anders bei meinen Lehrer erlebt.
S. erzählte mir, was man heute von einer Führungsperson erwartet, einfühlsam, kommunikativ und freundlich. Wobei das Wichtigste von einem Chef ist nicht sich um das seelische Wohl von anderen zu kümmern, sondern fair und visionär. Das seelische Wohl sollte jeder für sich tun!
Ich bin nicht Dein Vater, der sich um Dein Wohl kümmert. Ich bin nicht Dein Therapeut, der Dich aufbauen sollte. Ich bin auch nicht Deine Krankenschwester, die sich um Deine Schmerzen aufpasst. Diese Sätze lagen auf meiner Zunge, aber ich habe es nicht ausgesprochen. Es war nicht die richtige Zeit für ihn. Zu diesem jungen Herrn, sagte ich blos, „es ist richtig für Dich, so zu denken wie Du es für richtig hälst. Das ist Dein Leben und Deine Freiheit.“ Dann murmelte er im Mund „Dann muss ich wohl auf Deine Kontakte verzichten.“ Ich schenkte ihm ein verständnisvolles Lächeln.
Seine Enttäuschung ist verständlich, nicht wahr.
Man bekommt nicht immer alles, was man will, im Leben. Es muss gelernt werden, vor allem wenn man jung ist.
S. sagte, dass er sich schon Sorgen macht, wenn er in seiner Organisation die jungen Menschen betrachtet. Ich lachte, ob er Angst um seine Rente hat. „Wir brauchen ein anders Bewusstsein hier.“ „Aber hier werden keine Menschen geben für die Revolution. Die Herzen von vielen jungen Menschen unserer Zeit sind aus Glas -zerbrechlich. Für etwas zu opfern (auch Teehändler werden muss vieles geopfert werden) muss ein Herz aus Fleisch und Blut sein, damit es Schmerzen von anderen Menschen versteht und selbst wenn es blutet, selbst heilen und Narben wachsen kann.“
Jeder ist wirklich für das eigene Leben verantwortlich, nicht der Lehrer, der Chef oder der andere.

Als teilnehmender Beobachter

Ich habe mich entschieden eine Filmkritik zu schreiben während viele emotionale beschimpfende Texte im Netz kursieren!
Natürlich war es eher eine Idee ohne viel Hintergedanke. Ich schrieb dem Moderator von dem Forum an und fragte ob sie es veröffenlichen konnte. Dann zwei Tagen verstrichen und ich dachte, ok. das wars.
Dann plötzlich ist meine Kritik im Netz und sehr bald danach wurde diese Kritik als ausgezeichnet ausgezeichnet.
Danach fing alles plötzlich ausser meiner Kontrolle.
Das wollte ich ja gar nicht, dass so viele Leute lesen. Jeden Tag 10000 Klicke und jeden Tag knapp 100 Message zu beantworten.
Ich schreibe Roladn Barthes, Campbell, Freud und C.G Jung. Mit diesem Werkzeug führe ich dem Leser durch das Fetische in dem Serie, über die Urwald der Emotion von Akteurer und durch die Grenze zwischen Osten und Westen! Ich staunte, wie sie Synchronizität so einfach verstehen, wie sie das Symbol einfach begreifen und mir folgen! Unglaublich ist es wie lieb die Leser sind und wie freundlich und gefühlsvoll sie mir mir ihre Gedanke teilen!
Jeden Tag schreiben sie mir, dass sie morgens und abends auf meine Texte warten, und wie meine Texte ihr Leben innerhalb paar Tagen verändern!
Das Blog in diesem Forum ist das einzige, wo keine Beschimpfungen stattfinden und Respekt, Freude an Film ausgetauscht wurde. Dann wurde ich als Gott, oder Mondgott verehrt – natürlich weil die Leser sehr jung sind und ich es selbstverständlich nicht missbrauchen.
Viele schreiben mir, ob ich den Film zu positiv beurteile und viele Flecken übersehen wollte. Ich antwortete, nein, das ist nicht meine Aufgabe Euch zu sagen, ob ich es gut oder schlecht finde. Wir schaffen ein Basis um die Filmsprache zu verstehen und zu disskutieren, ob Du es gut findest oder nicht, ist Deine Sache. Ausserdem ich will die Emotion nicht manipulieren, meine Rolle erlaubt mir es nicht, ich bin kein Politiker.
Gestern schrieb ich dass ich mich langsam abklingelte – ein Geschrei. Mein Leser in meinem Teeblog werden ungeduldig. Sie sagten, dann lass dich dort beurlauben. Sie brauchen mich noch für eine Weile – eben wegen Synchronizität!
Nie hätte ich gedacht, so eine elitäre Person wie ich so etwas schreiben würde! Nie hätte ich gedacht, dass ich mit dem Massen beschäftigen sollte. Ich bin ja in meinem Shui Tang an einer Seitengasse… Aber es ist vielleicht die Zeit, genau weil ich einen Brücke aufbauen will, ein Brücke zwischen mir und meiner Vergangenheit, zwischen Hier und Dort und zischen der Seitengasse und der Ozean!
Ihr werdet mich vielleicht noch ein bisschen vermissen, aber ich komme bestimmt wieder zurück! Jetzt möchte ich für meine Leute in Asien etwas tun.

