Archiv für den Tag 26/09/2008

Ein Buch zu einer guten Tasse chinesischen Tee

Gerhard bat mir ein Buch für ihn aus Taiwan bei meiner kommenden Asienreise im November zu besorgen, ein Buch wie eine Reise in die chinesischen Vergangenheit.

Sicher kenne ich das Buch im Chinesisch sehr gut, wußte allerdings nicht, dass es bereits ins Deutsch übersetzt.

Wangshi Bing  Bu Ru Yan – Vergangenheit vergeht nicht wie Rausch

往事并不如烟

Zheng Yihe 章诒和

Vergangenheit vergeht nicht wie Rausch, eines meiner Lieblingsbücher. Zhang Yihe, einer meiner Lieblingsschriftsteller. Fast alle Bücher von ihr habe ich hier in meinem Regal. Als Tochter des früheren chinesischen Verkehrsminister 50er Jahren aufgewachsen, die politische Verfolgung beobachtete, selbst verfolgt wurde und immer noch kritisch bleibt, ist Zhang eine der mutigsten Frauen in China. Durch ihre sonderbare Familie und ihr frei denkenden und vielseitigen Vater (sogar in Deutschland studierte) erlebt sie die schönsten Künste Chinas, außergewöhnliche Persönlichkeiten und schrieb in ihrer einzigartigen Stil diese Geschichte nieder.

6 Geschichte, 6 Möglichkeiten zum wahrhaften Leben in einer verräterischen Epoche des modernen Chinas, 6 Abschiede zur chinesischen Vergangenheit. (ich liebe insbesonders die zwei Beiträge über Shi Liang und Kang Tongbi, zwei weibliche Portait, zwei einzigartige Persönlichkeiten.)

Vergangenheit vergeht oft wie Rausch – für manche und für meisten.

Zhang verdreht den beliebten chinesischen Satz um und sagte, „Vergangenheit vergeht nicht wie Rausch.“ Sie will es nicht paasieren lassen und lässt es auch nicht zu. In einer rasch vergangenden Welt ist heute alles bald vergangen. Was bleibt, ist das Gefühl wie Rausch.

Momente bei einer Tasse Tee – wenn man sich überhaupt eine gönnt, vergehen solche Momente nicht wie ein Rausch, oft eher wie eine Reise in die Vergangenheit, eine Reise, die oft auch weh tut.

Ich möchte das Buch in meinem Regal nicht vermissen.