Archiv für den Monat September 2006

Haigata 7. Schritt

Haigata 7. Schritt

Die Asche muss das Feuer ertragen. Darum schreiben wir ein Wasser Zeichen auf das Tal, wo glühende Holzkohle hinplaziert werden. Das Yi-Jing wasser Zeichen wird geschrieben. Feuer und Wasser werden balanciert. Das Feuer ruht auf das Wasser…

Da diese Asche-Form ist für die Sommer-Zeremonie bestimmt, suggestiert man ein Prise Kühle durch Schnee (weisse spezielle Asche) in den warmen Tagen. Balancieren und Leben mit dem kosmischen Rhythmus ist der Geist des Tees.

So, die Holzkohle Zeremonie Sumi kann nun beginnen.

Haigata 6. Schritt

Haigata 6. Schritt

Nach dem vorderen Gipfel fertig geformt ist, kommt das Abschneiden des Berges. Man fängt zuerst die linke Seite neben dem linkem Fuss von Gotoko an.

Anschliessend kommt das Formen von hinterer Bergseite. links nach rechts, zuerst der nähere (zu uns) Teil und dann der weitere Teil (zu Furo – Topf). Alles möglich in einem Zug.

Bevor man mit dem Tal – Formen beginnen, sollte man zuerst mit ein Stück Holzkohle probieren, ob das Tal tief genug ist. Holzkohle sollte natürlich nicht Kama (Gusseisen Kessel) berühren. Man kann die überflüssige Asche entfernen oder neue hinzufügen. Dann Asche im Tal einfach gegen dem Gipfel drücken. Vorschlag von Meister Haas in Freiburg: zuerst mit der linken Seite an fangen und beenden die Form an der rechten Furowand.

Naja, mein Werk sieht nicht ganz perfekt aus. Man sieht, die Asche-Form war voller Falten… Denn ich wollte die Form nochmals und nochmals korrigieren. Es ist natürlich nicht besser geworden, sondern noch schlechter…

Haigata 4. Schritt

Haigata 4. Schritt

Arsche Formen: man fängt zuerst die vordere Seite an. Von links nach rechts mit Werkzeug Haisaji (Geräte für Ascheform). Keine Kraft anwenden, nur ziehen. Es sollte eine gleichmässige flache Oberfläche entstehen.

Das ist das erste Gipfel.

Haigata Schritt 1

Haigata Schritt 1

Gestern musste ich Haigata üben – die erste Schritt, um eine Sommer Teezeremonie vorzubereiten. Das Asche Wird zu einem Tal und zwei Bergen geformt.

Hai – Asche auf Japanisch.

Hier die erste Schritt, die Bergen und das Tal zu formen. Das gelbe Eimer ist von vollem gesiebten Asche.

Lu Yu

Lu Yu ist bekannt in der Welt durch sein monumentales Teebuch Cha Jing. Als er lebte, war er ein einsamer Mensch, der nicht wusste woher er kam und wohin er gehörte. Als Findelkind wuchs er beim Zenmönch Zhiji im Kloster Longgai Si auf. Er mochte das Klosterleben nicht und stritt oft mit seinem Zieh-Vater, der vergeblich versuchte, aus ihm einen Mönch zu machen. Er widersprach oft Zhiji, so dass er das Kind zum Troilette-Putzen und als Hirte bestrafte. Die einzigen harmonischen Momente zwischen den beiden waren wohl beim Tee. Zenmönch Zhiji trank gerne Tee und Lu Yu konnte Tee sehr gut zubereiten. Es wurde erzählte, dass Zhiji nicht mehr Tee trank, als Lu Yu das Klosterleben endlich verließ. Vermisste er sein Kind, aber war er an ihn gewöhnt?

Statue von Lu Yu Statue von Lu Yu in Xian.

Lu Yu verließ das Kloster und ging in den Lebensozean. Er sucht nach sich selbst in der Wanderschaft.

Lu Yu wurde zuerst ein Schauspieler oder besser gesagt Wanderkünslter. Er war kein schöner Mann und litt unter Sprachfehler. Aber er stritt gerne und provozierte Menschen am liebsten. Er hatte Humor, konnte wie Charles Chaplin Comedie improvisieren. Er war musikalisch und zugleich ein Poet. Aber Tee war sein Haupttalent. In seiner wanderschaft wurde er entdeckt von Mandarinen, die Teeliebhaber waren. Er lernte Teeliebhaber kennen, die ihn schätzten und folgten. Er wurde berühmt und seine Ruhm weht sogar in den Kaiserhof. Trotz allem lebte er sein Lebenslang zurückgezogen in einer Einsiedelei, lehnte den Ruf aus dem Kaiserhof ab. 804 starb er allein in Zhejian, aber man wusste nicht, wann und wo er wirklich geboren wurde.

In der Legende wurde erzählt, dass der Kaiser die Teekunst von Lu Yu testen wollte. Er holte Zenmönch Zhiji in den Hof und ließ ihn Tee trinken. Obwohl Lu Yu oft mit seinem Ziehvater Konflikte hatte und ihn endlich verließ, war ihre Begegnung im Tee immer eine direkte geistige Berührung. Mönch Zhiji erkannte den Tee seines Findelkindes zwischen verschiedenen servierten Teetassen und dies beeindruckte den Kaiser. Er war tiefst berührt von der Teekunst von Lu Yu unddie geistigen Kontakte zwischen den beiden.