Mein Offline Zustand

Das stimmt, dass ich lange das Blog nicht mehr erneuert habe. Das liegt an einem sehr merkwürdigen Grund…
Eigentlich ist es mir recht peinlich Euch es zu schreiben, aber ich möchte mich einfach hier entschuldigen.
Seit meiner letzten Asienreise beschloss ich mit meiner Vergangenheit mit meinem Heimat zu beschäftigen. In meinem Garten gibt es noch recht viele Ecken, wo ich nicht kenne und besuche. Diese Ecken kommen immer wieder zum Vorschein in einer fremden Stimme, die eine gewisse Dissonanz klingt!
Wie könnte ich einen Brücke für mich selbst, nicht für jemanden anders, zwischen Jetzt und meiner Vergangenheit und zwischen dem Osten, wo ich jetzt bin und dem Ost wo ich herkomme,und zwischen mir und meiner Familie?
Aus einem bestimmten Grund wurde ich aufmerksam gemacht über eine FernsehenSerie… Menglin und TV? Unmöglich. Jeder würde lachen, ich auch. Vor vier Monaten würde ich auch nie daran denken… Aber es ist wahr. Ich habe dem Trailer erhalten und spürte eine interessante fremde Resonanz… aus dem fremden Ecke meines Gartens. Ich hörte zu.
Dann steckte ich in diesen TV Serie.
Ich komme aus Universität und habe Werkzeug für Filmanalyse und Hermeneutik gelernt. Es fällt mir einfach nicht schwer, diese Serie auseinander zu nehmen. Ich entdeckte in diesen Serie viele spannende Felder und Werte, was Joseph Campbell als immer wieder kehrende universale Weisheiten bezeichnete. Eine Geschichte, die eigentlich mit vielen shamanistischen und Symbol arbeitet, ist Kulturgrenze überschreitend und decodierbar.
Aber diese Seirie hat China und Taiwan zum Kochen gebracht und zutiefst gespalten. Alle sind verrückt nach diesen Serie. Als Chinese diese Serie aus Taiwan erkannten, bracht es zu Kracht. Die Medien aus Taiwan und China schaukelt sich gegenseitig, rezitieren sich wechselseitig und heizen die Gemüter von beiden Ufer! Es wurde alles höchst emotional und in dem Internetforum ist unmöglich heiss! Ich war zuerst als teilnehmender Beobachter, weil ich plötzlich an diesem Zeitpunkt Interesse entdeckte, diese Effekte von diesen Serie zu verstehen – als ein Brücke zu Asien. Als es zu heiss wurde, beschloss ich vor einer Woche etwas zu tun.

Paar Notizen

Manchmal kann ein Tag ganz komisch anfangen.
Selten fahre ich Sbahn nach Zuerich, aber gestern schon. In Sbahn bin ich oft süchtig mit Handy und SMS schreiben wie alle anderen. Plötzlich fragte mich eine Dame, ob HB das nächste Stop ist. Ich sagte, es ist erst Hardbruecke. Plötzlich piepste mein iPhone und tippte noch ganz schnell paar Zeilen. Während ich Zeile tippte, fragten mich zwei Herren, ob nun Zürich Hauptbahnhof kam. Als ich gerade Antworten wollte, spürte ich, dass jemand meine Tasche rührte. Der Herr vor mir war leicht bedeckt mit seinem Anzug und seine Hand war gerade in meiner Tasche.
„Was haben Sie vor?“ Fragte ich ihn.
„Ach! Sorry!“ Er war so erstaunt.
Erstaunt, weil ich ihn fragte?
Dann sagte ich ihm mit einem Schalk: “ Passen Sie auf Sie auf.“

Ich habe immer noch alle in meinem Tasche. Es geschah allerdings sekundeschnell und ich haette alles verloren – mein Geld, meine Kreditkarte und Beweissmittel, um mich als Menglin zu identifizieren.

