Das Opiumbett, der Zoll und das Glück

Es ist eine Zitterpartie vor der Einweihungsfest. Ich zitterte lange wegen dem Opiumbett, seine Kissen und das Transport überhaupt!

Das Bett kam endlich pünktlich in Karlsruhe an und wartete auf das Abholen. Über die Spedition würde es erst im September ankommen. Also, ich musste selbst das Transport organisieren. Die Frage war wie! Wer konnte mir überhaupt helfen? Als ich total verzweifelt war, gab mir Jörg seine Hand und wir trafen uns in Karlsruhe, um das Bett abzuholen. 

Alles ging ganz gut. Ich konnte sogar bei Aldi shoppen… 

Als wir endlich in Basel am Zoll ankamen, winkte die schweizer Zollbeamtin uns und verlangte mir, dass ich zuerst die Einfuhr-Abfertigung tätigen sollte. Ich fragte sie zurück, ob ich nicht zuerst die Waren ausführen sollte? Sie sagte, nein, es sei egal und sie hätte keine Lust mir nach zu springen!

Also, ich ging ganz brav zum Schweizerzoll und erledigte die Sache und wartete ganz brav bis die Beamten ihre Unterhaltung beendeten. Zoll bezahlt und das schweizer Stempel erhalten. Also ab zum deutschen Zoll.

Dann beschwerte sich der deutsche Zollbeamte, dass ich ihm nicht einen guten Tag sagte. Ich entschuldigte mich für meine Unhöflichkeit. Dann sagte er mir, dass ich 3 Minuten zu spät kam, denn für gewerblichen Ausfuhr ist die Bürozeit bereits seit 3 Minuten zu Ende! Ich bekomme keineswegs den wertvollen deutschen Stempel! Ich konnte zuerst nicht glauben und versuchte mit ihm zu reden. Er war sehr abweisend und verhielt sich – eben wie ein Beamter voller Macht.

Alles vergeblich! Ich spürte Wut in mir und wollte nicht aufgeben. Dann lief ich mit Jörg zum Transit-Zollbüro und hoffte auf ein Glück. 

Unter der heißen Sonne schlug mein Herz so schnell und mein Blut kochte.

All meine Bemühung war vergeblich. Der Beamte sagte mir, dass das Möbelhaus mir einen falschen Ausfuhrzettel ausfüllte und ich damit so wie so keinen Stempel bekommen würde. Das bedeutet, Verlust von viel Geld – in meinen Augen.

Ich verstand die Welt plötzlich nicht mehr! 

Als ein Fremder in einem fremden Land Unternehmen zu gründen, kostet viel Mut, Ausdauer und Kraft. Ich bemühe mich ganzer Zeit, alles korekt, richtig zu handeln, ich bemühe mich, mich anzupassen, so zu handeln, damit Shui Tang eine Chance hat. Aber nur weil eine Zollbeamtin keine Lust, hinter mir zu rennen, verpasse ich die reguläre Ausfuhrbürozeit. Dann wegen fremder Verschuldung kann sehr viel Geld verloren gehen! Wenn ich selbst alles verschuldet hätte, hätte ich zu mir sagen können, Selbstschuld! Ich hätte eine Chance an mir zu arbeiten, mich zu verändern und diesen Fehler nie mehr wieder passieren zu lassen. Aber nun!

Jörg konnte gut mit mir umgehen. Er ließ mich laut weinen. Ich musste zuerst an der Autobahn ganz lauft weinen. Bis ich genug hatte, dann wollte ich unbedingt ein Glas Bier!

Nun steht das schöne Daybed in Shuitang und die Geschichte mit dem Zoll werde ich nie vergessen.

Gestern sagte Reto zu mir, „Weiß Du, liebe Menglin, vielleicht sollst Du Dich nicht mehr so viel bemühen. Dann wirst Du auch weniger wollen. Vielleicht liegt dort die innere Freiheit.“ Seine Worte waren weise. Ich hörte nicht auf, mich selbst in Frage zu stellen. Wo ist das Balance zwischen Mühe geben und Gleichgültigkeit?

Eins weiss ich, dass die Menschen nicht glücklich sein können, wenn sie andere Menschen shikanieren müssen!

5 Gedanken zu „Das Opiumbett, der Zoll und das Glück

  1. Joseph F. Achermann

    Liebe Menglin

    Ich kann den beschriebenen Vorfall gut nachvollziehen. Das war wirklich sehr mühsam für dich!

    Die Balance zwischen Engagement und Gleichgültigkeit zu finden, ist auch für mich in meinem Leben und Beruf eine tägliche Herausforderung.

    Ich freue mich auf SHUI TANG.

    Herzlichen Dank für die wunderschön gestaltete Einladungskarte. Ein Kunstwerk für sich.

    Big hug

    Joseph

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  2. Menglin

    Es ist nicht, dass ich sauer bin. Es ist, dass ich ausgeliefert war durch die Fremdbestimmung. Es war nicht mein Schuld, dass es nicht geklappt hat.
    Wenn es meine eigene Verschuldung gewesen wäre, wäre es für mich eine Erleichtung. Denn ich könnte diese Situation verändern, indem ich an mir selbst arbeiten.
    Andererseits war e wohl einfach die Lektion, Dinge zu akzeptieren, so wie es ist.

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  3. Suzanne

    Oh, Menglin, es tut mir so leid, das mit diesem blöden Zoll! So gemeine Zollbeamte, das sollte es gar nicht mehr geben.

    Wahrscheinlich ist es ein ganz kläglicher, jämmerlicher Typ, der so tut, als habe er viel Macht.

    Ich hoffe, Du konntest Dich mit dem Glas Bier ein bisschen beruhigen – es hilft ja manchmal ganz gut 😉

    Ich wäre sicher auch völlig fertig gewesen … 😦

    Aber das schöne Möbelstück ist jetzt da; das ist die Hauptsache – und der dämliche Zoll kann daran überhaupt nichts ändern.

    viele liebe Grüße! Suzanne

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    Antwort

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