Hu Ji, Fremde Frauen

Hu Ji 胡姬. Fremde Frauen. In alten China bezeichnet man Fremde aus Norden und Westen gerne als Hu – die anderen.
Im 7. Jahrhundert vertreibte der Kaiser Li Shimin aus der Tang-Dynastie die „Hu“ aus Norden und diese vertriebenen Hus, kamen als die so genannten „Hunen“ in Europa an. Sie galten im Europa als eine grosse Bedrohung.
Kriemhild und Brünhild streiten vor der Kirche um den Vortritt. Kriemhild gewann den Streit, indem sie Geheimnis der Hochzeitsnacht von Brünhild enthülte. Die beleidigte Brünhild bewegte ihren Mann, der Bruder Brünhilds, um den germanen Held Siegfried zu ermorden. Die schöne stolze Kriemhild verlor ihren Mann und schwor auf Rache. Um die Mörder zu rächen heiratete sie den Hunen König und bewegte ihn, ihre Verwandte zu töten, die Siegfried ermordeten.
Ob es dieser Verwandtschaftsmord wirklich gibt, wissen wir nicht. Aber die Minnensänger haben diese Sage verewigt.
Ich liebe Nibelungenlied. Es zeigt uns deutlich, wer wirklich das stärkere Geschlecht ist und was für Kraft es ist, Menschen zum Verbrechen zu bewegen.
In der ähnlichen Zeit galt die Hauptstadt Chang-An der Tang-Dynastie als Paradies für Glücksuchende. Viele Fremde aus dem vorderen Orient in diese Stadt, eröffnete eine Art von Bodega und das Marketingstricks war der Weinverkauf durch die schönen Tänzerin.
Wir wissen nicht, ob diese schönen Frauen aus dem vorderen Orient freiwillig oder gezwungen nach Chang-An kamen. In der offiziellen Geschichte-Schreibung existieren sie nicht. Die einzigen Überlieferung von ihnen waren die Poesie.
Die Tang-Dichter, männlich und fantasievoll, fangten die anmutigen Blicke, engelhafte Gesänge und reizende Fremdheit in ihre Poesie auf:

卷发胡儿眼睛绿,高楼夜静吹横竹。一声似向天上来,月下美人望乡哭。直排七点星藏指,暗合清风调宫征。蜀道秋深云满林,湘江半夜龙惊起。玉堂美人边塞情,碧窗浩月愁中听。寒贴能捣百尺练,粉泪凝珠滴红线。胡儿莫作陇头吟,隔窗暗结愁人心。 (Li He 李贺) (790–816).)
Li He beschreibt, wie diese fremden Frauen aussahen: Haare voller Locken mit grünen Augen. In hohen Gebäude spielen sie Musik. Die Klänge sind himmlisch und versetzt uns ins Paradie, während die Schönheit im Mondschein weinten aus Heimweh. Der Weg nach Westen über Sichuan ist bereits im tiefen Herbst und voller Nebel. Der Fluss Xiang ist nun stürmisch und voller Gefall. Dein Heimweg ist voller Behinderungen. Unsere Schönheit ist voller Romantik von wilden Westen, aber wenn ich genau hinhöre, höre ich leichte Seufzer und Melancholie. Höre auf, meine Schönheit – Deine Stimme bringt den Zuhörer an der anderen Seite des Fensters in die dunkle Stimmung und zieht sein Herz im Schweigen zusammen.
Das war die Annährung eines chinesischen Dichters an eine fremde Frau Hu Ji aus dem Westen, die über die Seidenstrasse nach Chang-An kam. Wir wissen nicht, was diese Frau hinter sich gelassen hat und was für Wege sie hinterlegte. Wir wissen, dass der Dichter gerne bei den fremden Frauen und das fremde Getränk genossen hat. Was hinter diesen fremden Gesang verbirgt, bleibt für den Dichter geheimnisvoll. Der Dichter reist durch die fremde Frau in die fremde Welt. Seine Fantasie war der beste Begleiter. Der Traum wird zu einem Raum. Ein erfahrbarer Raum.

Ähnlich wie diese vielen jungen Frauen kam ich in die umgekehrte Richtung nach Westen. Im Herzen Europas eröffnete ich Shui Tang. Hier wird nicht Wein ausgeschenkt und Gäste mit Tanz verwöhnt. Es gibt lediglich Tee und manchmal Gespräche. Es ist ein Ort von Aufeinanderprallen der Kulturen und Begegnungsstätte für offenen Menschen. In diesem Herbst möchte ich gerne an einem Vollmondabend den Traum, der zuerst nur in unserer Fantasie bleibt, der uns mit Vorstellungskraft bewegt, das Andere zu begegnen, mit Musik, Poesie und Tee zu einem erfahrbaren Raum verwirklichen – am 21.September… Ich bin sehr gespannt.

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