Dann kam ich ins Geschäft. Sofort wurde mir Blumen gebracht, dann ein Paket mit besten Nusstorte aus Piement. Dann Whisky und Bier, dann noch Ananas Kuchen aus Taiwan. Die Welle von Geschenke hielten bis jetzt immer noch an. Tim fragte mich vorhin, wie sollen wir alles essen? Ich weiss auch nicht.

Hmm, das Ganze verstehe ich bei einer Tasse Tee zum Nachdenken auch nicht. Zwei Diebe und viele viele Geschenke – solche Tagen. In der Nacht glaube ich, das mein Computer von Virus befallen wurden.

Hua Shi 花事 – Eine Angelegenheit von Blumen

Man hat Schnee angekündigt.
Auch wenn ich immer noch nicht viel rieche, keinen Geschmack emfpinde, wenn ich diesen Regen fallen sehe, weiss ich, dass Päonie es nicht vergisst zu blühen und unter diesem Regen leidet. Fast jeden Tag ging ich in den Garten schauen, rettete die Blüte, die zu retten waren. Ich stelle die zarten seidigen Blumen ins Wasser. Keine überlebt nach einer Nacht. Keine.
Hannes hat einen traumhaften Garten voller Päonie. Auch wenn ich keinen Geschmack habe, will die Blumen besuchen gehen. Blacka wollte mit. Dann kam Emma. Dann tauchte plötzlich Yumi. Am Ende war noch Sandro dabei. Sie wollten alle mit mir Päonie schauen gehen. Was für eine geschmacksvolle Angelegenheit? Mein Körper war in Zürich, aber mein Geist schwebte in einer anderen Zeit.
In der alten Zeit von China und Japan versammelten sich die geschmacksvollen Menschen um Schönheit des Lebens zu zelebrieren. (das Wort Geschmack – Feng Liu, wird in unserer Kultur anders verstanden. Es ist nicht die Menschen, die schönen Dinge tragen, besitzen und zeigen, sondern Menschen, die das Leben schön und sinnlich gestalten.) Man trifft sich zum Beispiel um Päonie zu bewundern.
Wir gingen zu Hannes. Es war kalt und leicht regenerisch.
Als Hannes unsere Mannschaft sah, hat nur gelacht – ja, Menglin hat immer eine Überraschung bereit. Er zeigte uns den blühenden Garten im leicht flüsternden Regen. Ich hörte wie Yumi seufzte, „wer hätte gedacht – das mitten in Zürich!“ „Wer hätte gedacht – dass wir heute zusammen diesen Blumengang machen? Wie ein Traum, nicht wahr?“ Ja… wie in der alten Zeit, es ist bloss hier und jetzt in Zürich!
Sie sagte mir, dass sie unbedingt zu mir gehen wollte und wusste, dass es ihr danach gut gehen wird. Ich stand zwischen den Blütenmeer, spürte unglaublich viel Anmut und Liebe. So standen wir alle in dem Zürcher Berg und genoss den einmaligen Augenblick unter den Blüten. Einmalig… Es kommt nie wieder zurück.
Die Päonie blühen, egal wie der Wind schimpft und wie der Regen tadelt. Sie wissen nur zu blühen, Jeder Schritt, den ich trete, jeder Atmungszug, den ich nehme und jeder Augenblick, den ich wahrneme, werden von dem Farbepracht und dezenten Duft gefüllt. Überall sind Päonie. Ich wurde ambivalent. Kann das Leben so verschwenderisch sein, wie diese Blumen grosszügig meine Sinne sättigen und mein Verlangen nach Schönheit befriedigen! Kann das Leben noch so schön bleiben, wenn diese Nacht vorbei eilt? Was ist dann, wenn niemand diese Blumen zu bewundern kommt? Verwelken sie in der Einsamkeit?
„Onejiang, was sollen wir machen? Hier eine Flasche Sake aufmachen, trinken bis wir betrunken werden? Dann können wir ein bisschen singen ohne Karaoke oder irgendein Gedicht schreiben ohne Form.“ ich seufzte – das Leben ist so komplett im Hier und Jetzt.
Hannes sagte, es sei kalt und nass. Also meine Idee war bloss ein Traum. Ausserdem lag eine Flasche Champagner im Kühlschrank.
Der Regen fiel. Die Nacht kam an. Die Blumen verschwanden in dem Moment, als ich Richtung Wärme lief.
Ich wünsche der Regen entscheidet sich rasch, ob er schneller vorbei zieht. Er sollte nicht zörgern. Seine schleichende Schritte würden mir weh tun. Päonie verträgt es nicht. Sie werden fallen.
Hannes war grosszügig. Er gab mir den von unserer Teereise nach Taiwan selbst gemachten Si Ji Chun aus 2009. Süss, blumig und gesprächig. Der Tee rundete den geschmacksvollen Abend.
Während ich auf den Weg nach Seebach fuhr, dachte immer noch an dem schönen Spruch meiner Vorfahren: Unter den Päonie zu sterben ist eine geschmacksvolle Tat!
Eine Angelegenheit von Blumen – eine Angelegenheit von Leben…