Als Zhiji starb, war Lu Yu in seiner Wanderschaft. Als Lu Yu es erfuhr, war alles bereits vergangen. Er dichtete sein Bereuen und Schmerzen:

Ich beneide keine goldene Schale, auch keine Jade-Tasse,

Ich beneide niemanden in den Hof und niemanden im Palast.

Das einzige, was ich beneide, ist der Fluss Xijiang, der jedentag der Stadt Jingling (wo Zhijis Kloster lag – in heutigem Provinz Hubei) entlang floss.

Seit gestern fühlte ich mich nicht wohl. Schmerzen füllt den Tag. In diesem miserablen Moment vermisse ich besonders meine Familie – ein Ort der Sehnsucht und zugleich Auseinandersetzung. Vielleicht werde ich irgendwann Ende meiner Wanderschaft das Lied singen: wäre ich der Keelung-Fluss, der immer der Stadt Taipei entlang floss?

 

Tee und Buddhismus

Wer sich noch mehr für die Wechselbeziehung zwischen Tee und Buddhismus in China interessiert, könnte man diese Seite von Fo Guanshan Tempel anschauen.

In Taiwan gibt es eine Tee-Vereinigung: Nicht-Ich Tee Treff. Es wird jedes Jahr grosse Tee-Zusammenkunft organisiert, wo sich Teefreunde von Kinderalter bis unbegrenzten treffen. Dort wird Tee zubereitet und serviert. Die Nicht Ich Tee Vereinigung (Wu Wo Cha Hui) gibt verschiedene Regelung zum Tee-Zubereitung und Tee Servieren heraus. Man bereitet Tee zu, serviert ihn und trinkt ihn, um die Grenze des Egos (der Geist, der stets unterscheidet zwischen Ihnen und Außen, zwischen Gut und Schlecht und zwischen Freund und Feind) zu überstreiten. Tee und Zen hat den gleichen Geschmack (auf Japanisch: Cha Zen I Chi Mi; auf Chinesisch: Cha Chan Yi Wei).

Teegedichte und Teepoet

Tang-Dynastie in China war nicht nur ein Reich mit starker militanten Macht, sondern ein kultureller Höhepunkt der chinesischen Geschichte. In dieser Zeit wurde die Hauptstadt Chang-An (heutiger Xi-An) das Vorbild von der japanischen Hauptstadt Kyoto und die chinesische Sprache die Sprache der aristokratischen Klassen ganzer Ostasien.

ChajingCha Jing. Drei Teile.

Lu Yu lebte in dieser Zeit. Wir kennen ihn im Westen gut wegen seinem verewigten Teebuch – Cha-Jing. Lu Yu hatte viele Teefreunde, darunter Yan Zhenqing (ein legendärer Kalligraph) und ein Zen-Mönch Jiao Ran (730-799).

Jiao Ran ist hier unbekannt, obwohl er aufgrund einer Einladung von Yan Zhenqing mit Lu Yu zusammen ein Buch geschrieben hat. Es wurde erzählt, dass Lu Yu eine Tee-Pavillon im Tempel (Miaoxi Si) baute. Bei der Einweihung kalligraphierte Yan, während Jiao Ran Gedichte imporvisierte. Es war ein grosses „Event“ und wurde als eine außergewöhnliche Angelegenheit übermittelt – ähnlich wie heute „Stars auf der roten Teppich in Cannes“… Jiao Ran hinterliss viele Teegedichte.

Weil Jiao Ran ein Mönch ist, würde man auf projieren, dass er ein ersthaftes und asketisches Leben fuhr. Im Westen hat man wohl eine „starke“ moralische spirituelle Vorstellung, die in alten China nicht ganz gelebt wurde. Nein, Jiao Ran trank gerne Wein! Er hat auch gerne schöne Frauen.

Es wurde erzählt, dass er mit der schönen berühmte taoistische Priesterin Li Jilan gut befreundet war. Li war nicht nur schön, sondern musikalisch und poetisch talentiert. Eine schöne Frau in alten China bedeutet nicht nur die äußere Schönheit, sondern auch die innere Tiefe – anders als die heutigen Hollywood-Schönheiten. Li wurde – laut Legende – sogar von Kaiser Li Rongji ins Hof geholt. Sie weihte beim Kaiser als Gast für ein Monat und man wusste nicht viel, was für spirituelle Erfahrungen ausgetauscht wurden.

Jedenfalls kam Li Jilan eines Tages zu Besuch. Jiao Ran und Li vergassen die Zeit bis die Kerzen erlöschte. Es war bereits tiefer in der Nacht. Nach dem Abschied von Li, schrieb Jiao Ran ein Gedicht über diese Momente:

Die Göttin kam mich prüfen, wollte die Blume auf mein Kleid streuen;

Das Zen-Herz reagierte nicht darauf, brach ihr die vollständige Blume zurück.

Wir wissen nicht, was wirklich geschah.

Jiao Ran hat noch viele andere Tee-Gedichte. Er beschrieb einmal, als er mit Lu Yu Tee degustierte:

Im September im Berg-Tempel, der Herbt vergelbt auch die Chrysathemen am Ostzaun. Gewöhnliche Menschen bevorzugen Wein, wer versteht eigentlich die Sprache des Tees?

Ein anderes Gedicht:

Die erste Schale wäscht meine Verblendungen. Das wahre Gefühl füllt den Raum zwischen Himmel und Erde.

Die zweite Schale klärt meinen Geist, wie der Regen Staub weg spült.

Die dritte Schale schenkt mir Erleuchtung, wozu die Kummer mit Willen zu beseitigen?