Hu Ji, Fremde Frauen

Hu Ji 胡姬. Fremde Frauen. In alten China bezeichnet man Fremde aus Norden und Westen gerne als Hu – die anderen.
Im 7. Jahrhundert vertreibte der Kaiser Li Shimin aus der Tang-Dynastie die „Hu“ aus Norden und diese vertriebenen Hus, kamen als die so genannten „Hunen“ in Europa an. Sie galten im Europa als eine grosse Bedrohung.
Kriemhild und Brünhild streiten vor der Kirche um den Vortritt. Kriemhild gewann den Streit, indem sie Geheimnis der Hochzeitsnacht von Brünhild enthülte. Die beleidigte Brünhild bewegte ihren Mann, der Bruder Brünhilds, um den germanen Held Siegfried zu ermorden. Die schöne stolze Kriemhild verlor ihren Mann und schwor auf Rache. Um die Mörder zu rächen heiratete sie den Hunen König und bewegte ihn, ihre Verwandte zu töten, die Siegfried ermordeten.
Ob es dieser Verwandtschaftsmord wirklich gibt, wissen wir nicht. Aber die Minnensänger haben diese Sage verewigt.
Ich liebe Nibelungenlied. Es zeigt uns deutlich, wer wirklich das stärkere Geschlecht ist und was für Kraft es ist, Menschen zum Verbrechen zu bewegen.
In der ähnlichen Zeit galt die Hauptstadt Chang-An der Tang-Dynastie als Paradies für Glücksuchende. Viele Fremde aus dem vorderen Orient in diese Stadt, eröffnete eine Art von Bodega und das Marketingstricks war der Weinverkauf durch die schönen Tänzerin.
Wir wissen nicht, ob diese schönen Frauen aus dem vorderen Orient freiwillig oder gezwungen nach Chang-An kamen. In der offiziellen Geschichte-Schreibung existieren sie nicht. Die einzigen Überlieferung von ihnen waren die Poesie.
Die Tang-Dichter, männlich und fantasievoll, fangten die anmutigen Blicke, engelhafte Gesänge und reizende Fremdheit in ihre Poesie auf:

卷发胡儿眼睛绿,高楼夜静吹横竹。一声似向天上来,月下美人望乡哭。直排七点星藏指,暗合清风调宫征。蜀道秋深云满林,湘江半夜龙惊起。玉堂美人边塞情,碧窗浩月愁中听。寒贴能捣百尺练,粉泪凝珠滴红线。胡儿莫作陇头吟,隔窗暗结愁人心。 (Li He 李贺) (790–816).)
Li He beschreibt, wie diese fremden Frauen aussahen: Haare voller Locken mit grünen Augen. In hohen Gebäude spielen sie Musik. Die Klänge sind himmlisch und versetzt uns ins Paradie, während die Schönheit im Mondschein weinten aus Heimweh. Der Weg nach Westen über Sichuan ist bereits im tiefen Herbst und voller Nebel. Der Fluss Xiang ist nun stürmisch und voller Gefall. Dein Heimweg ist voller Behinderungen. Unsere Schönheit ist voller Romantik von wilden Westen, aber wenn ich genau hinhöre, höre ich leichte Seufzer und Melancholie. Höre auf, meine Schönheit – Deine Stimme bringt den Zuhörer an der anderen Seite des Fensters in die dunkle Stimmung und zieht sein Herz im Schweigen zusammen.
Das war die Annährung eines chinesischen Dichters an eine fremde Frau Hu Ji aus dem Westen, die über die Seidenstrasse nach Chang-An kam. Wir wissen nicht, was diese Frau hinter sich gelassen hat und was für Wege sie hinterlegte. Wir wissen, dass der Dichter gerne bei den fremden Frauen und das fremde Getränk genossen hat. Was hinter diesen fremden Gesang verbirgt, bleibt für den Dichter geheimnisvoll. Der Dichter reist durch die fremde Frau in die fremde Welt. Seine Fantasie war der beste Begleiter. Der Traum wird zu einem Raum. Ein erfahrbarer Raum.

Ähnlich wie diese vielen jungen Frauen kam ich in die umgekehrte Richtung nach Westen. Im Herzen Europas eröffnete ich Shui Tang. Hier wird nicht Wein ausgeschenkt und Gäste mit Tanz verwöhnt. Es gibt lediglich Tee und manchmal Gespräche. Es ist ein Ort von Aufeinanderprallen der Kulturen und Begegnungsstätte für offenen Menschen. In diesem Herbst möchte ich gerne an einem Vollmondabend den Traum, der zuerst nur in unserer Fantasie bleibt, der uns mit Vorstellungskraft bewegt, das Andere zu begegnen, mit Musik, Poesie und Tee zu einem erfahrbaren Raum verwirklichen – am 21.September… Ich bin sehr gespannt.

Matroschka

Matroschka

Mein alter verstorbener Grossvater sagte oft, dass es keine Nachrichten eben gute Nachrichten sind. Man sollte anderen Menschen nicht suchen… Man sollte den anderen frei gehen lassen.
Es war seine Lebenshaltung.
Etwa um 3 am, kleingelte mein Telefon. Mit schweren Schritte ging ich ans Telefon – das kann nur aus Fernost und dann an diese private Nummer kann nur meine Familie sein. Es war mein Vater… ich bekam kalte Schweiss! Was ist passiert? „Ach, nichts. Ich habe verwählt. Papa liebt Dich.“ sagte er so alles in einem Satz.
Wieder mit schweren Schritten und versuchte einzuschlafen. Schwer.
Ich nahm alle Unterlage für meine Buchhaltung zu La Stanza. Die Musik ist sehr laut, der Raum gefüllt. Ein Zoo, sage ich immer. Wenn ich arbeite, brauche ich solche Umgebung. Warum denn? Als ich an der Uni war, war Macdonalds meine Bibliothek fürs lernen. Heute sagte Alexander zu mir, „Klar, Geborgenheit in der Masse. Verschwinden in den Menschenlichen Wogen.“ Klare Worte! Es trifft ins Schwarz.
Aus diesem Fenster machte ich nicht nur meine Zahlen-Spiele, sondern kreierte auch das getäuschte Gefühl wie an unserem alten Haus zu sein.
Gestern kam Kaspar zu Besuch und wir tranken allen verrückten Tees einen nach dem anderen. So in einem Teewolken begann ich an meine Kindheit zu denken. „Ja, die Beschäftigung mit Tee ist wie ein Stück meine Vergangenheit zu reparieren. Was scheinbar für immser unmöglich scheint.“ Auf einmal überwältigt mich das Gefühl die äusserste Puppe von Matroschka zu sein. Und innerhalb dieser äussersten Puppe sind viel viel anderen Puppen gefüllt. Viele Leben von anderen füllen mein Leben? Kann man wirklich sagen, dass unser Leben nur uns gehört? Wir sind bloss die äusserste Puppe von Matroschka.
Schicht für Schicht fing ich an zu zählen, wer alles mich gefüllt hat. Plötzlich sind meine Finger zu wenig. Schicht für Schicht räume ich eine Puppe aus einer anderen. Plötzlich ist die Puppe nur noch einzeln. Und sie sind so unrealistisch und unerträglich leicht. Eigentlich gehören sie alles zusammen… Ich bin ein Zusammenhang von meinem Vorfahren und von Menschen die mich jetzt begegnen und begleiten, auch von Menschen, die mich verlassen haben.
Ein Tee ist wie Matroschka. Schicht für Schicht – entdecken wir die Aromen in den Facetten. Eine Puppe (Teemensch) neben einer anderen füllen das ganze des Tees. Ich werde bei einer Tasse Kaffee über die Matroschka von Lalashan erzählen. Und ein Tee, der tatsächlich ein Matroschka ist, ist Lishan Hochland, der über Holzkohle geröstet ist.

Meine Grossmutter insistierte in meiner Kindheit immer, an jeden Tag – Licht durch den ganzen Tag zu brennen. Sie sagte, wenn das Licht brennt, findet jeder den Weg nach Hause. Das Licht brennte und brennt heute immer noch an unseren Familie-Altar. Ich weiss nicht wie lange noch. Vielleicht werde ich in Zürich auch anfangen so ein Licht anzuzünden. Denn die Matroschka geht immer weiter – solange Licht brennt, findet immer jemand den Weg zu ihm nach Hause.
An diesem Fenster in La Stanza – fühlte ich mich so nah an Taiwan. Vor allem an die alten Werte Taiwans…

Fragezeichen

Eigentlich wollte ich nur eine Augensalbe kaufen. Zufällig entdeckte ich ein schönes Parfüm und kaufte es für Blacka. Während es verpackt wurde, unterhielt ich mit der jungen Apothekerin. Sie empfiehlt mir verschiedene Parfüm zu mischen. Ich antwortete ihr, dass ich einzelnen Duftstoff bevorzuge. Meine Nase ist zu gut, dass ich kein Parfüm trage. Mich stört meiste Parfüm, was meine Kunde in Shui Tang tragen, vor allem zur Degustation oder Seminare. Ihr erzählte ich, dass einzelne Duftnote unterschiedlich im Körper und Geist wirkt und ich sehr viel Respekt habe vor dieser Wissenschaft. Als Mädchen hörte ich immer von meiner Mutter, dass man bestimmte Lebensmittel nicht miteinander komibinieren sollte und was eine Frau essen oder nicht essen sollte. Alles was man nimmt, hat eine energetische Wirkung. Unsere Lifestyle-Gesellschaft ist zu beliebig und mischt alles zum kommerziellen Erfolg. Die Augen der jungen Apotherin wurden immer grösser und grösser. „Wo kann ich es auch lernen? Bilden Sie Menschen aus? Kann ich zu Ihnen kommen?“ Ich wurde sprachlos und in der Verlegenheit gab ich ihr meine Handynummer und Adresse von Shui Tang.
Auf dem Rückweg dachte ich immer noch an diese Begegnung. Was war das eigentlich, was diese junge Frau bewegt, mehr von dieser alten Kultur lernen zu wollen?
Tim kam vor zwei Monaten zu Shui Tang und lernt ganz fleissig die Welt des Tees kennen. Höflich, zurückhaltend und anständig – alle beste Swiss-Ness. Ich scherzte zu ihm, dass er seinem Vater fragen muss, ob er weiterhin zu mir kommen darf. Denn er wird wild – mit mir. Alle Gongfu-Cha Video studierte er bereits in YOu-Tube. Als er die erste harte Stunde von mir erhielt, schrie er, dass alle diesen Filme nichts taugen. Ich sagte ihm, Gongfu Cha lernen ist nicht nur auf dem Teetisch schauspielen. Er muss lernen zuerst Dreck weg zu tragen und andere Menschen zu tragen. Also, „Wann willst Du denn putzen kommen? Frage Mal Deiner Eltern, ob Du kommen darst.“ Er kam zu putzen . sogar freiwillig! Als ich in Taiwan war, schrieb er mir APP, wie er mit Freude Shui Tang geputzt hat! Morgen wollte er zu Shui Tang kommen, Pakete auszupacken. Harte Arbeit, die ich nur widerwillig machen würde… Ich staune, was ist eigentlich das, was diesen 15jährigen Junge bewegt, für nichts zu arbeiten? Was ist das egentlich, was eine junge Seele anzieht, von einer alten „nutzlosen“ Kultur zu lernen?
Barry lernte ich zufällig kennen. Mein Englisch erlaubt mir nicht, tiefgründiges Gespräch mit ihm zu führen. Aber die Liebe zu der alten Kultur Chinas, Tee und Musik verbinden uns. Gestern kam er kurz vor seinem Konzert in Tonhalle für eine Stunde in Shui Tang. Ich erzählte ihm, was Tee und Musik mich bewegt. Er sagte mir, dass er einmal für einen Abend zu mir kommen würde für mich in Shui Tang zu spielen. Etwas zu improvisieren bei einer Tasse Tee – einfach so, für nichts und für Freude! Ich war sehr berührt. Nach seinem Besuch befand ich mich immer noch in der Sprachlosigkeit. Warum würde ein erfolgreicher Musiker, etwas tun für Tee?

Montag Abends wurde ich eingeladen zu einem Treffen, wo ein Journalist aus Taiwan kam und viele „erfolgreiche“ taiwanesische Geschäftsleute mit Botschaft zusammen kamen. Ich war der einzige Störfaktor in den ganzen Abend. Die eifrigen Taiwanese wollen die Schweiz als ein Erfolgmodell verstehen und verklären das, dass es alles wunderbar läuft in der Schweiz. Keine soziale Konflikte, keine politische Auseinandersetzung und keine Sorge für die Zukunft. Aus meiner teilnehmenden Beobachtung in Shui Tang, weiss ich, dass die soziale Scherer in Zürich immer und immer grösser wird – zwar in einem Ausmass, was ich selbst staune. Wie viel versteckte Armut und prikäre Wohlstand in diesem Land vorhanden sind, kann man einfach nicht Augen zumachen. „Du kennst nur arme Leute in der Schweiz.“ ettiketierte mich eine erfolgreiche Finanz-Expertin am Goldlküste. Ich stimmte ihr zu mit einem Schalk. Arme Menschen sind nicht armselig. Reiche Menschen sind reich an Sorgen. Das Geld ist nicht das Mittel, Menschen gegenseitig zu spalten, sondern das Mittel um das Leben zu erleichtern. Ich freue mich, Menschen mit wenigen Geld kennen zu lernen, genau so freue mich, reiche Menschen zu begegnen. Die Schweiz wurde verklärt, während Taiwan – unser Herkunftsland nieder gemacht wurde. Ich versuchte stets Gegenfrage zu stellen und störte den Abend. Ich versuchte, den Anwesenden klar zu machen, dass der Weg, so wie man heute geht – totale Fokus auf den ekonomischen Erfolg und die materielle Sicherung zum Krieg und Auseinandersetzung zwischen Generationen und Völker führen werden. Viele Menschen im Westen fangen an, auf Osten zu projizieren! Und was liefern wir denn eine Alternative für diese Menschen, die eine andere Lösung haben wollen, was ihre gewöhnte?
Was tun wir, während viele Menschen in Okzident anfangen, über ihre eigene Gesellschaft zu relfektieren und von der alten Kultur aus Fernosten lernen zu wollen? Wir haben uns doch selbst so entfernt von unseren Wurzeln! Das Kolletive – wenn ich es sagen darf – bleibt in China in der Haltung gegenüber Westen immer noch in der kollektiven Verletzung nach dem Opiumkrieg.
Wenn wir das Modell von Okzident ablehne, wie es seit 500 Jahren Raubbau an unserer Erde getrieben hat, was haben wir als ein Asiat, ein Modell von Orient zum Nachdenken anzuregen?
Ich habe viele Fragezeichen und wenig Weisheit. Ich spüre nur von meinem Herzen, dass es vieles nicht mehr so weiter geht. Wir sehen keinen Weg, weil wir immer im Kreis drehen, anstatt in uns zu glauben, dass die Zukunft in dem Reichtum unseren Herzen geboren wird – nicht ausserhalb von uns. Auch wenn ich in jenem Moment verspottet wurde, war es mir wichtig, zu mir zu stehen, obwohl ich es oft nicht kann.
Es ist sehr kalt in Zürich. Meine Augen und Fuss tun weh. Es ist die Zeit aufzuhören, weiter zu fragen…

Zeitfenster

Ich bin ein spontaner Mensch und habe sehr Mühe mit Agenda und Pünktlichkeit. Doroles fragte mich, ob wir ein Zeitfenster am einen Abend kurz vor meiner Abreise finden. Ein Zeitfenster? Ich bin entzückt von diesem Ausdruck!
Ein Zeitfenster! Wenn man an dieses Fenster anlehnt, könnte man die Zeit als Landschaft betrachten? Kann man aus diesem Fenster den Ablauf der Zeit festhalten?
Heute sagte Tämer, dass die Zeit in Shui Tang anders ticke.
Am den Teetisch in Shui Tang exisitert keine Zeit, nur Veränderungen.
Der Tisch gleicht ein Fenster, wo Zeit rasch vorbei zieht und kaum Spuren hinterlässt.
Als ich den Film Cloud Atlas anschaute, hatte ich das Gefühl am einen Zeitfenster zu stehen. Was hat die Zeit dort überhaupt zu bedeuten? Es sind bloss Wiederholungen von einem bestimmten Muster, das auf ein Durchbrechen wartet. Der Umweg, der wegen mangelnder Bereitschaft des Erkenntnis, eine Bedeutung erhält und uns etwas bereichert als Hinweise unserer Konditionierung. Ich weinte immer wieder im Kino. Was bringt einem, dass man weiss, etwas wiederholt wird? Was verhindert einen, wenn man weiss, dass er diesmal eine Chance hat?
Wie am einen Zeitfenster zu stehen – fühle ich mich, wenn ich den Buddhas Hand aus Shiding aufgiesse, wenn niemand anders bei mir ist, dann sehe ichmich vor vielen Jahren, als ich zum ersten Mal diesen Tee trank und mehr und mehr unbewusst auf diesen Teeweg hineingezogen wurde – ohne zu ahnen, was mein Leben verändert!
Als Nojiri Sensei vor paar Wochen plötzlich in Shui Tang auftauchte, liess sie mich nur eins wissen: „You must become normal!“ Ich muss wieder normal werden… sie meinte meinen Fuss – normal wieder auf Tatami zu gehen und Tee weiter machen! Sie schaute direkt in meine Augen und ich in ihre. „Yes, I will.“ Es war kein Versprechen, sondern eine Feststellung. Drei jahren waren vergangen, nachdem ich sie zum letzten Mal sah, was hat hinterlassen? In ihren Augen erkenne ich etwas wieder, was ich schon immer kenne – unsere Verbindung. Das Fenster zu dem Fluss der Zeit – ist unser Augen.
Vor zehn Jahren begegnete ich Peter in Ballenberg, als er noch dort die Drogerie führte. Er hat ohne mich zu kennen, mir einfach reichlich beschenkt. Etwas, was man nie mit Verstand begreift. 10 Jahre dazwischen, es sind vieles passiert… Wir sind uns nie wieder begegnet. 10 Jahre später tauchte er plötzlich vor meinen Augen in Shui Tang auf. Es war ein verschneiter Tag. Ich sah ihn und in seinen Augen erkannte ich etwas wider, was sich nicht verändern lässt. Es ging ihm nicht gut – und das musste er mir nichts sagen. Ich packte paar Dinge zusammen, die mir in jenem Moment einfielen und schenkte ihm weiter. Er schaute mich kurz an und öffnete die Tür und verschwand in die Dunkelheit. Wir werden uns wiedersehen. Es war wie ein leicht geöffneter Fenter der Zeit. Eine kleine Spalte, als ob man etwas dadurch erahnen könnte.
Wir hatten tatsächlich einen Zeitfenster gefunden und gingen essen und trinken. Ihre geistreiche Art tröstet eine reisende Seele zwischen Welten sehr. Auch ich bin bereit mein Leben zu verändern und zu lernen, meine Muster durchzubrechen. Vielleicht werde ich am letzten Tag in Shui Tang nicht vor Nervenzusammenbruch weinen, auch wenn ich in den letzten drei Jahren immer an diesen Tag tat. Vielleicht lerne ich auch einen Uebergang zu schaffen vor Hier und Dort. Vielleicht lehne ich öfters an einem so genannten Zeitfenster und schaue einfach nur zu, was geschieht.